20.06.2023

Good-Edi: Startup stellt essbare Kaffeebecher her

Das australische Unternehmen Good-Edi setzt auf essbare Behälter, um alle mit Polyethylen ausgekleideten Einwegartikel zu bekämpfen. Und das in zwei Varianten.
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Good-Edi, essbarer Kaffebecher
(c) Good-Edi - Catherine Hutchins (l.) und Aniyo Rahebi von Good-Edi.

Der Weltkaffeeverbrauch 2020 bis 2021 erreichte ein physisches Volumen von 167,58 Millionen 60-kg-Säcken. Dies stellte die brasilianische Agrarforschungsgesellschaft „Empresa Brasileira de Pesquisa Agropecuária“ (Embrapa) fest. Wer sich dafür interessiert, welche europäischen Länder am meisten dem Kaffekonsum erlegen sind, der wird divergierende Zahlen finden. Das „Zentrum für die Förderung von Importen aus Entwicklungsländern“ (CBI) reiht Deutschland vor Frankreich und Italien; die „National Coffee Association“ und die „Specialty Coffee Association of America“ hieven Finnland, Schweden und die Schweiz aufs Podest. Der „European Coffee Report“ hingegen meint, dass Deutschland, Italien und Belgien den höchsten Kaffeekonsum haben. Alles Rankings, die die Good-Edi-Founderinnen Aniyo Rahebi and Catherine Hutchins vermutlich kennen, auch wenn ihre Heimat auf der anderen Seite der Welt liegt.

Good-Edi als Alternative zu Polyethylen

Die beiden Australier sind überzeugt davon, dass ihr Kontinent Kaffee am meisten liebe und wissen, dass dort rund 2,7 Millionen Kaffeebecher täglich auf Mülldeponien landen. Deswegen beschlossen sie, ihre 20-jährige Erfahrung in der Lebensmittelverarbeitung zu nutzen und etwas Gutes zu tun.

„Es stellte sich heraus, dass es unser Schicksal war, dies mit einem essbaren Becher zum Mitnehmen zu tun“, sagen beide heute. „Es besteht kein Zweifel, dass Becher zum Mitnehmen praktisch sind. Aber wir waren schockiert, als wir erfuhren, dass in Australien täglich 2,7 Millionen Becher auf Mülldeponien landen. Das sind schätzungsweise eine Milliarde pro Jahr.“

Die Müllberge selbst erblickend hatten sie daher die Idee, einen Becher2Go zu entwickeln, den man essen kann. Hunderte Stunden in der Küche verbringend kam am Ende eine essbare, biologisch abbaubare und plastikfreie Alternative zu den üblichen, mit Polyethylen ausgekleideten Pappbechern für Kaffee heraus. Nämlich der normale „Edible Cup“ und der „Edible Chocolate Cup“.

Good-Edi, essbarer Kaffebecher
(c) Good-Edi – Die beiden essbaren Kaffeebecher von Good-Edi.

Good-Edi sammelte im Jahr 2021 über eine Crowdfunding-Website rund 98.000 US-Dollar ein und produziert in einer Anlage nahe Melbourne täglich etwa 500 Becher für Kund:innen in ganz Australien.

40 Minuten lang knusprig

Das Produkt von Good-Edi eignet sich sowohl für heiße Getränke wie Kaffee und Tee als auch für kalte. Nach etwa 250 Rezeptanpassungen entwarfen die Gründerinnen eine Mischung aus Roggenmehl, Weizenkleie, Haferkleie, Zucker, Salz, Kokosnussöl und Wasser. Sie behaupten auf ihrer Website zudem, dass ihr Waffel-Behälter bei einer heißen Tasse Kaffee etwa 40 Minuten lang knusprig bleibt, bei einem kalten Getränk etwa acht Stunden lang nicht ausläuft und den ursprünglichen Geschmack nicht verändert. Good-Edi will in diesem Jahr die Produktion steigern und den Vertrieb international ausweiten.

