28.03.2025
STARTUP-FACES

Gesunde Ernährung im Berufsalltag: So isst die Startup-Szene

Wir haben Gründer:innen der heimischen Startup- und Innovationsszene nach ihren „Power Foods“ gefragt.
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vlonru.: Moritz Lechner, Barbara Sladek, Nadina Ruedl, Larissa Kravitz, Katharina Herzog, Johannes Blaschke | (c) New Fluence / Biome Diagnostics / Die Pflanzerei / Larissa Kravitz / Julia Oberhauser / Fabian Krausböck/brutkasten
vlonru.: Moritz Lechner, Barbara Sladek, Nadina Ruedl, Larissa Kravitz, Katharina Herzog, Johannes Blaschke | (c) New Fluence / Biome Diagnostics / Die Pflanzerei / Larissa Kravitz / Julia Oberhauser / Fabian Krausböck/brutkasten

Dieser Text ist zuerst im brutkasten-Printmagazin von März 2025 “Hoch hinaus” in der Kategorie „Startup Faces“ erschienen. Eine Download-Möglichkeit des gesamten Magazins findet sich am Ende dieses Artikels.

„Wie ernährst du dich, um im Berufsalltag energiegeladen und gesund zu bleiben?“ Das haben wir einige der bekanntesten Gründer:innen des Landes gefragt. Hier ihre Antworten:

Barbara Sladek, Gründerin Biome Diagnostics

Barbara Sladek | (c) Biome Diagnostics

Eine ausgewogene Ernährung ist für mich der Schlüssel, um gesund und konzentriert zu bleiben. Daher verzichte ich auf Fertiggerichte mit mehr als vier Zutaten und bereite die meisten Mahlzeiten mit frischen, unverarbeiteten Lebensmitteln zu. Gerade in stressigen Situationen fördert das meine Kreativität und gibt mir Ruhe. Zusätzlich versuche ich jede Woche, die 30-Pflanzen-Challenge zu meistern, indem ich 30 verschiedene Pflanzen in meinen Speiseplan integriere.

Moritz Lechner, Gründer New Fluence

Moritz Lechner | (c) New Fluence

Ich schaue tatsächlich sehr stark auf meine Ernährung. Ich habe lange auch alles mitgetrackt und wirklich bis zur letzten Kalorie eingetragen. Jetzt bin ich ein extrem großer Sushi-Fan – ich gehe wahrscheinlich fünf Mal die Woche Sushi essen. Damit komme ich gut auf meine Kalorien.

Katharina Herzog, Gründerin moneycare

Katharina Herzog | (c) Julia Oberhauser

Ich ernähre mich möglichst pflanzlich, mit einem Fokus auf Ballaststoffen und Proteinen. Das hält mich satt und energiegeladen. Wo es geht, passe ich meine Ernährung an meinen Zyklus an, um meine Schlafqualität und mein Wohlbefinden zu optimieren. Aber manchmal muss es einfach schnell gehen – dann zählt pragmatische Balance mehr als Perfektion.

Larissa Kravitz, Gründerin Investorella

Larissa Kravitz | (c) Larissa Kravitz

Ich habe in letzter Zeit sehr stark auf Meal Planning gesetzt. Ich habe ja auch zwei kleine Kinder und ich versuche, sie eben auch gut und gesund zu ernähren. Das heißt, ich habe immer das gleiche Frühstück mit einer ganz kleinen Variation – ich esse immer Spiegelei oder Omelette oder Eierspeis zum Frühstück. Durch die Proteine bin ich bis in den Nachmittag hinein satt, bis meine Kinder nach Hause kommen.

Johannes Blaschke, Partner Calm/Storm

Johannes Blaschke | (c) Fabian Krausböck / brutkasten

„First hunt, then eat“: Ich frühstücke nicht, außer ich mache in der Früh Sport. Dann esse ich danach meistens zwei Eier. Im Alltag mag ich Nüsse zwischendurch als Powerfood für das Gehirn. Ich versuche außerdem, Gerichte mit vielen Kohlenhydraten zu vermeiden. Und noch ein Tipp: „Win the morning, win the day“ – Kaffee trinke ich erst circa zwei Stunden nach dem Aufwachen, um das natürliche Serotonin-Level aufzubauen.

