31.03.2022

hans(wo)men: Gründerinnen sorgen für Namensänderung bei Startup-Investor

Die "Hansmen Group" ist in Österreich bekannt als Garant für erfolgreiche Startups. Das Portfolio wird aber weiblicher und damit ist auch eine Anpassung des Namens nötig.
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Hansi Hansmann © Maximilian Rosenberger
Hansi Hansmann | © Maximilian Rosenberger

Johann „Hansi“ Hansmann ist Österreichs bekanntester Business Angel und investiert seit vergangenem Jahr wieder aktiv in neue Jungunternehmen. Dafür hat er sich mit Lisa Pallweber erstmals auch eine eigene Managerin an Bord geholt – auch mit dem Ziel, stärker in von Frauen gegründete Startups zu investieren. Und genau das passiert auch: Ada Power Woman von Kosima Kovar unterstützt Frauen in Karriere und persönlicher Entwicklung mit einer gamifizierten Learning-App und Fund F ist ein neuer VC-Fonds von den „Female Founder“-Gründerinnen Lisa-Marie Fassl und Nina Wöss.

„We, the hans(wo)men“

Beide Companies sind nun Teil der in der österreichischen Startup-Szene bekannten und geschätzten „Hansmen Group“. Der Name ist seit Jahren bekannt für einige der größten Erfolgsgeschichten der heimischen Startup-Szene: Runtastic, MySugar, Busuu, Shpock, Playbrush, um nur einige zu nennen. Allein, der Name passt nun nicht mehr so gut, da das Portfolio weiblicher wird. „Although we operate in different industries we help each other and learn from another. We, the “hans(wo)men”, are the founders of the following companies“, steht nun über der Portfolio-Liste auf der Website der Beteiligungsgesellschaft. „Wir haben jetzt deutlich mehr Frauen in der Gruppe, weil meine letzten Investments sehr female fokussiert waren“, erklärt Hansmann auf Nachfrage des brutkastens. Die Gründerinnen im Portfolio haben die Namensänderung eingefordert. „Hans(wo)men“ ist nun auf der Website verankert – die Gesellschaft selbst heißt weiterhin Romulus Consulting.

„As more and more #fempreneurs are becoming part of the group we felt it was important to recognize the „#female component““, schreibt Kovar auf LinkedIn. „Ada makes women more visible. Everywhere. Together with Lisa Pallweber and Female Founders, Lisa-Marie Fassl and Nina Wöss, we flipped the name overnight“, schreibt sie und dankt Hansmann für seine Offenheit. „Ich glaube, wenn wir Gründerinnen nicht stark genug unterstützen, berauben wir uns als Gesamtwirtschaft eines großen Teils dessen, was möglich ist“, sagte Hansmann zum Jahreswechsel in einem Interview mit dem brutkasten.

Hansmann im Interview mit dem brutkasten

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Rivero
© Rivero - (v.l.) Stephan Wächter, Fatemeh Nikayin und Thomas Müller.

Rivero, die europäische Plattform für Zahlungsoperationen, hat heute bekanntgegeben, dass Elevator Ventures, der Corporate-Venture-Capital-Fonds der Raiffeisen Bank International (RBI), als Investor beim Schweizer Fintech eingestiegen ist. Die Partnerschaft soll Riveros weitere Expansion in Europa unterstützen, mit besonderem Fokus auf die Märkte in Zentral- und Osteuropa. Über die genaue Summe ist nichts bekannt.

Rivero: Kajo und Amiko

Rivero wurde von Thomas Müller, Fatemeh Nikayin und Stephan Wächter gegründet, um Intelligenz und Automatisierung in einige der besonders komplexen operativen Herausforderungen der Zahlungsbranche zu bringen. Die Technologie soll es Finanzinstituten ermöglichen, stark regulierte und ressourcenintensive Zahlungsprozesse zu modernisieren und manuelle Arbeitsabläufe durch intelligente Automatisierung zu ersetzen.

Die Compliance-Plattform von Rivero heißt Kajo und soll die Compliance in Zahlungsnetzwerken vereinfachen, indem sie Updates automatisch verteilt, eine Übersicht auf einen Blick liefert und fragmentierte Dokumente und Anforderungen der Zahlungsnetzwerke in ein KI-gestütztes Wissensverzeichnis verwandelt.

Die KI-gestützte Anwendung Amiko indes bringt agentische KI in das Streitfallmanagement (Dispute Management) und die Betrugsrückgewinnung. Die Lösung sortiere Fälle intelligent vor, koordiniere die nächsten sinnvollen Schritte und automatisiere Dispute-Workflows vom Eingang bis zur Lösung, während sie Agent:innen bei komplexen Fällen anleitet, die menschliche Spezialist:innen erfordern. Das soll Instituten helfen, Gelder schneller zurückzuholen, den operativen Aufwand zu reduzieren und ein besseres Erlebnis für Karteninhaber:innen zu bieten.

„Elevator Ventures von strategischer Relevanz“

Während Rivero in Europa expandiert, konzentriert sich das Unternehmen zunehmend nicht nur auf den Ausbau seiner Technologie, sondern auch auf die Stärkung seiner Position im breiteren europäischen Bankenökosystem. Für die nächste Entwicklungsphase von Rivero sei Elevator Ventures von besonderer strategischer Relevanz: Durch die Verbindung zur RBI Group und das Netzwerk in Zentral- und Osteuropa verfüge Elevator Ventures über umfangreiche Erfahrung darin, Technologieunternehmen, die Finanzinstitute bedienen, zu unterstützen und ihnen bei der Orientierung und Expansion in europäischen Bankenmärkten zu helfen, heißt es.

„Europas Finanzinstitute suchen nach besseren Wegen, zunehmend komplexe Zahlungsoperationen zu managen, und wir sehen eine große Chance, Riveros Technologie zu vielen weiteren Instituten auf dem Kontinent zu bringen“, sagt Thomas Müller, CEO von Rivero. „Da wir nun in die nächste Wachstumsphase eintreten, wollen wir Investor:innen am Tisch haben, die sowohl die Komplexität des Bankgeschäfts als auch die Märkte verstehen, in denen wir tätig sind. Die Expertise von Elevator Ventures im Finanzdienstleistungsbereich und ihr besonders starkes Netzwerk in Zentral- und Osteuropa machen sie zu einem hoch relevanten strategischen Partner für Rivero.“

Maximilian Schausberger, Managing Director bei Elevator Ventures, ergänzt: „Rivero adressiert eine Reihe operativer Herausforderungen, die für Banken und Zahlungsinstitute in ganz Europa immer wichtiger werden. Das Team verbindet tiefgehende Zahlungsverkehrsexpertise mit Technologie, die speziell auf die Anforderungen regulierter Finanzinstitute ausgelegt ist. Wir sehen eine starke Übereinstimmung zwischen Riveros Ambitionen und unserer Erfahrung und unserem Netzwerk im europäischen Bankwesen und freuen uns darauf, das Unternehmen bei seiner weiteren Expansion zu unterstützen.“

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