29.01.2025
WKÖ-GENERALSEKRETÄR

Gründungen in Österreich: Hattmannsdorfer stellt drei Forderungen an nächste Regierung

Die Wirtschaftskammer Österreich veröffentlichte heute ihr Wirtschaftsbarometer sowie die Gründungszahlen aus dem Jahr 2024. Auch innenpolitische Maßnahmen wurden im Lichte der Koalitionsverhandlungen diskutiert.
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Mariana Kühnel, stellvertretende Generalsekretärin, und Wolfgang Hattmannsdorfer, Generalsekretär der WKÖ (c) Nadine Studeny.

Die Zahl der Gründungen steigt. Faktisch verzeichnete Österreich im Jahr 2024 sogar einen Gründungsrekord. „Das ist die Grundlage für Wachstum und Wohlstand“, sagt Wolfgang Hattmannsdorfer, Generalsekretär der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), in einem Pressetermin heute.

Zweimal im Jahr veröffentlicht die WKÖ ein Wirtschaftsbarometer zum Aufzeigen der aktuellen Wirtschaftslage. Ein zentraler Punkt davon: Österreich verzeichnet aktuell das zweitschwächste BIP-Wachstum in ganz Europa, nach Estland. Außerdem sei Österreich im internationalen Wettbewerbsranking (IMD) von Platz 19 auf 26 von 67 zurückgerutscht. Hattmannsdorfer spricht dahingehend auch von „zu hohen Lohnstückkosten“. Faktisch liegen diese pro Kopf bei 8,2 Prozent, der EU-Durchschnitt liegt bei 4,8 Prozent.

Stimmungsbild der Unternehmen

Das Wirtschaftsbarometer versucht neben dem Aufzeigen der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen auch das Stimmungsbild heimischer Unternehmer:innen abzubilden. Befragt wurden dazu 3.200 Unternehmen nach einer Panelstruktur im vergangenen November.

Konkret plant ein Viertel der teilnehmenden Unternehmen, in diesem Jahr keine Investitionen vorzunehmen. Als besonders wachstumshemmend sieht der Großteil die hohen Arbeitskosten (78 Prozent) vor der Nachfrageschwäche (69 Prozent) und einer allgemeinen Unsicherheit (66 Prozent). Auch Bürokratie (62 Prozent), Arbeits- und Fachkräftemangel (59 Prozent), Steuern und Abgaben (48 Prozent) sowie Energiekosten (41 Prozent) werden als wachstumshemmend bezeichnet.

2024 brachte Gründungsrekord in Österreich

Derartige Wachstumsgrenzen, wie sie die WKÖ bezeichnet, schrecken vielerorts allerdings nicht vor einer Unternehmensgründung ab. „Wir erleben einen neuen Gründungsrekord in Österreich“, sagt stellvertretende Generalsekretärin der WKÖ, Mariana Kühnel, im heutigen Pressetermin.

Insgesamt zeigt die Gründungsaktivität einen Aufschwung: Im vergangenen Jahr verzeichnete die heimische Wirtschaft eine absolute Zahl von 36.673 Neugründungen. 46 Prozent davon werden von Frauen gegründet – ein Anstieg von 0,9 Prozentpunkten im Vergleich zum Vorjahr.

Der Großteil – knapp drei Viertel der erhobenen Neugründungen – sind nicht eingetragene Einzelunternehmen. Nur 13,5 Prozent der verzeichneten Neugründungen aus dem Jahr 2024 wurden als GmbH getätigt. Die neue Rechtsform der FlexKap wurde in nur 0,6 Prozent der Neugründungen angewandt. 6,2 Prozent sind als eingetragene Einzelunternehmen zu verzeichnen.

Was auf einen Schub in der Gründungsaktivität hindeutet, lässt sich allerdings schwer auf die Startup-Branche ummünzen. Immerhin sind mit knapp drei Viertel der Neugründungen und Einzelunternehmen nicht ausschließlich Startups gemeint.

Weiters fällt auf, dass die meisten Neugründungen im Gewerbe und Handwerk (39,7 Prozent) getätigt werden. Ein Viertel der neuen Unternehmen wurde im Handel gegründet, 19,9 Prozent in der Sparte Information und Consulting.

