09.11.2021

Hackabu: Wiener Growth Hacking-Pionier wechselte erneut Besitzer

Der ehemalige bwin-Marketing-Chef und mything-Gründer Florian Mott übernahm Hackabu vor einiger Zeit gemeinsam mit zwei Partnern. Nun erzählte er dem brutkasten über seine Pläne.
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Florian Mott ist Geschäftsführer von Hackabu © brutkasten Media
Florian Mott ist Geschäftsführer von Hackabu © brutkasten Media

Im Frühjahr 2017 gegründet, legte Hackabu im damals neuen Feld Growth Hacking gleich ordentlich los. Den von vielen beachteten Wachstumskurs zog das Gründer-Duo Alexander Meyer und Tamir Israely dann aber gar nicht so lange durch. Schon Ende 2018 folgte der Exit an ein Unternehmen der MyWorld-Gruppe, das später in 360 Innovation Lab GmbH umbenannt wurde. Israely stieg ganz aus und Meyer behielt zunächst noch 20 Prozent der Anteile, die er später ebenfalls verkaufte.

Neue Eigentümer für Hackabu

Wie der brutkasten nun erfuhr, begann vor einiger Zeit das nächste Kapitel der Unternehmensgeschichte von Hackabu – mit neuen Eigentümern. Bereits 2020 wurde das Unternehmen vom nunmehrigen CEO und ehemaligen bwin-Marketing-Chef und späteren Gründer des 3D-Druck-Statups mything Florian Mott (zu 30 Prozent) gemeinsam mit der Liechtensteiner Beteiligungs-Holding OPREM Group (zu 70 Prozent) erworben. Hinter dieser stehen die heimischen Manager und Agentur-Gründer (luna GmbH – ehem. Teil der DocLX-Gruppe, zwischenzeitlich in MyWorld-Besitz, jetzt OPREM Group-Tochter) Markus Stampfer und Alexander Lena, die nun als Partner fungieren.

Im Talk mit dem brutkasten erzählt CEO Mott über die Hintergründe. „Ich kannte Hackabu schon sehr früh. Ich war mit meinem damaligen Unternehmen Kunde. Ich habe den Grundgedanken – eine neue, datengetriebene, schnelle Art der Beratung – schon damals sehr spannend gefunden“, so der neue Teileigentümer. Als Kunde habe er „am eigenen Leib erlebt, was gut funktioniert und was weniger gut funktioniert“. „Als Ende 2019 die Gelegenheit kam, Hackabu gemeinsam mit Partnern zu übernehmen, habe ich mich nicht nur an die Kundensituation sondern auch an meinen eigenen Agentur- und Corporate Digital Marketing-Hintergrund erinnert und ich dachte, dass es eigentlich ein perfekter Fit ist“, sagt Mott.

Fokus auf „ursprüngliche DNA“

Nachdem nach der Übernahme durch (myWorld) 360 Innovation Lab ein Strategiewechsel erfolgt war, fokussiere man nun wieder „ganz klar auf die ursprüngliche DNA“, sagt der CEO. Das bedeute: Datengetriebene, digitale Kommunikation in den Bereichen Wachstum, Sales und Marketing für Corporates und KMU im B2C- und immer stärker auch im B2B-Bereich. Dabei würden mit Methoden aus dem Agilen Arbeiten in zwei Wochen-Sprints „Experimente“ durchgeführt.

Corona habe sich nach der Übernahme als Fluch und Segen zugleich erwiesen: „Die Corporates hatten zwar limitierte Budgets, aber dafür hatten wir die Zeit, den Umbau strategisch richtig aufzusetzen“, erzählt Mott. „Ich habe es mit zwei Partnern übernommen, einer Investment-Holding von Markus Stampfer und Alex Lena. Die beiden haben auch andere Agenturen. Und in diesem kleinen Agentur-Netzwerk sind wir eingebettet und fühlen uns super wohl“. Es gebe gute Synergien und insgesamt ein starkes Service-Angebot.

