05.12.2023

Gogglestop: Vierfacher Big Brother-Teilnehmer und Salzburger Skilehrer gründen Startup

Mit Gogglestop möchten sie Stürzen und Ski-Unfällen vorbeugen. Mittels eines Klettsystems.
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Gogglestop, Jürgen und Zlatko, Jürgen Big Brother, Big Brother, Skibrille fixieren,
(c) Gogglestop - Jürgen Milski, Urgestein von Big Brother, gründete mit Salzburger Skilehrer Ralf Kosche Gogglestop.

Jürgen Milski war bereits im Jahr 2000 in der allerersten deutschen Staffel von Big Brother Teilnehmer und wurde neben Zlatko Trpkovski (man erinnere sich an Jürgen & Zlatko) zu einem Publikumsliebling. 23 Jahre später stehen mittlerweile vier Big-Brother-Einzüge beim Partyschlagerstar in der Vita. Doch neben der Musik- und TV-Karriere zog es den 60-Jährigen nun ins Unternehmertum. Gemeinsam mit dem Zell am Seeer Skilehrer Ralf Kosche gründete er das Startup Gogglestop.

Gogglestop soll Ski-Unfälle verhindern

Mit ihrem Unternehmen möchten sie mehr Sicherheit auf die Skipiste bringen und entwickelten einen Brillenstopper für Skihelme.

„Jährlich passieren zahlreiche Unfälle auf der Skipiste“, sagt Kosche, der seit 20 Jahren Skilehrer in Salzburg ist. „Daher ist es enorm wichtig, dass jeder Skifahrer und Snowboarder einen Ski-Helm trägt.“

Das Problem: Wenn es das Wetter zulässt, verschieben die Skifahrer:innen ihre Skibrille nach oben auf den Helm und wechseln auf die Sonnenbrille. „Bei der Fahrt nach unten rutscht die Skibrille durch den Gegenwind und die Erschütterungen jedoch über den Helm in den Nacken und baumelt hier unkontrolliert herum. Viele probieren dann während ihrer Fahrt, die Brille wieder vorne am Helm zu positionieren. Das lenkt ab und dadurch sind schon viele Unfälle passiert“, weiß Milski.

Fixieren der Skibrille

Beide Gründer konnten immer wieder diese gefährlichen Situationen beobachten und so entwickelte Kosche eine Lösung. Der Gogglestop wird mithilfe eines Klettsystems am Helm befestigt und die Skibrille kann so gegen Fahrtwind und Erschütterungen fixiert werden.


Mehr zu Gogglestop am Montag im Höhle der Löwen-Special. Weiters dabei: Taste Religion, Molly Suh, heyfam und CuCap.

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Öklo-Geschäftsführer und Gründer Niko Bogianzidis mit
Öklo-Geschäftsführer und Gründer Niko Bogianzidis mit "Golden Shower" | (c) Öklo

Die britische Times, die deutsche Bild-Zeitung und die französische Nachrichtenagentur AFP griffen die Story im Frühling 2025 auf: Das Wolkersdorfer (NÖ) Startup Öklo, nach eigenen Angaben Europa-Marktführer bei Komposttoiletten, kündigte ein Bier aus recyceltem Urin an. Eineinhalb Jahre später setzte das Unternehmen rund um Gründer Niko Bogianzidis das Vorhaben nun in die Tat um.

„Aufs Patriarchat pinkeln“

Gerade einmal 2.500 Flaschen zu je 0,33 Liter umfasst die erste und möglicherweise einzige Charge des Biers mit dem Namen „Golden Shower“. Diese sollen nur im Rahmen spezieller Aktionen verkauft werden und sonst von Öklo selbst in seinem Netzwerk genutzt werden. Mit der stilisierten Abbildung einer Transgender-Person und dem Slogan „aufs Patriarchat pinkeln“ auf dem Etikett sorgt das Bier gewiss für zusätzliche Aufmerksamkeit.

