In der Tech-Welt kommt es immer wieder zu überzogenen Versprechen, die sich nicht oder zumindest erst viel später realisieren lassen. Der spektakulärste derartige Fall der vergangenen Jahre ist wohl das Metaverse: Der von Konzernen, Beratungsagenturen und Tech-Unternehmen – allen voran der Facebook-Mutter Meta – heraufbeschworene Hype kam niemals in der Bevölkerung an. Der postulierte „Mega-Trend“ war ganz einfach kein solcher und materialisierte sich nicht. Nun, Monate, nachdem auch Meta-Chef Mark Zuckerberg das Scheitern indirekt eingestand, indem er in der zuständigen Abteilung massiv kürzte, kommt von einem großen heimischen Tech-Player ein Metaverse-Angebot: GoStudent geht mit GoVR auf den Markt.
„Am Piccadilly Circus Eis essen“ mit GoVR
Den Start machen Metaverse-Gruppen-Englischstunden mit Muttersprachen-Tutor:innen. Dabei können Schüler:innen im Metaverse etwa „am Piccadilly Circus Eis essen“, wie es in einer Aussendung von GoStudent heißt. Gründer und CEO Felix Ohswald spricht von einem „lebendigen Spielplatz“. Das Setting soll die Hemmschwelle, die Sprache in der Praxis anzuwenden, senken. GoVR sei speziell für Schüler:innen zwischen 13 und 18 Jahren entwickelt worden, heißt es vom Scaleup weiter.
Kooperation mit Immerse, „Hardware-Spende“ von Meta
Für das Angebot kooperiert GoStudent mit der VR-Trainingsplattform Immerse und bekam laut Aussendung Meta Quest 2 VR-Headsets als „Hardware-Spende“ von Meta. „Unsere Partnerschaft mit Immerse und Meta festigt unsere Position als führender EdTech-Akteur“, kommentiert Ohswald. GoVR startet heute in Österreich, Deutschland und der Schweiz und soll in Zukunft auf weitere Märkte ausgedehnt werden.
25 bis 27 Euro für Gruppensession auf virtueller einsamer Insel
Die Lektionen können nicht nur mit VR-Brille, sondern auch via Desktop konsumiert werden. Dabei stehen zum Start mehr als 40 virtuelle Orte, darunter Restaurants, Comedy Clubs, Fernsehstudios und eine einsame Insel, zu Verfügung. Es sollen laufend mehr werden. Die Einheiten dauern 50 Minuten und jede Klasse besteht aus einem bis acht Schüler:innen. Die Preise liegen zwischen 25 und 27 Euro. Bestehende Kund:innen können über ihr Abonnement eine GoVR-Sitzung anstelle einer regulären Nachhilfestunde buchen.
Instahelp-Rebranding: Sechs Learnings für die eigene Marke
Die Plattform für psychologische Online-Beratung Instahelp hat sich eine neue Markenidentität gegeben. Gegenüber brutkasten erklären Projektleiter Nino Groß und Designerin Marie Pierer von Studio Furore, wie der Prozess ablief und was andere Unternehmen daraus mitnehmen können.
Instahelp-Rebranding: Sechs Learnings für die eigene Marke
Die Plattform für psychologische Online-Beratung Instahelp hat sich eine neue Markenidentität gegeben. Gegenüber brutkasten erklären Projektleiter Nino Groß und Designerin Marie Pierer von Studio Furore, wie der Prozess ablief und was andere Unternehmen daraus mitnehmen können.
Bunt, warm, lebendig und offen: So beschreibt Instahelp seinen neuen Auftritt. Die 2015 gegründete Plattform für Online-Therapie und psychologische Beratung hat gemeinsam mit Studio Furore Logo, Typografie, Farbwelt, Fotografie und Illustration neu entwickelt. Entstanden ist laut Aussendung alles in Graz.
Der Auftritt soll laut Aussendung ein Gegenentwurf zur häufig cleanen und zurückhaltenden Ästhetik des Gesundheitsbereichs sein. Das in der Aussendung als „schnell“ beschriebene Logo rückt ein Kernattribut der Plattform ins Zentrum: den garantierten Erstkontakt mit Psycholog:innen binnen 24 Stunden.
Nino Groß, seit Jänner Head of Brand & Communications bei Instahelp, formulierte laut Aussendung den Markenauftrag, das Thema in die Mitte der Gesellschaft zu tragen.
Über sein Netzwerk kam er laut Aussendung mit Marie Pierer in Kontakt, Designerin und Mitgründerin von Studio Furore. brutkasten hat bei beiden nachgefragt, was Gründer:innen und Marketingverantwortliche aus dem Projekt lernen können.
