24.03.2025
ESG

GreenOnion-Gründer: „Nachhaltigkeit und Profitabilität schließen einander nicht aus“

Das Mödlinger Startup GreenOnion hat ein KI-basiertes Tool namens „OnionGuru“ entwickelt, um KMU im Bereich der Nachhaltigkeitsberichterstattung zu unterstützen. Gründer und CEO Martin Watzka hat uns erzählt, wie er sich mit seinem Unternehmen von klassischen Beratern abgrenzen und welche internationale Wachstumsschritte er setzten möchte.
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CEO und Gründer Martin Watzka | (c) GreenOnion

Nachhaltigkeit und Profitabilität – für viele Unternehmen scheinen diese beiden Begriffe wie Gegensätze zu sein. Besonders in kleinen und mittleren Betrieben (KMU) gibt es die Sorge, dass ökologische Verbesserungen oder soziale Verantwortung zu finanziellen Einbußen führen könnten. GreenOnion aus Mödling möchte zeigen, dass das nicht stimmen muss. Das 2022 gegründete Unternehmen hat es sich zur Aufgabe gemacht, KMU auf dem Weg zur Nachhaltigkeit zu begleiten, ohne dabei die Wirtschaftlichkeit aus den Augen zu verlieren. 

Nachhaltig und Rentabilität gehen Hand in Hand

Hinter GreenOnion steht Gründer und Geschäftsführer Martin Watzka, der bereits in mehreren Startups tätig war und glaubt, dass man „ökologische und soziale Themen sehr wohl mit Rentabilität verbinden kann, wenn man den richtigen Ansatz findet. Und er merkt an: “Ich war ursprünglich im Banking tätig und habe dann im Crowdfunding gearbeitet, bevor ich in ein Unternehmen einstieg, das sich mit industrieller Abwasserreinigung beschäftigte“. Dabei habe er erlebt, wie sich Umweltschutz und Business-Interessen durchaus ergänzen können. Seine Vision übertrug er auf GreenOnion: Laut eigenen Angaben möchte das Unternehmen KMU eine kostengünstige, einfache und kundenorientierte Lösung anbieten, die sie nicht nur nachhaltiger, sondern zugleich profitabler macht.

Bewusste Abgrenzung zur klassischen Beratung

GreenOnion setzt dabei auf einen hybriden Ansatz: Erst erfolgt ein persönlicher Kontakt mit dem jeweiligen Betrieb, um Vertrauen aufzubauen. “Gerade bei einer komplexen Materie wie Nachhaltigkeit und ESG ist der persönliche Erstkontakt ganz wesentlich“, sagt Watzka. Nach diesem Erstgespräch übernimmt die hauseigene KI-basierte Plattform, um Daten auszuwerten und einen professionellen Nachhaltigkeitsbericht zu erstellen. Watzka sieht genau hier den Vorteil seines Modells: “Das Budget für ein Beratungsprojekt ist in diesem Bereich bei vielen kleineren KMU einfach nicht vorhanden“, meint er über klassische Beratungsangebote”. Gleichzeitig bleiben die meisten rein digitalen Plattformen ungenutzt, weil den KMU das Fachwissen fehlt und sie sich im Handling allein gelassen fühlen. GreenOnion kombiniert beides: persönliche Begleitung und automatisierte Prozesse.

GreenOnion-Tool

Der Nachhaltigkeitsbericht berücksichtigt gängige ESG-Standards (Environmental, Social, Governance) und bildet den Status quo eines Unternehmens ab. Erfasst werden Themen wie Energieeinsparungen, Recycling, Mitarbeiterzufriedenheit oder Compliance-Fragen. Nachhaltigkeit beschränkt sich nicht nur auf Umweltschutz, sondern hat viele – auch wirtschaftliche – Facetten. Nach Fertigstellung des Berichts erfolgt allerdings ein wesentlicher Schritt: die eigentliche Umsetzung. Dafür hat GreenOnion ein KI-basiertes Tool namens „OnionGuru“ entwickelt.

Dieser digitale Assistent soll verhindern, dass die gut formulierten Ziele nach wenigen Wochen im Alltag untergehen. Mithilfe des OnionGuru kann man nun jederzeit Fragen stellen, sich Vorschläge abholen und die nächsten Schritte planen.

GreenOnion setzt auf Kooperationspartner

Watzka berichtet, dass schon rund 25 Projekte erfolgreich begleitet zu haben, darunter Firmen, die Aluminium recyceln, einen Bäcker mit Fokus auf Mitarbeiterzufriedenheit und einen Dienstleistungsbetrieb, der Weiterbildungsprogramme stärker in den Vordergrund rücken wollte.

Um neue Kunden zu erreichen, arbeitet GreenOnion mit Kooperationspartnern wie Banken, Steuerberatern oder Rechtsanwaltskanzleien zusammen. Dazu zählen beispielsweise ARTUS oder die Raiffeisen Regionalbank Mödling.

Dieses Netzwerk soll helfen, das Produkt bekannt zu machen und potenzielle Interessenten zu identifizieren. „Wir haben jetzt schon die ersten Kontakte auch in Italien, da gibt es auch viel zu tun“, sagt Watzka. Durch das gemeinsame EU-weite Regelwerk für ESG-Berichte sieht GreenOnion große Chancen, in weiteren Märkten aktiv zu werden. Laut dem Gründer stehen Tschechien, die Slowakei und Ungarn als Nächstes auf dem Plan.


