01.06.2021

Guiding Light: Wiener NGO für soziale Tech-Nutzung kooperiert mit Massive Attack

Die Wiener NGO Guiding Light hat mit seiner Initiative im Sinne von "Tech for Good" zum Ziel neuartige und nachhaltige Technologien für soziale Zwecke einsatzbereit zu machen. Und arbeitet dabei mit prominenten Personen des öffentlichen Lebens und Künstlern zusammen.
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Guiding Light, Tech for Good, Massive Attack
(c) Alexander Gotter - Guiding Light-Director Christian Stiegler möchte den Zugang zu Technologien demokratisieren

Tech for Good ist eine globale Bewegung, die es sich mit der Wiener NGO Guiding Light zum Ziel gesetzt hat neuartige Technologien wie „Extended Reality“ (XR), „Artificial Intelligence“ (AI), Blockchain und „Robotics“ für gesellschaftlich relevante und soziale Zwecke einzusetzen. Sie besteht eigener Definition nach aus klassischen Einzelkämpfern im unternehmerischen Bereich, die mit nachhaltigen Geschäftsmodellen die Welt ein klein wenig besser machen möchten, bis hin zu Vertretern aus Politik, Wissenschaft und Kultur, die in ihren jeweiligen Bereichen mit neuartigen Technologien Thematiken wie etwa Bildung, Klimawandel, Gesundheit und Gleichstellung Positives bewirken wollen.

Zentrum für Ethik und nachhaltige Technologien

„Guiding Light ist die erste internationale NGO für das Thema ‚Tech for Good‘ mit Sitz in Wien. Wir verstehen uns als Zentrum für Ethik und nachhaltige Technologien und haben in einer längeren konzeptionellen Vorarbeit drei Eckpfeiler unserer Tätigkeit definiert“, erklärt Director Christian Stiegler, der gemeinsam mit Co-Director Carina Zehetmaier, Mitgründerin und CEO von taxtastic, die Organisation leitet.

Mit „Residencies“ neue Technologien kennenlernen

„Wir möchten einerseits als Plattform für Einzelkämpfer fungieren und sind sozusagen der erste Orientierungspunkt für jene, die etwas in diesem Bereich bewegen möchten. Der klassische Leuchtturm eben, der Orientierung geben soll“, so Stiegler weiter. „Dabei ist es uns auch wichtig den Diskurs über Ethik, Recht und Nachhaltigkeit in Bezug auf neue Technologien einer Vielzahl von Menschen aus diversen Bereichen zugänglich zu machen. Das ist eine Debatte, die uns alle angeht, und die wir im Rahmen von Events, Workshops, und Seminaren möglichst vielen Zielgruppen näher bringen wollen. Diese ‚Workshops‘, die wir viel lieber ‚Residencies‘ nennen, sind eine völlig neue Erfahrung Technologien kennenzulernen. Sie sind niemals von oben herab – ein Experte kommt und erklärt die Welt -, sondern immer auf Augenhöhe, gegenseitigem Respekt und mit Verständnis für die gesellschaftlichen und sozialen Anliegen konzipiert.“

Lighthouse-Projekt

Der zweite Eckpfeiler umfasst die „Lighthouse“-Projekte. Hier geht darum Partner zu finden, die das „Gute“ in „Tech for Good“ repräsentieren. In erster Linie seien das laut Stiegler NGOs, karitativen Einrichtungen, Charity-Organisationen und auch Künstler wie Clara Blume oder Ex-Politiker Matthias Strolz, die bereits seit vielen Jahren mit Aktionen und Initiativen positiv auf die Gesellschaft einwirken, indem sie z.B. Menschen in Armut oder mit Beeinträchtigungen unterstützen, auf die Gefahren des Klimawandels hinweisen, oder obdachlosen Menschen Hilfsangebote eröffnen.

„Das sind aber ausgerechnet jene Institutionen, die am wenigsten mit Technologien wie AI oder XR zu tun haben. Es geht uns bei unseren Projekten also auch um das Thema ‚Empowerment‘ und um die Bemächtigung von Wissen und Einsatzmöglichkeiten“, so Stiegler weiter.

