14.10.2022

Green Finance Alliance in Österreich soll weiter wachsen & die Finanzbranche nachhaltiger machen

Die Green Finance Alliance ist eine Initiative des Klimaschutzministeriums (BMK), die künftig den Klimaschutz in der österreichischen Finanzindustrie etablieren soll. Nun startet für Unternehmen die zweite Phase der Bewerbung.
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Leonore Gewessler
Klimaschutzministerin Leonore Gewessler | (c) Schauer-Burkart / brutkasten

Bereits im September 2021 präsentierte Klimaschutzministerin Leonore Gewessler die ersten Eckpunkte zur Green Finance Alliance. Im Rahmen der freiwilligen Initiative sind Unternehmen aus der Finanzwirtschaft dazu eingeladen, ihr Kerngeschäft an den Pariser Klimazielen auszurichten. Im Herbst letzten Jahres folgte die erste Ausschreibung zur Mitgliedschaft, die bis Ende Jänner 2022 dauerte. Anfang Mai wurden die ersten Mitglieder präsentiert. Dazu zählen Banken und Versicherungen sowie Pensions- und Vorsorgekassen aus Österreich. Sie verpflichten sich freiwillig dazu, ihr Kerngeschäft schrittweise klimaneutral zu gestalten und sich damit am Pariser Klimaziel (1,5-Grad-Ziel) auszurichten – die Liste aller bisherigen Mitglieder findet ihr hier.

Zweite Bewerbungsphase startet

Wie das Klimaschutzministerium nun bekannt gab, startet nun in die zweite Bewerbungsrunde für die Green Finance Alliance. Dazu heißt es: „Ab sofort sind wieder Banken, Versicherungen, Pensionskassen, Betriebliche Vorsorgekassen sowie Kapitalanlagegesellschaften mit Sitz in Österreich eingeladen, sich der Initiative des Klimaschutzministeriums (BMK) anzuschließen. Die Bewerbungsphase hierfür läuft noch bis 28. Feber 2023. Die neuen Mitglieder sollen dann im Mai 2023 vorgestellt werden.

Die Kriterien der Green Finance Alliance

Die Mitglieder verpflichten sich laut BMK freiwillig ihre Geschäftstätigkeiten entlang zahlreicher Kriterien auszurichten. Bereits bestehende Mitglieder tätigen beispielsweise ab Ende 2022 keine neuen Geschäftsaktivitäten mit Kohleunternehmen, die weiterhin ihr Kohlegeschäft ausbauen.

Im Gegenzug erhalten Mitglieder der Green Finance Alliance laut BMK auch Vorteile: So bekommen sie beispielsweise Unterstützung durch den regelmäßigen Austausch mit Expertinnen und Experten des BMK und des Umweltbundesamts.


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(v. l. n. r.): Dr. Clemens Brunner (CEO & Co-Founder), Dr. Fabian Knirsch (CEO & Co-Founder), Andreas Steiner (CSO), Philipp Gernerth (CPO)

„Die EU-Anti-Geldwäscheverordnung macht qualifizierte Identitäten zum neuen Maßstab für digitales Onboarding. In der Partnerschaft mit Shufti Pro und Evrotrust verbindet sproof regulatorische Anforderungen mit hoher Nutzerfreundlichkeit“, erklärt Fabian Knirsch, CEO und Mitgründer des Salzburger Signatur-Startups sproof. Gemeinsam mit dem Identitätsprüfer Shufti und dem Vertrauensdienstleister Evrotrust hat das Unternehmen einen End-to-End-Workflow entwickelt, der die Identitätsprüfung (KYC) und die qualifizierte elektronische Signatur (QES) nahtlos in einem Prozess vereinen soll.

Prozess ohne Brüche

Ziel der Partnerschaft ist es, Medienbrüche beim Onboarding zu verhindern, an denen Abschlüsse oft scheitern. Der gesamte Ablauf wird über sproof gesteuert: Erst prüft Shufti die Identität der Unterzeichnenden biometrisch, via NFC oder eID in rund zwölf Sekunden. Anschließend wird ausschließlich ein verschlüsselter digitaler Fingerabdruck des Vorgangs an Evrotrust übermittelt. Das Originaldokument verbleibt bei sproof, wo nach der Zertifikatserstellung durch Evrotrust die finale Signatur in derselben Sitzung erfolgt. Bei Einmalsignaturen wird das Zertifikat danach sofort verworfen.

Datensouveränität im Fokus

Neben der Benutzerfreundlichkeit steht die europäische Datensouveränität im Fokus: sproof betreibt seine Plattform ausschließlich auf europäischer Server-Infrastruktur, wodurch Abhängigkeiten von US-Anbietern sowie Risiken durch Gesetze wie den US Cloud Act entfallen sollen. Die Signaturen sind eIDAS-konform EU-weit rechtsgültig und weisen eine Langzeitvalidierung von bis zu zehn Jahren auf.

„Ohne Konversionsverluste“

Die strategische Relevanz wird von den Partnern unterstrichen. Für Shufti war die Identitätsprüfung laut CEO Shahid Hanif nie das eigentliche Ziel, sondern das Fundament. Hanif betont: „Deshalb haben wir gemeinsam mit Evrotrust einen durchgängigen Prozess von der Identitätsprüfung bis zur qualifizierten elektronischen Signatur aufgebaut. Beides läuft in einer einzigen Onboarding-Strecke zusammen.“ Heinrich Grave, Managing Director DACH bei Evrotrust, sieht darin einen Schritt hin zu einer „regulierten Vertrauensinfrastruktur“, die direkt in die Customer Journey integriert ist. Unternehmen können regulatorische Vorgaben damit erfüllen, „ohne Konversionsverluste durch fragmentierte Prozesse“, so sproof-Gründer Knirsch.

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