30.08.2018

Die Hansmann Methode: Hansis Erfolgsrezept erscheint in Buchform

Hansi Hansmanns langjährige Wegbegleiterin Lisa Ittner (u.a. Ex-aaia-Geschäftsführerin) und der Medienentrepreneur Florian Novak wollen mit ihrem Buch "Business Angel Hansi Hansmann" einen Ratgeber für (werdende) Business Angels und alle anderen in der Szene bieten.
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Hansmann-Buch: Anleitung wür (werdende) Business Angels - Down-Rounds
(c) kacy: Hansi Hansmann

„Das Erfolgsgeheimnis hinter runtastic, shpock, mySugr und vielen anderen Startups“ – das ist der Untertitel des Buchs „Business Angel Hansi Hansmann“ (Springer Verlag), das am 11. September offiziell präsentiert werden wird. Die Ausrichtung des Schriftwerks ist damit bereits klar: Es soll nicht etwa eine mit Motivationsfloskeln gespickte Biographie sein. Das Hansmann-Buch soll ein Ratgeber, eine „Anleitung“ sein – für Business Angels, werdende Business Angels, Startup-Founder, die nach Business Angels suchen und „alle, die beim Thema Startups fundiert mitreden wollen“.

+++ Busuu: Hansmanns erstes Startup wird 10 +++

„Wie macht Hansi das?“

Geschrieben wurde das Hansmann-Buch nicht vom wohl bekanntesten Business Angel Österreichs selbst. Als AutorInnen zeichnen die Unternehmerin Lisa Ittner, die als Ex-aaia-Geschäftsführerin eine langjährige Wegbegleiterin Hansmanns ist, und der Medien-Entrepreneur Florian Novak verantwortlich. „Es ist schon in meiner Zeit als aaia-Geschäftsführerin immer die Frage gestellt worden: Wie macht Hansi das? Mit dem Buch wollen wir dieses Know-How, über einzelne Formate und persönliche Gespräche mit Hansi hinaus, einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich machen“, erklärt Ittner im Gespräch mit dem Brutkasten.

Erfolgreich, ohne ein Arschloch zu sein

Dem Inhalt ist prominent ein Zitat Hansmanns vorangestellt: „Geld ist im Prinzip völlig sinnlos und nutzlos, außer man verwendet es“. Doch es muss eben richtig verwendet werden. „Sehr viele Gelder werden nicht sinnvoll investiert. Das ist schlecht für die InvestorInnen, schlecht für die Startups und damit schlecht für die ganze Szene“, sagt die Co-Autorin. Hansmann habe gezeigt, wie es geht – nicht nur mit runtastic, shpock und mySugr. „Und vor allem: Er lebt vor, wie man in Wirtschaft und Unternehmertum erfolgreich ist und dabei menschlich bleibt. Oder salopp ausgedrückt: wie man dabei kein Arschloch ist“, sagt Ittner.

Archiv: Video-Interview mit Hansmann (u.a.) beim Austrian Investors Day 2018

Erfolgsrezept Augenhöhe

Eines der zentralen Erfolgsrezepte sei dabei der Zugang auf Augenhöhe. „Der Angel sitzt mit dem Gründer in einem Boot“, sagt Ittner. Und Hansmann setze diese Augenhöhe auch innerhalb seines Portfolios um. „Er baut ein kleines Silicon Valley in Österreich und über die Grenzen hinaus auf. Er vernetzt seine Startups untereinender und sie helfen sich gegenseitig“. Diese Quintessenz der „Hansmann Methode“ sei dabei keine einseitige Beobachtung. „Wir haben in der Recherche für das Buch mit vielen GründerInnen von Portfolio-Startups gesprochen. Die bestätigen das durchgängig“, sagt die Autorin.

Hansmann-Buch: Zum Investieren motivieren

Natürlich ginge es aber auch um Hard Facts in der Due Dilligence und Themen wie Team und Mindset – bei Angel Investments und damit auch im Hansmann-Buch. „Es geht darum, einen Rahmen zu geben, auf welche Dinge man bei Angel-Investments achten muss“, sagt Ittner. Von diesem Wissen würden nicht nur (zukünftige) Business Angels profitieren – man will mit dem Buch explizit zum Investieren motivieren. „Das ist für jeden Gründer, für jeden, der in der Wirtschaft erfolgreich sein will und für jeden, der sich einfach in der Startup-Welt auskennen will, relevant“.