Ethische Leitlinien erstellen

Als dritter Eckpfeiler gelten ethische Leitlinien mit denen all jene unterstützt werden, die sich nachhaltig, verantwortungsbewusst im Umgang mit neuartigen Technologien aufstellen wollen. Stiegler dazu: „Wir glauben fest daran, dass das möglich ist und wir nur gemeinsam diese Leitlinien immer wieder neu überdenken, anpassen und reflektieren können. In zehn Jahren werden wir über neue Technologien sprechen und uns ihnen stellen müssen, aber die Fragen werden immer wieder relevant bleiben.“

Zuckerberg als Ideen-Katalysator für Tech for Good

Für Stiegler war es ein besonderer Moment, der die Idee zu „Tech for Good“ entfaltete. Er war rund zehn Jahre lang Professor für immersive Medien an Universitäten in UK und Deutschland gewesen. 2016 war Facebook-Gründer Mark Zuckerberg durch eine Menge, von hauptsächlich Journalisten, geschritten, die allesamt Virtual Reality-Headsets trugen.

„Er marschierte an ihnen vorbei, unbemerkt und hell erstrahlt im Scheinwerferlicht, während er dem Publikum seine Realität und Vision für Oculus durch die Headsets vorgab. Eine Realität, die er bzw. Facebook bestimmt hat. Das war eine enorme Machtdemonstration, die wir natürlich etwa von Google auch in anderen Bereichen unserer Gesellschaft beobachten können“, so Stiegler. „Ich hatte das Gefühl, dass sich hier etwas in eine falsche Richtung bewegt und wir gegensteuern müssten. Und ich habe sehr rasch viele Verbündete gefunden, die genauso dachten.“

(c) Zuckerberg/FB – Facebook-Gründer Mark Zuckerberg bei seiner „Machtdemonstration“.

Kurzum, Guiding Light will den Zugang zu Technologien demokratisieren und versteht sich als ein längst überfälliges Gegen-Narrativ zu den übermächtigen multinational agierenden Technologiekonzernen wie Google, Facebook und Amazon. „Das soll nicht heißen, dass diese Konzerne von Grund auf schlecht sind, nur weil sie wirtschaftlichen Zielsetzungen folgen. Aber die Macht neuartige – und daher bisher noch zu wenig reflektierte – Technologien zu nutzen, darf nicht nur in den Händen weniger liegen – und das ist derzeit der Fall“, so Stiegler weiter.

Fremdbestimmung durch Big Player

Diese Unternehmen würden dem Director nach nicht nur unseren Wirtschafts-, sondern auch unsere sozialen und kulturellen Räume bestimmen. Thematiken wie etwa Kommunikation, Identität, Demokratie und Datensicherheit hätten sich durch diese Global Player und wie sie Technologien einsetzen maßgeblich verändert.

„Sie geben tagtäglich den Weg vor welche Technologien wir nutzen und vor allem auf welche Weise wir das tun. Die Frage stellt sich also: Wie kann man eine breite Gesellschaft befähigen diese Technologien nicht nur zu verstehen, sondern sie auch dazu bemächtigen eigene, neue, und bessere Ideen zu entwickeln? Wie kann der Zugang etwa zu XR, Blockchain oder AI dezentralisiert gestaltet werden? Wie können unterschiedliche Communities diesen Zugang finden und befähigt werden Technologien für gesellschaftlich nachhaltige Zwecke einzusetzen? Und wie können wir garantieren, dass Debatten um Ethik und Nachhaltigkeit immer parallel dazu geführt werden, und niemals als abgeschlossen gelten?“, führt Stiegler die drängendsten Fragen unserer Zeit an.

Privilegien des weißen Mannes

Tech for Good und Guiding Light sind streng genommen Ansätze, die die Befähigung neue Technologien zu nutzen wieder zurück in eine diverse Gesellschaft führen möchte. Stiegler als weißer Cis-Mann mit den damit verbundenen Privilegien fühlt sich am wenigsten geeignet über Diversität zu sprechen. Seine Organisation lege aber großen Wert darauf die Gesellschaft in ihrer Vielfältigkeit auch im Bereich Technologie abzubilden.

