Global Rockstar: 1,5 Millionen Euro Investment für Wiener Startup
Bei 2 Minuten 2 Millionen reichte es nicht zu einem Investment. Nun sicherte sich das Wiener Startup Global Rockstar von Ex-Papermoon-Sänger Christof Straub aber 1,5 Millionen Euro von einer Schweizer Beteiligungsgesellschaft.
Wie so oft sorgte beim 2 Minuten 2 Millionen-Auftritt, der vergangene Woche ausgestrahlt wurde, die „zu hohe Bewertung“ auch beim Wiener Startup Global Rockstar dafür, dass es dort mit einem Investment nichts wurde. Nun bewies das Unternehmen von Christof Straub, ehemals Sänger der Band Papermoon, dass es ohne die Show ohnehin besser geht. Es holte sich 1,5 Millionen Euro von der Schweizer Beteiligungsgesellschaft Estus AG.
Mit diesen neuen Mitteln forciere Global Rockstar sein internationales Wachstum mit den Schwerpunkten Produktoptimierung und Marketing und baue sein Team in Wien aus, heißt es in einer Aussendung. Über die Plattform können Musikfans „Aktionäre“ von neuen Hits werden, um im Gegenzug für 70 Jahre an deren Erlösen aus Streams und Radioeinsätzen zu partizipieren. Die Investitionen werden genutzt, um die Musikproduktionen zu optimieren und ihre Vermarktung zu finanzieren.
Global Rockstar – „will digitales Musiklabel der Zukunft sdchaffen“
Gründer Straub erklärt: „Nach 30 Jahren Erfahrung im Musikbusiness ist es mir ein besonderes Anliegen, dass Musiker finanzielle Förderung und faire Verträge erhalten, ohne in ihrer Freiheit eingeschränkt zu sein. Mit Global Rockstar strebe ich an, das digitale Musiklabel der Zukunft zu schaffen, um die traditionelle Musikindustrie zum Wohle der Kreativen zu revolutionieren und es gleichzeitig Fans zu ermöglichen, erstmals ein echter Teil ihres Lieblingssongs zu werden. Ich freue mich, Global Rockstar mit der Investition unseres neuen Gesellschafters Estus AG nun zum weltweiten Player ausbauen zu können“.
Erste Investoren verdienen bereits
Gab es bei 2 Minuten 2 Millionen auch kein Investment, habe man doch stark vom Auftritt profitiert. „Innerhalb von 24 Stunden nach der TV Ausstrahlung waren bereits so gut wie alle angebotenen Song-Anteile ausverkauft“, heißt es vom Startup. Dabei verweist man auch auf eine Erfolgsgeschichte: Investoren in ZOËs (übrigens Straubs Tochter) Song „C’est La Vie“, der 2019 über Global Rockstar co-finanziert wurde, hätten bereits nach zwölf Monaten ihren Einsatz zurückverdient und würden jetzt für die kommenden 69 Jahre mit allen Streams und Radioeinsätzen Profit machen. Der Hit stehe heute bei rund fünf Millionen YouTube-Views und drei Millionen Spotify-Streams.
Instahelp-Rebranding: Sechs Learnings für die eigene Marke
Die Plattform für psychologische Online-Beratung Instahelp hat sich eine neue Markenidentität gegeben. Gegenüber brutkasten erklären Projektleiter Nino Groß und Designerin Marie Pierer von Studio Furore, wie der Prozess ablief und was andere Unternehmen daraus mitnehmen können.
Instahelp-Rebranding: Sechs Learnings für die eigene Marke
Die Plattform für psychologische Online-Beratung Instahelp hat sich eine neue Markenidentität gegeben. Gegenüber brutkasten erklären Projektleiter Nino Groß und Designerin Marie Pierer von Studio Furore, wie der Prozess ablief und was andere Unternehmen daraus mitnehmen können.
Bunt, warm, lebendig und offen: So beschreibt Instahelp seinen neuen Auftritt. Die 2015 gegründete Plattform für Online-Therapie und psychologische Beratung hat gemeinsam mit Studio Furore Logo, Typografie, Farbwelt, Fotografie und Illustration neu entwickelt. Entstanden ist laut Aussendung alles in Graz.