Im Interview mit dem brutkasten erzählt Mott, wie Hackabu Growth Hacking einsetzt und mithilfe künstlicher Intelligenz Kampagnen entwickelt:

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NATO,Startup,Fonds
Startups im DefenseTech Bereich könnten einen Aufschwung erleben. (c) pexels

In Österreich unterliegen Rüstungsbetriebe strengen Export- und Herstellungskontrollen, primär geregelt durch das Kriegsmaterialgesetz und das Außenwirtschaftsgesetz. Um der Rüstungsindustrie die Arbeit zu erleichtern, will Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer (ÖVP) die gesetzlichen Rahmenbedingungen nun lockern. Unsicherheiten sollten entfernt werden und Exporte schneller und einfacher über die Bühne gehen, so der Minister gestern gegenüber der „Zeit im Bild“ (ZIB) des ORF bei einem Besuch eines Rheinmetall-Werks in Wien. Die Finanzierung von Rüstungssaufträgen sei ein wesentliches Finanzierungsvehikel für heimische Industrie und Betriebe.

„Neutralität ist oberstes Gut“

Gleichzeitig sagte er, dass diese Schritte keinen Einfluss auf die Neutralität haben sollen. „Die Neutralität ist oberstes nationales Gut, das es zu schützen gilt. Wir dürfen aber durch die Neutralität nicht in eine Situation kommen, dass unsere Betriebe gewisse Aufträge nicht abarbeiten können.“

Ob sich die strikte Trennung von wirtschaftlichem Profit und militärischer Neutralität in Österreich in der Realität so aufrechterhalten lässt, wie es die Politik erhofft, bleibt angesichts der verankerten juristischen Hürden abzuwarten. Für die heimischen Startups und Unternehmen im Defense- oder auch Dual-Use-Bereich sind die geplanten Lockerungen jedenfalls eine Chance, sich auf dem europäischen Markt noch stärker zu etablieren.

Diskretion und Dual Use

Dass die Vereinbarkeit von wirtschaftlichem Potenzial und der Neutralität in Österreich nicht gerade einfach ist, wissen auch Founder:innen. Dem Thema DefenseTech wird in Österreich traditionell mit großer Diskretion begegnet. Kein Wunder, hat sich das Land schon vor 71 Jahren der Neutralität verpflichtet. Reine DefenseTech-Startups findet man hierzulande kaum, die meisten agieren im sogenannten „Dual Use“-Bereich. Das bedeutet, ihre Produkte lassen sich nicht ausschließlich im militärischen, sondern auch im zivilen Bereich einsetzen. Neben dem teils kritischen Ansehen der Industrie, gibt es weiters auch Strafen für Unternehmen, wenn deren Produkte für Kriegsparteien bereitgestellt werden.

3,3-Milliarden-Euro-Industrie

Trotz der strengen Auflagen leistet die Rüstungsindustrie in Österreich ihren wirtschaftlichen Beitrag: Laut Industriemagazin erwirtschaftet die Branche jährlich etwa 3,3 Milliarden Euro und damit 0,6 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Und es haben sich in den letzten Jahren auch einige Startups im DefenseTech- oder verwandten Bereichen etabliert, die von den Lockerungen profitieren könnten. Viewpointsystem, CycloTech oder Drone Rescue Systems, um ein paar zu nennen – wohl gemerkt alle drei im genannten „Dual Use“-Segment.

Wie groß das Potenzial ist, das durch solche Lockerungen entfesselt werden kann, zeigt ein Blick über die Grenze. Im Nachbarland Deutschland boomt die DefenseTech-Branche. Erst gestern berichtete brutkasten über ein 1,6 Mrd. Euro schweres Investment in das Münchner KI-DefenseTech-Scaleup Helsing – der neue Deutschland-Rekord. Das Unternehmen für Drohnen und unbemannte Kampfflugzeuge wird nun mit 18 Mrd. US-Dollar bewertet. Zuvor holte der Münchner Drohnenhersteller Quantum Systems 1,2 Mrd. US-Dollar.

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