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Georg Weber, COO (links) und Florian Berger, CEO (rechts) übernehmen mit Flottenfuchs das komplette Fuhrparkmanagement für Unternehmen. | (c) Flottenfuchs

Florian Berger und Georg Weber waren zuletzt maßgeblich am Aufbau und operativen Geschäft des Wiener Energie-Startups heizma beteiligt. Dort arbeiteten sie eng zusammen und beschlossen, auch nach ihrem Abschied gemeinsam unternehmerisch tätig zu werden. Was genau sie machen wollten, war zunächst allerdings unklar. Sie überlegten einen Installationsbetrieb zu übernehmen oder eine KI-Agentur zu gründen.

Eine weitere Möglichkeit ergab sich aus ihrer bisherigen Arbeit bei heizma. Berger hatte dort unter anderem den Fuhrpark betreut. Als die Übergabe seiner Aufgaben anstand, fragte er sich: „Der Fuhrpark ist bereit für die Übergabe, aber wem übergebe ich das jetzt eigentlich?“. Eher scherzhaft schlug er Weber vor, die Verwaltung selbst als externe Dienstleistung anzubieten. Die beiden beschäftigten sich daraufhin intensiver mit dem Geschäftsmodell und entschieden sich Anfang 2026 schließlich für Flottenfuchs.

Eine externe Abteilung für Firmenflotten

„Der Fuhrpark ist ein Wanderpokal in einer Firma. Keiner will ihn, aber man erbt ihn“, sagt Berger. Aufgaben wie Leasingverträge, Werkstatttermine oder Schadensabwicklung werden in vielen Betrieben neben dem Tagesgeschäft erledigt. Gerade kleinere Unternehmen verfügen häufig über keine eigene Fuhrparkabteilung.

Hier setzt das Startup an. Flottenfuchs übernimmt die operative Verwaltung von Firmenfahrzeugen, von der Beschaffung über Wartungen und Reifenwechsel bis zur Schadensabwicklung und Kommunikation mit den Fahrer:innen. Auch gesetzliche Pflichten wie Führerscheinkontrollen gehören zum Angebot.

Zu Beginn analysiert Flottenfuchs den bestehenden Fuhrpark und sucht nach Einsparpotenzialen, etwa bei Versicherungs- und Leasingkonditionen. Nach eigenen Angaben lassen sich Fuhrparkkosten um bis zu 30 Prozent reduzieren. Für die laufende Gesamtbetreuung zahlen Unternehmen einen monatlichen Fixbetrag pro Fahrzeug.

Eigene Software statt zugekaufter Lösung

Die technische Grundlage bildet die selbst entwickelte, KI-gestützte Plattform FlottenfuchsOS. Ursprünglich wollten Berger und Weber eine bestehende Software zukaufen. Nach mehreren Tests entschieden sie sich jedoch dagegen. Laut Berger hätten sie bei den verfügbaren Lösungen nur rund 15 bis 20 Prozent der Funktionen tatsächlich benötigt.

Stattdessen entwickelten sie eine eigene Plattform, die Fahrzeug-, Vertrags- und Kostendaten bündelt, Fristen überwacht und Abweichungen bei verrechneten Leistungen erkennt. Die Softwareentwicklung verantwortet vor allem Weber. „Er ist ein Prozessguru und automatisiert so viel wie möglich“, sagt Berger über seinen Mitgründer.

Unterstützung erhalten die beiden von Florian Rosenberg, mit dem Berger bereits beim IT-Dienstleister Crayon am Aufbau eines Data-&-AI-Geschäftsbereichs gearbeitet hatte. Rosenberg steht Flottenfuchs als Advisor zur Seite.

Auch beim Fahrverhalten der Mitarbeiter:innen sieht das Gründerduo durch Gamification Einsparpotenzial. Eine eigene App soll Fahrer:innen spielerisch dazu motivieren, sparsamer unterwegs zu sein. Dafür können sie beispielsweise ihren Kraftstoffverbrauch und ihre Tankkosten miteinander vergleichen. Unternehmen entscheiden selbst, wie sie die Ergebnisse nutzen.

Bereits mehrere hundert Fahrzeuge in Betreuung

Das Wiener Startup wurde erst im August dieses Jahres gegründet und betreut laut eigenen Angaben bereits rund 20 Unternehmen mit insgesamt mehreren hundert Fahrzeugen. Zu den Kunden gehören neben heizma auch Daikin, Beinkofer und Flamingo Energy. Gewonnen wurden diese laut Berger vor allem über das persönliche Netzwerk und Weiterempfehlungen. Nicht alle Kunden lassen ihren gesamten Fuhrpark betreuen, manche beauftragen Flottenfuchs zunächst mit Einzelleistungen wie z.B. der Analyse des Fuhrparks.

Das Startup ist bislang vollständig eigenfinanziert und will vorerst ohne externe Investoren wachsen. Aktuell richtet sich das Angebot vor allem an Unternehmen mit fünf bis 150 Fahrzeugen und umfasst Pkw sowie Nutzfahrzeuge bis 3,5 Tonnen. Langfristig wollen Berger und Weber weitere Formen der betrieblichen Mobilität abdecken. Ihr erklärtes Ziel ist es, Flottenfuchs als führenden Mobilitätsmanager in Österreich und Europa zu etablieren.

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