19.04.2023

GesetzeFinden.at: Dieses Start-Up baut AI-Rechtsassistenten

Das Startup Gesetzefinden.at möchte einen Beitrag zur Demokratiebildung leisten.
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Das Gründerteam von Gesetzefinden.at. (C) Gesetzefinden
Das Gründerteam von GesetzeFinden.at | (c) GesetzeFinden.at (C) Gesetzefinden

Was nervt dich am meisten auf der ganzen Welt? Diese Frage steht am Beginn der Gründungsgeschichte vom Legal-Tech-Startup GesetzeFinden.at. Im Februar 2021 begann die Reise für das drei-köpfige Jung-Unternehmen.

Rechtsinformation für alle

„Recht ist noch immer nicht für alle zugänglich, doch in einer Demokratie ist es entscheidend, dass jede:r Bürger:in Zugriff zu Gesetzestexten hat“, sagt Co-Founder Timon Röhrbacher im brutkasten-Gespräch. Gemeinsam mit seinen Freunden Christian Kaindl (CTO) und Bernhard Landrichter (CFO) will Röhrbacher Rechtsinformation bereitstellen. GesetzeFinden.at weist alle österreichischen Gesetze aus dem Bundesrecht aus und verknüpft diese mit dazu passenden Rechtssätzen und Entscheidungen.

„Wir hatten selbst immer wieder mal Rechtsprobleme, beispielsweise beim Mietrecht und fanden nur spärlich dazu passende Informationen“, beantwortet Röhrbacher die eingangs gestellt Frage, die ihn zum Gründen motivierte. Die Gesetzestexte bekommt das Startup von der Datenschnittstelle Open Government Data Portal. Der Algorithmus, der die Paragrafen mit Rechtssätzen verknüpft, soll dabei einen Gesamtüberblick über die österreichische Rechtslage ermöglichen.

Jus-Studenten als Zielgruppe

Auch wenn keiner von den drei Gründern Jus studiert hat, will man u.a. angehenden Jurist:innen eine Stütze sein. Einfach und unkompliziert Gesetzestexte finden – das ist der Anspruch, den Röhrbacher und Co. verfolgen. Die Verknüpfung soll dabei einen konkreten Überblick über die Rechtslage sicherstellen und auch der Allgemeinbevölkerung ein „übergeordnetes, leicht zugängliches Rechtsverständnis“ bieten.

Bisher finanziert sich GesetzeFinden.at aus den Taschen der drei Gründer sowie einigen kleinen Förderungen. Das Startup plant ein groß angelegtes Forschungsprojekt mit namhaften Partnern, um die Entwicklung und Grundlagenforschung im Bereich Recht und AI aufzumischen und die revolutionäre Idee, einen AI Chatbot zum österreichischen Recht umzusetzen. Für das Forschungsprojekt wurde bereits ein MVP entwickelt, der in den nächsten Wochen veröffentlicht wird und die Datengrundlage für das Forschungsprojekt sein soll.

Chatbot soll anwaltliches Erstgespräch ersetzen

„Der Chatbot soll ein anwaltliches Erstgespräch ersetzen und bei Rechtsproblemen eine Stütze sein“, so Röhrbacher. Bei Mietrechtsproblemen soll der Chatbot etwa nachfragen, ob es sich um einen Alt- oder Neubau handelt und zum Problem passende Lösungen vorschlagen. Eine erste Version des Bots soll bereits in wenigen Wochen verfügbar sein und sich vorerst nur auf das Straßenverkehrsrecht konzentrieren.

Langfristig soll der Chatbot auch eine Finanzierungsquelle für GesetzeFinden.at sein. Das dreiköpfige Team kann sich demnach vorstellen, ein Abo-Modell für den KI-Anwalt einzurichten. Zuletzt erfreute sich GesetzeFinden.at einem rasanten Wachstum. Seit Mitte Februar steigt das Zugriffsvolumen um 20 Prozent wöchentlich – Zahlen, die dem Startup Mut für die Zukunft machen.

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„Walter“ kann Ziegel mit einem Gewicht von bis zu 52 kg heben © PORR/Jan Hrdý

Der Bauriese Porr testet auf einer Baustelle in Tschechien, wie weit sich das Mauern automatisieren lässt. Beim Wohnbauprojekt Kladno Living, rund 25 Kilometer westlich von Prag, setzt ein Roboter mit der Bezeichnung WLTR, intern „Walter“ genannt, tragende Wände und Wohnungstrennwände aus plangeschliffenen Akustikziegeln. Das Projekt umfasst fünf Gebäude mit 371 Wohnungen samt Garagenplätzen.

Im Testbetrieb hat das Unternehmen die Maschine bereits seit 2025. Sie hebt Ziegel mit einem Gewicht von bis zu 52 Kilogramm und positioniert sie laut Aussendung millimetergenau auf Basis des digitalen Projektmodells. Zwei Personen bedienen den 2,5 Tonnen schweren Roboter, der auf eine Reichweite von 3,5 Metern kommt und mit 1,5 kW auskommt. Die angegebene Produktivität liegt bei 7,5 Quadratmetern pro Stunde, maximal sind zehn möglich.

Planung ab Tag eins

Entscheidend war aus Sicht des Konzerns, dass „Walter“ schon zu Projektstart eingeplant wurde. Robotik auf der Baustelle verlange eine enge Abstimmung zwischen Planung, Statik, Auftraggeber und Baustellenteam, dazu eine eigene Logistik und ausreichend Bewegungsfläche. Die aktuelle Gerätegeneration schafft nach Angaben des Unternehmens nicht nur lange gerade Wände, sondern auch Ecken und Wandöffnungen.

Der Roboter mauert auf der Baustelle des Projekts Kladno Living in Tschechien © PORR/Jan Hrdý

„Bauen ist und bleibt ein People Business. Unser Ziel ist es nicht, Menschen zu ersetzen, sondern unseren Mitarbeitenden Werkzeuge an die Hand zu geben, die ihnen die besonders schweren Arbeiten erleichtern“, sagt Porr-CEO Karl-Heinz Strauss. Der Roboter arbeite unter Aufsicht geschulter Fachkräfte, der größte Nutzen liege im Übernehmen der körperlich anspruchsvollsten Tätigkeiten.

Zentrale Robotik-Einheit

Koordiniert werden Automatisierungsprojekte gruppenweit über das Team Construction Automation & Robotics (CAR), das robotergestütztes Mauern neben BIM, digitalem Baumanagement und datenbasierten Lösungen verantwortet. Jeder Anwendungsfall entstehe aus einem konkreten Bedarf der Baustelle. Die Erfahrungen aus Kladno sollen in weitere Projekte einfließen, kündigt Dušan Čížek, Geschäftsführer von Porr Tschechien & Slowakei, an. Neu ist die Stoßrichtung nicht: Im brutkasten-Interview „Irgendwann wird der Kranfahrer eine IT-Fachkraft sein“ argumentierte Strauss bereits, dass Robotik das Berufsbild am Bau verschiebt, statt es abzuschaffen.

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