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Foto: epilogy.photography

Während der ViennaUP wurde Wien einmal mehr zur internationalen Drehscheibe der Startup-Welt. Inmitten dieser Woche voller Begegnungen, Ideen und Innovationen setzte ein Event einen ganz besonderen Akzent: Im Wien Museum, mit weitem Blick über den Karlsplatz, kamen zahlreiche Founder, Investor:innen, Corporate-Partner und Wegbegleiter:innen zusammen, um ein Jubiläum zu feiern, das sinnbildlich für den internationalen Fokus des österreichischen Innovationsstandorts steht: 10 Jahre Global Incubator Network Austria (GIN).

Schon beim Eintreten wurde spürbar, was GIN über das vergangene Jahrzehnt ausgemacht hat – das Zusammenspiel aus österreichischen Wurzeln und globaler Reichweite. Gründer:innen aus Wien trafen auf asiatische Startups, die diese Woche in der Stadt zu Gast waren, um in Europa Fuß zu fassen.

Foto: epilogy.photography

Eine von ihnen war Nga Chi Lydia Yip, Co-Founderin und CSO von Elleon Biotech aus Hongkong. Ihr Startup hat ein Reagenz entwickelt, mit dem sich markierte Zellen – etwa Krebs- oder virusinfizierte Zellen – mit bloßem Auge oder per Smartphone sichtbar machen lassen, ganz ohne teure Mikroskope oder geschultes Personal. „Ich habe in den letzten Tagen mehr wertvolle Leads getroffen als in zwei Jahren in Hongkong“, erzählte sie. Über das GIN-Programm war sie auf der Suche nach einem strategischen Partner für die Antikörper-Produktion – und wurde bei einem der Networking-Momente tatsächlich fündig. „Ich liebe den Vibe hier. Die Leute sind wirklich da, um einander zu helfen.“

Genau diese Atmosphäre baut GIN seit 2016 systematisch auf: Verbindungen, die weit über ein einzelnes Programm oder eine Delegationsreise hinausreichen.

Ein Jahrzehnt Brückenbauen zwischen Österreich und Asien

Seit seiner Gründung 2016 verfolgt GIN ein klares Ziel: innovative Startups beim internationalen Wachstum zu unterstützen und gleichzeitig Österreich als zentralen Innovationsstandort zu stärken. Unter dem Leitgedanken „Connecting the Circles of Growth“ hat sich daraus ein Netzwerk entwickelt, das weit über klassische Förderprogramme hinausgeht.

Die Bilanz nach zehn Jahren spricht für sich: 756 unterstützte Startups, 71 internationale Programm-Batches, 7 zentrale Partnerregionen und über 30 internationale Innovationspartner. Im Zentrum stehen die beiden Programme GO ASIA und GO AUSTRIA, die den Austausch in beide Richtungen ermöglichen – ein zweiseitiger Ansatz, der GIN zu einer einzigartigen Brückenbauerin macht. Geschichten wie jene von Elleon Biotech zeigen, was das konkret bedeutet.

Foto: epilogy.photography

Zur Beginn reflektierten Henrietta Egerth (Geschäftsführerin FFG) und Bernhard Sagmeister (Geschäftsführer aws) über die Vision hinter GIN, die gemeinsame Steuerung der beiden Programme und den Blick nach vorne. „Zehn Jahre Global Incubator Network Austria bedeuten zehn Jahre messbaren Impact für das österreichische Startup-Ökosystem und weit darüber hinaus“, betont Henrietta Egerth. „Allein am aktuellen GIN-Programm nehmen 56 Startups aus sieben asiatischen Zielregionen teil – mehr als jemals zuvor.“

Panel: Local Roots, Global Reach

Unter dem Titel „Local Roots, Global Reach: The New Rules of Internationalization“ diskutierte ein hochkarätig besetztes Panel die veränderten Spielregeln internationaler Expansion. Marcus Berger (CEO, Aviloo), Ayashi Das Majumder (Co-Founderin & COO, Sensegrass), Markus Lang (General Partner, Speedinvest) und Andreas Mühlberger (Infineon Technologies Austria) brachten vier sehr unterschiedliche Perspektiven zusammen. Die zentrale Botschaft: Für einen kleinen Exportmarkt wie Österreich ist Internationalisierung essenziell – gleichzeitig aber komplexer geworden, und sie gelingt nur durch starke Partnerschaften und langfristige Begleitung.

