19.09.2019

0,6 Prozent der Grazer arbeiten für Startups

Für den Grazer Startup Barometer 2019 wurde wieder die Startup-Community der steirischen Landeshauptstadt befragt. Die Zufriedenheit mit dem Standort wächst weiter. Einzig die Finanzierungssituation scheint zu stagnieren.
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Werner Sammer (Up To Eleven) bei der Präsentation des Grazer Startup Barometer 2019
(c) Up To Eleven: Werner Sammer (Up To Eleven) bei der Präsentation des Grazer Startup Barometer 2019

Es geht in fast allen Bereichen weiter bergauf, nur die Finanzierungssituation verbessert sich nicht – so lassen sich die Ergebnisse des Grazer Startup Barometer 2019 zusammenfassen. An der seit 2014 durchgeführten Befragung – inzwischen unter Federführung von Up To Eleven – nahmen dieses Jahr 137 Personen teil. Es handle sich dabei um Gründer und Gründungsinteressierte, Mitarbeiter von Startups und Startup-Organisationen sowie Investoren, heißt es dazu in einer Aussendung.

Grazer Startup Barometer 2019
(c) Up To Eleven

+++ GründerInnenberatung im Science Park Graz +++

Startup Barometer 2019: Aufwärtstrend mit Wermutstropfen

Wie schon in den Vorjahren attestieren die Initiatoren der Umfrage dem Gründungsstandort Graz einen Aufwärtstrend. In der allgemeinen Beurteilung des Standorts auf eine Skala von 1 bis 7 gab es im Vergleich zum Vorjahr (5,10) eine leichte Steigerung (5,21). 2014 war der Wert noch bei 3,94 gelegen. Steigerungen gab es in der Beurteilung der Einzelbereiche Angebot an Büro-Infrastruktur (4,95 von 7), Startup-Events (5,60), Vernetzung (5,61), qualifiziertes Fachpersonal (4,80), Förder- (4,72) und Beratungsmöglichkeiten (5,13). Leicht schlechter fällt dieses Jahr hingegen die Beurteilung der Finanzierungssituation aus (3,78; 2018:3,86).

Grazer Startup Barometer 2019
(c) Up To Eleven

1300 Startup-Beschäftigte – Tendenz steigend

Abgefragt wurde für den Grazer Startup Barometer 2019 auch das Beschäftigungspotenzial. Demnach beschäftigt ein Startup in Graz durchschnittlich 6,5 Mitarbeiter (4,5 Vollzeit, 2,0 Teilzeit). Die Studienautoren rechnen den Wert anhand der geschätzten Anzahl an Startups auf 1300 Startup-Beschäftigte in ganz Graz hoch – das entspräche etwa 0,6 Prozent der Erwerbsbevölkerung. Die befragten Startups möchten zudem in den kommenden zwölf Monaten durchschnittlich 2,58 neue Mitarbeiter einstellen.

Grazer Startup Barometer 2019
(c) Up To Eleven

16 Prozent holten mehr als halbe Mio. Euro Kapital

Geld für das Wachstum kommt in Graz vorwiegend aus Eigenfinanzierung (71 Prozent). Nur jeweils zwölf Prozent finanzieren ihre Unternehmen über Business Angel- bzw. VC-Kapital. Förderungen werden von 38 Prozent in Anspruch genommen. Crowdfunding verliert an Bedeutung (6 Prozent). 16 Prozent der Grazer Startups holten sich in Finanzierungsrunden mehr als 500.000 Euro Kapital. Insgesamt planen 72 Prozent der Startups eine Finanzierungsrunde in den nächsten zwölf Monaten.

Grazer Startup Barometer 2019
(c) Up To Eleven

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fonio
© fonio/canva - Alexander Brix.

Das Scaleup fonio.ai von Daniel Keinrath und Matthias Gruber ist eines der aufstrebendsten Startups Österreichs. Im Juni sicherte man sich ein 14,6 Millionen Euro Seed-Investment und knackte rund zwei Monate später die 10-Mio.-ARR-Marke. Am AustrianStartups Summit verkündete CCO Alexander Brix gegenüber brutkasten die nächsten Ziele. Und die sind ambitioniert.

fonio: Globaler Rollout

Fonio.ai möchte im kommenden Jahr seine Präsenz global ausbauen. „Wir wollen 20 neue Märkte in Nord Amerika und Europa aufgreifen“, sagt Brix. „Wir streben aber auch Asien an, um auf der globalen Landkarte präsent zu bleiben und eine global führende Marke aus Wien heraus aufzubauen. Auch ein Büro in New York ist geplant. Das größte Risiko für uns ist momentan, langsamer zu werden und unsere schnelle Arbeitskultur zu verlieren.“

Mehr Arbeitskraft geplant

In diesem Sinne möchte das Wiener KI-Startup 2027 auch 300 neue Mitarbeiter:innen einstellen und schielt schon, zumindest peripher, auf einen Decacorn-Status hin. Eine genaue Timeline dafür hat das Team nicht, aber das Mindset dafür wohl bereits inhaliert, wenn Brix sagt: „Es ist kein Status, auf den man hinarbeitet, sondern man möchte einen guten Job machen und das Produkt in möglichst viele Unternehmen bringen. Dass man dann vielleicht Decacorn wird, ist ein Nebeneffekt. Einen Zeitrahmen, bis wir das schaffen, haben wir uns nicht gesetzt, aber es ist unsere Ambition einen Global Player zu bauen und sicherzustellen, dass der ‚AI Communication Layer‘ aus Europa kommt und nicht von amerikanischen oder vielleicht chinesischen Unternehmen besetzt wird. Wer die Kommunikation beherrscht, der hat sehr viel Macht. Und wir wollen diese Macht auf jeden Fall in Europa halten. Das heißt, um das zu schaffen, ist es der natürliche Weg, dass wir ein Decacorn werden.“

Series-A steht an

Auf diesem Weg habe man aktuell ein Angebot entwickelt, das mittlerweile sämtliche textbasierten Kommunikationskanäle sowie Telefonsysteme in Form von PBX umfasse. Damit könne man die gesamte „Communication Suite“ mittelständischer Unternehmen bereits vollständig abdecken, erzählt Brix von einer weiteren Neuerung. Eine andere Neuigkeit betrifft die Finanzierung. Zwar gibt sich Brix dazu etwas bedeckt, lässt aber fallen, dass man kurz vor einer Series-A-Finanzierung stehe. Details sollen im kommenden Jahr folgen.

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