21.04.2021

Happylab eröffnet neuen Standort in Wien – inklusive neuer 3D-Drucker, Laser Cutter & CNC-Fräsen

Die Wiener Innovationswerkstatt Happylab hat am Mittwoch im 2. Bezirk in Wien einen neuen Standort eröffnet. Auf über 900 Quadratmetern können Tech-Startups ihre Produktideen mit professionellen High-Tech-Maschinen ab sofort umsetzen.
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Happylab
Im Happylab kann sogar geschweißt werden | (c) Happylab

Die Ursprünge des Happylab gehen auf das Jahr 2006 zurück. Damals haben Karim Jafarmadar und Roland Stelzer Österreichs ersten Makerspace mit Standorten in Wien, Salzburg und Berlin, konzipiert und aufgebaut. Seit der Gründung des Happlabs haben zahlreiche Startups mit der zur Verfügung gestellten Infrastruktur, wie 3D-Drucker, Laser Cutter oder CNC-Fräsen, ihre ersten Prototypen entwickelt. Mittlerweile zählt die Community über 2000 Mitglieder.

Neuer Standort dreimal so groß

Am Standort Wien war das Happylab bis lang im zweiten Bezirk untergebracht. Wie die Gründer erläutern, reichte der Platz allerdings nicht mehr aus. Auf der Suche nach einem neuen Standort wurden Jafarmadar und Stelzer schlussendlich in einer ehemalige Elektromotorenfabrik im Wiener Stuwerviertel fündig, die sich ebenfalls im zweiten Bezirk in Wien befindet.

In den letzten Wochen erfolgte der Umzug. Heute war es nun so weit: Unter Beisein von Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck, Stadtrat Peter Hanke, Wirtschaftsagentur Wien Geschäftsführer Gerhard Hirczi und FFG-Geschäftsführerin Henrietta Egerth wurde der neue Standort am Mittwochvormittag feierlich in der Schöngasse 15-17 im 2. Bezirk eröffnet.

(c) Happylab

Neues Happylab ab 19,90 Euro pro Monat nutzbar

Auf über 900 m2 können Tech-Startups ab sofort ihre Produktideen mit professionellen High-Tech-Maschinen mitten in Wien umsetzen. Der neue Standort ist laut den Gründern dreimal so groß wie der alte Standort.

Die neue Innovationswerkstatt ermöglicht den Zugang zu digitalen Fertigungstechnologien wie 3D-Druckern und Laser Cuttern, professionellen Prototyping-Maschinen im Holz- und Metallbereich und einem integrierten Co-Working-Space. Neben der Produktionswerkstätte steht auch ausreichend Platz für Austausch in der Community zur Verfügung.

Die Nutzung der neuen Innovationswerkstatt steht sowohl Privatpersonen, als auch Startups und KMU offen. Ab 19,90 Euro pro Monat kann das gesamte Angebot rund um die Uhr genutzt werden.

“Ab einem gewissen Professionalisierungsgrad stoßen Startups in Makerspaces schnell an ihre Grenzen und benötigen professionelleres Equipment und Beratung. Mit dem neuen Happylab schließen wir die Lücke zwischen bestehenden Werkstätten und industrieller Fertigung. Prototyping, Produktentwicklung und Kleinserienfertigung sind ab sofort an einem Standort mitten in Wien möglich”, so die beiden Happylab-Geschäftsführer Roland Stelzer und Karim Jafarmadar.

(c) Happylab

Happylab sucht aktiv Kooperationen

Durch Kooperationen mit bestehenden Institutionen wie Universitäten, KMU oder anderen Makerspaces soll um den neuen Standort ein innovatives Ökosystem stehen. Die Gründer nennen es auch “Happylab Innovation Cluster“. Im Sinne der “Sharing Economy” wird bestehende Infrastruktur an verschiedenen Standorten gemeinsam genutzt, statt miteinander in Konkurrenz zu treten.

(c) Happylab

Neben der Erweiterung von Maschinenpark und Beratungsangeboten unterstützt das Happylab in den nächsten Jahren Schulen beim Aufbau von Makerspaces, um den Umgang mit neuen Technologien nachhaltig in der Gesellschaft zu verankern. Ein weiteres Ziel des Happylab ist es, die Eintrittsbarrieren für Frauen in die Maker-Szene mit gezielten Maßnahmen abzubauen und Diversität zu fördern. 