1. Die Marke laufend hinterfragen
„Man sollte wohl nie damit aufhören, seine Marke kritisch zu betrachten. Auch, wenn man etwas Ikonisches geschaffen hat“, sagt Groß. Spätestens wenn Markenelemente nicht mehr praktikabel oder im Kontext des Zeitgeists nicht mehr zielführend seien, sei es an der Zeit, etwas zu verändern.
Bei Instahelp sei die Ausgangssituation ideal gewesen: ein starkes Fundament und zehnjähriges Bestehen. „Die Grundidee war von Beginn weg, auf dem Bestehenden aufzubauen und es in die Zukunft zu tragen“, so Groß. Die Marke solle Strahlkraft über den Health-Bereich hinaus bekommen.
Als erste Best Practice nennt Groß die strategische Annäherung mit den wichtigsten W-Fragen: „Wozu machen wir das, wo wollen wir damit hin, welche Ziele soll die Marke erreichen, die sie bislang noch nicht erreicht hat?“
Pierer beschreibt den Ausgangspunkt ihrer Arbeit so: „Am Anfang steht für uns immer die Frage: Was wollen wir eigentlich vermitteln, wen wollen wir erreichen und was sollen Menschen fühlen, wenn sie mit der Marke in Berührung kommen?“
Darauf aufbauend entwickle Studio Furore ein Konzept mit einer klaren Herleitung. Daraus entstehe Schritt für Schritt die Brand Identity, von Logo, Farben, Typografie und Bildwelt bis hin zu Layoutsystem, Gestaltungselementen und Tonalität. Ziel sei ein Aha-Moment, „bei dem man versteht, warum etwas genau so gestaltet ist“.
3. Innen- und Außenperspektive zusammenbringen
Groß steuerte das Projekt in Abstimmung mit der Geschäftsführung und entwickelte das markenstrategische Konzept. Eingebunden waren außerdem die internen Design-Verantwortlichen, die den bisherigen Markenauftritt verantwortet hatten, sowie der CTO.
Diesen Mix zählt Groß zu den Best Practices des Projekts. Es gehe darum, jene, die den Markenkern gebaut haben, mit jenen zusammenzubringen, die ihn weiterentwickeln werden. „Diesen Wissenstransfer braucht es.“ Ebenso wichtig sei, offen und ohne Tabus zu diskutieren, was bleiben darf und was gehen muss. „Greift man die gesamte Identität an, ist das ein schmaler Grat.“
Dass die Entscheidungen im Unternehmen schnell fielen, hat Groß nach eigenen Angaben beeindruckt. Die Marke habe in ihrer Erscheinungsform seit zehn Jahren bestanden. „Von daher ist das keine kleine Intervention, wenn man an die gesamte Identität geht.“
4. Bei der Agentursuche das eigene Netzwerk nutzen
„Wir haben mehrere Angebote eingeholt, das sollte man immer“, sagt Groß. Ausschlaggebend sei im Endeffekt der persönliche Kontakt gewesen. Er kenne die Köpfe hinter Studio Furore schon lange und habe von ihnen nie etwas gesehen, das ästhetisch und handwerklich nicht auf sehr hohem Niveau gewesen sei.
Bei einem Mittagessen mit Pierer und Fotograf Kurt Bauer, der für die Bildwelt verantwortlich zeichnete, sei ihm nach ein paar Sätzen klar gewesen: „Die spüren die Marke.“
Startups und kleineren Unternehmen rät Groß, nach Möglichkeit persönliche Kontakte anzuzapfen, also Personen mit Erfahrung und guten Drähten in die Kreativwirtschaft. „Das spart einerseits Zeit und schützt vor Leerläufen. Andererseits ist es enorm wichtig für die qualitative Einschätzung.“
5. Konventionen brechen, wenn sie dem Ziel im Weg stehen
Die neue Marke tritt bunt und warm statt klinisch auf. „Ich sehe das eigentlich weniger als Mut, sondern vielmehr als Notwendigkeit“, sagt Pierer dazu. Psychische Themen seien gesellschaftlich schon stark mit Schwere und Unsicherheit behaftet. „Wie soll man Hoffnung vermitteln oder ein Gefühl des Aufatmens schaffen, wenn die Gestaltung genau diese Schwere noch verstärkt?“
Verharmlosen dürfe man das Thema dadurch nicht. „Aber ernst zu nehmen bedeutet nicht automatisch, dass etwas klinisch, kühl oder schwer aussehen muss.“ Dabei müsse jedes Element eine klare Bedeutung haben. „Es geht nicht einfach darum, ein schönes Logo oder eine bestimmte Farbe zu wählen. Die Gestaltung muss in sich stimmig sein und eine Geschichte erzählen.“
Für Pierer hat das Projekt auch eine persönliche Seite. In der Aussendung schildert sie, nach der Geburt ihres ersten Kindes selbst schwierige psychische Phasen erlebt zu haben. „Wenn ich damals von einem Angebot wie Instahelp gewusst hätte, wäre mir der Weg zur Unterstützung mit Sicherheit leichter gefallen.“
6. Mit kleinem Budget: wenige Dinge richtig machen
Startups mit kleinem Budget rät Pierer, sich am Anfang klar darüber zu werden, wofür man steht und was man vermitteln möchte. „Man braucht nicht sofort ein riesiges Branding oder unzählige Gestaltungselemente. Man braucht ein gutes Konzept.“
Ein durchdachtes Logo, eine passende Farb- und Typografiewelt und eine konsistente Bildsprache könnten schon viel bewirken. Pierer rät davon ab, Trends oder andere Marken zu kopieren, nur weil sie gerade gut funktionieren. Man solle herausfinden, was einen selbst besonders macht, und das konsequent sichtbar machen.
