06.05.2026
PUBLIC-AI

Hackathon im Bundeskanzleramt: 25 Teilnehmende mit KI-Lösungen für Verwaltung

In Kooperation mit TU Austria brachte das Bundeskanzleramt am 04. und 05. Mai Nachwuchstalente sowie Expertinnen und Experten zusammen, um funktionsfähige KI-Prototypen für zentrale Herausforderungen der öffentlichen Verwaltung zu entwickeln.
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Hackathon
© Bundeskanzleramt - Digitalisierungsstaatssekretär Alexander Pröll.

Beim Hackathon im Bundeskanzleramt wurden aus mehr als 200 Bewerbungen 25 Teilnehmende ausgewählt, die in interdisziplinären Teams an fünf konkreten Challenges arbeiteten. Drei Aufgabenstellungen kamen aus dem Bundeskanzleramt, eine aus dem Bundesministerium für Wohnen, Kunst, Kultur, Medien und Sport sowie eine aus der Parlamentsdirektion.

Hackathon mit über 200 Bewerbungen

„Mehr als 200 Bewerbungen innerhalb von fünf Tagen – das zeigt: Der Hunger der Studierenden auf Innovation ist da. Unsere Aufgabe als Staat ist es, dieses Potenzial für die Bevölkerung nutzbar zu machen – und genau das haben wir mit diesem Hackathon getan“, sagt Alexander Pröll, Staatssekretär für Digitalisierung. Das Bundesrechenzentrum begleitete den Hackathon als technischer Partner und unterstützte dabei, die Umsetzbarkeit der Prototypen in der Verwaltungspraxis mitzudenken.

Die Challenges greifen zentrale Fragen einer modernen und zukunftsfitten Verwaltung auf: die bessere Nutzung von Daten auf data.gv.at, die automatisierte Überführung von Förderbeschreibungen und allgemeinen Regelwerken in auswertbare Strukturen, die sichere Erstellung barrierefreier Dokumente sowie eine verbesserte Berichterstattung und Auswertung von Förderprojekten.

„Österreich hat exzellente Talente – genau deshalb haben wir das Kanzleramt für Studierende geöffnet und setzen auf die Innovationskraft der nächsten Generation“, so Pröll weiter. „Der Public-AI-Hackathon ist die ideale Plattform, um gemeinsam an der Modernisierung der Verwaltung zu arbeiten und einen nachhaltigen Beitrag in Österreich zu leisten.“

Die KI-Lösungen

Ein Team etwa entwickelte einen Prototyp, der die Suche nach offenen Verwaltungsdaten auf data.gv.at intelligenter und nutzerfreundlicher machen soll. Statt nur nach einzelnen Schlagworten zu suchen, soll die Lösung den inhaltlichen Kontext von Suchanfragen erkennen und dadurch passendere Ergebnisse liefern. Zusätzlich können beim Hochladen von Datensätzen Beschreibungen und Schlagworte automatisiert vorgeschlagen werden. Das soll die Datenbereitstellung für öffentliche Stellen erleichtern und den Zugang zu staatlichen Informationen für Bürgerinnen und Bürger, Unternehmen, Wissenschaft und Verwaltung verbessern.

Ein weiterer Prototyp unterstützt die strukturierte Auswertung von Förderinformationen. Ziel ist es, Förderbeschreibungen und Projektdaten automatisiert aufzubereiten, vergleichbar und für Berichte besser nutzbar zu machen. Damit sollen Verwaltungsmitarbeitende bei Monitoring, Auswertung und Berichterstattung entlastet werden.

Barrierefreiheit

Ein anderes Team beschäftigte sich mit der KI-gestützten Erstellung und Prüfung barrierefreier PDF-Dokumente. Der Prototyp soll dabei helfen, Dokumente bereits bei der Erstellung auf Barrierefreiheit zu prüfen und Verbesserungen vorzuschlagen. Damit soll ein wichtiger Beitrag geleistet werden, um digitale Verwaltungsinformationen für alle Menschen zugänglich zu machen.

Für den Bund und die Parlamentsdirektion wurde zudem ein Prototyp zur Unterstützung der stenographischen Nachbearbeitung von Sitzungen entwickelt. Die Lösung erkennt typische Ausbesserungspotenziale mithilfe linguistischer Regeln und KI-gestützter Klassifizierung. Dadurch sollen Arbeitsschritte beschleunigt und die Veröffentlichung von Sitzungsprotokollen effizienter unterstützt werden.