(c) Happylab

Fördermittel in Höhe von 750.000 Euro

Über das Programm “Innovationswerkstätten” wurde die Innovationswerkstatt mit Fördermitteln in Höhe von 500.000 Euro durch das Bundesministerium für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort (BMDW) unterstützt. In den kommenden vier Jahren wird Happylab daher von der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) unterstützt. Ergänzend zur Förderung des Bundes unterstützt die Wirtschaftsagentur Wien das Projekt mit einer Kofinanzierung in der Höhe von 250.000 Euro.

Tipp der Redaktion: Onlineführung

Um 17:00 Uhr gibt es für alle, die am neuen Standort interessiert sind, die erste Online-Führung durch den neuen Space auf Youtube und der FB-Page.


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Die notarity-Gründer (vlnr.): Alexander Gugler, Sebastian Wodniansky, Jakobus Schuster, Max Pointinger | (c) Alexander Schindler

Im Sommer 2021 ging das Wiener LegalTech-Startup notarity mit einem klaren Produktversprechen an den Start: die Online-Abwicklung notarieller Dienstleistungen einfacher und angenehmer zu machen. Damit konnte im Heimatmarkt Österreich bald ein signifikanter Anteil der Notariate überzeugt werden, nicht aber die Notariatskammer, die über eine Tochtergesellschaft ein eigenes Angebot in dem Bereich hat. Es kam zu einem jahrelangen Rechtsstreit – brutkasten berichtete zuletzt über das Urteil in zweiter Instanz.

Rund 2.000 internationale Unternehmen als Nutzer

Unter anderem deswegen fokussiert notarity seit Jahren auf das internationale Geschäft. Schon Anfang 2024 verkündete man, mehr als die Hälfte des Umsatzes im Ausland zu erzielen. Mittlerweile sind es mehr als 70 Prozent, wie es nun vom Startup heißt. Dabei lege man einen besonderen Fokus auf internationale Konzerne.

Aktuell würden knapp 2.000 internationale Unternehmen mit großteils mehr als 500 Beschäftigten notarity für digitale Notariatsakte nutzen. Dazu zählen internationale Wirtschaftskanzleien wie DLA Piper und Baker McKenzie. Die Zahl digitaler Dokumenten-Beglaubigungen für internationale Unternehmen, Kanzleien und institutionelle Kunden über die Plattform habe sich im Vergleich zum Vorjahr vervierfacht.

Mit Umsatzverdopplung Break-even erreicht

So sei zuletzt auch eine Verdopplung des Umsatzes im Jahresvergleich gelungen. „Damit haben wir den Break-even erreicht und den entscheidenden Schritt vom wachstumsstarken Startup zum profitablen Global Champion gemacht“, kommentiert Co-Founder und CEO Jakobus Schuster. Rund 400 Notar:innen hätten mittlerweile mehr als eine Viertelmillion digitale Beglaubigungen über die Plattform abgewickelt, monatlich seien es derzeit rund 10.000.

Zu den wichtigsten Märkten außerhalb der EU zählen das Vereinigte Königreich, die USA, die Vereinigten Arabischen Emirate und die Schweiz. „Mit dem Erreichen der Gewinnzone schaffen wir die Grundlage, um unsere internationale Expansion künftig aus einer Position finanzieller Stärke voranzutreiben“, so Schuster.

Novelle der Notariatsordnung 2020 als Anstoß

Möglich hat das alles auch die heimische Rechtslage gemacht. Mit einer 2020 beschlossenen Novelle der österreichischen Notariatsordnung wurde die Basis für Online-Notariatsdienstleistungen im Inland geschaffen. Mittlerweile gelten elektronische Beglaubigungen von Unterschriften über notarity in mehr als 100 Ländern. „Unser Produkt entstand unter hohen regulatorischen, datenschutzrechtlichen und sicherheitstechnischen Anforderungen.

Genau diese Standards werden heute international immer wichtiger und haben uns den Eintritt in regulierte Märkte erheblich erleichtert“, sagt Schuster und gibt das Ziel aus: „die weltweit führende Infrastruktur für digitale Beglaubigungen internationaler Unternehmen bereitzustellen und diese Position in weiteren Märkten auszubauen.“

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