17.06.2021

GraphCDN: Wiener “Content Delivery Network“ schnappt sich Silicon Valley-Angels

Der Wiener Max Stoiber hatte mit seinem bisherigen Unternehmungen großen Erfolg. Ein Startup verkaufte er an GitHub und sammelte in den USA Erfahrung. Nun ist er gemeinsam mit Co-Founder Tim Suchanek zurück und hat bereits namhafte Unterstützer an Board.
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GraphCDN
(c) GraphCDN - Max Stoiber und Tim Suchanek von GraphCDN.

Max Stoiber hat sein Unternehmen Spektrum an GitHub verkauft, dort und bei GatsbyJS reingeschnuppert und u.a. Changefeed und Feedback Fish mitgegründet. Vor ein paar Monaten haben er und Co-Founder Tim Suchanek ein neues Startup ins Leben gerufen und können bereits auf namhafte Investoren zurückblicken. Der Name: GraphCDN.

ProductHunt und GitHub dabei

„Wir haben eine Investment-Runde mit dem ‚Who’s Who der Silicon Valley‘-Technik-Angels, inklusive des CTO von GitHub, des CTO von ProductHunt, den CEOs von Algolia und Vercel, den Co-CEOs von Netlify und vielen mehr, aufgestellt“, sagt Stoiber zu seinem GraphQL-spezifischen „Content Delivery Network“ (CDN). Eine genaue Zahl nennt er nicht, erklärt aber, dass sie genug Kapital haben, um ein kleines Team für ein paar Jahre über Wasser zu halten. „Der Plan ist, so bald wie möglich dieses Team aufzubauen und die Kundenbasis so auszubauen, um nicht mehr vom Investments abhängig zu sein“, präzisiert er.

GraphCDN mit 58 Datenzentren

GraphCDN ist ein globales Netzwerk von 58 Datenzentren, in denen Daten für Kunden zwischengespeichert werden. Diese sind dann für deren Nutzer rund um die Welt „schneller“ verfügbar, egal wo der Kunde sein eigenes Datenzentrum stehen hat. Die Idee dazu kam beiden Foundern, da sie bei ihren letzten Startups GraphQL verwendet und große Skalierungsprobleme hatten. Im Detail: GraphQL wurde 2015 von Facebook erfunden. Heute nutzen es die größten Firmen der Welt, inklusive Amazon, IBM, PayPal, Expedia, Airbnb, Twitter oder Shopify, um die Kommunikation zwischen ihren Webseiten und Servern zu vereinfachen.

„GraphQL hat es uns erlaubt, viel schneller unsere Produkte auf den Markt zu bringen, aber dadurch, dass kein CDN es versteht, mussten wir unsere eigenen halbgaren Lösungen bauen, die nie wirklich gut funktioniert haben. GraphCDN ist nun die solide Lösung dafür, die wir damals gebraucht hätten“, so Stoiber. „Wir analysieren die Netzwerkanfragen und -antworten in Millisekunden und kombinieren diese mit unserem Wissen über die dahinter liegenden GraphQL APIs. Dadurch wissen wir welche Objekte, zum Beispiel der ‚Post mit der ID 5‘, abgefragt wurden und können alle zwischengespeicherten Anfragen, die diesen Post enthalten, sofort löschen, wenn er sich ändert. Weil jemand zum Beispiel den Text bearbeitet hat.“

Serverlast deutlich reduzieren

Mit GraphCDN soll die Serverlast der Kunden um bis zu 95 Prozent reduziert werden, da die Daten in den Datenzentren zwischengelagert sind und nicht mehr für jeden Nutzer extra geladen werden müssen. Zudem würden die „Customer“-Webseiten und Apps um bis zu 400 Mal schneller geladen werden, da die Daten geografisch näher an dem Nutzer dran sind und dadurch viel Zeit gespart werden kann. „Ein Nutzer aus Österreich lädt die Daten nicht aus den USA herunter, sondern aus unserem Datenzentrum in Wien“, so Stoiber.

