27.09.2022

Great by Date: Ein Startup gegen Überproduktion

Great by Date bietet Produkte an, die aufgrund nahendem Ablaufdatum nicht mehr im Handel angeboten werden.
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Great by Date
(c) Great by Date - Regina Hofer, Bernd Graller und Nikolaus Hofer. Gründer:innen von Great by Date.

In heutigen Zeiten sind No Waste-Initiativen und Shops von besonderer Wichtigkeit. Das Wiener Gründerehepaar Regina und Nikolaus Hofer mit Partner Bernd Graller denkt ebenso und hat mit der Initiative Great by Date eine nachhaltige E-Commerce-Initiative gelauncht.

Great by Date gegen Überproduktions-Dilemma

Die Plattform soll nicht nur verkaufen, sondern ebenfalls aufklären und eine Community beliefern. Das Portfolio des Shops umfasst zukünftig Produkte, die aufgrund des nahenden Ablaufdatums für den regulären Handel nicht mehr interessant sind und häufig als Überproduktion sogar vernichtet werden.

Eine interne Qualitätskontrolle soll sicherstellen, dass alle Produkte höchsten Maßstäben entsprechen. Das Preisgestaltungs-Prinzip orientiert sich am Ablaufdatum: je kürzer die Restlaufdauer, desto höher der Rabatt für die Verbraucher:innen. Das Mindesthaltbarkeitsdatum ist klar ausgewiesen.

„Die besten Produkte sind verbrauchte Produkte. Nicht nur für die Umwelt, sondern auch für den Hersteller. Volle Regale sind schön anzusehen. Sie setzen aber auch voraus, dass die Hersteller mehr Waren produzieren müssen, als eigentlich notwendig wären. Great by Date bietet einen Ausweg aus dem Dilemma der Überproduktion: Let´s change the system! Let´s use what´s produced“, sagt Regina Hofer.

End of Life Management

Vor dem Hintergrund der sogenannten ESG-Richtlinien, die ab 2024 für alle Unternehmen gelten werden, sind Unternehmen auf der Suche nach Lösungen. Eine davon ist das sogenannte „End of Life Management“, das das Startup propagiert.

Mit voller Transparenz gegenüber den Herstellern sowie Preiskontrolle und ohne Werbekostenzuschuss-Verpflichtungen möchte sich Great bei Date hierbei als verlässlicher und sozialer Partner positionieren. Die Bewerbung des Shops und der angebotenen Produkte übernimmt das Startup selbst und will Herstellern kostenfrei ermöglichen, neue Zielgruppen zu erschließen.

Great by Date: Die Imagepfleger

„Wir möchten gerne die Welt ein bisschen verbessern, ohne dass jemand etwas opfern muss, und die Herausforderung der Überproduktion gemeinsam meistern“, sagt Nikolaus Hofer. „Es soll eine Win-win-Initiative werden, bei der wir uns gleichzeitig stark dafür einsetzen, dass das Image der Herstellermarke profitiert und Verbraucher:innen auch nach Kauf bei uns immer wieder zum Originalpreis direkt beim Hersteller kaufen.“

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Das Verenas-Team mit Gründerin Verena Nairz-Kapferer (3. v.r.). © Verenas

Die Ursprungsidee für Verenas entstand krisenbedingt: Während des ersten Corona-Lockdowns 2020 entwickelte Verena Nairz-Kapferer im eigenen Innsbrucker Café haltbare Rezepturen, um den Betrieb abzusichern. Was als Initiative für Café-Gäste begann, wird nun zum eigenständigen Geschäftsmodell. Im November 2026 gründen Verena Nairz-Kapferer und Jürgen Nairz eine eigene GmbH, um das Produktangebot im B2B-Bereich überregional zu skalieren.

Prozesssicherheit statt Spezialzutaten

Im Zentrum der Vertriebsstrategie steht der Premium-Gastrogroßhandel, über den Hotels, Cafés und Restaurants flächendeckend beliefert werden sollen. Aus mehr als 60 praxiserprobten Rezepturen konzentriert sich das Unternehmen für Großküchen auf rund 20 Varianten. Der wirtschaftliche Hebel liegt laut dem Gründungsteam dabei nicht nur beim Wareneinsatz von 0,80 bis 1,20 Euro pro fertig gebackener Portion. Standardisierte Mischungen reduzieren insbesondere den Arbeits- und Lageraufwand für Betriebe, die keine eigenen Spezialzutaten vorhalten wollen.

„Für einen Gastronomiebetrieb zählt nicht nur, was eine Portion an Zutaten kostet. Entscheidend sind auch Arbeitszeit, Einfachheit, Prozesssicherheit und eine Qualität, die unabhängig davon funktioniert, wer den Kuchen gerade zubereitet“, erklärt Jürgen Nairz, der den Vertriebsaufbau verantwortet.

Getrennte Produktion für Glutenfrei-Zertifizierung

Verena Nairz-Kapferer arbeitete ursprünglich im sozialen Bereich und verkaufte samstags selbst gebackene Kuchen. © Verenas

Die Backmischungen sind rein pflanzlich sowie zu großen Teilen zusätzlich glutenfrei formuliert. „Ich wollte nie einen Kuchen entwickeln, bei dem jemand sagt: Für vegan oder glutenfrei schmeckt der aber gut“, betont Produktentwicklerin Verena Nairz-Kapferer.

Um die geforderten Qualitätsstandards im B2B-Geschäft sicherzustellen, trennt das Startup laut eigenen Angaben die Fertigung. Vegane Varianten sollen ab November 2026 in einem Partnerbetrieb nahe Graz abgefüllt werden. Die glutenfreien Mischungen verbleiben in einer separaten Innsbrucker Produktionsstätte, um Kreuzkontaminationen auszuschließen. Damit bereitet sich das Unternehmen auf die Zertifizierung mit dem Glutenfrei-Symbol vor.

Absatzziel: 40.000 Einheiten im Jahr 2027

Flankiert von einem B2C-Onlineshop mit vorerst sieben Sorten setzt das Unternehmen auf wiederkehrende B2B-Bestellungen. Für das Geschäftsjahr 2027 peilt Verenas ein Absatzvolumen von rund 40.000 Einheiten an. Gespräche mit weiteren Partnern im Gastrogroßhandel laufen laut den Gründer:innen bereits, um die Distribution im kommenden Jahr überregional auszubauen.

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