Der Österreicher Hannes Ametsreiter verlässt Vodafone Deutschland nach sieben Jahren als CEO. Interessant wird, was er danach vor hat. Auf LinkedIn schreibt er, dass er in den Private-Equity-Bereich wechselt und Investor wird. „Dort will ich mich in Wachstumsbereichen im Telko- und Tech-Bereich engagieren, als Investor und Shareholder tätig sein“, schreibt der 55-Jährige, der sich „noch so voller Energie, Passion und vor allem Neugier (fühlt), dass ich genau diese Kraft jetzt nutzen möchte, um Neues zu beginnen“.
Ametsreiters Nähe zur Startup-Szene
Ob damit konkret auch Startup-Investments gemeint sind, bleibt in dieser Ankündigung zwar offen, der Top-Manager hatte in der Vergangenheit aber durchaus eine Nähe zur Startup-Szene. 2015 eröffnete er, damals gerade noch noch als CEO der österreichischen A1, in Wien den A1 Startup Campus, der heute eine der erfolgreichsten Startup-Schmieden des Landes ist. Seine Frau Marie-Helene Ametsreiter ist bekannte Startup-Investorin, die auch in der TV-Show 2 Minuten 2 Millionen auftrat, und Partnerin bei dem Frühphasen-VC Speedinvest mit Sitz in Wien.
„Dort wo Zukunft passiert will ich noch freier gestalten, coole Innovationen vorantreiben und in Aufsichtsräten Firmen auf ihrem Weg begleiten“, schreibt Hannes Ametsreiter. In seiner Zeit bei Vodafone hat er vor allem die 5G-Strategie des Konzerns vorangetrieben und betont, dass er dort gelernt habe, ohne Krawatte und Chauffeur auszukommen und stattdessen auf Shared Mobility zu setzen. Bei Vodafone folgt ihm mit 1. Juli 2022 Philippe Rogge nach, der von Microsoft kommt und dort die letzten fünf Jahre das Zentral- und Osteuropa-Geschäft leitete.
Erster Verkauf: Altrichter-Startup 2nd Cycle bringt PV-Recyclinganlage in den Markt
Das niederösterreichische Green-Tech-Startup 2nd Cycle hat sein erstes Produkt verkauft. Die vollautomatische Entrahmungsanlage für Photovoltaikmodule läuft bereits beim Entsorgungsunternehmen DAKA.
Erster Verkauf: Altrichter-Startup 2nd Cycle bringt PV-Recyclinganlage in den Markt
Das niederösterreichische Green-Tech-Startup 2nd Cycle hat sein erstes Produkt verkauft. Die vollautomatische Entrahmungsanlage für Photovoltaikmodule läuft bereits beim Entsorgungsunternehmen DAKA.
Die Entrahmungsanlage und Michael Altrichter | (c) 2nd Cycle
Anfang 2024 ist 2nd Cycle mit dem Ziel gestartet, gebrauchte Photovoltaikmodule automatisiert zu prüfen und wiederzuverwerten. Nun meldet das Amstettner Startup den ersten Verkauf einer Anlage: Die DAKA Entsorgungsunternehmen GmbH & Co. KG hat als erster Kunde eine vollautomatische Entrahmungsanlage für PV-Module erworben. Die Anlage ist laut Aussendung bereits in Betrieb.
Die Anlage erkennt unterschiedliche Modulformate und entfernt die Aluminiumrahmen automatisch. Sowohl intakte als auch bereits gebrochene, gerahmte Module können ohne mechanische Umrüstung verarbeitet werden. Das Unternehmen betont, dass die Anlage besonders materialschonend arbeite. Das soll zu einer hohen Reinheit der verwertbaren Rohstoffe Glas und Aluminium führen und damit den Wert der recycelten Materialien steigern. Nach eigenen Angaben handelt es sich um die erste vollautomatische Entrahmungsanlage für PV-Module am Markt.
Baustein einer vollautomatischen Recyclingstraße
Die Entrahmungsanlage ist eine zentrale Komponente einer von 2nd Cycle entwickelten vollautomatischen Recyclingstraße für gebrauchte PV-Module. Die Prozesskette ist auf Zero-Touch-Betrieb, hochreine Wertstofffraktionen und einen Durchsatz von bis zu 90 Modulen pro Stunde ausgelegt. Weitere Module für Reinigung, Entfernung der Anschlussdose und Delamination seien teilweise bereits entwickelt oder stünden kurz vor dem Abschluss, heißt es in der Aussendung. DAKA kann die Entrahmungsanlage eigenständig betreiben und später um weitere Komponenten ergänzen.
(c) 2nd Cycle
„Mit der ersten Kundenanlage zeigen wir, dass sich die automatisierte Aufbereitung von PV-Modulen in den industriellen Betrieb eines Entsorgungsunternehmens integrieren lässt. Entscheidend sind ein stabiler Prozess, definierte Fraktionen und ein planbarer Durchsatz“, sagt Simon Prüller, CEO und Co-Founder von 2nd Cycle.
Als Argument für den Bedarf verweist das Startup auf Zahlen des Joint Research Centre der Europäischen Kommission. Dieses erwartet für die EU-27 ein kumuliertes Aufkommen von sechs bis 13 Millionen Tonnen PV-Abfall bis 2040 und 21 bis 35 Millionen Tonnen bis 2050.
Altrichter: „Dieser Stein ist ein massives Gebirge“
Altrichter ordnet den ersten Verkauf entsprechend ein: „Das erste verkaufte Produkt ist für jedes Startup ein Meilenstein. Im Falle von 2nd Cycle ist dieser Stein ein massives Gebirge: Das Produkt ist riesig, der Sales-Prozess komplex, der Markt entwickelt sich dynamisch. Umso beeindruckender ist dieser Erfolg!“
Zuletzt wurde 2nd Cycle auch mehrfach ausgezeichnet. Im September gewann das Startup beim Generali SME EnterPRIZE 2026 die Startup-Kategorie, die mit 10.000 Euro dotiert ist. Beim Riz up Genius Ideen- und Gründerpreis hatte das Projekt schon vor der Gründung den zweiten Platz in der Kategorie ökologisch genial belegt, bei der heurigen Jubiläumsverleihung war 2nd Cycle als Alumni vertreten.
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