03.10.2019

NÖ Startup Greenwood Power erhält sechsstelliges Investment

Das im Jahr 2017 gegründete Startup Greenwood Power hat sich auf die Entwicklung, Produktion und den Verkauf von Strom- und Spannungssensoren für gas- und luftisolierte Ortsnetzstationen spezialisiert. Für das weitere Wachstum erhielt das Startup von eQventure und tecnet equity ein mittleres sechsstelliges Investment.
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Greenwood
(v.l.n.r.): Jürgen Milde-Ennöckl (tecnet equity), Franz Salomon (eQventure), Herbert Gartner (eQventure), Willibald Bacher (Greenwood), Doris Agneter (tecnet equity) und Norbert Juschicz (Greenwood)

Die Beteiligungsgesellschaften eQventure und tecnet equity investieren einen mittleren sechsstelligen Betrag in das niederösterreichische Startup Greenwood Power. Das Startup wurde im Jahr 2017 gegründet und hat sich auf die Entwicklung, Produktion und den Verkauf von Strom- und Spannungssensoren für gas- und luftisolierte Ortsnetzstationen spezialisiert.

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Greenwood Power Sensoren

Die Sensoren von Greenwood Power werden für die Nachrüstung von Ortsnetzstationen verwendet, damit diese auch die Anforderungen intelligenter Stromnetze erfüllen. Gründer und CEO Norbert Juschicz erläutert: „Ortsnetzstationen sind Transformations- und Knotenpunkte in den Verteilnetzen der Energieversorger. Bis vor kurzem war es nicht notwendig, diese Verteilpunkte mit messgenauen Sensoren auszustatten. Jedoch zwingen der konsequente Ausbau von regenerativen Energien und Gesetzesvorgaben die Betreiber von Verteilnetzen, Maßnahmen zu setzen, um einer Destabilisierung der Netze durch Produktions- und Nachfrageschwankungen vorzubeugen.“

Milliardenmarkt zum Nachrüsten

Laut Greenwood Power soll es sich dabei um einen Milliardenmarkt handeln, da im Schnitt pro 100 Einwohner eine nachzurüstende Ortsnetzstation vorhanden ist, die mit neuen Strom- und Spannungssensoren ausgestattet werden muss. Die von Greenwood Power entwickelten und patentierten Produkte sind kleinbauend und speziell für die Nachrüstung dieser Ortsnetzstationen konzipiert.

Mit dem Investment sollen laut Greenwood Power neue Mitarbeiter in den Bereichen Mechatronik und Verfahrenstechnik eingestellt werden. Zudem beabsichtigt das Startup die Produktentwicklung zu beschleunigen und den internationalen Vertrieb auszubauen.

Erste Statements der Investoren

Herbert Gartner und Franz Salomon von eQventure über die Beweggründe in das Startup zu investieren: „Das große Interesse in der Energiebranche an den nahezu konkurrenzlosen Produkten und der gigantische Absatzmarkt in Kombination mit unserem weltweiten Industrienetzwerk waren für unsere Beteiligung ausschlaggebend.“

Für Doris Agneter und Jürgen Milde-Ennöckl von tecnet equity treffen bei dieser Finanzierungsrunde mehrere Faktoren zusammen: „Wir bevorzugen frühphasige Investments in Unternehmen mit einem starken technologischen Hintergrund. Mit eQventure als Co-Investor setzen wir den gemeinsamen, partnerschaftlichen Erfolgsweg fort, sich bei Beteiligungen in herausragende niederösterreichische Technologieunternehmen zusammenzuschließen.“


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(c) SecurITe

Manchmal beginnt eine Gründungsgeschichte mit einem Satz, der wie eine Drohung klingt. „Alles, was wir in der Cybersecurity haben, kannst du wegschmeißen. Es wird in ganz kurzer Zeit nicht mehr funktionieren.“ Das soll Manuel Nedbal im Herbst 2024 zu Herbert Stöger gesagt haben – als das Schlagwort „agentic AI“ noch kaum jemand kannte. Rund anderthalb Jahre später, sagen beide, sei genau das eingetreten. Und aus der Ansage ist ein Unternehmen geworden, das nun eine bemerkenswerte Finanzierungsrunde vermeldet.

SecurITe hat eine Seed-Runde im niedrigen zweistelligen Millionenbereich (Euro) abgeschlossen – für eine Frühphasenfinanzierung im österreichischen Kontext eine außergewöhnliche Größenordnung. Sie reicht laut Unternehmen, um die Produktentwicklung über rund 24 Monate durchzufinanzieren. Strukturiert wurde die Runde bewusst über einen europäischen Finanzpartner aus dem Family-Office-Umfeld, der vorerst nicht genannt werden möchte. Auch die bestehenden Gesellschafter zogen mit.

