06.12.2017

Global Rockstar: Wiener Startup mit erster Musik-Crowdfunding-Plattform

Mit Global Rockstar kann man Anteile an einem Song kaufen. An dem verdient man dann für die Dauer des Copyrights - 70 Jahre - mit.
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Global Rockstar-Founder Christoph Straub Crowdfunding Musik
(c) Manfred Werner: Global Rockstar-Founder Christoph Straub

Die österreichsiche Song-Contest Starterin ZOE war die erste, bei der es geklappt hat. Auch die deutsche Musikerin Jo Marie hat das Ziel schon erreicht. Die beiden kanadischen Künstler Murray Yates und PIOTR sammeln gerade noch. Die vier Musiker sind die ersten, die über die Wiener Plattform Global Rockstar das Geld für die Produktion einer Single aufstellen. Sie sei die weltweit erste Royalty-based Crowdfunding-Plattform, heißt es vom Gründer. Das Prinzip ist schnell erklärt: Fans und andere Interessierte erhalten, wenn sie über die Seite investieren, einen Anteil am mit dem Geld produzierten Song.

+++ Wiener Startup Music Traveler will die Musikwelt revolutionieren +++

Aufbau auf Online-Musik-Contest

Das bedeutet, dass sie für jeden bezahlten Stream, Download oder Tonträger eine kleine Summe bekommen. Und zwar für die Dauer des Copyrights, also 70 Jahre lang. „Ein Streaming-Hit kann 100.000 Euro am Tag erwirtschaften“, sagt Global Rockstar-Gründer Christoph Straub. Was ihn so sicher macht, dass sein Konzept angenommen wird, ist, dass er schon länger in der Branche ist. Seit 2014 veranstaltet Straub unter dem gleichen Namen den nach seinen Angaben weltweit größten Online-Musik-Contest. Dort hätte man 160.000 registrierte User aus über 150 Ländern, davon 15.000 Künstler. Die würden nun die Basis für die Crowdfunding-Plattform bilden. Dadurch soll auch auf Anhieb der internationale Rollout gelingen.

Karrierestart als Musiker

Founder Straub hält an der Global Rockstar GmbH rund 27 Prozent. Daneben haben laut Firmenbuch mehrere Einzelpersonen (darunter Familienmitglieder) und zwei Beteiligungsgesellschaften Anteile am Unternehmen. Straub hatte seine Karriere als Musiker mit der Band Papermoon gestartet. Später arbeitete er als Songwriter und Produzent. 2008 launchte er seine erste Online-Plattform. Seit 2014 baute er Global Rockstar als Musik-Contest für unabhängige Musiker auf.

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Enact, Roboter die fühlen, Roboter, Robotik
© Enact

Roboter können viel. Sie sehen fast alles, sie schweißen, heben, sortieren. Eines fehlt ihnen jedoch: Fingerspitzengefühl. Deshalb bleiben die letzten Handgriffe der Montage Handarbeit: ein Kabel, das einrasten muss, eine Dichtung, die sitzen muss, eine Schraube, die klemmt. Diesem Mangel an Feinfühligkeit stellt sich das Schweizer Startup Enact entgegen und baut Roboter, die Kraft spüren. Sie messen Druck und Widerstand über ihre eigenen Antriebe, wie der Mensch über Muskeln und Sehnen, und ein Modell lernt daraus, heißt es. Der Roboter merkt ohne Zusatzsensoren und ohne künstliche Haut, ob das Teil sitzt.

Enact von Caltech-Forscher gegründet

Dass das mehr als eine Nische ist, zeigen die Zahlen. China etwa hat 2025 354.000 Industrieroboter installiert, fast drei von fünf weltweit (IFR). Europa gewinne dagegen nicht über Masse sondern über Varianz, und genau dort rechnen sich Roboter bisher selten, weil jemand jede Aufgabe einzeln programmieren müsse. Roboter, die durch Vormachen lernen und spüren, ob ein Teil sitzt, sollen diese Einzelprogrammierung ersparen und auch kleine Serien automatisierbar machen. Genau hier setzt Enact an: bei den letzten Handgriffen der Montage.

Gegründet wurde das Zürcher Startup im März 2026 von Manuel Yves Galliker. Der Maschinenbauer der ETH Zürich war Gastforscher am Caltech, leitete bei 1X das Team, das dem Humanoiden NEO das Gehen beibrachte, und arbeitete danach bei Physical Intelligence.

Dort sah er, dass Kamera und Teleoperation für die Fabrik nicht ausreichen, und ging zurück nach Zürich. „Das Silicon Valley hat historisch betrachtet enorme Stärken in Software und KI, aber es fehlt an Spezialisten für Robotik und Hardware-Engineering“, sagt Galliker.

Investment von Mensch

Nun sammelte er mit Enact 30 Millionen US-Dollar in einer Pre-Seed-Runde ein, und das noch bevor es ein Produkt gibt. Das hat einen Grund, wie man in der Aussendung liest: „Das Startup baut alles selbst. Antriebe, Regelung und Modell entstehen unter einem Dach, was am Anfang mehr kostet als ein Modell auf einen fremden Arm zu setzen.“ Die ersten Antriebe laufen, der Ansatz sei laut Enact validiert.

Angeführt wird die Millionen-Runde von redalpine, Notion Capital und firstminute capital. Als Business Angels investieren Yann LeCun (von 2013 bis Ende 2025 Chief AI-Scientist bei Meta), Arthur Mensch (Co-Founder Mistral AI), Andrew Lonsberry (Path Robotics) und David Wallerstein (früher Tencent). Aktuell arbeiten zehn Personen in Zürich, bis Ende 2027 sollen es viermal so viele werden.

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