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Das Thema Gleichstellung wird in Österreichs Unternehmen mehr und mehr zur Randnotiz, wie eine aktuelle Umfrage von Deloitte Österreich zeigt. Es seien nicht nur Rückschritte bei den Karrierechancen für Frauen spürbar, auch die gläserne Decke in den Führungsetagen halte sich hartnäckig.
Gleichstellung verliert an Bedeutung
Das Beratungsunternehmen Deloitte erhebt jährlich zum Weltfrauentag am 8. März die Parameter von Geschlechtergleichstellung in der österreichischen Wirtschaft. Für die diesjährige Ausgabe wurden rund 600 Unternehmensvertreterinnen und -vertreter befragt. Das Ergebnis: Auch wenn sich in den vergangenen Jahren Fortschritte beobachten ließen, verliert das Thema in den österreichischen Unternehmen aktuell an Bedeutung.
„Wirtschaftliche Unsicherheiten, geopolitische Spannungen und politische Umbrüche verschieben die Prioritäten in den österreichischen Unternehmen. Knapp ein Fünftel ist aktuell mit anderen Themen beschäftigt, ein Viertel verfolgt zudem weder Gleichstellungsziele noch eine Gesamtstrategie. Das ist besorgniserregend, denn der wirtschaftliche Mehrwert von Gleichstellung ist evident“, sagt Elisa Aichinger, Partnerin bei Deloitte Österreich. „Gerade in unsicheren Zeiten lohnt es sich für Unternehmen, jeden Wettbewerbsvorteil zu nutzen, um ihre langfristige wirtschaftliche Beständigkeit abzusichern.“
Keine gleichen Aufstiegschancen
Spürbar wird die aktuelle Zurückhaltung vor allem bei den Karrierechancen. Die Fortschritte der vergangenen Jahre gingen teilweise wieder verloren, heißt es im Report. Aktuell gehen nur 45 Prozent der Befragten davon aus, dass Frauen und Männer unabhängig vom Beschäftigungsausmaß über gleiche Aufstiegschancen verfügen. Zum Vergleich: Vergangenes Jahr waren es 50 Prozent. Gleichzeitig ist ein Drittel der Ansicht, dass gleiche Chancen für berufliches Weiterkommen für Frauen weiterhin an eine Vollzeitbeschäftigung geknüpft sind.
„Viele Fortschritte der letzten Jahre in Sachen Gleichstellung kehren sich wieder um – das ist problematisch. Zudem gibt jede zweite Frau an, mindestens einmal aufgrund ihres Geschlechts im Berufsleben Benachteiligung erlebt zu haben. Das zeigt, wie sich ein strukturelles Ungleichgewicht in der Praxis auswirkt“, so Aichinger weiter. „Es gilt hier dringend Rahmenbedingungen zu schaffen, die insbesondere unbewusste Vorurteile frühzeitig beseitigen und berufliche Weiterentwicklung trotz privater Verpflichtungen in allen Lebensphasen ermöglichen.“
Unternehmen und Frauenanteil
Zwar ist im Jahresvergleich ein leichter Anstieg von Frauen in Führungspositionen zu verzeichnen – eine nachhaltige Entwicklung sei aber nicht erkennbar. Entsprechend zeichnet sich auch für die Zukunft kaum Bewegung ab: Fast die Hälfte der Unternehmen (46 Prozent) plant keine Erhöhung des Frauenanteils im Top-Management. Die Gründe dafür sind vielfältig und reichen laut den Befragten von der Zurückhaltung von Frauen, Führungspositionen anzustreben, über vorherrschende traditionelle Rollenbilder bis hin zu fehlenden Kinderbetreuungsangeboten.
„Die meisten Unternehmen sehen generell das Fehlen ausreichend qualifizierter Kandidat:innen als wesentliche Ursache. Wenn man bedenkt, dass seit Jahren mehr Frauen als Männer hierzulande Universitäten abschließen, ist das objektiv nicht nachvollziehbar“, erklärt Elisabeth Hornberger, Diversity-Expertin bei Deloitte Österreich. „Vielmehr zeigen sich auch hier strukturelle Barrieren, insbesondere in der Rekrutierung und Karriereentwicklung von Frauen. Karrieresprünge für Frauen sollten im Jahr 2026 nicht mehr an den Rahmenbedingungen scheitern. Der Fokus sollte auf Qualifikation und Potenzial gelegt werden.“