Herbert Stöger, Managing Director x-tention | (c) Thomsen Photography

Hinter SecurITe stehen zwei Akteure, die sich ergänzen: Nedbal, der zwölf Jahre im Silicon Valley Cybersecurity gebaut hat, und Stöger, Gründer und Eigentümer der österreichischen Health-IT-Gruppe x-tention. Das Startup ist aus dieser Partnerschaft entstanden – x-tention brachte den Zugang zum Gesundheitsmarkt und das Problemverständnis ein, Nedbal die Technologie. Eine klassische Ausgründung sei es nicht; x-tention zählt heute zu den bestehenden Gesellschaftern.

Eine Begegnung im Bezirk Amstetten

Die Geschichte dahinter ist die zweier Welten, die im Mostviertel zusammenfanden. Nedbals Stationen im Valley: McAfee (später von Intel übernommen), dann das eigene Startup ShieldX, das nach fünf Jahren an Fortinet verkauft wurde, wo er als VP of Engineering arbeitete. Zuletzt verantwortete er bei Google die Architektur der Cloud-Firewall. Im Zuge der Pandemie kehrte er nach Österreich zurück – ein Muster, das man damals bei einigen heimischen Tech-Talenten beobachten konnte. Dort wurde er über einen gemeinsamen Freund Stöger vorgestellt.

Manuel Nedbal – CEO SecurITe (links) und Bernhard Aigenbauer – COO SecurITe | (c) SecurITe

Dieser hatte x-tention 2001 mit sechs Mitarbeitern gegründet; heute zählt die Gruppe rund 850 Beschäftigte in Österreich, der Schweiz, Deutschland und England sowie ein Office im Silicon Valley. Tief im Bereich Gesundheits-IT verankert, deckt x-tention Datenmanagement, ELGA, Konnektivität und Managed Services ab und betreut nach eigenen Angaben mehr als 1.000 Kunden im Gesundheitswesen. Marktbedingungen, großes Problem, Marktzugang und Technologie seien „auf einmal zusammengekommen“ – Nedbal nennt es eine „Textbuchvorlage für ein Startup“. Heute verteilt sich das rund 50-köpfige Team auf Österreich, Silicon Valley und Bangalore.

Krankenhäuser als verwundbarster Punkt

Warum ausgerechnet Healthcare? Der Sektor sei von der Cybersecurity-Industrie „vergessen“ worden, argumentiert Nedbal – weil dort andere Regeln gelten. Klassische Schutzmechanismen ließen sich auf medizinischen Geräten und in klinischen Netzen nicht so einsetzen wie in der Enterprise-IT. Hinzu komme, dass während der Pandemie eine Hemmschwelle gefallen sei: Krankenhäuser würden heute ohne Schonung attackiert – rund um die Uhr.

Hier setzt das Resilienz-Argument der Gründer an: Krankenhäuser seien ein Paradebeispiel für kritische Infrastruktur, deren Absicherung längst keine rein technische Frage mehr sei, sondern eine der europäischen Souveränität. Die Sorge: Erkenntnisse über neue, KI-getriebene Angriffsmuster zirkulierten oft nur in einem begrenzten Kreis großer US-Anbieter – Krankenhaussoftware-Hersteller und europäische Institutionen seien dabei selten am Tisch. Eine eigenständige europäische Antwort, die nicht aus den USA, Israel oder China komme, sieht das Team daher als Chance. Konsequenterweise habe man auch die Finanzierung „aus Europa und für für das globale Wachstum“ gestemmt – die IP bleibe aber in Europa.

Die nächste Bedrohungsstufe sieht SecurITe in autonomen Agenten: Setzen Kliniken selbst KI-Agenten ein, könnten diese sich fehlverhalten; ein Angriff durch autonome Agenten sei zudem um ein Vielfaches gefährlicher als von einem menschlichen Akteur. Genau hier setzt das Produkt agentis360 an: Statt auf eine zentrale Instanz setzt es auf eigene Sensoren und kleine KI-Modelle, die direkt in der Infrastruktur sitzen und das Verhalten von Systemen und Agenten laufend auf Auffälligkeiten profilieren. Mit dem frischen Kapital will das Unternehmen die Produktentwicklung vorantreiben und parallel internationalen Vertrieb sowie Partnerschaften aufbauen – mit Europa als Ausgangspunkt und dem globalen Rollout für kritische Infrastruktur als nächstes Ziel.

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