30.11.2020

Glen: Diese App weiß (nicht), ob du im Supermarkt eine Maske trägst

Das deutsch-österreichische AI-Startup Humanizing Technologies automatisiert mit der App Glen die Aufforderung zum Maske aufsetzen - etwa im Supermarkt.
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Glen is watching you - die App von Humanizing Technology fordert freundlich zum Masken-Tragen auf
Screenshot: "Glen is watching you" - die App von Humanizing Technology fordert freundlich zum Masken-Tragen auf

In Supermärkten, Krankenhäusern, öffentlichen Gebäuden und noch vielen weiteren möglichen Einsatzorten könnte es bald immer wieder heißen: „Glen is watching you“. Die neue App (momentan nur Android) des im deutschen Olpe und in Wien ansässigen AI-Startups Humanizing Technologies erkennt per Kamera, ob eine Maske getragen wird, und schreitet gegebenenfalls freundlich ein – siehe Video.

„Die Anwendung erkennt, ob eine Person eine Gesichtsmaske trägt, und spricht sie proaktiv mit positivem oder negativem Feedback an“, erklärt Humanizing Technologies CTO Dimitrios Prodromou. Derzeit sei sie in Deutsch und Englisch verfügbar, weitere Sprachen sollen folgen. Für einzelne User ist Glen kostenlos. Darüber hinaus gibt es ein Lizenzpaket, um das Frontend im Design des Kundenunternehmens anzupassen. „Und die App ist DSGVO-konform, da die Gesichter nicht gespeichert und vollständig am Gerät verarbeitet werden“, so Prodromou.

Schon vor Glen Corona-Produkte von Humanizing Technologies

Glen ist nicht das erste Produkt des Startups, das prinzipiell auf Roboter-Software und Roboter-Vertrieb spezialisiert ist, in der Corona-Pandemie. Schon im März launchte Humanizing Technologies eine Corona-Software für den Roboter Pepper – der brutkasten berichtete. Diese informiert über die aktuelle Lage und macht auf Hygienemaßnahmen aufmerksam. „Gerade in Krisenzeiten können Roboter uns allen eine wichtige Unterstützung sein und die Mitarbeiter in Unternehmen entlasten“, meinte Prodromou damals.

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iDWELL-Gründer und CEO Alexander Roth mit COO Anna-Katharina Matzenberger | Foto: iDWELL

Das 2017 gegründete Wiener PropTech iDWELL hat sich frisches Kapital gesichert: Der US-Kapitalgeber Riverside Acceleration Capital (RAC) stellt dem Unternehmen einen siebenstelligen Euro-Betrag zur Verfügung. Anders als bei der Finanzierungsrunde im November 2024 handelt es sich diesmal aber um kein Investment im klassischen Sinn.

„Es handelt sich um eine nicht verwässernde Wachstumsfinanzierung. Die Eigentümerstruktur von iDWELL wird dadurch nicht verändert“, bestätigt Gründer und CEO Alexander Roth auf Anfrage von brutkasten. Zu Laufzeit, exakter Höhe und Rückzahlungsmodell will sich das Unternehmen nicht äußern: Mit RAC sei Stillschweigen vereinbart worden.

RAC verfolgt nach eigener Darstellung zwei Strategien: Minderheitsbeteiligungen über RAC Growth Equity und nicht verwässernde Wachstumsdarlehen über RAC Growth Lending. Nach eigenen Angaben hat der Kapitalgeber seit seiner Gründung 2016 mehr als 100 B2B-Softwareunternehmen unterstützt. RAC ist Teil von The Riverside Company.

Bestandsinvestoren: Unterstützung ja, Beteiligung offen

Im November 2024 hatte iDWELL rund zehn Millionen Euro in einer klassischen Runde aufgenommen (brutkasten berichtete). Lead-Investor war die Amsterdamer Investmentgesellschaft Knight Capital, auch die bestehenden Investoren Flashpoint Venture aus London und Wecken & Cie aus Basel beteiligten sich.

Warum diesmal Fremd- statt Eigenkapital, beantwortet Roth allgemein: „In der aktuellen Unternehmensphase war eine nicht verwässernde Finanzierung die passende Lösung.“ Seit der letzten Runde habe man den Umsatz „signifikant“ gesteigert. Konkrete Zahlen nennt das Unternehmen nicht. Die langjährigen Bestandsinvestoren würden den eingeschlagenen Wachstumskurs „weiterhin voll“ unterstützen. Ob sie sich an der aktuellen Finanzierung beteiligt haben, lässt die Antwort offen.

Auch auf die Frage, wie stark der wiederkehrende Jahresumsatz (ARR) zuletzt gewachsen ist und ob iDWELL heute cash-flow-positiv arbeitet, gibt es keine Zahlen. Man verfüge über eine „solide langfristige Basis“, heißt es dazu.

Kapital fließt in KI-Produkte

Das Geld soll in den Ausbau der KI-gestützten Produktwelt fließen. Ein Schwerpunkt liegt auf „iDWELL Finance“, einer Lösung für automatisiertes Rechnungsmanagement. Sie stammt vom Wiener Startup domonda, an dessen Finanzsoftware sich iDWELL im Dezember 2025 die exklusiven Rechte für die Immobilienbranche gesichert hatte (brutkasten berichtete). Domonda hatte im Juni 2023 Insolvenz angemeldet und wurde zwei Monate später saniert. Nach Angaben von iDWELL setzten Ende 2025 rund 100 Immobilienunternehmen die Lösung ein.

Zweiter Baustein ist die hauseigene KI „Greta-AI“, die Verwaltungs-, Dokumentations- und Rechnungsprozesse automatisieren soll. Christian Stein, Senior Partner bei RAC, verweist auf die Positionierung im deutschsprachigen Raum und das Ökosystem an ERP-Integrationen, mit dem iDWELL die Digitalisierung der professionellen Immobilienverwaltung vorantreiben könne.

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AI Summaries

Glen: Diese App weiß (nicht), ob du im Supermarkt eine Maske trägst

  • In Supermärkten, Krankenhäusern, öffentlichen Gebäuden und noch vielen weiteren möglichen Einsatzorten könnte es bald immer wieder heißen: „Glen is watching you“.
  • Die neue App des im deutschen Olpe und in Wien ansässigen AI-Startups Humanizing Technologies erkennt per Kamera, ob eine Maske getragen wird, und schreitet gegebenenfalls freundlich ein – siehe Video.
  • „Die Anwendung erkennt, ob eine Person eine Gesichtsmaske trägt, und spricht sie proaktiv mit positivem oder negativem Feedback an“, erklärt Humanizing Technologies CTO Dimitrios Prodromou.
  • Für einzelne User ist die App gratis, darüber hinaus gibt es ein Lizenzpaket, um das Frontend im Design des Kundenunternehmens anzupassen.
  • „Und die App ist DSGVO-konform, da die Gesichter nicht gespeichert und vollständig am Gerät verarbeitet werden“, so Prodromou.

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  • Die neue App des im deutschen Olpe und in Wien ansässigen AI-Startups Humanizing Technologies erkennt per Kamera, ob eine Maske getragen wird, und schreitet gegebenenfalls freundlich ein – siehe Video.
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