Der Auftritt soll laut Aussendung ein Gegenentwurf zur häufig cleanen und zurückhaltenden Ästhetik des Gesundheitsbereichs sein. Das in der Aussendung als „schnell“ beschriebene Logo rückt ein Kernattribut der Plattform ins Zentrum: den garantierten Erstkontakt mit Psycholog:innen binnen 24 Stunden.
Nino Groß, seit Jänner Head of Brand & Communications bei Instahelp, formulierte laut Aussendung den Markenauftrag, das Thema in die Mitte der Gesellschaft zu tragen.
Über sein Netzwerk kam er laut Aussendung mit Marie Pierer in Kontakt, Designerin und Mitgründerin von Studio Furore. brutkasten hat bei beiden nachgefragt, was Gründer:innen und Marketingverantwortliche aus dem Projekt lernen können.
1. Die Marke laufend hinterfragen
„Man sollte wohl nie damit aufhören, seine Marke kritisch zu betrachten. Auch, wenn man etwas Ikonisches geschaffen hat“, sagt Groß. Spätestens wenn Markenelemente nicht mehr praktikabel oder im Kontext des Zeitgeists nicht mehr zielführend seien, sei es an der Zeit, etwas zu verändern.
Bei Instahelp sei die Ausgangssituation ideal gewesen: ein starkes Fundament und zehnjähriges Bestehen. „Die Grundidee war von Beginn weg, auf dem Bestehenden aufzubauen und es in die Zukunft zu tragen“, so Groß. Die Marke solle Strahlkraft über den Health-Bereich hinaus bekommen.
Als erste Best Practice nennt Groß die strategische Annäherung mit den wichtigsten W-Fragen: „Wozu machen wir das, wo wollen wir damit hin, welche Ziele soll die Marke erreichen, die sie bislang noch nicht erreicht hat?“
Pierer beschreibt den Ausgangspunkt ihrer Arbeit so: „Am Anfang steht für uns immer die Frage: Was wollen wir eigentlich vermitteln, wen wollen wir erreichen und was sollen Menschen fühlen, wenn sie mit der Marke in Berührung kommen?“
Darauf aufbauend entwickle Studio Furore ein Konzept mit einer klaren Herleitung. Daraus entstehe Schritt für Schritt die Brand Identity, von Logo, Farben, Typografie und Bildwelt bis hin zu Layoutsystem, Gestaltungselementen und Tonalität. Ziel sei ein Aha-Moment, „bei dem man versteht, warum etwas genau so gestaltet ist“.
3. Innen- und Außenperspektive zusammenbringen
Groß steuerte das Projekt in Abstimmung mit der Geschäftsführung und entwickelte das markenstrategische Konzept. Eingebunden waren außerdem die internen Design-Verantwortlichen, die den bisherigen Markenauftritt verantwortet hatten, sowie der CTO.
Diesen Mix zählt Groß zu den Best Practices des Projekts. Es gehe darum, jene, die den Markenkern gebaut haben, mit jenen zusammenzubringen, die ihn weiterentwickeln werden. „Diesen Wissenstransfer braucht es.“ Ebenso wichtig sei, offen und ohne Tabus zu diskutieren, was bleiben darf und was gehen muss. „Greift man die gesamte Identität an, ist das ein schmaler Grat.“
Dass die Entscheidungen im Unternehmen schnell fielen, hat Groß nach eigenen Angaben beeindruckt. Die Marke habe in ihrer Erscheinungsform seit zehn Jahren bestanden. „Von daher ist das keine kleine Intervention, wenn man an die gesamte Identität geht.“
4. Bei der Agentursuche das eigene Netzwerk nutzen
„Wir haben mehrere Angebote eingeholt, das sollte man immer“, sagt Groß. Ausschlaggebend sei im Endeffekt der persönliche Kontakt gewesen. Er kenne die Köpfe hinter Studio Furore schon lange und habe von ihnen nie etwas gesehen, das ästhetisch und handwerklich nicht auf sehr hohem Niveau gewesen sei.