Die Branche Tourismus und Freizeitwirtschaft verzeichnete 8,7 Prozent der heimischen Gründungsaktivität, während die beiden Schlusslichter die Sektoren Transport und Verkehr mit sechs Prozent und Industrie, Banken und Versicherungen mit nur 0,1 Prozent der heimischen Gründungsaktivität bilden.

Drei Forderungen für „ein wirtschaftliches Comeback“

Die WKÖ richtet sich in einer in drei zentralen Punkten aufgeteilten Forderung an die nächste Bundesregierung. Unter dem Vorwand „Was die Wirtschaft für ein Comeback von Leistung und Wettbewerb braucht“ soll internationale Wettbewerbsfähigkeit in erster Linie durch eine Senkung der Lohnstück- und Energiekosten erreicht werden.

Hierbei brauche es einen „Schub nach vorne“ in der aktuellen Energiepolitik für Unternehmen. Und: Das Bekenntnis zu einem offenen Welthandel soll der österreichischen (Export-)Wirtschaft eine Chance für eine höhere Wettbewerbsfähigkeit geben.

Zweitens soll „mehr Leistung durch Anreize“ gefördert werden. Sei es in Form von Überstunden oder das „Arbeiten im Alltag“. Im Fokus steht das Belohnen von Leistung, Sonderprämien für Mitarbeitende sowie die immer häufiger diskutierte Frage der qualifizierten Zuwanderung.

Hattmannsdorfer verweist hierbei auf einen „dringend notwendigen Schub nach vorne“ in Bezug auf die Rot-Weiß-Rot-Karte, was gerade in der internationalen Anwerbung von Fachkräften eine große Rolle spiele.

Der dritte Forderungspunkt an die nächste Regierung stellt die „Attraktivierung des Unternehmertums“ in das Rampenlicht. Hierbei soll es gezielt Anreize für Investitionen und eine Entschlackung der Bürokratie geben, um Gründung und Unternehmertum in Österreich zu fördern und die Selbstständigkeit als attraktive Erwerbsform wahrzunehmen.

„Wir haben einen Schimmer der Hoffnung“, meint Hattmannsdorfer zuletzt. „Am Ende des Tages brauchen wir ein wirtschaftliches Comeback, damit wir den Sozialstaat Österreich auf Dauer finanzieren können.“

„Am Ende des Tages müssen wir Finanzierungen garantieren können“

Auch im Hinblick auf Themen der aktuellen Koalitionsverhandlungen äußerte sich Hattmannsdorfer im Rahmen des Pressetermins. In Bezug auf eine mögliche Bankenabgabe äußerte sich der Generalsekretär mit klaren Worten: „Am Ende des Tages wollen wir attraktive Rahmenbedingungen für Häuslbauer, Sparer und Unternehmer. Ich halte nichts von populistischen Diskussionen. Am Ende des Tages geht es darum, dass wir Finanzierungen auch garantieren können. Dafür braucht es ordentliche Diskussionen.“

Qualifizierte Zuwanderung und Beitrag zur Wertschöpfung

Auch im Hinblick auf Integration, Asyl und qualifizierter Zuwanderung äußerte sich Hattmannsdorfer für einen „Beitrag zur Wertschöpfung“: „Die Leute sollen zu uns kommen, damit sie einen Beitrag zur Wertschöpfung leisten – nicht, weil sie aus dem Sozialsystem schöpfen wollen. Es geht um Zuwanderung in einer Selbsterhaltungsfähigkeit und nicht um Zuwanderung im Sozialsystem. Asyl ist ein Menschenrecht. Das muss immer außer Streit stehen, dass man Asyl und Wirtschaftsmigration miteinander vermischt.“

Anmerkung zur „Herdprämie“ und Offensive in der Kinderbetreuung

Zu guter Letzt kam auch das medial breit diskutierte Thema einer möglichen künftigen „Herdprämie“ zu Wort. Auch hier gab Hattmannsdorfer ein klares Bekenntnis zum Thema Kinderbetreuungsausbau ab. „In einer freien und liberalen Gesellschaft besteht Wahlfreiheit. Das Individuum kann entscheiden, wie es die Kinderbetreuung organisiert. Wir bekennen uns für einen offensiven Ausbau im Bereich der Kinderbetreuungseinrichtungen, um die bestmöglichen Rahmenbedingungen zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu gewähren.“

