19.09.2025
FÖRDERUNG

Grazer Startup royos holt sich sechsstellige FFG-Förderung

Der Grazer Verfahrensspezialist royos joining solutions hat eine FFG-Basisförderung in mittlerer sechsstelliger Höhe erhalten. Ein weiterer Meilenstein in einem erfolgreichen Jahr.
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Das royos-Team | Foto: royos joining solutions

Bereits im Februar dieses Jahres hat das Grazer Startup royos joining solutions zwei neue Investoren an Bord verkündet. Rund um das Gründerehepaar Cornelia und Mario Leitner hat royos eine patentierte Verbindungstechnologie für Metalle, Kunststoffe und Holz entwickelt. Im Laufe des Jahres hat das Startup einige Meilensteine erreicht. Heute kommuniziert royos den Erhalt der FFG-Basisförderung in mittlerer sechsstelliger Höhe.

Zwei Auszeichnungen und zwei Förderungen

Das Jahr 2025 gestaltete sich durchaus ereignisreich für das Grazer Startup royos. Zu Jahresbeginn erhielt es die FFG-Ideenreich-Förderung. Daraufhin startete man mit Crowd Investing. Nach dessen erfolgreichen Abschluss – über 460.000 Euro wurden aufgestellt – wurde royos mit dem Steirischen Innovationspreis für Kleinstunternehmen im Bereich der Nachhaltigkeit ausgezeichnet.

Das war noch nicht alles: Im Sommer folgte der Produkt-Launch des neuen PSW-Serienwerkzeugs. Und: Im September gewann royos den Generali SME EnterPRIZE für nachhaltige Innovation (brutkasten berichtete).

Das neue Serienwerkzeug von royos. | Foto: royos

„Das Jahr steht im Zeichen des Markteintritts“

Die nun erhaltene FFG-Basisförderung in mittlerer sechsstelliger Höhe rundet die Erfolgsserie des Grazer Spezialisten ab. Aber das Jahr und vor allem die vielversprechende Reise des Startups sind noch lange nicht zu Ende:

„Dieses Jahr steht im Zeichen des Markteintritts. Wir wollen den Markt richtig erschließen und alle unsere Kapazitäten dort hin lagern. Deshalb sind wir auch gerade auf Personalsuche – vor allem im Vertrieb“, sagt Co-Founder Mario Leitner im Gespräch mit brutkasten.

Das im Jahr 2021 gegründete Startup verfolgt weiterhin seine Vision, mit der Kombination von Holz und Kunststoff den Markt zu durchdringen. Erste Erfolge verzeichnete es bereits im Februar in der Automotive-Industrie. Royos entwickelt unter anderem das „Polymer Stir Welding-Verfahren“, das erlaubt, unterschiedliche Materialien mit Thermoplastischem Kunststoff in einem Arbeitsschritt dauerhaft zu verschweißen, ohne zusätzliche Klebstoffe, Dichtungen oder Schrauben zu verwenden.

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(v. l.) AT-Styria-Vorsitzender Herbert Ritter, BrightFlare-CEO Markus Seme, GMAR-Präsidentin Ulrike Haslauer, DCCS-Geschäftsführer Thomas Edlinger, Joanneum Research-Geschäftsführer Heinz Mayer und AT Styria-Geschäftsführer Helmut Röck © Lukas Elsneg

Der Cluster AT Styria (Plattform Automatisierungstechnik Steiermark), ein branchenübergreifendes Netzwerk von 120 Unternehmen, die in der Automatisierungstechnik tätig sind, hat bei den „European Robotics and Automation Talks“ in Graz seinen Plan für eine Robotik-Testregion vorgestellt. Dort soll die nächste Robotergeneration unter realen Produktionsbedingungen bis zur industriellen Einsatzreife entwickelt werden.

Ziel: Industrielle Einsatzreife

Mit an Bord sind unter anderem Joanneum Research, TU Graz, FH Campus 02, Magna Steyr, der KI-Softwareanbieter DCCS und der Security-Spezialist BrightFlare. Über die „Area Süd“ werden Kärntner Partner eingebunden. Dazu kommen das slowenische Netzwerk SRIP Factories of the Future, das italienische DITEDI, mit dem im Juli 2026 ein Memorandum of Understanding unterzeichnet wurde, sowie Bayern Innovativ.

Aus Sicht von AT-Styria-Vorsitzendem Herbert Ritter, der auch Vizepräsident der WKO Steiermark ist, wird KI-gestützte Robotik zur zentralen Standortfrage. „Wir wollen Kooperationen erzeugen, als Enabler wirken und dafür sorgen, dass neue Technologien schneller in den Betrieben ankommen“, sagt er.

18 Millionen Euro aus Horizon Europe

Das Konsortium bewirbt sich um das einzige europaweite Leitprojekt, das Horizon Europe für die industrielle Integration KI-gestützter Robotik vorsieht. Horizon Europe ist das Forschungs- und Innovationsprogramm der Europäischen Union und läuft von 2021 bis 2027. Mit einem Budget von rund 95 Milliarden Euro ist es eines der größten Förderprogramme dieser Art weltweit. Gefördert werden Projekte, in denen Unternehmen, Hochschulen und Forschungseinrichtungen aus mehreren Ländern zusammenarbeiten.

Die Ausschreibung öffnet im November 2026, dafür stehen rund 18 Millionen Euro bereit. Der Antrag soll im Frühjahr 2027 eingereicht werden, die Förderentscheidung fällt im Sommer. Bei einer Zusage könnte das Projekt 2028 starten.

Drei Pilotprojekte als Rückgrat

Geplant sind drei industrielle Pilotprojekte. Im ersten arbeiten humanoide Roboter an mehreren Arbeitsplätzen einer Fertigung, bedienen Maschinen und wechseln Werkstücke. Der zweite Pilot widmet sich der innerbetrieblichen Logistik mit autonomen mobilen Robotern. Im dritten übernehmen KI-Systeme Aufgaben in Qualitätskontrolle, Inspektion und Instandhaltung.

Heinz Mayer, Geschäftsführer von Joanneum Research, erklärt das Ziel: „Jeder Pilot setzt bei einem konkreten Engpass im Betrieb an. Am Ende steht eine klare wirtschaftliche und technische Bilanz: Welche Taktzeit erreicht das System, wie zuverlässig arbeitet es, welchen Integrationsaufwand verursacht es und wann rechnet sich die Investition? Genau diese Antworten brauchen Unternehmen, bevor sie eine neue Technologie in größerem Maßstab einsetzen.“

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