Außerdem solle das Erscheinungsbild flexibel bleiben und mit dem Unternehmen wachsen können. „Eine gute Markenidentität muss nicht von Anfang an riesig sein. Sie muss vor allem eine klare Idee haben.“
Die neue Markenidentität von Instahelp ist laut Aussendung inzwischen vollständig ausgerollt. Die Plattform arbeitet nach eigenen Angaben mit mehr als 400 Psycholog:innen und hat bis dato rund 450.000 Beratungen durchgeführt.
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GoStudent versucht, woran Zuckerberg und viele andere gescheitert sind
AI Kontextualisierung
Welche wirtschaftlichen Auswirkungen hat der Inhalt dieses Artikels?
Der Launch von GoVR durch GoStudent, ein führender EdTech-Akteur, könnte Auswirkungen auf den Bildungssektor haben, indem es Schüler:innen eine interaktive Möglichkeit bietet, Sprachunterricht zu erhalten. GoStudent hat Meta Quest 2 VR-Headsets als „Hardware-Spende“ von Meta erhalten und kooperiert mit der VR-Trainingsplattform Immerse. Die Preise für eine 50-minütige Gruppensession auf einer virtuellen einsamen Insel liegen zwischen 25 und 27 Euro. Das Angebot wird in Österreich, Deutschland und der Schweiz gestartet und in Zukunft auf weitere Märkte ausgedehnt.
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AI Kontextualisierung
Welche Relevanz hat der Inhalt dieses Artikels für mich als Investor:in?
Als Investor:in kann es relevant sein, dass GoStudent mit GoVR eine neue EdTech-Lösung auf den Markt bringt, die auf das Metaverse setzt, und dafür mit namhaften Partnern wie Immerse und Meta kooperiert. Es bleibt abzuwarten, ob das Angebot bei den Zielgruppen Anklang findet und welche Auswirkungen der Einsatz von Virtual Reality in der Bildung langfristig haben wird.
GoStudent versucht, woran Zuckerberg und viele andere gescheitert sind
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Welche Relevanz hat der Inhalt dieses Artikels für mich als Politiker:in?
Als Politiker:in kann dieser Artikel für Sie von Relevanz sein, da er einen Einblick in den Einsatz von Virtual-Reality-Technologie im Bildungsbereich und die Zusammenarbeit von EdTech-Unternehmen mit großen Unternehmen wie Meta von Facebook gibt. Es zeigt auch, wie Start-ups wie GoStudent Möglichkeiten finden, um neue Produkte auf den Markt zu bringen, in diesem Fall die GoVR-Plattform, die auf Schüler:innen zwischen 13 und 18 Jahren zugeschnitten ist. Dies könnte ein Beispiel dafür sein, wie Technologie dazu beitragen kann, Bildung für Schüler:innen zu verbessern und dem Bildungssystem neue Dimensionen hinzuzufügen.
GoStudent versucht, woran Zuckerberg und viele andere gescheitert sind
AI Kontextualisierung
Was könnte das Bigger Picture von den Inhalten dieses Artikels sein?
Das Aufkommen des Metaverse als Hype-Thema in der Tech-Welt und sein Scheitern bei der breiten Bevölkerung hat dazu geführt, dass nun viele Unternehmen und Startups versuchen, Möglichkeiten zu finden, um dieses Konzept doch noch erfolgreich umzusetzen. Ein solches Beispiel ist GoStudent, das mit GoVR eine Metaverse-Lernplattform für Schüler:innen zwischen 13 und 18 Jahren auf den Markt gebracht hat. Die VR-Plattform soll Sprachhemmungen abbauen und Schüler:innen eine immersive Lernumgebung bieten. Die Zusammenarbeit mit anderen Partnern und die Unterstützung durch die Hardware-Spende von Meta sollen GoStudent als führenden EdTech-Akteur festigen.