05.03.2025
BILDUNG

GOForIt: Finanzbildung für die Jüngsten

Elisabeth Leitner will mit GOForIt Finanzbildung für alle zugänglich machen - sie startet schon bei Sechsjährigen.
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Elisabeth Leitner - GOForIt
Elisabeth Leitner | Foto: PULS4 / Gerry Frank

„Wie geht das, dass Influencer:innen so viel Geld haben? Wie machen die eine Millionen Euro im Monat?“ Diese Fragen hört Elisabeth Leitner an Schulen besonders häufig. Und sie stellt darauf meist eine einfache Gegenfrage: „Wenn jemand herausgefunden hat, wie er eine Million Euro im Monat macht, glaubst du, der schickt dir dann eine Werbung, dass er seine Idee mit dir teilt?“ Dann dämmere es den Schüler:innen langsam.

Leitner hat damit ihr Ziel erreicht: Mit ihrem Startup GOForIt hat sie es sich zur Aufgabe gemacht, Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen Finanz- und Wirtschaftsbildung beizubringen – „und zwar so, dass sie es verstehen“. Dass es Bedarf gibt, habe sie als Finanzberaterin sehr schnell gemerkt. „Wenn Eltern ihre eigene finanzielle Situation nicht im Griff haben, haben Kinder keine Chance, es besser zu machen. Einige haben mit 18 schon Privatkredite“, sagt Leitner. Im Jänner 2023 hat sie deswegen GOForIt gegründet.

GOForIt macht Workshops an Schulen

Seitdem hat sich in dem Startup einiges getan. „Mittlerweile machen wir in ganz Österreich in allen Schulstufen Workshops. Vom Sechsjährigen bis zur 19-Jährigen ist da alles dabei. Wir sind auch in Lehrlingsbetrieben“, erzählt die Gründerin. Am wichtigsten ist ihr, den Schüler:innen und Lehrlingen zu vermitteln, ihr eigenes Konsumverhalten zu reflektieren. Viele würden schnell bemerken, dass sie für viele Dinge Geld ausgeben, die sie gar nicht so dringend brauchen. Mit insgesamt 6.000 Schüler:innen und 500 Lehrlingen hat Leitner in den vergangenen zwei Jahren über genau solche Dinge gesprochen.

Zusätzlich bietet sie über GOForIt Produkte an, die Lehrer:innen selbstständig verwenden können, um mit ihren Schüler:innen Finanz- und Wirtschaftswissen zu erarbeiten. „Das ist alles so konzipiert, dass Lehrer die Sachen ohne Vorerfahrung nutzen können. Auch die Spiele sind alle intuitiv, man muss einfach nur loslegen“, erklärt Leitner.

Eine App für spielerisches Lernen

Das Angebot von GOForIt beinhaltet seit zwei Wochen auch eine App. Spielerisch sollen Kinder und Jugendliche von acht bis 20 Jahren dort lernen, was es beispielsweise mit Versicherungen, Investitionen und Finanzen auf sich hat. Die App kann in den Unterricht integriert werden. Lehrer:innen bekommen dafür einen Admin-Zugang und können in ihren Unterricht aufnehmen, was die Schüler:innen in der App gelernt haben. In der App selbst steht Gamification im Vordergrund: Die Schüler:innen können sich in Ranglisten mit ihrem Wissen duellieren. „Die ersten 800 Schüler sind bereits in den Startlöchern“, erzählt Leitner.

Expansion geplant

GOForIt ist bis dato eigenfinanziert. Um die Inhalte auch Personen mit finanziellen Schwierigkeiten zugänglich zu machen, gibt es mehrere Möglichkeiten. „Wenn Schulen oder Elternvereine sich schwertun, das Geld aufzutreiben, haben wir im Hintergrund Sponsoren und Unterstützer, die das übernehmen. Wir haben da mittlerweile ein sehr gutes Netzwerk“, sagt Leitner.

Sie gehe außerdem auf Gemeinden und Unternehmen zu und vermittle ihnen, dass auch sie davon profitieren, wenn junge Menschen mehr Wissen in dem Bereich mitbringen. Aktuell gibt es eine Kooperation mit einer Versicherung, die Schulen bei der Finanzierung der Workshops unterstützen. Solche Kooperationen will Leitner auch in Zukunft forcieren. Bei GOForIt beschäftigt sie bis jetzt eine Mitarbeiterin in Teilzeit.

