19.04.2023

Habibi & Hawara: Sanierung – eines von fünf Lokalen wird fortgeführt

Für das Habibi & Hawara-Lokal am Rochusmarkt im dritten Wiener Bezirk wurde ein Sanierungsplan angenommen. Drei Restaurants wurden bereits im Jänner geschlossen.
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Martin Rohla - Habibi & Hawara
(c) Habibi&Hawara - Investor Martin Rohla.

Im Jänner schlitterten die von Investor Martin Rohla unterstützten Habibi & Hawara-Restaurants in Wien in die Insolvenz – der brutkasten berichtete damals. Die fünf Standorte waren jeweils über eine eigene GmbH betrieben worden. Für eine davon, die Filiale am Rochusmarkt im dritten Wiener Gemeindebezirk, wurde nun von den Gläubiger:innen ein Sanierungsplan angenommen, wie der Kreditschutzverband KSV1870 nun verlautbarte.

KSV1870: „Liquidierung wirtschaftlich betrachtet nicht sinnvoll“

Der Sanierungsplan hat eine Gesamtquote von 20 Prozent. 17 Prozent erhalten die betroffenen Gläubiger:innen sofort. Die restlichen drei Prozent sollen binnen der nächsten drei Monate von der Habibi & Hawara Landstraße GmbH ausgezahlt werden. „Aus Sicht des KSV1870 war die Alternative, nämlich die Liquidierung des Unternehmens, wirtschaftlich betrachtet nicht sinnvoll und war daher der Abschluss des Sanierungsplans vorzuziehen. Mit der Annahme des Sanierungsplans wurde nunmehr der Grundstein für eine erfolgreiche Fortführung des Restaurants gelegt“, heißt es dazu vom Kreditschutzverband in einer Aussendung.

Andere Habibi & Hawara-Gesellschaften gehen in Konkurs

Diese enthält auch eine konkrete Aussage zu den anderen vier Standorten, von denen drei bereits im Jänner mit der Insolvenz geschlossen wurden: „Aus heutiger Sicht handelt es sich bei dem von der Habibi & Hawara Landstraße GmbH betriebenen Standort in 1030 Wien um das einzige Restaurant der ‚Habibi & Hawara Gruppe‘, welches weiter fortbetrieben wird. Die restlichen vier insolvenzverfangenen Gesellschaften der Gruppe werden konkursmäßig abgewickelt“.

67 Mitarbeiter:innen verloren bei Insolvenz im Jänner den Job

67 Mitarbeiter:innen waren mit den Insolvenzen Anfang des Jahres gekündigt worden. Wenige Tage später erhielten diese medienwirksam Jobangebote vom Rewe-Konzern in den Marktküchen von Billa Plus. Investor Martin Rohla kündigte bereits damals an, eine geplante Fortführung von Habibi & Hawara zu unterstützen.

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Reploid-CEO Philip Pauer (r.) und -CBO Jonas Finck läuteten heute die Börsenglocke | (c) Wiener Börse AG / Alexander Felten
Reploid-CEO Philip Pauer (r.) und -CBO Jonas Finck läuteten im Juli 2025 die Börsenglocke | (c) Wiener Börse AG / Alexander Felten

Im Juli 2025 ging das Welser Insektenzucht-Scaleup Reploid in einem durchaus ungewöhnlichen Schritt nur vier Jahre nach der Gründung am Direct Market Plus an die Wiener Börse. Ein Run auf die Aktie blieb damals aus – es gab keinen Trade am ersten Tag, wie brutkasten berichtete.

Große Meilensteine, aber noch immer wenig Handelsvolumen

Seitdem hat sich bei Reploid viel getan: Millionenfinanzierungen, geografische Expansion, neue große Kunden, zahlreiche Personalien und eine Steigerung auf rund neun Millionen Euro Gewinn im vergangenen Geschäftsjahr (brutkasten berichtete). Einzig: Die Liquidität der Aktie, die aktuell bei 1.700 Euro pro Stück steht, hält sich nach wie vor in Grenzen, wie ein Blick auf Daten der Wiener Börse verrät. Oft gibt es mehrere Tage lang keine Trades, nur an wenigen Handelstagen werden zweistellige Stückzahlen erreicht.

Aktiensplit geht mit Erhöhung des Grundkapitals einher

Doch das soll sich jetzt ändern. Denn wie Reploid per Aussendung bekanntgibt, plant man einen Aktiensplit im Verhältnis 1:15 – der Preis einer Aktie reduziert sich damit also auf ein Fünfzehntel des aktuellen Werts. Damit erhöht sich die Anzahl der Aktien von 110.881 auf 1.663.215, wobei auf jede Stückaktie weiterhin ein anteiliger Betrag am Grundkapital von einem Euro entfällt.

Das bedeutet auch: Das Grundkapital muss dafür von derzeit 110.881 Euro auf 1.663.215 Euro erhöht werden. Das soll ohne die Ausgabe neuer Aktien, sondern „durch Umwandlung eines Teilbetrags der nicht gebundenen Kapitalrücklagen, die sich aus dem im Geschäftsjahr 2025 gesteigerten Eigenkapital speisen“, erfolgen. Der Beschlussvorschlag dafür werde der ordentlichen Hauptversammlung am 14. September 2026 vorgelegt, heißt es von Reploid.

„Wollen die Reploid-Aktie speziell für Retail-Investoren leichter handelbar und attraktiver machen“

„Die Reploid-Aktie notierte zuletzt bei 1.700 Euro. Würden wir heute splitten, läge der Kurs bei etwa 113 Euro. Genau das ist unser Ziel: Wir wollen die Reploid-Aktie speziell für Retail-Investoren leichter handelbar und attraktiver machen“, kommentiert Gründer und CEO Philip Pauer.

Ob die gewünschte Wirkung erzielt wird, bleibt freilich abzuwarten. Die Liquidität im Direct Market Plus der Wiener Börse ist generell niedrig. Wohl aber zeigt ein Blick auf die Daten: Titel mit geringeren Stückkosten kommen tendenziell auf mehr Trades.

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