24.11.2025
EXPANSION

Nach 30 Mio. Investment: GymBeam aus der Slowakei eröffnet DACH-Zentrale in Wien

Das Scaleup plant eine breitere Expansion in Westeuropa und eröffnet nun in Wien seinen DACH-Standort. Das Unternehmen wurde 2014 in Košice gegründet und bietet Sporternährung, funktionellen Lebensmitteln und Fitnesszubehör an.
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Das Unternehmen wurde von Dalibor Cicman (Mitte) gegründet | (c) GYMBeam

GymBeam setzt einen deutlichen Expansionsschritt in der DACH-Region und eröffnet seine neue operative DACH-Zentrale am Kärntner Ring 1 in Wien – in unmittelbarer Nähe der Staatsoper und des Hotel Bristol. Bereits im kommenden Monat soll an derselben Adresse die Eröffnung des ersten „GymBeam Fitness Hubs“ in Österreich erfolgen. Der Standort soll als Anlaufstelle für Kund:innen, als Showroom sowie als Community- und Beratungsfläche dienen.

30 Millionen Euro für Expansion

Die Eröffnung in Wien folgt wenige Tage nach dem Launch des ersten Fitness Hubs in Warschau, der am 19. November 2025 im zentralen Geschäftsviertel der polnischen Hauptstadt eröffnet wurde. Mit diesen Standorten erweitert GymBeam seine bisher vor allem digitale Präsenz um physische Touchpoints und stärkt die Markenverankerung in wichtigen europäischen Metropolen.

Finanziellen Rückenwind erhält das Unternehmen durch eine kürzlich abgeschlossene Investitionsrunde in Höhe von 30 Millionen Euro. Angeführt wurde sie von PortfoLion Capital Partners unter Beteiligung der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBRD). Das Funding soll die Expansion in Westeuropa und den zentralen europäischen Kernmärkten unterstützen, die Logistik- und Distributionsinfrastruktur stärken sowie fortgeschrittene Automatisierungslösungen ermöglichen. Auch strategische Akquisitionen stehen im Fokus.

GymBeam in 16 Märkten vertreten

GymBeam wurde 2014 in Košice gegründet und bedient heute nach eigenen Angaben über zwei Millionen Kund:innen in mehr als 16 Märkten. Das Unternehmen bietet ein breites Portfolio an Sporternährung, funktionellen Lebensmitteln und Fitnesszubehör. Für 2025 rechnet GymBeam mit einem Umsatz von rund 220 Millionen Euro und arbeitet seit 2015 EBITDA-profitabel.

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Die Stadtwerke Klagenfurt versorgen die Region unter anderem mit Strom, Gas, Fernwärme, Wasser und verantworten den öffentlichen Personennahverkehr. © Stadtwerke Klagenfurt

Ob E-Mails, vertrauliche Kunden-Dokumente oder interne Richtlinien: Viele österreichische Unternehmen haben verstanden, dass der Einsatz von künstlicher Intelligenz unausweichlich wird, stehen allerdings vor der Herausforderung, KI sicher in die eigenen Arbeitsabläufe zu integrieren. Bei den Stadtwerken Klagenfurt entschied man sich bewusst gegen Standard-Lizenzen externer US-Hyperscaler und entwickelte stattdessen eine maßgeschneiderte Inhouse-Lösung: den „Stadtwerke GPT“, auch liebevoll „Susi-Sorglos“ genannt.

Die Vision: Ein DSGVO-konformer „Büro-Buddy“

Das Hauptziel war von Beginn an klar definiert: eine sichere Umgebung zu schaffen, in der Mitarbeiter:innen Bedenken bezüglich des Datenschutzes komplett ausräumen können. „Wir wollten unseren Mitarbeitern einen souveränen, DSGVO-konformen Chatbot anbieten, den sie komplett bedenkenlos nutzen können, wo sie personenbezogene Daten von Kunden reinkopieren und vertrauliche Dokumente hochladen können“, erklärt Peter Weratschnig, IT-Bereichsleiter der Stadtwerke Klagenfurt.

