Das Klagenfurter Startup Harmony & Care nahm sich bereits seit seiner Gründung 2015 dem schwierigen Thema 24 Stunden-Pflege an. Ausgangspunkt war für den Gründer ursprünglich die Pflege der eigenen Eltern. Gemeinsam mit seiner Co-Founderin baute er das Service auf, in dessen Zentrum das Matching zwischen zu pflegenden Personen und Pflegekräften stand – es sollte – wie damals bei so vielen Startups – so einfach sein wie eine Dating-App.
Haselsteiner und Hillinger stiegen bei „2 Minuten 2 Millionen“ mit je 100.000 Euro ein
Damit konnte Harmony & Care 2017 auch in der Show „2 Minuten 2 Millionen“ überzeugen. Damals machten Hans Peter Haselsteiner und Leo Hillinger je eine Investment-Zusage über 100.000 Euro. Die Flat Lake GmbH von Hillinger scheint im Firmenbucheintrag zum Startup aktuell nicht mehr auf, die ZMH GmbH von Haselsteiner jedoch hielt zuletzt 49 Prozent der Anteile. Der Rest teilte sich auf Gründerin (39,15 Prozent) und Gründer (11,85 Prozent) auf.
Harmony & Care meldet Konkurs an – 177.000 Euro Verbindlichkeiten
Doch nun brachte das Unternehmen einen Konkursantrag beim Landesgericht Klagenfurt ein, wie einem Eintrag beim Alpenländischen Kreditorenverband (AKV) zu entnehmen ist. „Aktuell ist das Unternehmen geschlossen. Eine Fortführung ist nicht beabsichtigt“, heißt es dort. Die Verbindlichkeiten von Harmony & Care belaufen sich auf rund 177.000 Euro, die Aktiva müssen erst ermittelt werden.
SaaS-Geschäftsmodell dürfte nicht aufgegangen sein
Betroffen sind 14 Gläubiger:innen, Dienstnehmer:innen sind jedoch keine darunter. Die Ursachen der Insolvenz werden im Antrag nicht genau dargestellt, heißt es vom AKV. Aus weiteren Angaben lässt sich jedoch ableiten, dass das ein von Harmony & Care forciertes SaaS-Modell mit Pflegeagenturen als Kunden nicht aufgegangen sein dürfte.
„Software ist nicht tot“: Amodei, Benioff und Huang stellen neuestes Salesforce-Produkt „AIforce“ vor
Bei seiner Dreamforce-Eröffnungskeynote stellte Salesforce-CEO Marc Benioff AIforce vor und holte die CEOs von Anthropic und Nvidia auf die Bühne – inklusive Debatte über KI-Sicherheit und Europas Rückstand. Der brutkasten vor Ort.
„Software ist nicht tot“: Amodei, Benioff und Huang stellen neuestes Salesforce-Produkt „AIforce“ vor
Bei seiner Dreamforce-Eröffnungskeynote stellte Salesforce-CEO Marc Benioff AIforce vor und holte die CEOs von Anthropic und Nvidia auf die Bühne – inklusive Debatte über KI-Sicherheit und Europas Rückstand. Der brutkasten vor Ort.
Rund 45.000 Besucher:innen versammeln sich beim jährlichen Flaggschiff-Event des CRM-Riesen Salesforce rund um das Moscone Center in San Francisco. Höhepunkt ist die Eröffnungskeynote von CEO Marc Benioff: Wer einen Platz im größten Saal des Dreamforce-Areals ergattern will, muss bereits Stunden zuvor vor Ort sein.
Hawaiianische Rituale und ein Kurzauftritt von Grammy-Preisträgerin Gwen Stefani überbrücken die Wartezeit, ehe der Salesforce-Mitgründer eindrucksvoll inszeniert die Bühne betritt, um sich dem Leitthema der diesjährigen Konferenz zu widmen: der Transformation von Unternehmen durch autonome KI-Agenten.
Der Dreamforce-Haupteingang in San Francisco.
Anthropic- und Nvidia-CEO mit auf der Bühne
Den Auftakt zum dreitägigen Programm bestreitet Benioff nicht allein. An seiner Seite: Dario Amodei, Co-Founder und CEO von Anthropic, Jensen Huang, CEO von Nvidia, Siemens-CEO Roland Busch sowie mehrere Vertreter:innen aus dem eigenen Haus.
Die Auswahl ist alles andere als Zufall. Mit Claudeforce holt Salesforce seine Applikationen direkt in die Anthropic-Umgebung. Parallel dazu entsteht mit Nvidia das hauseigene Modell „Koa“, das auf Nvidias Nemotron-Architektur aufbaut und mit synthetischen Daten, die auf 27 Jahren Salesforce-CRM-Wissen basieren, trainiert wurde.