Der Prototyp „Law to Code“ hingegen zeigt, wie Förderprogramme in automatisch auswertbare Regeln übersetzt werden können. Auf Basis von mehr als 1.700 Förderprogrammen soll Unternehmen künftig rasch angezeigt werden können, ob sie für bestimmte Förderungen grundsätzlich in Frage kommen – und warum. Was heute oft mit erheblichem manuellem Aufwand verbunden ist, soll damit deutlich schneller, nachvollziehbarer und nutzerfreundlicher erfolgen.

Pitch-Session als Abschluss des Hackathon

Den Abschluss des Hackathons bildete eine Pitch-Session, bei der alle Teams ihre Prototypen vor einer hochkarätigen Jury präsentierten. Jene bewertete die Lösungen nach Innovationsgrad, Anschlussfähigkeit und Umsetzungspotenzial. Ausgewählte Prototypen werden nun weiterentwickelt und auf eine mögliche Überführung in den Echtbetrieb geprüft.

„Bei diesem Hackathon haben wir die Innovationskraft der Studierenden der TU Austria genutzt, um völlig neue Möglichkeiten für Public AI Services aufzuzeigen“, sagt Horst Bischof, Rektor der Technischen Universität Graz und Vorsitzender des KI-Beirats. „Ich bin fest davon überzeugt, dass diese Initiative des Bundeskanzleramts die Zusammenarbeit zwischen Verwaltung und Wissenschaft zu umsetzbaren und zukunftsweisenden Lösungsansätzen führt.“

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Das Open Innovation Center/LIT, der Impact Hub Vienna, WeXelerate, Unicorn Graz und Startup Salzburg aus Österreich; die Founders Foundation, die Kreativbehörde Regensburg, das Gründerhaus Nürtingen und das WERK1 in München aus Deutschland; dazu der 1535° Creative Hub aus Luxemburg und das Economic Centre Krakau aus Polen – diese Innovations-Hubs sind Teil einer neuen, von der Tabakfabrik Linz initiierten Allianz.

Ziel der „Interessensgemeinschaft“ sei, Partner:innen aus den jeweiligen Netzwerken, Jungunternehmer:innen, Startups und Unternehmen, leichteren Zugang zu den anderen Standorten, Märkten und Industrien zu ermöglichen, heißt es von der Tabakfabrik. „Die Partner:innen vernetzen sich international, um voneinander zu lernen und Innovationen zu beschleunigen.“

Bis zu fünf Tage in Partner:innen-Hubs arbeiten

„Gemeinsam fördern wir den internationalen Austausch. So können ausgewählte Unternehmen für bis zu fünf Tage in einem unserer Partner:innen-Hubs arbeiten, sie erhalten dort gezielten Zugang zu lokalen Netzwerken und Märkten“, erläutert Denise Halak, Geschäftsführerin der Tabakfabrik Linz. „Unsere Partner:innen öffnen ihre wichtigsten jährlichen Veranstaltungen für das internationale Netzwerk und fördern so den Austausch und die Sichtbarkeit.“

Alle zwölf Institutionen würden als direkte Verbindung in ihr städtisches Umfeld fungieren, so Halak. „Mit vielen davon verbindet uns eine langjährige Zusammenarbeit, die wir nun vertiefen.“ Markus Eidenberger, ebenfalls Geschäftsführer der Tabakfabrik Linz, ergänzt: „Besonders freut uns die Kooperation mit dem WERK1, dem digitalen Gründungszentrum im Münchner Werksviertel. Uns verbindet eine jahrelange Partnerschaft mit dem 39 Hektar großen Areal – unsere Tabakfabrik und das Werksviertel waren immer wieder gegenseitige Vorbilder für die Transformation ehemaliger Industriegelände.“

„Bridge Office“ in der factory300

In der Tabakfabrik wurde dazu ein „Bridge Office“ in der factory300 eingerichtet, in dem unter anderem Besucher:innen aus den anderen Hubs arbeiten können. „Dieser Raum steht der Wirtschafts- und Innovationsabteilung der Stadt Linz sowie der Tabakfabrik Linz zur Verfügung, ebenso allen Partner:innen des neuen Bündnisses, wenn sie in Linz neue Kontakte knüpfen möchten“, erklärt Ana Zuljevic, Abteilungsleiterin für Wirtschaft und Innovation am Magistrat Linz.

Das Bridge Office in der Tabakfabrik Linz | (c) Tabakfabrik Linz
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