08.05.2025
SICHERHEIT

Grazer Startup Joinpoints will expandieren

Joinpoints arbeitet inzwischen unter anderem mit der Münchner Polizei zusammen und will expandieren. Eine Finanzierungsrunde ist bereits gestartet und soll dieses Jahr abgeschlossen werden.
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Jakob Deimbacher will mit seinem Unternehmen Joinpoint expandieren. (c) Joinpoint
Jakob Deimbacher will mit seinem Unternehmen Joinpoint expandieren. (c) Joinpoint

Mit seinem Tool Joinpoints will Jakob Deimbacher Unternehmen das Leben leichter machen und Abläufe einfacher gestalten. Joinpoints kann unter anderem als CRM im Vertrieb, als Ticketsystem im Support oder als Projektmanagementtool verwendet werden. Joinpoints liegt komplett in der österreichischen Cloud. Brutkasten berichtete bereits.

Jetzt konnte Deimbacher weitere große Kunden gewinnen: Die Münchner Polizei verwendet seit kurzem das österreichische Tool. „Das ist wirklich toll, dass wir die Polizei als Kunde gewinnen konnten. Da ist ja schon eine sehr kritische Infrastruktur dahinter. Wir schaffen es als junges, österreichisches Unternehmen, so eine kritische Infrastruktur zu bedienen. Das ist schon cool“. Joinpoints könne den sicherheitsrelevanten Anforderungen, die die Polizei stellt, jedenfalls gerecht werden, so Deimbacher. „Wir möchten auch noch andere Polizeistationen in Deutschland mit an Bord haben“, erzählt Deimbacher von seinem Vorhaben. Besonders für Behörden sei es wichtig, aus der US-Cloud herauszukommen, sagt Deimbacher und will diese Chance nutzen.

Außerdem sind auch das Deutsche Rote Kreuz sowie die DGNB (Deutsche Gesellschaft für nachhaltiges Bauen) Kunde von Joinpoints.

Expansion in ganz Europa geplant

Insgesamt wolle er mit dem Unternehmen expandieren. Im Moment ist das Unternehmen noch gebootstrapped – um schneller wachsen zu können, ist jetzt aber eine Fremdfinanzierung geplant. Für eine Expansion in Europa sei jetzt der richtige Zeitpunkt, weil viele Unternehmen jetzt auf der Suche nach einem neuen Cloud Anbieter seien: „Viele wollen wegen der neuen Trump-Regierung raus aus US-Clouds. Diese Gunst der Stunde müssen wir nutzen“, erklärt Deimbacher.

Abgesehen von den Expansionsplänen und den neuen Kunden freut sich Deimbacher auch zu verkünden: „Seit April sind wir klimaneutral unterwegs! Die Energie wird jetzt aus Wasserkraft bezogen“.

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v.l. Jakob Zenz und Paul Nimmerfall | Foto: EcoNetix

Econetix begründet den Schritt mit der Bedeutung der britischen Hauptstadt für den CO2-Handel. London sei das weltweit bedeutendste Zentrum der CO2-Märkte und neben Genf Heimat der größten Rohstoffhändler und Finanzinstitute. Mit dem neuen Büro positioniere man sich unmittelbar im Ökosystem des wichtigsten Kundensegments, heißt es in der Aussendung.

„London ist der Ort, an dem CO₂-Zertifikate gehandelt, bewertet und strukturiert werden. Wer im regulierten Emissionshandel ernsthaft mitspielen will, muss hier präsent sein. Dieses Büro ist ein konsequenter nächster Schritt, um unsere Beziehungen zur Trading-Community auszubauen und unsere Position als Marktführer weiter zu festigen“, wird Gründer Jakob Zenz zitiert.

Umsatzplus von mehr als 700 Prozent

Laut Econetix folgt die Eröffnung auf ein starkes Wachstumsjahr. Der Umsatz sei im Jahresvergleich um mehr als 700 Prozent gestiegen, absolute Zahlen nennt das Unternehmen in der Aussendung allerdings nicht. Als Treiber führt Econetix drei regulatorische Entwicklungen an, die voneinander zu unterscheiden sind.

  • Erstens CORSIA, das Kompensationssystem der internationalen Luftfahrt: Airlines müssen dort Emissionen oberhalb eines festgelegten Basiswerts mit zugelassenen CO2-Zertifikaten ausgleichen. Das erzeuge laut Econetix eine wachsende, compliance-getriebene Nachfrage.
  • Zweitens das EU-Emissionshandelssystem (EU-ETS), der regulierte CO2-Markt der Europäischen Union. Die Europäische Kommission habe bekräftigt, dass sie CO2-Märkte als zentrales Instrument einer kosteneffizienten Dekarbonisierung betrachte, heißt es in der Aussendung.
  • Drittens internationale Zertifikate nach Artikel 6 des Pariser Abkommens. Hier habe die Kommission Offenheit gegenüber hochwertigen internationalen Zertifikaten auf dem Weg zum Klimaziel 2040 signalisiert. Ob und in welchem Umfang solche Zertifikate in den EU-ETS selbst einfließen sollen, dazu macht die Aussendung keine Angaben.
Die EcoNetix-Gründer in London | (c) EcoNetix

„Wir haben Econetix genau für diesen Moment aufgebaut und unser Wachstum spricht für sich. London verschafft uns die Nähe zu unseren Kunden, die unser Geschäft jetzt erfordert“, so Mitgründer Paul Nimmerfall.

ESC und SK Rapid als Referenzen

Econetix entwickelt und verwaltet nach eigenen Angaben Kohlenstoffprojekte in Afrika, Europa und dem Nahen Osten. Im Vorjahr hatte das Unternehmen seine Seed-Finanzierung auf insgesamt 4,5 Millionen Euro erweitert (brutkasten berichtete). Im März 2026 übernahm Econetix im Auftrag des ORF die CO₂-Bilanzierung und Kompensation beim Eurovision Song Contest (brutkasten berichtete). Seit der Saison 2026/27 ist das Unternehmen zudem offizieller Sustainability Partner von SK Rapid Wien, die Partnerschaft läuft bis 2029/30 (brutkasten berichtete).

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