Auch das Etikett von „Golden Shower“ sorgt für Aufmerksamkeit | (c) Öklo

Bewusstsein für Wasserverschwendung als Hauptziel

Wer hinter all dem eine Marketing-Aktion vermutet, hat freilich Recht. Noch mehr als die erwähnte politische Message auf dem Etikett betont Gründer Bogianzidis ein anderes Ziel: „Mein Ziel mit Öklo und eben auch unserem nun produzierten Urin-Bier ‚Golden Shower‘ war und ist es, Bewusstsein für Wasserverschwendung zu schaffen und dieser im Sinne der Kreislaufwirtschaft entgegenzuwirken. Wasserknappheit ist auch bereits vor unserer Haustür und in ganz Europa ein Riesenthema, wie dieser Sommer zeigt, und wird noch an Bedeutung gewinnen“, sagt er.

Zudem sei es ein Anliegen des Projekts, Urin als Wertstoff anzuerkennen, etwa wiederverwertet als Brauchwasser oder als hochwertige Phosphorquelle. „Anstatt ihn in Phosphorminen in Afrika & Co. teuer als Langzeitdünger auszugraben, wäre es auch möglich, einen Gutteil des Bedarfs über diesen Weg direkt vor Ort zu decken. Es war und ist viel möglich, wenn Entscheidungsträger nur wollen“, so Bogianzidis.

Nur destilliertes Wasser aus Urin im „Urin-Bier“

Auch für „Golden Shower“ wird nur ein einzelner Bestandteil des aufbereiteten Urins genutzt, nämlich destilliertes Wasser. „Wir haben zuerst den Nährstoff Struvit, der als hochwertiger Langzeitdünger verwendet wird und dann Stickstoff aus dem Urin gefiltert. Anschließend wurde das Wasser mittels des Prozesses der Umkehrosmose und anschließender Destillation final bearbeitet und nutzbar gemacht“, erklärt der Gründer. Das gereinigte Wasser sei dann von einem offiziellen Ziviltechnikerbüro in Prüftests als gesundheitlich unbedenklich und für den Brauvorgang geeignet abgesegnet worden.

Diesen übernahm dann die Mostviertler Bio-Brauerei Erzbräu mit Braumeister Benjamin Bruckner. Den Kontakt habe Öklo-Kooperationspartner Muschikraft, eine feministische Craftbier-Marke, hergestellt. „Wir haben uns für die Produktion eines hochwertigen, nicht gefilterten Märzen, zu Englisch Lager, entschieden. Da destilliertes Wasser nicht wirklich lebt, haben wir die 1.000 Liter Wasser von Öklo sicherheitshalber mit zehn Prozent frischem Quellwasser im Tank angereichert, damit die Hefe als lebender Zellorganismus jedenfalls gut reagieren und arbeiten kann“, erklärt Bruckner.

Erzbräu-Braumeister Benjamin Bruckner | (c) oliacreations

Auch er betont die Zielsetzung der Aktion: „Wir leben in einer sehr ressourcenraubenden, verschwenderischen Gesellschaft. Gerade auch beim knappen Gut Wasser, wie wir selbst in Europa diesen Rekordsommer gesehen haben. Es gibt aber effiziente Wege, dem zu begegnen und gegenzuwirken und darauf wollen wir mit diesem Projekt hinweisen.“

Weitere Chargen laut Öklo „nicht ausgeschlossen“

Ob es bei den 2.500 Flaschen bleibt, ist aktuell noch unklar. Weitere Chargen seien „nicht ausgeschlossen“, heißt es von Öklo dazu lediglich. Indessen treibe man weiterhin das Leuchtturm-Projekt „Öklo-Land“ voran – Gründer Bogianzidis sprach dazu bereits vor einem Jahr im brutkasten-Talk. Auf 13.000 Quadratmetern nahe Wolkersdorf soll dabei ein modulares Biomasse-Recycling-Center und Kompetenzzentrum entstehen, das menschliche Fäkalien und biologische Abfälle in Rohstoffe wie Wasser, Dünger und Pellets sowie in Energie, konkret Biogas, umwandelt.

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