Nadina Ruedl, Gründerin Die Pflanzerei

Nadina Ruedl | (c) Die Pflanzerei

Ich bin davon überzeugt, dass man auch pflanzlich genießen kann, ohne auf österreichische Hausmannskost zu verzichten. Für mich gehören Leberkas, Schnitzel oder Käsekrainer einfach dazu – nur eben aus Pflanzen. Essen soll unkompliziert, ausgewogen und vor allem richtig gschmackig sein. Mal ein pflanzliches Gustl-Leberkas-Semmerl, mal ein Teller Krautfleckerl oder Kaiserschmarrn – Hauptsache, es macht Freude und gibt Kraft für den Tag.

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Europa-Chef von Philip Morris Marco Hannappel bei der Präsentation zum EU Economic Footprint 2026. © Philip Morris / Footprint study 2026

Die Solvay Library in Brüssel hat etwas festlich Anmutendes. Der Raum wird von indirektem Tageslicht durchflutet, dezentes künstliches Licht sorgt für eine heimelige Stimmung. Vorne stehen drei Talkshow-Sessel, der mittlere ist stark ausgeleuchtet. Auf ihm wird später der Europa-Chef von Philip Morris International, Marco Hannappel, Platz nehmen. Der weltweit führende private Tabakproduzent veranstaltet ein Event, bei dem er neben seiner EU-Wertschöpfung auch seine Transformation weg von herkömmlichen Zigaretten hin zu einer selbsternannten „rauchfreien Zukunft“ bewirbt. Wobei „rauchfrei“ hier E-Zigaretten, Tabakerhitzer und Nikotinbeutel inkludiert.

Gleich vorweg: Philip Morris präsentiert in knapp 60 Minuten und auf 52 Seiten seinen EU Economic Footprint 2026, wobei die Daten von EY-Parthenon verarbeitet wurden. Die Marke, die zum Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsnetzwerk EY gehört, schreibt im Disclaimer: „Es ist wichtig darauf hinzuweisen, dass die Daten von uns nicht unabhängig geprüft oder verifiziert wurden. Daher übernimmt EYP keine Gewähr oder Garantie für die Richtigkeit, Zuverlässigkeit oder Vollständigkeit der von PMI bereitgestellten Daten.“ Wenig überraschend fällt der Bericht sehr gut für den Tabakriesen aus. Philip Morris International liefere über 300 Milliarden Euro Gesamtbeitrag zur EU und sei für rund 0,4 Prozent des EU-BIP verantwortlich.

Alternative Produkte wie E-Zigaretten als „die bessere Wahl“

„Die Nachfrage nach den Nikotinprodukten ist da. Natürlich ist es immer am besten, gänzlich auf Tabak- und Nikotinprodukte zu verzichten. Für erwachsene Raucherinnen und Raucher, die andernfalls weiter rauchen würden, sind rauchfreie Alternativen die bessere Wahl als das Fortsetzen des Zigarettenkonsums“, erklärt Philip Morris Austria. Seine Antworten erhält brutkasten von der Presseabteilung.

Philip Morris versucht daher, eine Branche neu zu denken, und das nicht seit gestern, wie brutkasten berichtete. IQOS, Philip Morris’ eigene Marke für Tabakerhitzer, wurde vor über zehn Jahren in den Markt eingeführt. „Wenn es um innovative Produkte geht, dann ist IQOS unsere wichtigste Plattform. Wir entwickeln sie ständig weiter in Richtung höherer Leistung und geringerer Emissionen“, sagt Hannappel gegenüber brutkasten. Neu sind jedoch die Dimensionen, die Philip Morris erreicht. Im vierten Quartal dieses Jahres werden laut eigenen Angaben bereits 50 Prozent der Nettoumsätze in Europa mit alternativen Produkten erwirtschaftet.

Technologieunternehmen Philip Morris

Philip Morris möchte sich weg vom klassischen Tabakunternehmen und Zigarettenhersteller hin zu einem Technologieunternehmen entwickeln (brutkasten berichtete). So betreibt Philip Morris in Portugal ein Zentrum für generative KI, um globale Geschäftsabläufe zu unterstützen, wobei KI-Technologien eingesetzt würden, um die Entscheidungsfindung zu verbessern, Prozesse zu automatisieren und die Unternehmensleistung zu steigern. Für Philip Morris ein wichtiger Schritt, um die Transformation umsetzen zu können.

Im April dieses Jahres gab Philip Morris die Umgestaltung eines Werkes in Berlin-Neukölln bekannt. Anstatt Zigaretten zu produzieren, wird hier an Zukunftstechnologien wie KI oder Robotik gearbeitet.

