23.11.2018

Acht exzentrische Gründer und ihre Startup-Stories

Es braucht einen ganz bestimmten Typus von Mensch, um Gründer zu werden. Viele Entrepreneure sind dafür bekannt als bunte Charaktere durch die Welt zu ziehen. Wenig überraschend ist, dass hinter den Gründern teilweise exzentrische Persönlichkeiten stecken, die einerseits inspirieren, andererseits für "hochgezogene Augenbrauen" sorgen. Deren skurrile Geschichten reichen vom Versuch eine "Genie-Sperma-Bank" zu gründen, bis hin zur Überzeugung, nur Fleisch von selbst erlegten Tieren zu essen.
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Betriebssystem, Android, Facebook, Mark Zuckerberg, David Daneshgar, Seth Priebatsch, Nicholas Berggruen, Clive Palmer, Mark Benioff, Robert Klark Graham, Orion, VR, Apple,
(c) Facebook - Facebook-Gründer Mark Zuckerberg muss einige "Feuer" löschen.

Die Startup-Welt ist voller Erfolgsgeschichten und Gründer pflegen meist eine Scheiterkultur, von der wir viel lernen können. Mit unermüdlichem Einsatz und Hingabe im Sinne der „extra mile“ schaffen sie kreative Lösungen für komplexe Probleme. Ihre Gründer-Stories sind sowohl für Entrepreneure von morgen, als auch alte „Branchen-Füchse“ inspirierend. Manchmal stecken hinter den Gründern jedoch skurrile Persönlichkeiten, die sich in ihrer Einzigartigkeit kaum überbieten lassen. Allen voran steht Facebook-Gründer Mark Zuckerberg, der jährlich mit selbst auferlegten Challenges für Aufsehen sorgt.

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Von selbst getöteten Tieren bis zu Fake-News

Mit seinen Challenges verfolgt Zuckerberg ein klares Ziel: Er möchte nicht nur was Neues lernen, sondern auch seine Zielstrebigkeit und mentale Verfassung stärken. So erlernte er beispielsweise 2012 Mandarin. Bei einem Besuch an der chinesischen Elite-Universität Tsinghua überraschte er Studenten, indem er mit ihnen während einer Q&A-Session rund eine Stunde lang fließend Mandarin sprach. Als Motivation gab er an, die Kultur des Landes besser verstehen zu wollen.

Eine besonders skurrile Challenge stellte er sich im Jahr 2011. Damals verkündete er auf seinem Facebook-Account, dass er nur mehr das Fleisch von selbst getöteten Tieren essen möchte. Angeblich soll er ein Schaf und ein Schwein getötet haben. Weit weniger skurril war seine Aktion im Jahr 2009 als er für ein Jahr lang jeden Tag Krawatten trug. Im Vorjahr beinhaltete seine Aufgabe alle 52 US-Bundesstaaten zu besuchen. Die Challenge für heuer ist ganz anderer Natur und dürfte wohl einen größeren Kreis an Personen betreffen. So hat er angekündigt, dass er das Problem mit Fake-News auf Facebook lösen möchte.

Ein Ninja in Orange

Seth Priebatsch, Gründer der Gaming-Plattform Scvngr, hat sich 2011 angewöhnt im Büro nur mehr barfuß herumzurennen. Auf die Frage, warum er dies mache, antwortete er mit dem Standard-Satz: „In deinem eigenen Heim trägst du keine Schuhe.“ Als damals 22-jähriger CEO verpasste er sich zudem den Namen „Chief Ninja“. Priebatsch verließ zu dieser Zeit kaum die Firmenzentrale und schlief, wie die Plattform inc.com berichtet, in seinem Büro. Neben seinem Hang zur Barfüßigkeit, fiel er durch ein orangefarbenes T-Shirt auf, das er täglich trug. 2012 wurde aus der Gaming-Plattform Scvngr die mobile Bezahlplattform LevelUp. Das orangenfarbene Erkennungsmerkmal und der Titel „Chief Ninja“ behielt er bei.