Neben der Chatbot-Funktion dient die KI als intelligenter „Büro-Buddy“. Über ein Retrieval-Augmented-Generation-System (RAG) wurden ca. 2.000 Seiten an internen Dokumenten, von Konzernrichtlinien bis hin zu IT-Anleitungen, eingebunden, um Fragen zu regulatorischen Vorgaben oder Systembedienungen direkt zu beantworten.

Der Gamechanger: Die Austria Wirtschaftsservice (aws)-Förderung

Das Projekt hat man nicht alleine umgesetzt, sondern entstand durch den Kontakt mit dem Wiener KI-Startup BReact, das 2022 von Raphael Fakhir und Nemanja Klincov gegründet wurde. Der entscheidende Impuls für die Realisierung lag in der Förderlandschaft. Denn das finanzielle Gesamtinvestment bewegte sich im fast sechsstelligen Bereich, erklärte Weratschnig im Interview.

Hier kam die IÖB-Toolbox-Förderung der Austria Wirtschaftsservice (aws) als entscheidender Beschleuniger ins Spiel. „Ohne diese Förderung hätten wir es nicht gemacht“, betont Weratschnig rückblickend. Die Förderung reduzierte das finanzielle Risiko für die Stadtwerke entscheidend und machte den Weg frei für die gemeinsame Entwicklung mit dem Startup.

Das Förderungsprogramm aws IÖB-Toolbox richtet sich an öffentliche Beschaffer und hat den Zweck, die Planung und Umsetzung von IÖB-Challenges als innovativem Instrument der Markterkundung, juristische und/oder technische Expertise für die Erstellung von Unterlagen für eine geplante Ausschreibung (Modul Prepare), sowie die Durchführung von innovativen Beschaffungen (Modul Transfer) zu ermöglichen. Damit sollen Anreize für eine verstärkte Innovationsnachfrage durch den öffentlichen Sektor gesetzt werden, insbesondere für Vorhaben mit positiven Beiträgen in den Bereichen Nachhaltigkeit und Digitalisierung.

Europäische KI-Architektur On-Premise

Auch technisch setzten die Partner auf digitale Souveränität: Als Sprachmodell dient ein Modell des französischen KI-Unternehmens Mistral, das Mitte des Jahres auch das Linzer Startup EmmiAI kaufte. Die Datenhaltung erfolgt laut Weratschnig ausschließlich On-Premise in eigenen IT-Systemen. Lediglich die reine GPU-Rechenleistung wird bei einem italienischen Anbieter angemietet. „Sobald das Modell nachdenkt, tut es das in dieser Infrastruktur ohne persistente Datenspeicherung. Danach sind keine Datenspuren außerhalb unseres IT-Systems zu finden“, erklärt der IT-Bereichsleiter. Das Resultat ist der angestrebte „Susi Sorglos“-Bot für den internen Arbeitsalltag.

Große Begehrlichkeiten & wertvolle Erkenntnisse

Nach der schrittweisen Bereitstellung als internes Web-Service stieß das Tool auf enormes Interesse in den Fachbereichen. Neben Fachfragen zu Richtlinien entstehen bereits Ideen für eigene Teil-Wissensdatenbanken oder interaktive Schulungsassistenten.

Gleichzeitig liefert das Projekt wertvolle Erkenntnisse für künftige KI-Initiativen. „Der Benefit aus unseren Lessons Learned ist fast ebenso hoch einzustufen wie das Tool an sich“, fasst Weratschnig zusammen. Seine zentralen Ratschläge an andere Unternehmen: Von Beginn an die eigene IT-Architektur und Lieferkette der Dienstleister genau prüfen sowie die Qualität der zugrundeliegenden Analog-Dokumente gründlich analysieren.


Disclaimer: Dieser Artikel ist im Rahmen einer Medienbeauftragung mit der Austria Wirtschaftsservice (aws) entstanden.

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