Europa beschreibt Philip Morris International in seinem Bericht als globalen Hub für „Innovation, Produktion und Export“. Sein Zentrum für Innovationen betreibt Philip Morris International im schweizerischen Neuchâtel, wo Wissenschaftler und Ingenieure an den alternativen Produkten arbeiten. 2,2 Milliarden sollen hier zwischen 2021 und 2025 in die Forschung und Entwicklung investiert worden sein.

Philip Morris und Startups

Der Tabakriese setzt auch auf innovative Ideen von Startups. In dem Projekt „Be Leaf – Be The Future“ entwickeln sie Lösungen in den Bereichen der Agrartechnologie, Nachhaltigkeit und Kreislaufwirtschaft. Ein Beispiel ist das bayerische Startup Bioplasmar, das eine biologisch abbaubare Alternative zu herkömmlichem Kunststoff herstellt.

Auch in der österreichischen Startup-Szene ist Philip Morris aktiv. Im Mai diesen Jahres erwarb das Unternehmen mit seiner Tochter Aspeya 5,7 Prozent von Waterdrop im Zuge einer Finanzierungsrunde von insgesamt über 100 Millionen Euro.

Zielgruppe: Keine neuen Raucher:innen

„Wenn du bei uns in Wien in die Boutique gehst und sagst ‚Ich hätte gern das Produkt‘, dann ist die erste Frage, die dir gestellt wird: ‚Bist du volljährig'“, erklärt Philip Morris Austria. Auch online will man entsprechende Altersüberprüfungen durchführen. In Österreich arbeitete Philip Morris daher an einem Pilotprojekt zur Altersschätzung per Gesichtserkennung. Auch hier soll KI unterstützen.

„Wenn du volljährig bist, wirst du beraten. Aber nur, wenn du die zweite Frage auch mit ‚Ja‘ beantwortest, und zwar: ‚Sind Sie Konsument von Nikotin- oder Tabakprodukten?'“, heißt es von Philip Morris Austria. Man wolle nicht die Firma sein, über die Menschen mit dem Rauchen beginnen.

Kurzum: Philip Morris präsentiert sich als Unternehmen, das verantwortungsvoll mit sensiblen Themen wie Nikotin umgeht.

Der offene Brief von Frankreich und Co.

Ein Grund dafür kann der wachsende politische Druck sein. Am 6. Oktober schrieben sieben EU-Staaten rund um Frankreich und Spanien einen offenen Brief an den EU-Kommissar für Gesundheit und Tierschutz, Olivér Várhelyi. Sie sehen Regulierungslücken in der Produkt- und Werberichtlinie der Tabakindustrie. Daher fordern sie einen Stopp, neue Produkte „mit Hilfe von aggressivem Marketing und unbegründeten Behauptungen über ein geringeres Risiko auf den europäischen Markt zu bringen, mit dem Ziel, (junge) EU-Bürger zum finanziellen Vorteil der Industrie abhängig zu machen.“ Außerdem fordern die EU-Staaten für alle Produkte ein Aromenverbot sowie ein vollständiges Verbot von Nikotinbeuteln.

Hannappel hat mittlerweile auf dem Podium Platz genommen, seine Präsentation ist vorbei und er beantwortet Fragen von Journalist:innen aus ganz Europa. Angesprochen auf ein Nikotinbeutel-Verbot in Ländern wie z. B. Frankreich antwortet er: „Meiner Ansicht nach sind Verbote nie eine gute Option, weil dann in einigen Fällen illegale Märkte entstehen und man die Möglichkeit verliert, die Konsumenten zu erreichen.“

Das Event stand zwar im Zeichen des Economic Footprint, zeigt aber auch eine Firma, die versucht, sich an eine veränderte Welt anzupassen. Die Marschrichtung hin zu alternativen Produkten will man weiter verfolgen. Hannappel meint, ein solches Event jedes Jahr machen zu wollen, um ein besseres Verständnis in Europa zu erzeugen. Jedenfalls wird Philip Morris gespannt nach Brüssel blicken. Denn die nächste richtungsweisende Entscheidung der EU-Kommission bezüglich der geplanten Überarbeitung des Rechtsrahmens soll noch bis Ende 2026 fallen.


Transparenzhinweis: Die Reise- und Aufenthaltskosten wurden von Philip Morris Austria übernommen. Auswahl und Bewertung der Themen erfolgten unabhängig davon.

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