21.09.2022

Handelsverband: „6000 Geschäften droht aufgrund von Energiekosten die Schließung“

Der Handelsverband warnt vor Geschäftsschließungen aufgrund der hohen Energiepreise und fordert daher die Ausweitung des Energiekostenzuschusses auf alle Handelsunternehmen.
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(c) Adobestock

Am Wochenende kündigte Wirtschaftsminister Martin Kocher an, dass erste Antragstellungen für den Energiekostenzuschuss „wahrscheinlich“ ab Mitte Oktober möglich sein werden. Zuvor bedarf es allerdings noch einer wettberwerbsrechtlichen Prüfung durch die EU-Kommission. Nach derzeitigem Stand sollen künftig „energieintensive Unternehmen“ anspruchsberechtigt sein, die mindestens drei Prozent ihres Umsatzes für Energiekosten aufwenden. 

Handelsverband fordert Ausweitung des Energiekostenzuschuss

Der Handelsverband warnte nun davor, dass ein Großteil der österreichischen Handelsbetriebe beim Energiekostenzuschuss „durch die Finger schauen wird, sollte an den bisherigen Eckpunkten festgehalten werden.“ Sofern es zu keinen Anpassungen kommt, droht 6000 Geschäften bis Jahresende die Schließung. Zudem spricht die Interessensvertretung von 600.000 Arbeitsplätzen im Handel, die aufgrund der hohen Energiepreise „gefährdet“ sind.

Um die negativen Folgen für den Wirtschaftsstandort abzuwenden, müsse die Bundesregierung laut dem Handelsverband von den beihilferechtlichen Möglichkeiten, die die EU eröffnet, auch im Vollumfang Gebrauch machen. „Die Aussagen, dass der ‚EU-Beihilferahmen nicht mehr hergibt, lassen wir nicht gelten. Im EU-Beihilferahmen ist sehr wohl eine Unterstützung für alle Unternehmen, die mit einem außergewöhnlichen, starken Anstieg der Erdgas- und Strompreise kämpfen, vorgesehen“, so Handelsverband-Geschäftsführer Rainer Will.

Initiative zum Energiesparen

Zum hat der der Handelsverband gemeinsam mit dem Austrian Council of Shopping Places eine neue Kooperation geschlossen, um gemeinsam Energie zu sparen. Der Pakt umfasst Empfehlungen an die Mitgliedsunternehmen in den Bereichen Beleuchtung, Klimatisierung, Belüftung und Elektrogeräte. Als Empfehlungen werden beispielsweise die flächendeckende Umstellung auf LED, das Herunterfahren der Belüftungsanlagen außerhalb der Öffnungszeiten oder der Einsatz von Zeitschaltuhren genannt. Dabei handelt es sich laut dem Handelsverband um Maßnahmen, die das Kundenerlebnis nicht schmälern.


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Georg Kopetz, CEO und Mitgründer von TTTECH und Gernot Hofer CEO von der Invest AG | © Schütze Public Results, Ines Strohmayer

TTech zählt zu den wenigen europäischen Anbietern, die sicherheitskritische Steuerungs- und Vernetzungslösungen für hochsensible Einsatzbereiche entwickeln: von Raumfahrtelektronik über den autonomen Betrieb von Fahrzeugen und Maschinen bis zu industriellen Echtzeitsystemen und kritischer Infrastruktur. Mit dem Einstieg der Invest AG, hinter der als Leadinvestor die Raiffeisenlandesbank Oberösterreich steht, bekommt das Unternehmen nun einen österreichischen Kapitalgeber an Bord. Zum Kaufpreis und zur Bewertung machen die Beteiligten in der Aussendung keine Angaben.

„Wir sehen es als unsere Verantwortung, dass Spitzentechnologie aus Österreich auch in österreichischer Hand bleibt. Mit TTTech investieren wir in ein Unternehmen, das beweist, dass heimisches Know-how international gefragt ist, und wir wollen sicherstellen, dass diese Kompetenz auch langfristig hier verankert bleibt“, sagt Gernot Hofer, CEO der Invest AG.

Souveränität als gemeinsames Ziel

Auch TTTech-CEO und Mitgründer Georg Kopetz stellt die Beteiligung in den Kontext der technologischen Souveränität Europas: „Innovative Technologie aus Österreich, die in marktfähigen Produkten weltweit zum Einsatz kommt, leistet einen wichtigen Beitrag zu Europas technologischer Souveränität sowie zur Erhaltung der Wettbewerbsfähigkeit, gerade in einer Zeit, in der diese Frage politisch wie wirtschaftlich immer wichtiger wird.“ Mit der Invest AG habe man einen Partner, der dieses Ziel teile, das Geschäftsmodell verstehe und den weiteren Ausbau der globalen Marktposition unterstütze.

Gerald Aichhorn, Aufsichtsrat der Invest AG und Beteiligungsvorstand der Raiffeisenlandesbank Oberösterreich, nennt TTTech „ein Paradebeispiel dafür, welche technologische Substanz in Österreich vorhanden ist“. Gerade bei sicherheitskritischen Technologien zähle Kontinuität mehr als kurzfristiger Erfolg.

Von der Mondmission bis zum Energiemarkt

Zuletzt sorgte TTTech mit der NASA-Mondmission Artemis II für Schlagzeilen: Im April 2026 flog erstmals seit 53 Jahren wieder eine Crew um den Mond, mit Technologie von TTTech an Bord der Orion-Kapsel. Seit über 20 Jahren bringt das Unternehmen österreichische Technologie ins All. Mit der gemeinsam mit der NASA und internationalen Unternehmen erprobten Netzwerktechnologie TTEthernet hat TTTech einen internationalen Standard für hochzuverlässige Datennetzwerke geprägt, der heute unter anderem in der europäischen Trägerrakete Ariane 6 und im Artemis-Programm zum Einsatz kommt.

Zu den zentralen Wachstumsfeldern zählt neben Luft- und Raumfahrt auch der Energiesektor: Mit TTTech Zyne, dem 2025 gemeinsam mit Verbund gegründeten Joint Venture, adressiert das Unternehmen den dezentralen Energiemarkt und dessen Herausforderungen durch volatile Preise und erneuerbare Energien. Im KI-Bereich konzentriert sich TTTech auf die sichere Einbindung in kritische autonome Systeme.

Für Aufsehen sorgte Anfang 2025 zudem der Verkauf der Tochter TTTech Auto an den niederländischen Chiphersteller NXP um 625 Millionen US-Dollar. brutkasten berichtete damals auch über die Hintergründe des Deals.

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