04.03.2025
JAHRESABSCHLUSS 2023

GoStudent: Neunstelliger Verlust im Jahr 2023 – nun aber angeblich profitabel

Anfang 2023 hieß es von GoStudent, dass man im Kernmarkt bereits profitabel sei und bis Ende des Jahres auch in allen weiteren Märkten Profitabilität erreichen würde. Im Jänner 2024 räumten die Founder Felix Ohswald und Gregor Müller ein, dass dieses Vorhaben nicht gelungen sei. Nun kennt man die Höhe des Verlustes für das Geschäftsjahr 2023.
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GoStudent
© brutkasten - Felix Ohswald, Gründer GoStudent.

Das Wiener Unicorn GoStudent hat immer wieder für Aufsehen gesorgt. Mehreren Kündigungswellen und Vorwürfen von ehemaligen Mitarbeiter:innen folgte eine Kapitalaufnahme von 95 Mio. US-Dollar im August 2023. 2024 gab es erneut einen Stellenabbau und die Veröffentlichung der Bilanz von 2022, mit einem ausgewiesenen Verlust von 221 Mio. Euro – im Jahr davor hatte man 89 Millionen Euro Minus geschrieben.

Vorhaben nicht erreicht

Im März 2023 erklärte dann Felix Ohswald im brutkasten-Talk, dass sein Unicorn im Kernmarkt bereits profitabel sei und Profitabilität bis Ende 2023 auch in allen anderen Märkten erreichen würde. Tatsächlich gelang dieses Vorhaben aber nicht, wie Ohswald und Co-Founder Gregor Müller im Jänner 2024 einräumten – es folgte ein weiterer Stellenabbau.

Wie nun aus dem Jahresabschluss 2023 hervorgeht, hat GoStudent damals insgesamt 134 Millionen Euro Verlust geschrieben hat. Ein Sprecher gegenüber der Tageszeitung „Der Standard“ dazu, die als erstes Medium darüber berichtete: „GoStudent hat seinen Nettoverlust im Jahresvergleich um 81,7 Prozent, angetrieben durch umfassende Restrukturierungen und operative Effizienz, verbessert. Im März 2024 gaben wir bekannt, dass wir die Profitabilität erreicht haben. Unsere Finanzberichte für 2024 werden dies widerspiegeln.“

GoStudent diesmal wirklich profitabel?

Man muss erwähnen, dass sich die gesamte Verlustsumme auf die ganze Unternehmensgruppe mit allen ausländischen Tochterfirmen bezieht. Laut Standard betrage der Verlust im Konzern dennoch noch immer knapp 62 Millionen Euro. Bemerkenswert bleibe jedoch der Satz im Jahresabschluss der österreichischen GoStudent GmbH: „Das Unternehmen konzentrierte sich weiterhin auf den Kernmarkt in der Dach-Region und erreichte bis Februar 2023 die Profitabilität auf Länderbeitragsebene.“ Zur näheren Erklärung und Bedeutung dieser Aussage machte das Unternehmen bisher keine Angabe.

2024 „full profitability“?

Auf der US-Plattform TechCrunch spracht Felix Ohswald vor rund einem Jahr von “full profitability”, die man 2024 erreicht habe – brutkasten berichtete. “Und das nicht nur auf EBITDA-Basis”, wurde Ohswald im Bericht zitiert. Auf Nachfrage bestätigte GoStudent damals, dass man „im ersten Quartal tatsächlich erstmals profitabel war und seit Jänner schwarze Zahlen schreibe“. Genaue Erkenntnis und konkrete Zahlen wird aber wohl erst der nächste Jahresabschluss bringen.

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Die Adspresso-Geschäftsführer (v.r.) Daniel Muftić und Marcus Schnellinger © Adspresso

Rund 30 Stunden aktive Arbeitszeit fallen laut Adspresso bei der Besetzung einer offenen Stelle an. Diesen Aufwand will das Welser Startup auf unter eineinhalb Stunden senken, also um 95 Prozent. Erreichen wollen die Gründer Daniel Muftić und Marcus Schnellinger das mit TalentBlend, einer KI-Plattform für die Fachkräftegewinnung. Ein erstes Modul ist nun als Prototyp bei einem Testkunden im Einsatz.

Vom Agenturgeschäft zur Software

Hinter TalentBlend steht ein Verfahren, das Adspresso bisher als Agenturleistung manuell umsetzt. Unternehmen werben dabei Fachkräfte über Active Sourcing, Werbeanzeigen auf Meta, TikTok, Google und LinkedIn sowie ein kurzes Bewerbungs-Quiz an. Telefonisch werden die Kandidat:innen anschließend vorqualifiziert. Angesprochen werden sollen vor allem wechselbereite Fachkräfte, die nicht aktiv auf Jobbörsen suchen. Als Zielgruppe nennt Adspresso Industrie und Mittelstand. Ihr Know-how bringen Muftić und Schnellinger aus früheren Marketing- und Recruiting-Jobs bei Resch&Frisch und BRP-Rotax mit.

Ein Modul live, zwei in Entwicklung

Die Software besteht aus drei Bausteinen. Am weitesten ist die sogenannte „Creative Engine“. Sie soll aus der Stellenausschreibung sowie Foto- und Videomaterial des Betriebs automatisiert die Werbemittel einer Kampagne erstellen, inklusive CI-Vorgaben und arbeitsrechtlichen Anforderungen. „Was früher Tage an Abstimmung und Gestaltung gebraucht hat, entsteht heute aus Stellenausschreibung und Bildmaterial in einem automatisierten Ablauf“, sagt Schnellinger. Beim Testkunden, einem Industriebetrieb, verkürzt sich die Kampagnenerstellung laut Adspresso bisher um rund 40 Prozent.

Ein zweites Modul, eine Voice AI, soll innerhalb einer Minute nach Bewerbungseingang ein strukturiertes Erstgespräch führen. Fragen zu Alter, Herkunft oder Gesundheit sollen dabei technisch ausgeschlossen sein. Ein erster Prototyp konnte die Vorqualifizierung laut dem Unternehmen jedoch noch nicht verlässlich übernehmen. „Jetzt sind wir an einem Punkt, an dem wir noch einmal in die Grundlagenarbeit gehen müssen“, so Schnellinger. Ebenfalls in Entwicklung ist ein Dashboard, das Kandidat:innen nach Qualifikation aufbereiten soll.

Niedriger sechsstelliger Betrag gesucht

Finanziert wurden die bisherigen Prototypen aus dem laufenden Agenturgeschäft. Dessen Monatsumsatz liegt laut Adspresso bei rund 25.000 Euro. Für die weitere Entwicklung, insbesondere der Voice AI, benötigt das Startup nun zusätzliche Mittel. Kalkuliert wird mit einer niedrigen sechsstelligen Summe, Gespräche mit Förderstellen und Kapitalgebern laufen nach Angaben der Gründer bereits. Langfristig soll TalentBlend zu einem eigenständigen SaaS-Produkt werden, das Betriebe selbst bedienen können. Einen Termin für den Marktstart nennt Adspresso noch nicht, dieser hänge vom Verlauf der Finanzierung ab.

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