Bei einem Mittagessen mit Pierer und Fotograf Kurt Bauer, der für die Bildwelt verantwortlich zeichnete, sei ihm nach ein paar Sätzen klar gewesen: „Die spüren die Marke.“
Startups und kleineren Unternehmen rät Groß, nach Möglichkeit persönliche Kontakte anzuzapfen, also Personen mit Erfahrung und guten Drähten in die Kreativwirtschaft. „Das spart einerseits Zeit und schützt vor Leerläufen. Andererseits ist es enorm wichtig für die qualitative Einschätzung.“
5. Konventionen brechen, wenn sie dem Ziel im Weg stehen
Die neue Marke tritt bunt und warm statt klinisch auf. „Ich sehe das eigentlich weniger als Mut, sondern vielmehr als Notwendigkeit“, sagt Pierer dazu. Psychische Themen seien gesellschaftlich schon stark mit Schwere und Unsicherheit behaftet. „Wie soll man Hoffnung vermitteln oder ein Gefühl des Aufatmens schaffen, wenn die Gestaltung genau diese Schwere noch verstärkt?“
Verharmlosen dürfe man das Thema dadurch nicht. „Aber ernst zu nehmen bedeutet nicht automatisch, dass etwas klinisch, kühl oder schwer aussehen muss.“ Dabei müsse jedes Element eine klare Bedeutung haben. „Es geht nicht einfach darum, ein schönes Logo oder eine bestimmte Farbe zu wählen. Die Gestaltung muss in sich stimmig sein und eine Geschichte erzählen.“
Für Pierer hat das Projekt auch eine persönliche Seite. In der Aussendung schildert sie, nach der Geburt ihres ersten Kindes selbst schwierige psychische Phasen erlebt zu haben. „Wenn ich damals von einem Angebot wie Instahelp gewusst hätte, wäre mir der Weg zur Unterstützung mit Sicherheit leichter gefallen.“
6. Mit kleinem Budget: wenige Dinge richtig machen
Startups mit kleinem Budget rät Pierer, sich am Anfang klar darüber zu werden, wofür man steht und was man vermitteln möchte. „Man braucht nicht sofort ein riesiges Branding oder unzählige Gestaltungselemente. Man braucht ein gutes Konzept.“
Ein durchdachtes Logo, eine passende Farb- und Typografiewelt und eine konsistente Bildsprache könnten schon viel bewirken. Pierer rät davon ab, Trends oder andere Marken zu kopieren, nur weil sie gerade gut funktionieren. Man solle herausfinden, was einen selbst besonders macht, und das konsequent sichtbar machen.
Außerdem solle das Erscheinungsbild flexibel bleiben und mit dem Unternehmen wachsen können. „Eine gute Markenidentität muss nicht von Anfang an riesig sein. Sie muss vor allem eine klare Idee haben.“
Die neue Markenidentität von Instahelp ist laut Aussendung inzwischen vollständig ausgerollt. Die Plattform arbeitet nach eigenen Angaben mit mehr als 400 Psycholog:innen und hat bis dato rund 450.000 Beratungen durchgeführt.
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Global Rockstar: 1,5 Millionen Euro Investment für Wiener Startup
Wie so oft sorgte beim 2 Minuten 2 Millionen-Auftritt, der vergangene Woche ausgestrahlt wurde, die „zu hohe Bewertung“ auch beim Wiener Startup Global Rockstar dafür, dass es dort mit einem Investment nichts wurde.
Nun bewies das Unternehmen von Christof Straub, ehemals Sänger der Band Papermoon, dass es ohne die Show ohnehin besser geht.
Es holte sich 1,5 Millionen Euro von der Schweizer Beteiligungsgesellschaft Estus AG.
Mit Global Rockstar strebe er an, das digitale Musiklabel der Zukunft zu schaffen, um die traditionelle Musikindustrie zum Wohle der Kreativen zu revolutionieren und es gleichzeitig Fans zu ermöglichen, erstmals ein echter Teil ihres Lieblingssongs zu werden, sagt der Gründer.
Das Startup verweist auch auf eine Erfolgsgeschichte: Investoren in ZOËs Song „C’est La Vie“, der 2019 über Global Rockstar co-finanziert wurde, hätten bereits nach zwölf Monaten ihren Einsatz zurückverdient und würden jetzt für die kommenden 69 Jahre mit allen Streams und Radioeinsätzen Profit machen.
AI Kontextualisierung
Welche gesellschaftspolitischen Auswirkungen hat der Inhalt dieses Artikels?
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