24.07.2023

Gleam-Gründer nach Insolvenz: „Wir haben nur mehr wenige Tage bis wir schließen müssen“

Das Wiener E-Lastenrad-Startup Gleam musste im Juni Insolvenz anmelden. Nun startete der Gründer Mario Eibl via LinkedIn einen Aufruf, um das Unternehmen zu retten.
/artikel/gleam-gruender-nach-insolvenz-wir-haben-nur-mehr-wenige-tage-bis-wir-schliessen-muessen
Gleam Mario Eibl
Mario Eibl | (c) Gleam

„Wir brauchen kurzfristig 75.000 Euro, 150.000 Euro bis Oktober und mindestens 500.000 Euro, um die Produktion aufrechtzuerhalten und drei Millionen Euro, um den Break-Even zu erreichen. Wir haben nur noch wenige Tage, bis wir unser Unternehmen schließen müssen.“ Mit diesen drastischen Worten richtete sich Gleam-Gründer Mario Eibl via LinkedIn am Sonntag an die Öffentlichkeit, um einen neuen Investor für seine Firma zu finden. Erst im Juni musste das Wiener E-Lastenrad-Startup Insolvenz anmelden. Im Zuge der Insolvenz hieß es, dass eine Fortführung des Unternehmens angestrebt wird – Mitte Juni wurde dafür ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung beantragt.

Eibl: „4000 Bikes in der Pipeline“

Als idealen Investor nennt Eibl einen strategischen Partner, der selbst über ein Netzwerk in Produktion, Einkauf, Vertrieb und Service verfügt. „Wir sind offen für Gespräche über eine Kapitalerhöhung, den Kauf von bis zu 100 Prozent der Aktien oder ein reines Aktiengeschäft, wenn Sie ein börsennotiertes Unternehmen sind. Auch ein Wandeldarlehen/SAFE-Vertrag ist möglich“, so der Gründer im Posting weiter. Seit dem Start hätte das Unternehmen rund 300 E-Bikes gebaut und diese bereits in die EU, nach Großbritannien, Asien, Australien und Afrika verschickt. Zudem wären rund 4.000 Fahrräder in der Pipeline und Teile von einer halben Million Euro auf Lager.

Angaben zur Unternehmensbewertung von Gleam

Weiters macht Eibl auch Angaben zur Unternehmensbewertung von Gleam: „Unsere Bewertung im Jahr 2021 lag bei fünf Millionen Euro und wir haben kürzlich eine Kapitalerhöhung von neun Millionen Euro durchgeführt.“ Für die Verhandlungen mit einem neuen Investor sei man aber offen für neue Bedingungen.

Und der Gründer bringt zudem bestehende Assets ins Spiel. Demnach würde das Unternehmen über zwei Patente und ein Team verfügen, das Know-How in der Fahrrad- und Motorradindustrie mitbringt. Auch die enge Partnerschaft mit der TU-Wien im Bereich der Fahrdynamiksimulationen führt der Gründer an. „Wir wissen jetzt, wie man skaliert, was funktioniert und was nicht. Wir wissen, wie wir die Montagekosten auf ein Viertel reduzieren können“, so Eibl über das mögliche Skalierungspotential seiner Firma.

Gleam hat bekannte Investoren

Die Gründung von Gleam erfolgte bereits 2013. In der zehnjährigen Firmengeschichte konnte das Unternehmen im B2B-Bereich für seine E-Bikes zahlreiche namhafte Kunden gewinnen. Dazu zählte unter anderem der ÖAMTC oder der Lieferservice gurkerl.at. Zu den Gründen der Insolvenz machte das Unternehmen bislang allerdings keine genaueren Angaben. Eine brutkasten-Anfrage Mitte Juni bliebt unbeantwortet.

Fest steht allerdings, dass Gleam zahlreiche prominente Investoren für sich gewinnen konnte. Schon vor einem „2 Minuten 2 Millionen“-Auftritt im Jahr 2021 (Aufzeichnung 2020) war der damalige Juror Martin Rohla mit seiner Gesellschaft Goodshares an Bord. Beim Auftritt in der Sendung machte Sebastian-Kurz-Partner Alexander Schütz damals eine Investment-Zusage über 500.000 Euro. Er scheint im Firmenbuch aktuell mit vier Prozent Beteiligung auf. Dazu kommen ein paar noch kleinere Anteilseigner. Auch eine Crowdinvesting-Kampagne mit 300.000 Euro Volumen wurde umgesetzt.

2019 wurde Gleam in den Company Builder der Wiener Agentur WhatAVenture aufgenommen, die seitdem zweitgrößter Anteilseigner nach Gründer Mario Eibl ist. Ebenfalls einen zweistelligen Anteil hält seit 2019 die KIC InnoEnergy SE des Europäischen Instituts für Innovation und Technologie (EIT).