Eine klare Stellungnahme dazu gab es auch von Mariana Kühnel: „Wir verzeichnen die zweithöchste Teilzeitquote in der gesamten Europäischen Union. Unser Ansatz muss sein, mehr Menschen in die Beschäftigung zu bekommen. Vor allem für Frauen besteht derzeit häufig keine Wahlfreiheit in puncto Kinderbetreuung. Ohne die notwendigen Rahmenbedingungen besteht auch weiterhin keine Wahlfreiheit, und wir brauchen gerade jetzt jedes Talent am österreichischen Arbeitsmarkt.“

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KI-Risiko, KI Risiko, Risiko, Summt, Wasner,
(v.l.) Carina Zehetmaier, Raoul Maier, Alexander Brix, Clemens Wasner | © AustrianStartups

Eine Künstliche Intelligenz würde vielleicht schreiben: „Als Carina das Wort ergriff, wurde der Saal plötzlich still. Ein Windhauch durchbrach das betretene Schweigen und das, was Carina sagen sollte, würde den gesamten Abend prägen und alles verändern. Damit hatte niemand gerechnet und Schockwellen gingen durchs ganze Land.“

KI: Wie stehts denn mit dem Vertrauen?

Derart extrem war es nicht, als Carina Zehetmaier, Co-Founderin und CEO von paiper.one, Raoul Maier, Founding Partner bei Eudemian Ventures und Alexander Brix, CCO bei fonio im Rahmen des AustrianStartups Summit zusammentrafen, um mit Moderator Clemens Wasner (Founder und CEO EnliteAI) die Risiken von KI zu diskutieren. Doch die Aussage der Vorsitzenden der Arbeitsgruppe Künstliche Intelligenz bei Austrian Standards hinterließ Eindruck. Und zeigte am Ende vielleicht genau das, worum es beim KI-Risiko wirklich geht: um den Vertrauens- und Skalierungsgedanken. Doch dazu später.

KI kann halluzinieren, KI kann sich, vor dem menschlichen Gehör versteckt, mit anderer KI austauschen. KI kann Server hacken, Daten lesen und Datenschutz ignorieren. Sie umgeht Grenzen, um Aufgaben zu erledigen und bleibt dabei intransparent. Vor allem aber kann sie automatisieren, Effizienz steigern und dort beschleunigen, wo es gewünscht wird. All das mit Gefahren verbunden, wenn man sich dieser nicht bewusst ist.

Risiko für Investor:innen verändert

Die Risiken Künstlicher Intelligenz werden hierzulande und weltweit auf mehreren Ebenen diskutiert. Etwa aus Fondsperspektive, wie Maier erklärte: Laut dem Experten habe KI das Risikoprofil für Investor:innen grundlegend verändert. Für das einzelne Unternehmen sei das Risiko gestiegen, für das gesamte Portfolio dagegen gleich hoch geblieben oder sogar niedriger geworden. Der Grund liege im sogenannten Power Law: In der Startup-Finanzierung entscheiden meist wenige Volltreffer über den Erfolg eines Portfolios, und weil KI die Entwicklung günstiger und schneller macht, könnte es künftig mehr solcher Treffer geben, so seine Prognose.

Zudem sinke Maier zufolge das Produkt- und Technologierisiko, das Teamrisiko bleibe in etwa gleich. Höher seien dagegen das Wettbewerbsrisiko, da Konkurrenten sehr schnell auftauchen könnten, das Umsetzungsrisiko, weil Startups bei schwacher Exekution rasch überholt würden, und auch das regulatorische Risiko.

