06.02.2025
EXIT

Grazer Software-Firma Bytepoets wird von Marine-Tech-Spezialisten übernommen

Das Grazer SoftwareTech Bytepoets wird vollständig vom international tätigen Marine-Software-Experten MXP übernommen.
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Bytepoets in Graz | Foto: Bytepoets

Das Grazer SoftwareTech Bytepoets wurde vom international tätigen Softwareunternehmen MarineXchange übernommen, das ebenfalls in der steirischen Hauptstadt beheimatet ist. Dies kommuniziert Bytepoets als strategische Partnerschaft. Die MXP Software Austria GmbH übernimmt 100 Prozent der Anteile an Bytepoets. Damit kommt es zu einer vollständigen Firmenintegration, was das langfristige Engagement und die strategische Bedeutung der Akquisition unterstreicht, so Bytepoets.

Bytepoets bleibt in Graz, Ressourcen werden gebündelt

Die Kompetenzen der Unternehmen sollen an deren beider Standort Graz gebündelt werden, heißt es weiter. Bytepoets selbst gibt es als SoftwareTech seit dem Jahr 2010. Das Unternehmen hat sich seither auf Inhouse-UI/UX-Design sowie auf agiles Projektmanagement fokussiert.

Im Portfolio der Grazer Software-Firma finden sich dahingehend skalierbare Web-Plattformen, Apps und Enterprise-Lösungen. Indes sieht man sich als Projektmanagement-Begleiter mit Fokus auf Front- und Backend-Technologien.

Das Käuferunternehmen MXP wurde schon im Februar 2005 gegründet. Seither fokussiert man sich auf die Optimierung der „Guest Experience“ in der Kreuzfahrtindustrie. Konkret bietet MXP eine sogenannte One-Stop-Plattform für die Verwaltung der Customer Journey in der Kreuzfahrt. Damit will das Unternehmen neue Standards in der digitalen Transformation der Branche setzen.

Globale Marktposition stärken, Führungsteam bleibt

Mit der nun verkündeten Übernahme durch MXP soll die Entwicklungskompetenz sowie die globale Marktposition beider Unternehmen gestärkt werden. Die bestehenden Führungsteams sollen kollaborieren und eine gemeinsame Wachstumsstrategie erarbeiten.

„Diese strategische Erweiterung markiert einen Meilenstein für digitale Transformation in der Kreuzfahrtbranche und darüber hinaus“, wird das Management in einer Pressemeldung zitiert. „Die Kontinuität in der Unternehmensführung wird durch das weitere Engagement von Markus Barta, CEO und Co-Founder von Bytepoets, gewährleistet. Seine langfristige Bindung an das Unternehmen ist ein wesentlicher Bestandteil der Übernahmevereinbarung“, heißt es weiter.

Exit für beide Anteilseigne

Bisher hatte die Gesellschaft zwei Anteilseigner: CEO und Co-Founder Markus Barta hielt bis zum Exit 51,04 Prozent am Unternehmen. Die restlichen 48,96 Prozent hielt Andreas Kern über die Beteiligungsfirma SAVE-Invest GmbH. Es handelt sich dabei aber nicht um den gleichnamigen Wikifolio-Gründer.

Die Integration soll der Weiterentwicklung der bestehenden MXP365-Plattform des Käuferunternehmens dienen. Bytepoets soll sein Portfolio allerdings wie bisher weiterführen.

Die MXP-Enterprise-Software soll weiterhin „sämtliche Geschäftsbereiche an Schiff und Land in einer Plattform integrieren“. Dadurch erhofft man sich Automatisierung und Effizienzsteigerungen in puncto Property- und Spa-Management, Hotelwartung, Tischreservierung und Point-of-Sale-Systeme.

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Das Bitpanda Headquarter in Wien © Bitpanda

Einen Vorgeschmack auf den nun veröffentlichten Jahresabschluss 2025 gab Bitpanda gleichsam vorauseilend bereits im März dieses Jahres – brutkasten berichtete. In den damals präsentierten Zahlen war nicht nur von einer Umsatzsteigerung die Rede, sondern auch von einem Sinken des „bereinigten EBITDA“ um 75 Prozent. Dieses sei von 52 Millionen Euro auf 13 Millionen Euro gefallen, hieß es vom Wiener Unicorn. Begründet wurde das mit „gezielten Investitionen“. Das Ergebnis unterm Strich ließ man im März aber aus.