„Meine Co-Direktorin Carina Zehetmaier ist etwa nicht nur Menschenrechtsaktivistin, sondern auch Präsidentin von ‚Women in Artificial Intelligence Austria‚. Wir arbeiten mit bestehenden Communities wie ‚Women in Immersive Tech, XR Vienna und The Female Factor und wollen insbesondere Frauen, BAME und ‚LGBTQ+ Communities‘ im Technologiebereich eine Plattform bieten, um ihre Ideen und Anliegen mit neuartigen Technologien umzusetzen. Wir sind fest davon überzeugt, wenn all diese Stimmen sich vereinen, dann haben wir tatsächlich die Möglichkeit etwas zu verändern“, sagt Stiegler.

Die Projektbereiche

In den kommenden Monaten werden die ersten „Lighthouse“-Projekte genauer vorgestellt. Mittlerweile haben sich aber bereits einige Bereiche herauskristallisiert, die für Tech for Good wesentlich sind. Darunter Augmented Reality, die laut Stiegler, Menschen in psychisch herausfordernden Krisensituationen Halt in ihrer vermutlich sonst sehr belastenden Umgebung ermöglicht: „Wir sind hier dabei gemeinsam mit karitativen Einrichtungen einen ersten Schritt zu ermöglichen, der den digitalen Erstkontakt weitaus persönlicher und immersiver gestaltet, als ein einfacher Chat das derzeit zu leisten imstande ist.“

Bei Blockchain geht es uns um die Dezentralisierung dieser Technologie, die derzeit in erster Linie einer Elite (mit Wissen und Kapital) zugänglich sei. Stiegler dazu: „Wir arbeiten hier mit einer spannenden Runde Künstlern zusammen, um dieses Modell neu und ‚eco friendly‘ zu denken und werden es in demnächst präsentieren.“

Klimakrise und Machine Learning

Ein weiteres Thema ist die Klimakrise, die man mit AI angeht: „Machine Learning kann in mehreren Einsatzgebieten angewendet werden, u.a. um CO2 zu reduzieren, energieeffiziente Gebäude zu bauen, die Abholzung unserer Wälder nachhaltiger zu denken, und nachhaltigere Transportmittel zu entwickeln. Auch hier haben wir tolle Partner gefunden, die in Guiding Light eine passende Plattform zur Umsetzung ihrer Projekte sehen“, so Stiegler weiter.

Vorträge von Menschenrechtsaktivisten über Musik gelegt

Guiding Light wird bei seinem Vorhaben Technologie für Gutes zu ermöglichen von diversen Künstlern unterstützt. Einer der namhaftesten ist die Band Massive Attack, die mit „Teardrop“ einen weltweiten Hit gelandet hat und einer breiten Masse bekannt ist. Zur Kooperation kam es, da Stiegler als Professor in Bristol, England, um den Einfluss der Musiker nicht herumkam. „Aber abgesehen davon, ich bin ein großer Fan und die Band ist sich seit vielen Jahrzehnten ihrer gesellschaftspolitischen Verantwortung bewusst, und arbeitet u.a. an einer klimaneutralen Form von Tourneen. Für ihre letzte Veröffentlichung ‚Eutopia‘ haben sie u.a. die Vorträge von Klima- und Menschenrechtsaktivisten über ihre Musik gelegt, um eine neue Zielgruppe mit diesen Themen zu erreichen“, sagt Stiegler.

Und führt aus: „Mit solchen Künstlern wollen wir kooperieren und es ist eine extrem große Ehre, dass Massive Attack mit uns arbeiten wollen. Zuviel darf ich noch nicht verraten, an was wir genau tüfteln, aber unser Anliegen ist es, das finale Ergebnis vielen karitativen Einrichtungen zugutekommen zu lassen und dadurch hoffentlich vielen Menschen ein besseres Leben ermöglichen zu können.“