Deine ungelesenen Artikel:
10.09.2026

Florian Gschwandtner zu seiner neuen App Zone5: „Es muss nicht alles so groß wie Runtastic werden“

Florian Gschwandtner geht mit seiner Foxyfitness GmbH den nächsten Schritt. Nach der „100 Push-Ups App“ folgt mit Zone5 eine neue Fitness-App, die KI und Smartphone-Kamera zum persönlichen Trainingscoach machen soll. Der Gründer erklärt gegenüber brutkasten, welche Rolle der Longevity-Gedanke bei der App spielte und wie er mittelfristig die Zukunft seines Startups sieht.
/artikel/florian-gschwandtner-zu-seiner-neuen-app-zone5-es-muss-nicht-alles-so-gross-wie-runtastic-werden
10.09.2026

Florian Gschwandtner zu seiner neuen App Zone5: „Es muss nicht alles so groß wie Runtastic werden“

Florian Gschwandtner geht mit seiner Foxyfitness GmbH den nächsten Schritt. Nach der „100 Push-Ups App“ folgt mit Zone5 eine neue Fitness-App, die KI und Smartphone-Kamera zum persönlichen Trainingscoach machen soll. Der Gründer erklärt gegenüber brutkasten, welche Rolle der Longevity-Gedanke bei der App spielte und wie er mittelfristig die Zukunft seines Startups sieht.
/artikel/florian-gschwandtner-zu-seiner-neuen-app-zone5-es-muss-nicht-alles-so-gross-wie-runtastic-werden
Foxyfitness
© Foxyfitness - (v.l.) René Giretzlehner, Florian Gschwandtner und Christian Kaar.

2023 und somit acht Jahre nach dem Runtastic-Exit an Adidas startete Florian Gschwandtner seine neue App Foxyfitness. Anfänglich noch als „Sidehustle“ tituliert, vergrößerte sich die Foxyfitness GmbH und es kamen seine Runtastic-Co-Founder René Giretzlehner und Christian Kaar mit ins Boot.

Gschwandtner verkaufte vor rund einem Jahr zwei Drittel seines neuen Startups an seine ehemaligen Kollegen und es wurde ein neues Ziel ausgerufen: Ein KI-getriebenes App-Unternehmen aus Österreich zu erschaffen – brutkasten berichtete.

Zone5: Kamera erkennt Übungen

Nun und nach einer mehrwöchigen Beta-Phase stellt die Foxyfitness GmbH mit Zone5 eine neue App im Bereich Longevity vor. Die Anwendung nutzt Augmented Reality und Künstliche Intelligenz, um Übungen über die Smartphone-Kamera zu erkennen, zu zählen und in Echtzeit anzuleiten. Dafür sind weder Sensoren noch Wearables oder zusätzliche Hardware erforderlich.

„Zone5 ist ein Produkt wie die 100 Push-ups App„, erklärt Gschwandtner brutkasten gegenüber. „Eine Fitness-App, bei der die Kamera dein Coach wird, inklusive Trainingsplan.“

Die Kamera erkennt mehr als 30 Übungen (Seilspringen, Burpees etc.) automatisch, zählt jede Wiederholung und gibt Feedback. Die Workouts dauern fünf bis 30 Minuten und trainieren gezielt in zwei Intensitätsbereichen: in Zone 2 für die aerobe Grundlage und den Fettstoffwechsel, oder in Zone 5 für maximale Intensität und die Entwicklung der VO2max – jenem Wert, der – laut dem Foxyfitness-Team – in der Longevity-Forschung als einer der stärksten Marker für Gesundheitsspanne und Lebenserwartung gilt.

(c) Foxyfitness

Oder anders gesagt: „Als die maximale Menge an Sauerstoff in Millilitern, die ein Körper während einer körperlichen Belastung pro Minute und Kilogramm Körpergewicht aufnehmen und verwerten kann“.

Longevity-Gedanke kam aus Selbst-Analyse

„Der Longevity-Gedanke (Anm.: bei diesem Projekt) kam eigentlich aus der Selbst-Analyse. Ich beschäftige mich viel mit dieser Thematik“, erklärt Gschwandtner. „Es ist natürlich ein Trend-Thema, aber es geht nicht nur darum ’nur gesund‘ zu leben, sondern auch darum, die Lebenserwartung zu erhöhen und gesund älter zu werden. Heutzutage fangen Menschen ab 30 damit an. Man muss sich bloß ansehen, was im Bereich der Supplements, der Blutanalyse, in Longevity-Laboren oder beim IHHT-Training (Anm.: Intermittierendes Hypoxie-Hyperoxie) passiert.“

Dabei ist für den Gründer vor allem der VO2-max-Wert als Longevity-Indikator essentiell. Gschwandtner zufolge sollte man idealerweise 20 Minuten in der Woche (beim Training) in der Gegend der Zone 5 – also in der höchsten Herzfrequenzzone – verbringen, weil es diesen Wert steigere. „Genau, das ist bei uns einer der Punkte und Gedanken dahinter“, sagt er.