Der nun vorliegende Jahresabschluss – wohlgemerkt jener der operativen Bitpanda GmbH mit Sitz in Wien und nicht der übergeordneten AG mit Sitz in der Schweiz – bringt nun Licht ins Dunkel. Und die damit veröffentlichte Gewinn- und Verlustrechnung zeichnet ein noch deutlich drastischeres Bild als die im März kommunizierten „bereinigten“ Zahlen. Nach fast 62 Millionen Euro Nettogewinn im Jahr 2024 standen demnach vergangenes Jahr rund 14 Millionen Euro Verlust zu Buche.

„Wir haben bewusst in unsere Expansion und den weiteren Ausbau der Marke Bitpanda investiert“

Auf brutkasten-Anfrage kommentiert Bitpanda kurz und knapp mit der aus dem Frühjahr bekannten Argumentation:

Das Jahr 2025 war für die Bitpanda GmbH ein Jahr strategischer Wachstumsinvestitionen. Gleichzeitig hat sich unser Kerngeschäft stark entwickelt, was sich in einer deutlichen Steigerung unserer Umsatzerlöse zeigt.

Wir haben bewusst in unsere Expansion und den weiteren Ausbau der Marke Bitpanda investiert. Diese Investitionen waren Teil unserer langfristigen Wachstumsstrategie und spiegeln sich erwartungsgemäß im Jahresergebnis wider.

Die Aussagen zum Umsatz lassen sich dabei so auch im nun vorgelegten Bericht ablesen: Tatsächlich stieg der ausgewiesene Umsatz von 2024 auf 2025 von 7,19 Milliarden Euro auf 7,72 Milliarden Euro. Der Anstieg fällt bereinigt sogar noch größer aus: 2024 waren noch rund 613 Millionen Euro aus Krypto-Verkäufen auf externen Börsen in den Umsatzerlösen enthalten, die seit 2025 saldiert im Materialaufwand ausgewiesen werden. Bei diesen Umsatzzahlen handelt es sich wohlgemerkt um den gesamten Verkaufserlös über die Plattform. Bitpanda gab bereits im März den auf Basis der Margen berechneten, deutlich kleineren „bereinigten Umsatz“ aus: Dieser stieg von 321 auf 371 Millionen Euro. Mit Abstand größter Umsatztreiber war laut Jahresabschluss das Kerngeschäft als Broker.

Deutlich höhere Marketingausgaben, Personalkosten sinken trotz Aufstockung

Auch die Aussage, die sich auf den Nettoverlust von immerhin rund 14 Millionen Euro bezieht, deckt sich prinzipiell mit den Zahlen im Jahresabschluss. Tatsächlich stieg der Marketingaufwand um rund 56 Prozent auf fast 107 Millionen Euro. Auch die Beratungskosten legten von knapp 14 Millionen auf rund 22 Millionen Euro zu. Die durchschnittliche Mitarbeiterzahl (FTE) wuchs zwar von 486 auf 555. Jedoch interessant dabei: Der Personalaufwand ging trotz der Aufstockung leicht zurück, von 78,6 auf 75,1 Millionen Euro. Gestiegen ist hingegen der Aufwand für Mitarbeiterüberlassung, von 5,4 auf 8,1 Millionen Euro.

Dass man (wohl dennoch nicht ganz beabsichtigt) recht deutlich in die roten Zahlen rutschte, hängt aber auch mit Faktoren zusammen, die im offiziellen Bitpanda-Statement unerwähnt bleiben. Operativ blieb Bitpanda 2025 noch knapp im Plus: Der Betriebserfolg lag bei 4,1 Millionen Euro, nach 80 Millionen Euro im Vorjahr. Ins Minus drehte das Ergebnis erst durch das Finanzergebnis von minus 18,3 Millionen Euro. Dahinter stehen Abschreibungen auf Anteile an verbundenen Unternehmen in Höhe von 14,4 Millionen Euro sowie ein Zinsaufwand von 4,9 Millionen Euro, nach nur 0,2 Millionen Euro im Jahr 2024. Zu Buche stehen außerdem teilweise gestiegene Handelsverluste und ein deutlich höheres Minus in der Intercompany-Verrechnung, das von 13 auf knapp 36 Millionen Euro anwuchs.

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