„Ich habe kein einziges autonomes Fahrzeug in Europa gesehen“
Geografisch spielt sich Dreamforce zwar in den Vereinigten Staaten ab, dennoch nimmt Europas Position im globalen KI-Wettlauf breiten Raum in Benioffs Eröffnungskeynote ein. Das Bild, das der Salesforce-Mitgründer zeichnet, fällt ernüchternd aus: „Ich war einige Monate in Europa und habe kein einziges autonomes Fahrzeug gesehen“, berichtet der CEO, als Sinnbild für die ungleiche globale Verteilung und die zögerliche Nutzung von KI-Technologien.
„Die Tür ist offen, aber noch nicht jeder ist hindurchgegangen“, führt Benioff aus. Kund:innen, so seine Einschätzung, seien teilweise noch in einer alten Welt verhaftet und hätten die unternehmerische Transformation durch KI noch nicht vollzogen. Genau hier will Salesforce ansetzen, um die Adoption zu beschleunigen.
AIforce vorgestellt
AIforce soll die Arbeitsweise von Unternehmen transformieren.
Konkret wird dieser Anspruch bei der zentralen Produktankündigung, die Benioff im Rahmen seiner Keynote als „die aufregendste in der Geschichte von Salesforce“ bezeichnet: Mit AIforce möchte das Unternehmen Daten, Workflows, Geschäftslogik und Governance direkt in Arbeitsumgebungen wie Slack, Claude oder Salesforce Lightning bringen, ohne dass Nutzer:innen Salesforce selbst öffnen müssen. „KI führt zu einer Revolution der Benutzeroberflächen“, so Benioff laut offizieller Ankündigung. Dabei betont Salesforce von Beginn an, dass das System auf Zero Data Retention setzt. „Deine Daten sind deine Daten“, versichert der CEO mehrfach.
Technisch stützt sich AIforce auf drei bestehende Bausteine: Data 360 liefert den einheitlichen Datenkontext, Customer 360 die Anwendungs- und semantische Intelligenz, Agentforce die digitale Belegschaft aus KI-Agenten. Zum Start zählen dazu Claudeforce, Slackforce und Agentforce Coworker.
Amodei plädiert für Industriestandards
Die Partnerschaftsmarke Claudeforce ist seit August 2026 bekannt; Amodeis Anwesenheit unterstreicht dennoch das Gewicht der Partnerschaft. Auf Benioffs Frage, was ihn zuletzt am meisten überrascht habe, antwortet Amodei: „Das Tempo, nicht nur auf technologischer, sondern auch auf wirtschaftlicher Seite. Ich war schlicht überrascht, dass eine solche Geschwindigkeit in der Geschäftswelt überhaupt möglich ist.“
Auf Benioffs Frage, wie er die „Pacing“-Debatte und den aktuellen Stand der Sicherheit einschätze, antwortet Amodei mit einem Drei-Stufen-Plan, den er wenige Tage zuvor in seinem Essay „We Must Pace the Frontier“ veröffentlicht hatte: zunächst die eigenen Praktiken prüfen und in Transparenz investieren, dann gemeinsame Industriestandards erarbeiten, schließlich eine internationale Abstimmung anstoßen. Umgesetzt sei bislang erst der erste Schritt. Begleitet von drei Sicherheitskräften verlässt Amodei den Saal umgehend nach seinem kurzen Auftritt.
Huang sieht Verantwortung bei den Entwickler:innen
Salesforce-CEO Marc Benioff und Nvidia-CEO Jensen Huang bei der Eröffnungs-Keynote.
Während Amodei bei Sicherheitsfragen einen bedachten, koordinierten Kurs einfordert, vertritt Nvidia-CEO Jensen Huang eine andere Linie: „Sicherheit hat oberste Priorität, in vielerlei Hinsicht ist sie die wichtigste Aufgabe. Allerdings ist Sicherheit zugleich ein Ingenieursproblem“, ein komplexes Rechensystem wie jedes andere, das sich technisch beherrschen lasse. Sein Rezept: zunächst sichere Testumgebungen schaffen, in denen sich Systeme prüfen lassen, und Produkte erst freigeben, wenn man von deren Sicherheit überzeugt ist. Regulatorische Eingriffe des Staates lehnt er ab.
Die Devise laute stattdessen, Innovationen so rasch wie möglich voranzutreiben, ohne Sicherheit zu opfern: „Laufen Sie so schnell Sie können, doch sobald Sie das Gefühl haben, […] das Produkt werde nicht sicher sein, legen Sie eine Pause ein“, so der Nvidia-Chef. Tempo und Sicherheit seien für ihn kein Widerspruch, sondern gleichzeitig erreichbar. Ob sich Unternehmen im permanenten Wettlauf um Marktanteile tatsächlich so diszipliniert selbst bremsen, wie Huang es beschreibt, bleibt allerdings offen.
Das Mantra: „Software ist nicht tot“
Wie ein roter Faden zog sich zudem das Gegennarrativ zur „SaaSpocalypse“ durch den Vormittag. Huang bezeichnete die These vom Ende der Software als „kompletten Unsinn“, Benioff präzisierte: „Software ist nicht tot. Es ist das Ende jener Software, die Menschen die ganze Arbeit machen lässt.“ Ob sich diese Neuerfindung tatsächlich so reibungslos vollzieht, wie auf der Bühne suggeriert, wird sich außerhalb des Moscone Centers erst noch zeigen müssen.