Der Milliardär ohne Obdach

Die ungewöhnliche Geschichte des deutsch-US-amerikanischen Investors Nicholas Berggruen beginnt bereits bei seinen Ahnen. Wie businessinsider berichtet, war sein Vater Heinz ein persönlicher Freund von Pablo Picasso und hatte eine Affäre mit der Künstlerin Frida Kahlo. Berggruen selbst startete seine Business-Karriere mit 250.000 Dollar aus einem „Trust Fund“ und ist heute über zwei Milliarden Dollar schwer. Der gebürtige Deutsche, der in Paris aufgewachsen ist, hat kurz nach dem College die Berggruen Holdings gründet. Sie ist eine auf Direktinvestitionen spezialisierte Finanzholding. Nach seinen Erfolgen rund um die Jahrtausendwende hat er sich entschieden, ein „Nomaden-Leben“ führen zu wollen. Er verkaufte all seine Wohnsitze und lebte fort an nur mehr in Hotels. Dies brachte ihm den Spitznamen des „obdachlosen Milliardärs“ ein. Berggruens, der 2011 in zwei  Monaten 14 Länder bereist hat, gilt als politisch links.

Als Fan des Existenzialisten und Philosophen Jean-Paul Sartre verweigerte Berggruen für eine kurze Zeit sogar Englisch zu sprechen. Die Sprache sei laut ihm nämlich ein Zeichen des Imperialismus. Diese Phase hat er überwunden, seine philanthropische Ader aber lebt noch. Er hat über 100 Millionen US-Dollar in das „Nicolas Berggruen Institute“ gesteckt, das sich das „Lösen von Weltproblemen“ zum Ziel gesetzt hat. Zur Gruppe des Instituts gehörten Persönlichkeiten wie der deutsche Ex-Kanzler Gerhard Schröder, sein ehemaliger spanische Kollege Felipe Gonzalez, der frühere EU-Kommissionspräsident Jacques Delors, die Wirtschaftsforscher Nouriel Roubini, Joseph Stiglitz sowie Mohamed El-Erian. Ex-Premier Tony Blair fungierte laut Bloomberg als Berater. Bei allem „globetrotting“ und „living out of hotels“ das der Milliardär bisher gepflegt hat, nahm dieser Lebensstil im letzten Jahr ein Ende. Berggruen hat sich unlängst in Los Angeles um 40 Millionen US-Dollar ein Haus gekauft.

Ein Gründer als Dino-Fan

Clive Palmer, Besitzer der Bergbaufirma Mineralogy Pty Ltd., wollte 2012 Dinosaurier klonen. Seine Idee ging sogar so weit, dass er Wissenschaftler engagierte seinen Plan in die Wirklichkeit umzusetzen. Allerdings war und ist bis heute die Forschung natürlich noch nicht soweit. Dies hinderte ihn nicht daran, ein Jahr später den Themenpark Palmersaurus zu gründen, in dem sich mehr als 160 lebensechte Dinosaurier-Repliken befinden.

Master of the Marketing

Der Co-Founder der Cloud-Computing-Lösung Salesforce, Mark Benioff, gilt als besonders trickreich, wenn es um Marketing geht. Das berühmteste Beispiel dafür ist, als der Unternehmer einen „Fake-Protest“ bei der Siebel-Systems-Konferenz initiierte. Benioff besorgte sogar Demonstranten mit Schildern und eine falsche Kamera-Crew. Damit erreichte er sein Ziel, die Aufmerksamkeit seines Mitbewerbers Siebel-Systems abzuziehen und seine eigene Firma ins Gespräch zu bringen. Zudem soll er eine ganze Flughafen-Taxi-Flotte gemietet haben, um die Ankunft der Teilnehmer eines Siebel Events, dass in der Nähe eines Airports stattgefunden hat, zu verspäten. Auf dem Weg zum Event ließ er seine Mitarbeiter über Salesforce pitchen, was Siebel verärgert zurückließ.

Geniale Samen?

Der 1997 verstorbene Eugeniker Robert K. Graham wurde durch seine Erfindung bruchsicherer Brillengläser aus Kunststoff zum Millionär. Mediale Beachtung erhielt der Unternehmer als er eine Sperma-Bank namens „Repository for Germinal Choice“ gründete, bei der Samenspenden nur von Genies erlaubt waren. Darunter befanden sich neben zahlreichen Athleten auch William Bradford, Nobelpreisträger für Physik aus dem Jahre 1956. Sein Vorhaben einen „besseren Gen-Pool für Menschen“ zu kreieren, löste viel Kritik aus. Die Idee wurde mit Nazi-Eugenik-Programmen verglichen. Zwei Jahre nach seinem Tod und 229 Kinder später, wurde die Samenbank geschlossen.