Foto: epilogy.photography

Workshop: Impulse für die nächsten zehn Jahre

Im interaktiven Workshop-Teil, moderiert von Viktoria Ilger (Venture Clienting Austria), wurden die Gäste selbst zu Mitgestaltenden. An mehreren Tischen diskutierten sie in kleinen Runden über die zentralen Fragen rund um Internationalisierung. Begleitet wurde der Nachmittag von einem Live-Graphic-Recording-Team, das die wichtigsten Gedanken und Erkenntnisse in Echtzeit visuell festhielt – ein wachsendes Bild, das ebenso entstand wie die Insights selbst und am Ende eindrucksvoll präsentiert wurde.

Foto: epilogy.photography

Blick nach vorne: Indien als nächster Meilenstein

Mit der geplanten Erweiterung von GIN GO ASIA nach Indien ab 2027 wurde ein klares Signal für die nächste Phase gesetzt. Bereits heute holt das aktuelle GO AUSTRIA Programm sieben indische Deep-Tech-Startups nach Österreich. Indien zählt mittlerweile über 130 Startup-Unicorns und entwickelt sich mit enormer Dynamik zu einem der wichtigsten Technologie- und Wachstumsmärkte der Welt. Mit der India-Austria Startup Bridge wurde bereits vor zwei Jahren ein erstes Instrument geschaffen, um indische Startups nach Österreich zu holen – ab 2027 öffnen sich die Türen gezielt auch für österreichische Startups in diesen Zukunftsmarkt. So festigt GIN Österreichs Rolle als europäisches Gateway für Innovation, Technologie und internationale Zusammenarbeit.

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Eine Community feiert

Zum Abschluss wurde sichtbar, was GIN über die Zahlen hinaus ausmacht: eine globale Community aus Foundern, Partner:innen, Mentor:innen und Freund:innen. In einem Happy-Birthday-Video schickten Wegbegleiter*innen aus aller Welt ihre Glückwünsche. Das GIN-Team kam auf die Bühne, die Gläser wurden erhoben – und der Nachmittag mündete in eine Feier, die anschließend bei GIN & Friends am Karlsplatz ihre Fortsetzung fand. Für Lydia Yip stand da nur noch ein letztes Meeting an, bevor auch sie dazustieß: „Ich hätte nie erwartet, dass eine Geschäftsreise so viel Freude macht.“


Das Global Incubator Network Austria (GIN) ist eine Initiative der österreichischen Bundesregierung und wird von der Austria Wirtschaftsservice (aws) und der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) umgesetzt. Ziel ist es, Start-ups, Investor:innen und Innovationspartner:innen international zu vernetzen und den Innovationsstandort Österreich nachhaltig zu stärken. Der Artikel wurde in Kooperation mit der Austria Wirtschaftsservice (aws) umgesetzt.

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Welche gesellschaftspolitischen Auswirkungen hat der Inhalt dieses Artikels?

Der Inhalt dieses Artikels trägt dazu bei, das Bewusstsein für den Umweltschutz zu erhöhen, indem er eine Alternative zu den herkömmlichen, mit Polyethylen beschichteten Pappbechern für Kaffee präsentiert, die oft auf Mülldeponien landen. Good-Edi bietet eine biologisch abbaubare und essbare Option, um die Menge an Abfall zu reduzieren, die durch den Kaffee-to-go-Konsum entsteht. Dies kann dazu beitragen, das Bewusstsein für den Klimawandel und den ökologischen Fußabdruck zu schärfen und andere Unternehmen dazu zu ermutigen, umweltfreundlichere Alternativen zu entwickeln.

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Welche wirtschaftlichen Auswirkungen hat der Inhalt dieses Artikels?