GraphCDN als Google Analytics für GraphQL

Der Gründer bezeichnet sein Startup GraphCDN gerne als „Google Analytics für GraphQL“, denn neben der Zwischenspeicherung stellt das Founder-Duo ihren Kunden auch eine detaillierte Analyse ihre GraphQL API dar, die genau aufschlüsselt, welche Daten wie oft geladen werden und wie lange ihre Server brauchen, um sie bereitzustellen. Dadurch erhielten sie Einblick in die Verwendung ihrer API, der ihnen normalerweise verwehrt bleiben würde.

Hacker-Schutz

„GraphQL ist besonders flexibel. Das hilft Programmierer schneller fertig zu werden, aber eröffnet auch Hackern neue Möglichkeiten, um Server absichtlich zu überlasten. Auf diese sind Nutzer oft nicht vorbereitet. Wir wollen ihnen diese Last so gut wie möglich abnehmen, angefangen mit ‚Query depth limiting‘, erklärt Stoiber die Vorteile seines Networks. „Dies schränkt die Flexibilität von GraphQL gezielt so ein, dass ein Programmierer es normalerweise nicht merkt, aber es Hackern ein bisschen schwieriger gemacht wird. Weiters wollen wir bald automatisierte ‚Allowlisten‘ einführen, sodass nur Anfragen von den Programmierern selber angenommen werden.“

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(v.l.n.r.) Bernhard Tomasi (Raiffeisen Salzburg), Elias Danninger, Daniel Sigl (beide Dauntles) und Bernhard Wimmer (Raiffeisen Salzburg) | © RVS

Mit einer niedrigen sechsstelligen Eigenkapitalbeteiligung übernimmt das Raiffeisen Salzburg Startup eGen 6,67 Prozent der Dauntles GmbH, zu der die Marke optimizzer gehört. Das Flachgauer Startup unterstützt Unternehmen dabei, positive Bewertungen zu gewinnen und ihre digitale Reputation professionell zu managen. Das frische Kapital werde in die Skalierung des Geschäftsmodells sowie die Weiterentwicklung der Plattform fließen, heißt es in der Presseaussendung.

Optimizzer möchte „Software weiterentwickeln und noch mehr Unternehmen erreichen“

„Unsere Software zeigt, was Kunden schätzen, wo Potenzial liegt und wie das Unternehmen im Vergleich zu seinen Mitbewerbern dasteht. Damit stärken Unternehmen ihre Reputation und erhöhen ihre Chancen, auch von KI-Systemen empfohlen zu werden. Das Investment von Raiffeisen Salzburg ermöglicht uns, unsere Software weiterzuentwickeln und noch mehr Unternehmen zu erreichen“, sagt Elias Danninger, Geschäftsführer der Dauntles GmbH. Das Unternehmen wurde 2021 gegründet.

NFC-Bewertungstools, QR-Codes und KI

Optimizzer, vormals Shoptimizer, ermöglicht mit NFC-Bewertungstools und QR-Codes die direkte Erfassung von Kundenfeedback. Die Software analysiere die Rückmeldungen, ermögliche Standortvergleiche und unterstütze Unternehmen mit datenbasierten Handlungsempfehlungen. Künstliche Intelligenz helfe bei der Beantwortung von Google-Bewertungen. Zu den Bewertungspartnern von optimizzer zählen neben der Raiffeisenbank Salzburg unter anderem das Café Landtmann und Remax Austria.

Optimizzer gehörte zu den ersten Unternehmen, die mit der Raiffeisen-Start-Up-Initiative zusammenarbeiteten. Die Beteiligung sei nun der nächste Schritt dieser Partnerschaft. „Optimizzer verbindet ein hochrelevantes Zukunftsthema mit einem klaren Kundennutzen und einem starken Gründerteam“, heißt es von Raiffeisen.

Investitionen seit 2023

Raiffeisen Salzburg engagiert sich seit 2023 im Startup-Bereich. „Unser USP ist, dass es keine fixen Pakete oder Bankprodukte gibt. Wir setzen vielmehr auf individuelle Lösungen, je nach Bedarf und Möglichkeiten. So kooperieren wir auf unterschiedlichsten Ebenen – mal in Form von klassischer Beteiligung, mal durch Aufnahme in unser Netzwerk oder durch die Zurverfügungstellung von Infrastruktur in unseren Räumlichkeiten im Techno-Z Urstein“, sagt Andreas Derndorfer, zuständig für Startups in der Geschäftsleitung des Raiffeisenverbands Salzburg.

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