Automatischer Trainingsplan und Zeitraffer

Zone5 bietet für Personen, die nicht selbst planen wollen, auch einen automatisierten 12-Wochen-Trainingsplan, bei dem die App Umfang, Intensität und Übungsauswahl wöchentlich festlegt und an den individuellen Fortschritt anpasst. Alle Trainingseinheiten werden mit Apple Health synchronisiert und können in ein bestehendes Gesundheits- und Trainingsprofil eingebunden werden.

Ein weiteres Merkmal ist die automatische Aufzeichnung jeder Trainingseinheit als Zeitraffer-Video, das lokal auf dem Smartphone gespeichert wird und Übungen, Wiederholungen sowie Trainingszone zeigt. Die Videos sind für das Teilen auf Plattformen wie TikTok, Instagram-Reels oder für Stories vorgesehen und sollen kurze Trainingseinheiten in ein sichtbares, teilbares Ergebnis verwandeln.

Zone5: Cross-Selling und Symbiosen in Planung

„Die meisten Menschen wissen, dass Ausdauer und Kraft die besten Investments in ein langes, gesundes Leben sind. Woran es scheitert, sind nicht die Erkenntnisse, sondern Zeit, Ausrüstung und Anleitung. Genau da setzt Zone5 an: Du brauchst zehn Minuten, ein Smartphone und keinerlei Vorwissen – deine Kamera übernimmt den Rest“, sagt Gschwandtner, der sich des Erfolgs der App sicher ist und andeutet, was aus der Foxyfitness noch kommen wird.

„Ich glaube, es muss gar nicht alles so groß wie Runtastic werden“, sagt er. „Ich bin aber davon überzeugt, dass es eine sehr erfolgreiche App werden kann. Vor allem über eine mittelfristige Zeit, wenn wir noch die eine oder andere App im Fitnessbereich entwickeln und sich gutes Cross-Selling bzw. Symbiosen ergeben.“ Zone5 ist ab sofort im App Store und auf Google Play verfügbar.

Toll dass du so interessiert bist!
Hinterlasse uns bitte ein Feedback über den Button am linken Bildschirmrand.
Und klicke hier um die ganze Welt von der brutkasten zu entdecken.

brutkasten Newsletter

Aktuelle Nachrichten zu Startups, den neuesten Innovationen und politischen Entscheidungen zur Digitalisierung direkt in dein Postfach. Wähle aus unserer breiten Palette an Newslettern den passenden für dich.

Montag, Mittwoch und Freitag

AI Summaries

Gleam-Gründer nach Insolvenz: „Wir haben nur mehr wenige Tage bis wir schließen müssen“

AI Kontextualisierung

Welche gesellschaftspolitischen Auswirkungen hat der Inhalt dieses Artikels?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

Gleam-Gründer nach Insolvenz: „Wir haben nur mehr wenige Tage bis wir schließen müssen“

AI Kontextualisierung

Welche wirtschaftlichen Auswirkungen hat der Inhalt dieses Artikels?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

Gleam-Gründer nach Insolvenz: „Wir haben nur mehr wenige Tage bis wir schließen müssen“

AI Kontextualisierung

Welche Relevanz hat der Inhalt dieses Artikels für mich als Innovationsmanager:in?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

Gleam-Gründer nach Insolvenz: „Wir haben nur mehr wenige Tage bis wir schließen müssen“

AI Kontextualisierung

Welche Relevanz hat der Inhalt dieses Artikels für mich als Investor:in?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

Gleam-Gründer nach Insolvenz: „Wir haben nur mehr wenige Tage bis wir schließen müssen“

AI Kontextualisierung

Welche Relevanz hat der Inhalt dieses Artikels für mich als Politiker:in?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

Gleam-Gründer nach Insolvenz: „Wir haben nur mehr wenige Tage bis wir schließen müssen“

AI Kontextualisierung

Was könnte das Bigger Picture von den Inhalten dieses Artikels sein?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

Gleam-Gründer nach Insolvenz: „Wir haben nur mehr wenige Tage bis wir schließen müssen“

AI Kontextualisierung

Wer sind die relevantesten Personen in diesem Artikel?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

Gleam-Gründer nach Insolvenz: „Wir haben nur mehr wenige Tage bis wir schließen müssen“

AI Kontextualisierung

Wer sind die relevantesten Organisationen in diesem Artikel?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

Gleam-Gründer nach Insolvenz: „Wir haben nur mehr wenige Tage bis wir schließen müssen“