Der Artikel beschreibt, wie das australische Startup Good-Edi essbare Kaffee- und Schokoladenbecher als umweltfreundliche Alternative zu herkömmlichen Papp- und Plastikbechern herstellt. Durch ihr innovatives Produkt trägt das Unternehmen dazu bei, die Verschmutzung von Mülldeponien durch Milliarden von Einwegbechern weltweit zu reduzieren. Good-Edi hat durch Crowdfunding genügend Geld eingenommen, um die Produktion seiner essbaren Becher zu steigern und den Vertrieb international auszuweiten, was positive Auswirkungen auf die Wirtschaft des Unternehmens und der beteiligten Länder haben könnte.

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Welche Relevanz hat der Inhalt dieses Artikels für mich als Innovationsmanager:in?

Dieser Artikel ist relevant für Innovationsmanager:innen, die nach umweltfreundlichen Alternativen suchen, um das Umweltbewusstsein ihres Unternehmens zu fördern. Die Gründerinnen von Good-Edi haben eine innovative Lösung entwickelt, um den Verbrauch von Einweg-Kaffeebechern und Plastikverpackungen zu reduzieren. Dies demonstriert das Potenzial für die Einführung nachhaltiger und innovativer Produkte und Dienstleistungen, um umweltbewusste Zielgruppen zu erreichen und gleichzeitig soziale und ökologische Auswirkungen zu minimieren.

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Welche Relevanz hat der Inhalt dieses Artikels für mich als Investor:in?

Als Investor:in könnte dieser Artikel für Sie interessant sein, da das australische Startup Good-Edi eine innovative Alternative zu herkömmlichen Pappbechern für Warm- und Kaltgetränke entwickelt hat. Ihr essbarer Becher ist biologisch abbaubar und plastikfrei, was zur Lösung der wachsenden Umweltprobleme beitragen kann. Das Unternehmen konnte auch über eine Crowdfunding-Website eine beachtliche Summe an Investitionen sammeln und plant, die Produktion zu erhöhen und international zu expandieren.

Good-Edi: Startup stellt essbare Kaffeebecher her

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Welche Relevanz hat der Inhalt dieses Artikels für mich als Politiker:in?

Als Politiker:in haben Sie möglicherweise ein Interesse an umweltfreundlichen und nachhaltigen Innovationen. Der Artikel beschreibt das Beispiel von Good-Edi, einem australischen Startup, das essbare Kaffeebecher als Alternative zu üblichen Pappbechern mit Polyethylenbeschichtung entwickelt hat. Diese Innovation bietet eine Möglichkeit, den Verbrauch von Pappbechern und Plastikabfall zu reduzieren. Als Politiker:in könnten Sie sich für ähnliche Initiativen in Ihrem Zuständigkeitsbereich, wie z.B. Förderung von Innovationen und Umweltschutz, engagieren.

Good-Edi: Startup stellt essbare Kaffeebecher her

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Was könnte das Bigger Picture von den Inhalten dieses Artikels sein?

Dieser Artikel behandelt ein wachsendes Umweltproblem, das durch den hohen Konsum von Kaffeebechern verursacht wird, und stellt eine innovative Lösung vor – essbare Becher. Das australische Startup Good-Edi produziert biologisch abbaubare und plastikfreie Kaffeebecher, die man essen kann und somit Müllberge vermeiden kann. Das Unternehmen hat bereits ein beträchtliches Interesse geweckt und sammelte über eine Crowdfunding-Website rund 98.000 US-Dollar ein. Somit erwägen auch andere Unternehmen, wie sie ihre Produkte umweltfreundlicher gestalten können, um der Umwelt gerecht zu werden.

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Wer sind die relevantesten Personen in diesem Artikel?

  • Aniyo Rahebi
  • Catherine Hutchins

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Wer sind die relevantesten Organisationen in diesem Artikel?

  • Empresa Brasileira de Pesquisa Agropecuária (Embrapa)
  • Zentrum für die Förderung von Importen aus Entwicklungsländern (CBI)
  • National Coffee Association
  • Specialty Coffee Association of America
  • European Coffee Report
  • Good-Edi

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