08.10.2017

Geschäftsführer Hassen Kirmaci verlässt WeXelerate

Mit Wirkung vom 6. Oktober wurden Dominik Greiner und Stephan Jung als neue Geschäftsfrührer von weXelerate bestellt. Das Innovationszentrum hat seinen Betrieb erst am 25. September offiziell gestartet.
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(c) Anna Rauchenberger - v.l.n.r.: Thomas Polak (Uniqa), Markus Wagner (i5invest), Eveline Steinberger-Kern (Blue Minds Group), Dominik Greiner (Camouflage Ventures) und Hassen Kirmaci (weXelerate)

Hassen Kirmaci, Gründungsmitglied und bisheriger Geschäftsführer des größten und vor kurzem neu eröffneten Startup-Hubs in CEE, weXelerate im Nouvel Tower, ist im Einvernehmen mit allen Gesellschaftern aus dem Unternehmen ausgeschieden und wird sich einem neuen Projekt widmen. Seit 6. Oktober sind nun Dominik Greiner (Camouflage Ventures) und der bisherige Managing Partner von weXelerate Stephan Jung mit der Geschäftsführung betraut. Maßgeblich am Aufbau von weXelerate sind außerdem Thomas Polak (Uniqa), Markus Wagner (i5invest), Kanzler-Gattin Eveline Steinberger-Kern (Blue Minds Group) und Thomas Reiter (ReiterPR), beteiligt. weXelerate hat im Vorfeld auch die finanzielle Unterstützung der Stadt Wien bekommen und von der Wirtschaftsagentur insgesamt 277.000 Euro Förderung (inkl. Preisgeld und Boni) erhalten.

+++weXelerate: Insgesamt eine halbe Milliarde Euro Investmentkapital+++

Bewerbungsphase für Batch II startet im Oktober

Der Innovation Hub hat für seinen ersten Accelerator-Batch über 1000 Bewerbungen aus 72 Ländern erhalten. In einem mehrstufigen Auswahlverfahren wurden 55 Startups aus 14 Ländern in das Programm aufgenommen, das am 25. September gestartet ist und über vier Monate laufen wird. Zu den 23 österreichischen Startups, die aufgenommen wurden, zählen unter anderen Tonio (Second Screen), Intellyo (Online-Magazine), LineApp (Sprachkommunikation), ExChimp (Virtual Reality), investory.io (Investor Relations), Abacus (Data für Accounting) und Finabro. Schon am 8. März soll der zweite Batch bei weXelerate einziehen. Die Bewerbungsphase dafür startet diesen Monat.

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kalkül
© kalkül - Michael Leister (links) und Lukas Weilguny (rechts) von kalkül.

Entstanden ist kalkül aus einem eigenen Problem. Lukas Weilguny und Michael Leister entwickeln als Selbstständige seit 2017 Software für Unternehmen. Als ihr damals genutztes Rechnungsprogramm nach einer Übernahme spürbar schlechter wurde, sahen sie sich nach Alternativen um und testeten mehr als zehn Buchhaltungsprogramme.

„Wir haben kein einziges gefunden, das wirklich einfach und gleichzeitig auf Österreich zugeschnitten war. Buchhaltung ist der langweiligste Teil im Alltag von Selbstständigen. Niemand will stundenlang eine Software lernen, nur um die erste Rechnung zu schreiben. Genau das ändern wir“, erinnert sich Leister.

kalkül: von 1.000 auf 10.000 Nutzer:innen

Also schufen sie 2023 eine eigene Lösung: Ihre Software, die von der we-dev e.U. betrieben wird, dient der Erstellung von Angeboten und Rechnungen, führt die Einnahmen-Ausgaben-Rechnung mit und deckt Mahnwesen und Zahlungsabgleich ab. Laut Unternehmen ist sie auf die österreichischen Steuervorgaben abgestimmt.

Im November 2024 zählte kalkül 1.000 Nutzer:innen, im Februar 2026 waren es 5.000. Seither hat sich die Zahl innerhalb von sieben Monaten noch einmal verdoppelt. Treibende Kraft hinter dem organischen Wachstum waren den Gründern zufolge persönliche Empfehlungen und die Sichtbarkeit in Suchmaschinen. Bezahlte Werbeanzeigen testen die Gründer erst seit Kurzem. Das Unternehmen ist eigenfinanziert und hat bis heute keine externe Finanzierung aufgenommen.

Allgemein wird der Markt für Rechnungssoftware im deutschsprachigen Raum von deutschen Anbietern dominiert. Österreich werde dort meist nur als kleines Nischenland mitgedacht. Besonderheiten wie Kleinunternehmerregelung, Einnahmen-Ausgaben-Rechnung, BAO-Aufbewahrungspflichten oder Verzugszinsen nach österreichischem Recht werden oft nur oberflächlich abgedeckt, sagen die Founder. Kalkül sei hingegen exakt für diesen Markt gebaut, inklusive Rechnern für Einkommensteuer, SVS-Beiträge, Gewinnfreibetrag und Abschreibungen.

Freemium-Modell

Um Selbstständige gerade zu Beginn zu entlasten, setzt kalkül auf ein Freemium-Modell: Kernfunktionen wie Angebote, Rechnungen, Mahnwesen und die Einnahmen-Ausgaben-Rechnung sind ohne Limits dauerhaft kostenlos. Ein Abo indes schaltet Zusatzfunktionen wie den automatischen Bankabgleich mit über 2.600 Banken frei. Der überwiegende Teil der 10.000 Nutzer:innen verwendet die Gratisversion, wie man mitteilt.

„Als wir das Abo eingeführt haben, gab es dafür wochenlang praktisch keine exklusiven Funktionen. Trotzdem haben Leute bezahlt, einfach um die Entwicklung zu unterstützen. Das war für uns das ehrlichste Feedback, das wir bekommen konnten“, sagt Weilguny.

Integrierte Registrierkassenlösung als nächster Schritt

Als nächsten großen Schritt kündigen die Gründer eine integrierte Registrierkassenlösung an. Parallel baut kalkül die Zusammenarbeit mit Steuerberatern aus: Enger Partner ist die Linzer Kanzlei Raml & Partner, die zwölffach als „Steuerberater des Jahres“ (in der Kategorie „Allrounder Oberösterreich“) ausgezeichnet wurde. Weitere Kooperationen sind geplant. Mittelfristig soll außerdem eine KI-gestützte Belegerkennung Ausgaben automatisch auslesen und kategorisieren.

Welche Funktionen zuerst kommen, entscheidet – laut Foundern – weitgehend die Community: Je häufiger ein Feature angefragt wird, desto weiter rückt es nach vorn. „Wir wollen das einfachste Rechnungsprogramm für Selbstständige in Österreich sein“, sagt Leister. „Mit 10.000 Nutzern sind wir ein gutes Stück weiter, aber bei 376.112 Ein-Personen-Unternehmen im Land haben wir noch viel vor uns.“

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