Mit 700 Dollar zur Milliarde

Bevor John Paul DeJoria, Co-Founder von „Paul Mitchell-Haarprodukte“ und „Patrón Tequila“ zum Milliardär wurde, hatte er es besonders schwer. Mit 22 Jahren war der Gründer zum ersten Mal obdachlos geworden und hatte obendrein zu dieser Zeit einen zweijährigen Sohn, um den er sich kümmern musste. Auch bei der Gründung von Paul Mitchell Systems im Jahr 1980 war DeJoria obdachlos. Nach privaten Problemen schlief er zwei Wochen lang im Auto, borgte sich Geld aus und investierte 700 Dollar in die Firma, die heute 900 Millionen Dollar Umsatz macht.

Zuerst siegen, dann gründen

David Daneshgaras Talent zum Pokerspielen hat sich wahrlich ausgezahlt. Er wollte einst einen Online-Marktplatz schaffen, der Floristen mit Kunden zusammenbringt. Allerdings fehlte ihm für die Gründung das nötige Geld. Was tun? Die Antwort des professionellen Pokerspielers: es gewinnen! So trug er sich für ein 1.000 Dollar Turnier ein und gewann das zweitägige Event tatsächlich. Mit 30.000 Dollar Preisgeld gründete er mit Freunden „BloomNation“, die seitdem mit rund 2.000 gelisteten Floristen mehr als 3.000 US-Städte beliefern.

Kennst du ähnlich skurrile Stories oder hast du selbst Außergewöhnliches erlebt, so teile diese mit uns: [email protected]


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⇒ LevelUp

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⇒ Paul Mitchell

⇒ Patrón Tequila

⇒ BloomNation

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Impression vom VERBUND Venture Day 2026 | (c) VERBUND / elephant and porcelaine
Impression vom VERBUND Venture Day 2026 | (c) VERBUND / elephant and porcelaine

„Von der Innovation zur Skalierung und von der Skalierung zu einem stärkeren Europa“ mit diesem einen Satz könne man das große Ziel für den europäischen Energiesektor zusammenfassen, sagt VERBUND-X-Geschäftsführer Franz Zöchbauer in seinen einführenden Worten zum VERBUND Venture Day 2026, der erstmals beim neuen Energy-Launchpad-Partner WU Wien stattfand. „Wir haben die Lösungen, aber es dauert zu lange, bis sie am Markt sind. Wir müssen skalieren, aber kein Player kann das alleine. Es braucht ein Ökosystem und hier zählen die Menschen“, so Zöchbauer.

Franz Zöchbauer | (c) VERBUND / elephant and porcelaine
Franz Zöchbauer | (c) VERBUND / elephant and porcelaine

Die Zusammenarbeit im Ökosystem als Motto beim VERBUND Venture Day ist nicht neu, der Diskurs, in den das Motto dieses Jahr eingebettet ist, durchaus: Auch hier dominiert das große Thema europäische Souveränität. Der Titel des diesjährigen Events lautet „Scaling Beyond Borders“.

10,25 Billionen Euro für die Energiewende

Zöchbauer drückt die Ambition hinter der eingeforderten Skalierung in Zahlen aus: Es brauche Schätzungen zufolge 10,25 Billionen Euro, um das Energiesystem Europas bis 2040 zu transformieren. „Das ist 70 mal das Volumen des Marshallplans oder das Volumen von 25 Jahren globale VC-Investments“, so der VERBUND-X-Geschäftsführer. Es handle sich also um eine epochale Investment-Chance. Doch er erinnert: „Zahlen ändern die Welt nicht. Menschen tun es.“

Achim Kaspar | (c) VERBUND / elephant and porcelaine
Achim Kaspar | (c) VERBUND / elephant and porcelaine

Dabei sei die Energiewende keineswegs nur ein Wunsch, sondern eine Notwendigkeit, betont VERBUND-COO Achim Kaspar in einer Panel-Diskussion unter dem Titel „Owning the Future“: „Wir sind an einem Wendepunkt. Man liest jeden Tag von Problemen beim Transport fossiler Energieträger. Wir müssen auf erneuerbare umsteigen.“ Für VERBUND sei dabei schon lange klar: „Wir wollen nicht das nächste Kodak werden.“

„Es laufen mehrere Energiewenden parallel“

Diese europäische Sicht auf die Energiewende setzt Angela Wilkinson, CEO des World Energy Council, im Panel und bei ihrer Keynote in die globale Perspektive: „Es laufen mehrere Energiewenden parallel. In Europa geht es um den hundertprozentigen Umstieg auf erneuerbare Energieträger. Im nahen Osten etwa geht es um Technologien, um den CO2-Ausstoß auch mit fossilen Energieträgern auf Null zu bringen.“