⇒ Offizielle Page zum Buch (mit Vorbestellung – Release am 11.9.)

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Howie
© Suchart Wannaset - Ewa Lenart von Howie.

Anmerkung der Redaktion: Dieser Artikel wurde nachträglich (11.9.2026) nach Erhalt eines Statements von Gründerin Ewa Lenart ergänzt.

„Ein Unternehmen mit 300 Ingenieurinnen und Ingenieuren gibt im Durchschnitt zwischen 1,8 und 36 Millionen Euro pro Jahr für die manuelle Informationsbeschaffung aus“, erklärt Ewa Lenart, Gründerin des Wiener Startups Howie, vergangenes Jahr. Ihr Unternehmen könne helfen, die Kosten dafür zu halbieren.

„AI Copilot for the Built Environment“

Dazu positionierte Howie sich als „AI Copilot for the Built Environment“. Die KI-gestützte Plattform für die Bau- und Immobilienbranche bereitet unter anderem Texte, Bilder und Konstruktionszeichnungen mit großen Datenvolumina auf. Dabei nutzt sie LLMs, um Muster in den Daten, etwa auch aus Berichten, E-Mails, Bildern und Zeichnungen, zu erkennen.

Zwei Investmentrunden 2025

Mit dem Konzept konnte Howie vergangenes Jahr mehrere Investoren überzeugen. Im März und im November 2025 verkündete das Unternehmen jeweils eine sechsstellige Finanzierungsrunde. Dabei dürfte es sich um Wandeldarlehen gehandelt haben: In den öffentlich einsehbaren Firmenbuch-Daten sind die Finanzierungsrunden nämlich in den Beteiligungsverhältnissen nicht ablesbar. Zudem holte Gründerin Lenart vergangenes Jahr den zweiten Platz in der Kategorie Startups beim brutkasten „Innovator of the Year“.

Konkursantrag – keine Details von Kreditschutzverbänden

Doch nun brachte das Startup einen Konkursantrag ein, wie die heimischen Kreditschutzverbände übereinstimmend berichten. Konkrete Informationen dazu liegen aktuell bei keinem der Verbände vor. Sollten die Investments tatsächlich in Form von Wandeldarlehen erfolgt sein, würde ihre Summe in die Passiva fallen.

Gründerin Lenart: Zwei Investments nicht rechtzeitig abgeschlossen

Auf brutkasten-Anfrage meldete sich Gründerin Ewa Lenart mit einem Statement zur Insolvenz. Man sei in einem „technisch sehr anspruchsvollen und noch relativ jungen Markt“ tätig, und habe in den vergangenen zwei Jahren ein starkes, wachsendes Interesse von weltweit führenden Architektur-, Ingenieur- und Beratungsunternehmen verzeichnen können. „Gleichzeitig erwiesen sich die Entwicklungs- und Implementierungszyklen in der Bau- und Immobilienbranche als länger und kapitalintensiver, als wir ursprünglich geplant hatten. Wir waren daher auf eine zusätzliche Finanzierung angewiesen, um die nächsten kommerziellen Meilensteine zu erreichen“, so die Gründerin.

Während der jüngsten Finanzierungsrunde habe man zwei Term Sheets mit etablierten Investoren unterzeichnet. „Letztendlich wurde jedoch keine der beiden Transaktionen innerhalb des Zeitrahmens abgeschlossen, den das Unternehmen benötigte“, schreibt Lenart. „Wir haben zudem ein deutlich schlankeres und stärker kundenfinanziertes Betriebsmodell geprüft, konnten die daraus resultierende Liquiditätslücke aber nicht rechtzeitig schließen.“

Weiterführung steht noch im Raum

Doch Lenart fügt an: „Die zugrunde liegende Marktthese ist aus meiner Sicht nach wie vor sehr stark. Als wir Howie gründeten, befanden sich KI-native Workflows für die Baubranche noch in einer sehr frühen Phase. In den letzten zwei Jahren haben sich die Investitionen und die Adaption in diesem Bereich deutlich beschleunigt.“ Man sehe weiterhin Interesse von Kunden und Branchenakteuren an Howie und seiner Technologie. „Ob und in welcher Form Teile des Unternehmens oder des Produkts fortbestehen werden, hängt nun vom Insolvenzverfahren ab“, so die Gründerin.

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