Hinzu komme das Bewertungsrisiko, besonders in den USA. Bei den hohen Bewertungen werde es zum Problem, wenn der erwartete Exit-Wert ausbleibt: „Wir als Investoren müssen darauf vorbereitet sein, diese Risiken zu verstehen und sie auf sinnvolle Weise zu mindern“, sagte Maier. „Ich denke, es wird große Unterschiede geben, weil, wenn man sieht, dass ein Konkurrent sehr schnell auftaucht und sehr schnell an Fahrt gewinnt, wird es weniger darum gehen, zu versuchen ‚Zombies‘ zu pflegen, sondern sich wirklich auf seine Gewinner zu konzentrieren und auch die Diversifizierung des Portfolios tief bei den Gewinnern auszuspielen.“

Er sieht beim VC-Portfolio einen künftigen Trend hin zu einer „Gewinner-nimmt-das-Meiste“-Mentalität: „Was wir gesehen haben, ist, dass derzeit die Top 1 Prozent der Startups in den USA etwa 50 Prozent des Exit-Wertes einfangen. Das kann man mit der Ära von 2010 bis 2020 vergleichen, wo sie etwa 30 bis 35 Prozent des Exit-Wertes einfingen, davor — in der Ära von 2000 bis 2010 — waren es weniger als 20 Prozent. Wir haben also eine viel höhere Konzentration der Gewinner. Es geht nun viel mehr darum, diese Gewinner zu finden“, sagte Maier.

„Vertrauen, Fairness und Compliance von Anfang an“

Zehetmaier rückte danach die Risiken beim Bauen von KI-Produkten selbst in den Fokus. Wer ein Produkt in einer Hochrisiko-Sphäre entwickle, solle sich früh fragen, ob und wie man es in der Gesellschaft haben wolle, und es resilient, cybersicher und sicher aufsetzen. Austrian Standards arbeite derzeit an den risikobezogenen Standards zum EU AI Act, die klären sollen, womit Unternehmen konform sein müssen und welche Schritte nötig sind. Langfristig könne das für Gründerinnen und Gründer ein Vorteil sein, auch wenn die frühe Auseinandersetzung Zeit koste. „Wenn wir nicht Vertrauen, Fairness und Compliance von Anfang an einbauen, ist es hinterher viel schwerer“, sagte sie.

Zentral sei die Frage nach „Human in the Loop“, „Human in Command“ und „Human in Control“. Lösungen, wie Menschen tatsächlich im Entscheidungsprozess eingebunden bleiben, sind für Zehetmaier noch weitgehend offen: „Es kann nicht sein, dass man einfach einen Menschen hinsetzt und sagt: ‚Hak die Kästchen 1.000-mal am Tag ab‘. So bindet man keine menschliche Aufsicht ein.“

Die Frage nach dem: „Worum geht es eigentlich?“

Aus europäischer Perspektive frage sie sich manchmal, wofür das alles geschehe, so Zehetmaier. Gehe es am Ende darum, Beschäftigte loszuwerden, das Unternehmen hochzuskalieren und an ein weiteres US-Unternehmen zu verkaufen?

„Wir sollten die Idee des nachhaltigen Skalierens wirklich überdenken“, riet sie. Die erste Frage, die sich ein Startup stellen müsse, sei: „Was will ich bauen und wo will ich in der Zukunft sein? Was ist die Zukunft, in der meine Kinder leben werden, und wie sieht sie aus?” Das Ziel sei letztlich „nicht, es einfach hochzuskalieren und einfach an irgendwen zu verkaufen“, sondern eine bewusstere Reise zu gestalten. „Ich denke wirklich, dass es Chancen gibt, die Zukunft aktiv zu verändern und dazu beizutragen, das anzugleichen, was wir wollen“, sagte sie. „Um sicherzustellen, dass die Technologie für uns so frei von Voreingenommenheit und für so viele Menschen wie möglich funktioniert.“

Daran knüpfte Maier zustimmend an und griff Zehetmaiers Überlegungen zur Frage auf, welche Zukunft Technologieunternehmen eigentlich gestalten wollen. Die Frage unserer Zeit sei jedoch nicht nur, wie diese Zukunft aussehen solle, sondern auch, wer sie definiere und wer tatsächlich in der Lage sei, sie umzusetzen.