Kooperationspartner von Guiding Light: Massive Attack und ihr Song „Teardrop“

Interessierte können sich über die Webseite bei Tech for Good melden, um die NGO zu unterstützen oder mitzumachen. Zu den nächsten Schritten der NGO gehört es ihr Zentrum stärker in Wien zu verankern – einer Stadt, die Stiegler aufgrund ihrer sozialen Komponente insbesondere in der EU für prädestiniert dafür erachtet, eine gemeinsame europäische Perspektive für den nachhaltigen Umgang mit Technologien zu entwickeln. „In einem weiteren Schritt und als längerfristiges Ziel wäre es sicher sinnvoll, wenn ‚Guiding Light‘ regional in unterschiedlichen Ländern verankert ist, um auch mit regionalen Partnern Projekte zu erarbeiten. Nur auf diese Weise kann man den Gedanken der Dezentralisierung voll und ganz leben“, sagt er und schließt bezüglich der zukünftigen Entwicklung der Organisation mit einem Filmzitat ab: „Roads? Where we’re going we don’t need roads.“

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Cécile Deterre (Co-Founderin von Blue Planet Ecosystems) und Renaud Viot (CEO und Co-Founder des Startups Lynxia) führen La French Tech Vienna als Co-Präsident:innen | (c) Emma Brycove/Französische Botschaft in Österreich

Im Foyer der französischen Botschaft in Wien läuft an diesem Abend ein Gast auf vier Beinen über den Marmorboden. Auf seinem Rücken sitzt ein Kamerakopf, daneben ragt eine Funkantenne hervor. Im Hintergrund stehen drei Flaggen: die französische, die europäische und die österreichische.

Der Hausherr hält es an diesem Abend betont analog. „Ich muss sagen, meine Rede wurde nicht von ChatGPT geschrieben, sondern von Menschen“, sagt Botschafter Matthieu Peyraud zur Begrüßung. Dann wird er grundsätzlich: Technologische Souveränität lasse sich nur auf europäischer Ebene erreichen, kein Mitgliedstaat schaffe das allein.

Der Anlass für Roboter und Rede am 8. Oktober: der offizielle Start von La French Tech Vienna, laut Peyraud der ersten French-Tech-Community in Österreich. Sie ist Teil von La French Tech, einem Netzwerk mit nach eigenen Angaben mehr als 100 Communities in Frankreich und weltweit, das großteils von Freiwilligen getragen wird.

Zwei Jahre Pilotphase

Neu ist die Initiative nicht. Sie lief zuvor unter dem Namen French Startups Vienna. Peyraud bezeichnet diese Phase in seiner Rede als „eine Art Pilotprojekt“. Seit rund zwei Jahren bringt sie französische und österreichische Gründer:innen, Forschende und Investor:innen zusammen.

Der französische Botschafter Matthieu Peyraud eröffnete am 8. Oktober den offiziellen Start von La French Tech Vienna in der Botschaft in Wien. Seine Botschaft: Technologische Souveränität gelingt nur auf europäischer Ebene. | (c) Emma Brycove/Französische Botschaft in Österreich

„Wir haben sehr klein angefangen, nur mit französischsprachigen Leuten, die mehr über Tech sehen und hören wollten“, sagt Renaud Viot im Gespräch mit brutkasten. Er ist Co-Präsident von La French Tech Vienna und CEO des Startups Lynxia. Er versteht die Initiative als Community: Die Mitgliedschaft ist kostenlos und steht österreichischen wie französischen Startups offen. „Wir verlangen nur, dass die Leute entweder neugierig auf Tech sind oder bereit, ihr Wissen über Tech zu teilen“, sagt er. Das Kernformat sind regelmäßige Events.

Souveränität als Leitthema

Inhaltlich steht der Abend im Zeichen technologischer Souveränität. Künstliche Intelligenz, Cloud Computing, Cybersicherheit, Halbleiter und Dateninfrastrukturen seien zu strategischen Gütern geworden, sagt Peyraud. Frankreich und Österreich hätten starke Forschungseinrichtungen wie das französische CNRS und das AIT Austrian Institute of Technology. Die gemeinsame Herausforderung sei, wissenschaftliche Exzellenz in globale Technologieführerschaft zu übersetzen. Zu oft gelinge es europäischen Innovationen nicht, im Tempo und in der Größe der internationalen Konkurrenz zu skalieren.

Als Beleg dafür, dass es anders geht, nennt der Botschafter Mistral AI. Die Übernahme des Linzer Startups Emmi AI durch Mistral AI zeige, wie Unternehmen aus verschiedenen europäischen Ländern ihre Expertise bündeln. Sie unterstreiche zudem die technologische Stärke Österreichs.