Angela Wilkinson | (c) VERBUND / elephant and porcelaine
Angela Wilkinson | (c) VERBUND / elephant and porcelaine

Bei der Souveränität gehe es letztlich um die Möglichkeit, sich seine Abhängigkeiten auszusuchen, „nicht um teuren Isolationismus“, meint Wilkinson. Was ihr insgesamt fehle, sei eine kollektive Vision für eine bessere Zukunft. „Wir haben klare Ziele bei der CO2-Reduktion, aber keine gemeinsame positive Perspektive. Wir haben die Energiewende zwar an die Wall Street gebracht, aber nicht auf die Hauptstraße, wo die Menschen sind.“

Konsequenter Fokus auf die Kund:innen

Darum, wie die Transformation direkt zu den Menschen gebracht werden kann, ging es in einem Talk von VERBUND-CEO Michael Strugl und Greg Jackson, Gründer von Octopus Energy. Strugl sieht das britischen Unternehmen dabei als Vorbild: „Octopus ist ein echter Champion, wenn es um Kundenservice geht.“ Als er Jackson zum ersten Mal nach dessen Geschäftsmodell gefragt habe, sei die Antwort denkbar simpel gewesen: „Ich will den Kunden weniger verrechnen.“ Dieser konsequente Fokus auf die Kund:innen sei der Schlüssel, sagt Strugl.

Michael Strugl | (c) VERBUND / elephant and porcelaine
Michael Strugl | (c) VERBUND / elephant and porcelaine

Viele Energieunternehmen würden Kund:innen bisher nur als reine Abnehmer verstehen, meint Jackson. Octopus setze stattdessen auf radikale Vereinfachung und digitale Flexibilität: „Statt schwer lesbarer, regulierter PDFs nutzen wir einfache E-Mails, auf die man direkt antworten kann.“ Diese Kundennähe gepaart mit intelligenter Steuerung – etwa beim Laden von Elektrofahrzeugen – sei der Treiber für das rasante Wachstum des Unternehmens. Für Strugl ist das eine klare Orientierung für die gesamte Branche: „Innovatoren und Disruptoren helfen uns dabei, das gesamte System in ein erneuerbares, dezentrales und digitalisiertes Energiesystem zu verwandeln.“

Tragende Rolle für Gründer:innen – Unis entscheidend

Es sind also nicht nur Politiker:innen und Verantwortliche in Energiekonzernen, sondern auch Gründer:innen, die bei der Energiewende eine tragende Rollen spielen. Hier wiederum sind die Universitäten entscheidende Akteure, wie Franz Zöchbauer am Panel gemeinsam mit WU-Wien-Rektor Rupert Sausgruber und TU-Wien-Rektor Jens Schneider erläutert. „Es gibt im Energiesektor so viel Potenzial, aber man braucht nicht nur viel Geld sondern auch die Ideen“, bringt es Schneider auf den Punkt.

Jens Schneider (l.) und Rubert Sausgruber (r.) | (c) VERBUND / elephant and porcelaine

„Starke Gründer:innen, aber viele Hindernisse am Weg“

Dass natürlich auch die Politik ihren Beitrag leisten muss, um die Skalierung über die Grenzen hinaus zu ermöglichen, erörtert Startup-Staatssekretärin Elisabeth Zehetner in ihrer Keynote. Man müsse die Herausforderung angehen, Startups in Europa zu halten. „Wir haben starke Gründer:innen, aber viele Hindernisse am Weg“, sagt Zehetner und spricht nicht nur das bekannte Thema Wachstumskapital, sondern unter anderem auch die Ausgründungsbedingungen für universitäre Spinoffs an.

Elisabeth Zehetner | (c) VERBUND / elephant and porcelaine
Elisabeth Zehetner | (c) VERBUND / elephant and porcelaine

Als konkrete Maßnahmen – teils auf europäischer, teils auf nationaler Ebene – nennt die Staatssekretärin etwa den European Scaleup Fund und den heimischen Dachfonds und die Notwendigkeiten, die europäische Kapitalmarktunion zu stärken und die Mitarbeiter:innenbeteiligung auch durch steuerliche Anreize weiter zu verbessern. Denn letztlich sei das Ziel – ganz getreu dem Motto des Venture Days – klar: „Erfinde dein Produkt hier, bau dein Unternehmen hier und skaliere hier, aber verkaufe dein Produkt in die ganze Welt.“

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