Denn selbst wenn es eine gesellschaftliche Einigung darüber gäbe, welche Richtung eingeschlagen werden sollte, sei keineswegs klar, wer die Macht habe, diese Vorstellungen durchzusetzen. Theoretisch seien es vor allem große Regierungen, die die Entwicklung der Technologie regulieren könnten. Doch gerade im Bereich der Künstlichen Intelligenz zeige sich, wie begrenzt dieser Handlungsspielraum sei.

„Europa nicht mehr auf Agenda“

Maier berichtete von einem Gespräch mit David Sacks (Mitglied des Podcasts All-In), der unter Donald Trump als KI-Beauftragter tätig war. Sacks habe ihm erklärt, dass die USA Künstliche Intelligenz nicht regulieren könnten, weil sie andernfalls Gefahr liefen, das Rennen gegen China zu verlieren.

„Das ist die Aussage des obersten US-Beraters für KI. Was uns das zeigt, ist, dass wir uns derzeit in einem chaotischen Zustand befinden, in dem wir im Wesentlichen ein Rennen zwischen zwei Supermächten haben“, sagte Maier. „Europa steht gar nicht mehr auf der Agenda. Es tut mir leid, euch das so beibringen zu müssen. Aber das ist der beängstigende Teil. Ich habe nicht die perfekte Antwort, aber ich stimme Zehetmaiers grundlegenden Fragen völlig zu.“

Aufsetzen ist nicht genug

Auch ohne Schockwellen führte die Diskussion der drei Expert:innen weiters zur Frage, wie sich KI-Startups in einem Markt behaupten können, in dem neue Wettbewerber schnell entstehen. Für Maier liegt die Antwort in der Verteidigungsfähigkeit des Geschäftsmodells. Ein bloßer „Wrapper“, also eine Anwendung, die lediglich auf ein bestehendes Sprachmodell aufsetzt, reiche kaum aus. Attraktiv seien Unternehmen, die sich durch proprietäre Daten, Branchen-Wissen, Kundenzugang oder komplexe Workflows abheben. Alexander Brix von fonio ergänzte, dass Startups ihren Wettbewerbsvorteil auch erst mit der Zeit entwickeln könnten – etwa durch eine starke Marke, Vertrauen und effiziente Vertriebsstrukturen. Gerade im B2B-Bereich sei Vertrauen entscheidend.

Carina Zehetmaier bestätigte diese Einschätzung aus der Perspektive eines Unternehmens, das sich auf KI-Compliance spezialisiert hat. Für paiper.one sei die Komplexität der Regulierung einerseits ein Hindernis, andererseits aber auch eine Chance, sich durch Fachwissen und Vertrauen zu differenzieren. Da sich gesetzliche Anforderungen von Land zu Land unterscheiden und laufend verändern können, lasse sich das Produkt nicht ohne Weiteres über verschiedene Märkte hinweg skalieren.

Wettbewerbsvorteil

„Was wir bisher beobachtet haben, ist, dass unser Wettbewerbsvorteil Vertrauen ist“, präzisierte Zehetmaier. Große Konzerne vertrauten dem Team aufgrund seiner Expertise und sähen paiper.one als Ansprechpartner, der sie bei der Einführung und Umsetzung neuer Anforderungen begleiten könne. Zugleich warnte sie davor, dass Europa seine Innovationskraft nicht allein aus der Regulierung schöpfen dürfe. Die Komplexität könne zwar einen Wettbewerbsvorteil schaffen, erschwere aber auch schnelles Wachstum.

Für sie liege eine zentrale Herausforderung jedoch nicht allein in der Technologie oder der Einhaltung von Vorschriften, sondern darin, KI tatsächlich in Unternehmen zu verankern.

Viele Unternehmen würden ihren Beschäftigten zwar entsprechende Lizenzen zur Verfügung stellen, doch diese würden nicht immer genutzt. Deshalb wolle sich paiper.one verstärkt darauf konzentrieren, Organisationen und ihre Mitarbeiter bei der Einführung von KI mitzunehmen und den Wandel aktiv zu begleiten. Denn, so Zehetmaier: „Wenn wir die beste Technologie haben, aber niemand sie nutzt, werden wir am Ende nicht glücklich sein.“

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