Für die Zukunft hat sie allerdings noch einiges vor. In zwei Jahren möchte sie nach Deutschland expandieren, danach in die komplette Eurozone. „Meine Vision ist, dass jeder junge Mensch Zugang zu praxisnaher und kinderleichter Wirtschaftsbildung hat, unabhängig davon, in welchem Umfeld er aufwächst“, sagt Leitner. Am kommenden Dienstag pitcht die Gründerin ihr Unternehmen bei der Startup-Show „2 Minuten 2 Millionen“.

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Elisabeth Zehetner (Staatssekretärin für Energie, Startups und Tourismus) | Foto: Martin Pacher
Elisabeth Zehetner (Staatssekretärin für Energie, Startups und Tourismus) | Foto: Martin Pacher / brutkasten

Dass sich die aktuell noch laufenden Verhandlungen zur EU Inc. auf Ratsebene nicht so entwickeln, wie es sich die Initiator:innen der gleichnamigen Initiative wünschen würden, ist allgemein bekannt. Übte man nach der Veröffentlichung des Kommissionsentwurfs im März noch deutliche Kritik an diesem, würde man ihn inzwischen wohl gerne so annehmen. Denn der aktuell noch in Ausarbeitung befindliche Vorschlag des Rats der EU-Justizminister:innen dürfte letztlich, wenn man mit den Verhandlungen vertrauten Personen Glauben schenken darf, kaum noch etwas mit dem ursprünglichen Vorschlag der Initiative zu tun haben. Die absoluten Kern-Forderungen seien darin de facto zur Gänze gestrichen, was überbleibe sei „nicht mehr als ein Label und vielleicht etwas schnellere Gründung“, hört man.

Österreich als EU-Inc.-Antagonist

Das offizielle Österreich spielt dabei dem Vernehmen nach eher die Rolle des Antagonisten. Das SPÖ-geführte Justizministerium zähle in den Verhandlungen zu den Verhinderern. Rot-weiß-roter Gegenwind zur EU Inc. komme aber auch von anderer Seite, nicht nur, wie allgemein bekannt, von Notariatskammer und Arbeiterkammer, sondern auch von einflussreichen Personen in der Wirtschaftskammer.

Zehetner: deutliche Positionierung pro EU Inc.

In dieser durchaus komplexen Gemengelage von Interessen aus ganz unterschiedlicher Richtung, mag es fast verwundern, dass sich Startup-Staatssekretärin Elisabeth Zehetner nun öffentlich durchaus deutlich positionierte. „Ich bin unzufrieden damit, wohin sich die Diskussion zur EU Inc. momentan entwickelt – sowohl auf EU- als auch auf nationaler Ebene“, sagte sie heute bei einer Keynote im Rahmen des Verbund Venture Day 2026 an der WU Wien. Auf diese Weise werde die EU Inc. nicht zur Alternative zur amerikanischen Delaware Inc., die auch sie sich wünsche.

Mitarbeiter:innenbeteiligung via FlexCo „noch nicht attraktiv genug“

Auch sonst gab sich Zehetner in ihrer Rede, die sich auf europäische Souveränität im Startup-Bereich fokussierte, kritisch. Die FlexCo etwa bezeichnete sie in Sachen Mitarbeiter:innen-Beteiligung als „ersten Schritt“, aber „noch nicht attraktiv genug“. Es brauche neue Steuerregeln, die Mitarbeiter:innenbeteiligung praktikabel machen. Auch ihre bereits einmal dezidiert geäußerte Forderung nach Steuererleichterungen bei Startup-Beteiligungen – vulgo Beteiligungsfreibetrag – wiederholte sie bei der Gelegenheit. Auf europäischer Ebene sieht sie Handlungsbedarf u.a. in Sachen Kapitalmarktunion. Lob gab es von Zehetner dafür für den European Scaleup Funds – ergänzt mit Eigenlob für den geplanten österreichischen Dachfonds.

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