„Noch nicht so sehr am Radar“

Wo es konkret hakt, schildert Arnaud Béasse. Der Managing Director von 1764 Advisory kümmert sich in der Community um die Investorenbeziehungen. „An erster Stelle möchte ich Investoren mit Startups verbinden“, sagt er im Gespräch mit brutkasten. Das gelte in beide Richtungen. Österreicher:innen nach Frankreich zu bringen, habe bisher sehr gut funktioniert. Die größere Aufgabe sei nun der umgekehrte Weg: französische Investor:innen auf das aufmerksam zu machen, was in Österreich entsteht. Das sei bei ihnen „noch nicht so sehr am Radar“.

Das österreichische Deep-Tech-Startup iono Robotics aus Linz hat mit dem WORKMATE den ersten humanoiden Arbeitsroboter „Made in Austria“ entwickelt. | (c) Emma Brycove/Französische Botschaft in Österreich

Béasse nennt dafür mehrere Gründe. Größere Fonds würden oft mit Teams aus Deutschland auf Österreich schauen. „Das genügt nicht“, sagt er. Dazu komme bei manchen Venture-Capital-Fonds die Angst vor der Sprachbarriere. Bei Business Angels sei diese Hürde noch höher.

Seine Rolle sieht Béasse deshalb nicht nur im Vermitteln von Kontakten. Es gehe darum, Investor:innen auch beim Ökosystem und bei der Kultur zu begleiten. Aus französischer Sicht sehe man in Europa zuerst Spanien, Italien, Deutschland und die Benelux-Länder. Österreich müsse man erst aus dem Schatten von Deutschland und der Schweiz holen.

Acht Startups aus Frankreich und Österreich pitchten vor dem Publikum in der französischen Botschaft, abgestimmt wurde per Smartphone. | (c) Emma Brycove/Französische Botschaft in Österreich

Chancen sieht er bei Corporate Venture Capital. Französische Konzerne seien in Österreich vertreten. Hier gebe es derzeit viele Innovationen in den Bereichen Defense und Dual Use, die für solche Gruppen interessant seien.

ABA will Brücke zwischen den Ökosystemen schlagen

Auf österreichischer Seite ist die Austrian Business Agency (ABA) eingebunden. Verena Gruber, Director Western Europe, ist außerordentliches Mitglied im Board der Community. Als Standortagentur der Republik sei die ABA dafür da, französische Startups dabei zu unterstützen, die Chancen in Österreich zu entdecken, sagt sie im Gespräch mit brutkasten. Mit La French Tech Vienna habe man nun „ein tolles Tool“, um Verbindungen herzustellen, bei Investments ebenso wie bei Kooperationen mit Corporates. Am Tag nach dem Launch standen laut Programm Besuche bei der ABA, der Wirtschaftsagentur Wien und ecoplus sowie eine Führung durch die AI Factory Austria (AI:AT) auf dem Plan.

Die Initiative ist noch sehr jung. Als Beispiel dafür, was möglich ist, nennt auch Gruber den Emmi-AI-Deal. Er zeige die Kompetenz Österreichs bei Industrial AI. „Das ist eine Nische, worauf wir uns auch sehr stark konzentrieren können“, sagt Gruber. Damit könne Österreich auch einen Beitrag zur europäischen Souveränität bei Technologie leisten.

Acht Startups auf der Bühne

Nach den Reden pitchen acht Startups, das Publikum stimmt per Smartphone ab. Aus Frankreich kommen Proxima, VirtualBrowser, PleIAs und Manabou, aus Österreich Cyberaci, Eustella, Prop Corn und Ablatic. Sechs der acht ordnet die Event-Website dem Thema Souveränität zu, von europäischen Sprachmodellen bis Cybersecurity.

Manche der französischen Startups sehen laut Renaud Viot einen Market Fit mit Österreich, andere suchen einen Partner vor Ort, wieder andere haben hier bereits Kund:innen. Die beiden Ökosysteme seien einander ähnlich, beide seien stark bei Spinoffs und in der Forschung. Gemeinsam könne man einander „zu Partnern statt zu Konkurrenten“ machen, sagt Viot.

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