07.09.2017

Gründerinitiative „Spin-off Austria“ gestartet

Mit der neuen Gründerinitiative „Spin-off Austria“ sollen Unternehmensgründungen von jungen Forschern an Hochschulen erleichtert und unterstützt werden. Die Initiative soll dazu beitragen, konkrete Geschäftsideen umzusetzen und Jungunternehmen zu fördern.
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Mahrer, Nationalbank, OeNB, Präsident
(c) Marek Knopp - WKO-Chef Harald Mahrer wird neuer OeNB-Präsident.

Es gäbe an den österreichischen Universitäten eine zu geringe Zahl an Ausgründungen, sagte Wirtschaftsminsister Harald Mahrer am Donnerstag bei der Präsentation der Gründerinitiative „Spin-off Austria“. Daher wolle man mit dem neuen Programm Unternehmensgründungen von jungen Forschern an Hochschulen fördern. Den Studierenden soll es die Chance geben, ihre Ideen auch außerhalb des akademischen Betriebs weiterzuentwickeln. Das Fellowship-Programm ist mit 15 Millionen Euro dotiert und wird über die österreichische Forschungsförderungsgesellschaft koordiniert. Der Zeitpunkt der Präsentation sei übrigens nicht dem Wahlkampf geschuldet, sondern das Produkt einer langen Vorbereitungsphase.

Vorbild für die Initiative war ein Projekt der ETH Zürich, aus dem sich seit dem Start im Jahr 2010 bereits zahrleiche erfolgreiche Spin-Offs heraus entwickelt haben sollen.

Programmstart am Donnerstag

Am heutigen Donnerstag erfolgt der erste Call nach Bewerbungen, weitere Ausschreibungen sind für August 2018, Jänner 2019 und August 2019 geplant. „Wir wollen aber nicht den Durchschnitt fördern, sondern die Besten der Besten“, sagt Mahrer. Wer ein Fellowship bekommt, wird bis zu 18 Monate lang mit maximal 500.000 Euro unterstützt und von Mentoren betreut. Unter den Coaches sind etwa Oliver Holle und Marie-Helene Ametsreiter von Speedinvest, Martin Herdina von Wikitude oder Eva Prieschl-Grassauer von Marinomed. In den nächsten Jahren soll darüber hinaus ein internationaler Anschluss-Fonds von mindestens 100 Millionen Euro etabliert werden. Er soll nur zu einem kleinen Teil staatlich finanziert werden. Stattdessen wünscht sich Mahrer, dass das Programm „eine derartige Strahlkraft“ hat, dass auch internationale Spitzenfonds ein Interesse daran haben, dabei zu sein.

„Das Schneewittchen der Forschung wach küssen“

In den nächsten zwei bis drei Jahren erwartet Mahrer bis zu 50 Fellowships,von denen mindestens 75 Prozent tatsächlich gründen und wachsen werden. (Zum Vergleich: 2016 gab es an den 22  Universitäten 23 Spin-offs.) Als Republik dürfe man dieses Potenzial nicht ignorieren, das sei man auch den Steuerzahlern schuldig. „Das Schneewittchen der Forschung muss nur noch wachgeküsst werden“, meinte Mahrer.

So funktioniert’s

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Bei den Technology Talks Austria diskutieren mehr als 800 Teilnehmende aus der österreichischen Forschungs- und Technologie-Community mit hochkarätigen internationalen Expert:innen (im Bild ein Panel der Technology Talks Austria 2025) | (c) AIT/Valerie Maltseva

Zum dritten Mal gehen die Technology Talks Austria in ihrer neuen Form im MuseumsQuartier Wien über die Bühne. Die Konferenz ist aus den Technologiegesprächen hervorgegangen, die über Jahrzehnte im Rahmen des Europäischen Forums Alpbach stattfanden. 2024 führte das AIT Austrian Institute of Technology das traditionsreiche Format gemeinsam mit zentralen Organisationen der österreichischen Forschungs-, Technologie- und Innovationscommunity fort und brachte es nach Wien. Mittlerweile hat sich die Veranstaltung als jährlicher Fixpunkt der heimischen FTI-Community etabliert.

Sechs Plenary Sessions und zwölf Workshops

Das Programm spannt einen Bogen von technologischen Fähigkeiten und strategischen Infrastrukturen über Industrialisierung und Sicherheit bis hin zu technologischer Souveränität und europäischen Rahmenbedingungen. Im Zentrum stehen sechs international besetzte Plenary Sessions:

  • Strategic Infrastructures and Resilient Innovation Ecosystems
  • The Way Forward: From Scientific Excellence to Industrial Leadership
  • Dual-Use Technologies: Innovation, Security, and Spillovers
  • Technological Sovereignty and European Resilience
  • EU Framework Conditions for Innovation, Scaling and Impact
  • National Innovation Systems: Unlocking Europe’s Innovation Potential

Zwölf jeweils 90-minütige Workshops vertiefen die Plenardebatten und erweitern sie um konkrete technologische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Fragestellungen. Ergänzt wird das Programm durch Keynotes, Special Events, eine Exhibition Area und Möglichkeiten zur Vernetzung.

„Kein Schaufenster“, sondern ein „Denkraum“

„Die Technology Talks sind kein Schaufenster, in dem wir einander bereits Erreichtes präsentieren. Sie sollen ein Denkraum sein: ein Raum, in dem unterschiedliche Erfahrungen aufeinandertreffen, Annahmen überprüft, Lösungen weiterentwickelt und neue Kooperationen begründet werden“, sagt Brigitte Bach, Sprecherin der Geschäftsführung des AIT und Vorsitzende des Veranstaltungskuratoriums.

Andreas Kugi, Vorsitzender des Programm-Komitees und Scientific Director des AIT, ergänzt: „Entscheidend wird sein, wie wir wissenschaftliche Erkenntnisse schneller in technologische Führungspositionen, industrielle Wertschöpfung und resilientere Systeme übersetzen können.“

Veranstalter ist das AIT, in enger Kooperation mit dem Bundesministerium für Innovation, Mobilität und Infrastruktur, dem Bundesministerium für Frauen, Wissenschaft und Forschung, dem Bundesministerium für Wirtschaft, Energie und Tourismus, der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) und der Industriellenvereinigung. Die Konferenz findet direkt im Anschluss an das FFG-Forum am 9. September statt. Alle Infos gibt es unter www.technology-talks-austria.at.

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