Transparenzhinweis: Die Reise- und Aufenthaltskosten zur Dreamforce wurden von Salesforce übernommen. Auswahl und Bewertung der Themen erfolgten unabhängig davon.
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Haselsteiner hielt 49 Prozent: 2min2mio-Startup in Konkurs
AI Kontextualisierung
Welche gesellschaftspolitischen Auswirkungen hat der Inhalt dieses Artikels?
Die gesellschaftspolitischen Auswirkungen des Artikels sind begrenzt. Es handelt sich um den Konkurs eines Unternehmens, das sich auf 24 Stunden-Pflege spezialisiert hat. Betroffen sind hauptsächlich die Gläubiger des Unternehmens, während die Dienstnehmer nicht betroffen sind. Die Insolvenz des Unternehmens könnte jedoch negative Auswirkungen auf den Pflegesektor haben, da es sich um ein innovatives Unternehmen handelte, das alternative Services für die Pflege älterer Menschen anbot.
Haselsteiner hielt 49 Prozent: 2min2mio-Startup in Konkurs
AI Kontextualisierung
Welche wirtschaftlichen Auswirkungen hat der Inhalt dieses Artikels?
Das Klagenfurter Startup Harmony & Care, das sich auf die Vermittlung von 24-Stunden-Pflegediensten spezialisiert hatte und 2017 in der österreichischen Investment-Show „2 Minuten 2 Millionen“ erfolgreich war, hat Konkurs angemeldet. Die Ursachen für den Zusammenbruch des Unternehmens sind nicht genau bekannt, aber es wird angenommen, dass das SaaS-Geschäftsmodell, bei dem Pflegeagenturen als Kunden gewonnen wurden, nicht aufgegangen ist. Dies hat Auswirkungen auf die Gründer, Investoren und Gläubiger von Harmony & Care und kann das Vertrauen in die Startup-Szene beeinflussen.
Haselsteiner hielt 49 Prozent: 2min2mio-Startup in Konkurs
AI Kontextualisierung
Welche Relevanz hat der Inhalt dieses Artikels für mich als Innovationsmanager:in?
Als Innovationsmanager:in kann dieser Artikel helfen, zu verstehen, wie sich ein Startup mit einem vielversprechenden Konzept und Investorenunterstützung dennoch in Schwierigkeiten begeben und scheitern kann. Es kann als Lektion dienen, dass selbst vielversprechende Innovationen und erfolgreiche Investitionen keine Garantie für den Erfolg eines Unternehmens sind. Es kann auch dazu beitragen, den Fokus auf die Geschäftsmodelle zu legen, um sicherzustellen, dass diese nachhaltig und tragfähig sind.
Haselsteiner hielt 49 Prozent: 2min2mio-Startup in Konkurs
AI Kontextualisierung
Welche Relevanz hat der Inhalt dieses Artikels für mich als Investor:in?
Als Investor:in gibt dieser Artikel Einblick in das mögliche Risiko der Investition in Startups, auch wenn sie in der Vergangenheit erfolgreich waren. Es zeigt, dass auch vielversprechende Startups trotz Investitionen von erfahrenen Investoren scheitern können und dass eine sorgfältige Risikobewertung und -management notwendig ist, um das Potenzial von Investitionen zu maximieren.
Haselsteiner hielt 49 Prozent: 2min2mio-Startup in Konkurs
AI Kontextualisierung
Welche Relevanz hat der Inhalt dieses Artikels für mich als Politiker:in?
Als Politiker:in können Sie sich für die Förderung von Startups und innovativen Geschäftsmodellen einsetzen. Der Fall von Harmony & Care zeigt jedoch auch, dass nicht jeder Ansatz erfolgreich sein kann und dass die Ursachen für eine Insolvenz vielfältig sein können. Es ist daher wichtig, den Unternehmergeist in der Gesellschaft zu stärken und eine positive Kultur des Scheiterns zu etablieren, damit junge Unternehmen nicht durch den Druck zu schnellem Erfolg und wirtschaftlichem Wachstum scheitern.
Haselsteiner hielt 49 Prozent: 2min2mio-Startup in Konkurs
AI Kontextualisierung
Was könnte das Bigger Picture von den Inhalten dieses Artikels sein?
Das Scheitern von Harmony & Care und ihr Konkursantrag zeigt, dass es trotz der anfänglichen Investitionszusagen von bekannten Investoren wie Hans Peter Haselsteiner und Leo Hillinger nicht immer einfach ist, ein Startup aufzubauen und erfolgreich am Markt zu etablieren. Obwohl Harmony & Care ein scheinbar vielversprechendes Geschäftsmodell mit einem Matching-Service für 24-Stunden-Pflegekräfte und zu pflegende Personen hatte, konnte das Unternehmen nicht genug Kunden gewinnen, um das Geschäftsmodell profitabel zu machen.