25.10.2018

„Kommunizierende Verpackung“ überzeugt bei Greiner Ideation Hackathon

Beim Greiner Ideation Hackathon suchte der österreichische Kunststoff- und Schaumstoffindustrie-Konzern Greiner nach innovativen Ideen für die Branche. Das deutsche Startup Prismade setzte sich mit simpler "kommunizierender Verpackung" durch.
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Greiner Ideation Hackathon - Prismade
(c) Greiner: Prismade-Co-Founder Jan Thiele
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„Ich bin noch immer baff ob der vielen neuen Ideen“, sagt Greiner CEO Axel Kühner nach dem 48-stündigen Greiner Ideation Hackathon, der kürzlich im Wiener WeXelerate stattfand. 15 Teams aus insgesamt rund 50 TeilnehmerInnen entwickelten dabei Konzepte zum Thema „Business Models for Plastics with Printed Electronics“. Der 150 Jahre alte österreichische Kunststoff- und Schaumstoffindustrie-Konzern, der sich in Familienbesitz befindet, ist in mehreren Bereichen Weltmarktführer. „Das spannende bei uns ist, man glaubt, uns nicht zu kennen. Aber in der Nacht schläft man auf einer Matratze aus unserem Schaumstoff und in der Früh schmiert man Margarine aus unseren Bechern aufs Brot“, sagt Kühner.

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Video-Interview vom Greiner Ideation Hackathon

Live-Talk vom Greiner Ideation Hackathon

Live Talk vom Greiner AG Hackathon "Business Models for Plastics with Printed Electronics" mit CEO Axel Kühner, Hannes Moeseneder, CEO von Greiner Technology & Innovation und dem Gewinner des Hackathons.

Gepostet von DerBrutkasten am Freitag, 19. Oktober 2018

Open Innovation zum 150. Firmenjubiläum

Innovation sei eine der tragenden Säulen des Wachstums bei Greiner. Seit 2014 besteht die Greiner Innovation Community, ein globales, aber internes, Programm, das systematisch all rund 11.000 Mitarbeiter dazu einlädt, zu konkreten Kampagnen ihre Ideen zu posten. Zusätzlich werden die besten R & D- und die besten Innovationsprojekte bei Greiner ausgezeichnet. Mit dem Greiner Innovation Hackathon verfolgte man zum 150-Jahr-Jubiläum nun erstmals einen Open Innovation-Ansatz. „Es gibt so viel Wissen außerhalb von Greiner, das für uns aber relevant ist“, sagt CEO Kühner. „Der Hackathon soll uns helfen, die Potenziale der Digitalisierung erstens besser zu verstehen und zweitens auch besser nutzbar zu machen“.

Prismade aus Chemnitz setzt sich durch

Durchsetzen konnte sich beim Greiner Ideation Hackathon das Startup Prismade (Printed Smart Devices) aus Chemnitz in Deutschland. Dort setzt man auf „kommunizierende Verpackung“ mit einem simplen System. „Wir arbeiten nicht mit gefährlichen Chemikalien oder komplexer Elektronik. Wir sind seit Tag eins darauf fokussiert, Dinge zu entwickeln, die auf einer Standard-Industrie-Druckmaschine funktionieren“, sagt Co-Founder Jan Thiele. Prismade integriert elektronische und interaktive Identifizierungs-Tags in Produktverpackungen oder auf Labels. Die Tags können von jedem smartphone gelesen werden. Punkten will man mit einem günstigen Preis und besonders einfacher Handhabung durch die User.

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(c) Lebensstimmen

Die Lebensstimmen GmbH, international unter dem Namen „Words that Remain“ unterwegs, hat den Einstieg von Helmut Marko Anfang dieser Woche auf LinkedIn bekanntgegeben. Der als Motorsport-Legende bekannte Unternehmer beteiligt sich als Investor an dem 2026 gegründeten Unternehmen. Über die Höhe der Beteiligung machte das Startup keine Angaben.

„Der Motorsport wurde nie durch Zufall besser, sondern durch den Mut, neue Technologie konsequent in den Dienst der Menschen zu stellen. Genau diese Haltung erkenne ich bei Lebensstimmen“, wird Marko in dem LinkedIn-Posting zitiert.

KI-Trauerrede zu Lebzeiten

Lebensstimmen entwickelt eine Plattform, auf der Menschen zu Lebzeiten ihre eigene Grußbotschaft oder „letzte Rede“ gestalten können, in eigener Stimme, mit eigenen Inhalten, Musik und Bildern. Angehörige sollen nach einem Todesfall zudem eine digitale Trauerrede erstellen können. Insgesamt umfasst das Angebot vier Produkte: die „Grußbotschaft“, „Meine letzte Rede“, einen neutralen „KI-Trauerredner“ sowie das Format „Aus Sicht der Familie“. Vertrieben werden soll über Bestattungsunternehmen, Vorsorgeversicherer, Institutionen und Medienpartner im Lizenz- und White-Label-Modell.

Von Deepfakes grenzt sich das Unternehmen ausdrücklich ab. Alle Inhalte sollen stilisiert, als KI-generiert gekennzeichnet und von Menschen kuratiert sein, mit Zustimmungs- und Widerrufsregeln, DSGVO-konform und in der EU gehostet. Rechtlich begleitet wird das Projekt von der Kanzlei Scherbaum Seebacher.

„Es geht nicht darum, Menschen digital zurückzubringen. Es geht darum, dass jeder Mensch die Möglichkeit haben sollte, den eigenen Abschied selbstbestimmt zu gestalten – zu Lebzeiten, mit Würde und nach eigenen Vorstellungen. KI macht das erstmals wirklich möglich“, sagt Mitgründer und CEO Philipp Berkessy.

Gründerteam aus der Bestattungsbranche

Hinter Lebensstimmen stehen drei Grazer Unternehmer. Markus Pinter ist Inhaber der Pinter Bestattung, war Geschäftsführer der Bestattung und Friedhöfe Wien und ist Vizepräsident der Europäischen Bestattervereinigung EFFS. Philipp Berkessy führt die Berkessy Consulting GmbH und war zuvor unter anderem Geschäftsführer am Red Bull Ring und COO der DTM. Lukas Stern ist Gründer der Aldea Agency und verantwortet die technische Architektur. Getragen wird das Unternehmen von den drei Gesellschaften der Gründer.

„Auch in der Bestattungsbranche macht Digitalisierung und KI Unmögliches möglich: Die Lebensstimmen ergänzen das Dienstleistungsangebot in einer hochemotionalen Form, ohne die Pietät und Menschlichkeit zu verletzen“, sagt Pinter. Seine Pinter Bestattung fungiert als erster Pilotpartner.

Den Markt beziffert das Startup mit rund 1,4 Millionen Sterbefällen pro Jahr im DACH-Raum, digitale Angebote gebe es bislang praktisch keine. Nach eigenen Angaben liegen bereits mehrere Absichtserklärungen von Bestattungsunternehmen, Versicherern und Verbänden aus dem In- und Ausland vor. Namen nannte das Unternehmen nicht. Anfang September gab Lebensstimmen zudem auf der LEAP in Riad eine Partnerschaft mit dem Tokenisierungsanbieter Green Encoded bekannt: Die zu Lebzeiten lizenzierte Stimme soll damit zu einem verifizierbaren digitalen Asset werden. Die Technologie soll Anfang Oktober auf der Messe Ai Everything in Abu Dhabi präsentiert werden. Danach stehen die GITEX in Dubai und die CES in Las Vegas auf dem Plan. Der internationale Rollout des Lizenzmodells ist für das erste Quartal 2027 vorgesehen.

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