19.08.2021

GerdBox: Kärntner Startup entwickelt Safe, der auch Babyphone ist

In der Guardmine können am Strand Wertsachen sicher verwahrt werden, man kann damit aber auch Musik hören oder Babies überwachen.
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Marinus Bowman mit der Guardmine © Gerdbox
Marinus Bowman mit der Guardmine © Gerdbox

Das Kärntner Startup GerdBox hat einen ungewöhnlichen Urlaubsbegleiter geschaffen: Guardmine ist in erster Linie ein mobiler Mini-Safe. Darin können also Wertsachen abgelegt werden. Das Startup hat die sichere Kiste aber mit einer Menge Zusatzfunktionen ausgestattet: Sie kann Musik abspielen, Smartphones laden, und sie ist auch ein Babyphone, das mit Mikrofon und Kamera über den Nachwuchs wacht.

Im Urlaub soll Guardmine Geld und Schlüssel am Strand bewachen, wenn man schwimmen geht, oder den Zimmersafe im Hotel ersetzen. Die Box ist mit Bewegungssensoren und einer Kamera ausgestattet und löst bei verdächtigen Bewegungen einen lauten Alarm aus. Das Startup hat auch Lautsprecher und eine portable Ladestation integriert, was die weiteren Funktionen ermöglicht. Gesteuert wird der smarte Safe über eine Smartphone-App.

Deutsche Holding will Guardmine mit der Crowd finanzieren

Derzeit gibt es den Mini-Tresor nur als Prototypen, aber schon im November will GerdBox die Serienproduktion starten. „Guardmine ist der erste smarte mobile Safe weltweit und entspricht dem Zeitgeist einer mobilen, technologieaffinen Gesellschaft, die Smart Devices und Internet of Things (IoT) bereits vollständig in ihren Alltag integriert hat“, sagt GerdBox-Geschäftsführer Marinus Bouwman. Ansprechen will man nicht nur Urlauber, sondern auch die Hotellerie direkt.

Die österreichische GmbH hat Entwicklung, Produktion und Vertrieb der Box übernommen. Die deutsche Holding GuardBox SE, die das Startup laut Firmenbuch im März übernommen hat, will die Guardmine über Crowdinvesting finanzieren. Zunächst gibt es eine Crowdinvesting-Kampagne auf Conda für private Kleinanleger, die als Nachrangdarlehen auf sechs Jahre Laufzeit mit Basiszinssatz von 4,5 Prozent ausgelegt ist. Danach will das deutsche Unternehmen mit einem Private Placement auch größere Investoren locken.

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Montage eines Sensors im Bachbett | (c) GMD
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„Naturgefahren frühzeitig erkennen und fundierte Entscheidungsgrundlagen für Behörden und Infrastrukturbetreiber bereitstellen“ – so definiert das Innsbrucker Startup GMD sein Produkt. Dazu hat es mit der KI-gestützten Plattform GeoSenseAI ein ganzes Technolgoie-Portfolio aufgebaut. Das umfasst etwa IoT-Sensoren zur Erkennung von Hochwasser, Verklausungen, Hangbewegungen und Steinschlag, seismische Sensorik zur Überwachung instabiler Felsbereiche, Wetterstationen für hochalpine Standorte, Monitoring von Wasserressourcen und Quellen und KI-gestützte Analyse von Besucher- und Personenströmen. Über die Cloud-basierte Plattform erfolgen dann Visualisierung, Modellierung und Alarmierung.

„Naturgefahren kennen keine Staatsgrenzen“

Damit war das 2024 gegründete Unternehmen, das als „Verified Social Enterprise“ eingetragen ist und unter anderem mit Infineon kooperiert, schon bislang über die Landesgrenzen hinaus aktiv – etwa über eine Kooperation mit dem Deutschen Alpenverein (brutkasten berichtete). Nun erfolgte mit der Eröffnung eines Standorts im Technopark Graubünden im Schweizer Landquart und der Gründung einer Schweizer Tochtergesellschaft der nächste Expansionsschritt. Dabei startete man bereits ein erstes Pilotprojekt mit dem Schweizer Bahnbetreiber Rhätische Bahn.

Ein Pegelsensor von GMD | (c) GMD

„Naturgefahren kennen keine Staatsgrenzen – unsere Technologien dürfen daher ebenfalls nicht an Landesgrenzen enden. Mit der Gründung der GMD Swiss GmbH schaffen wir die Grundlage für eine enge Zusammenarbeit mit Schweizer Partnern und stärken unsere Präsenz im gesamten Alpenraum“, kommentiert Geschäftsführer Steve Weingarth. Der Standort Landquart sei „weit mehr als ein Vertriebsbüro“. „Er wird zu einem zentralen Innovations- und Entwicklungsstandort für intelligente Lösungen zur Prävention alpiner Naturgefahren und bildet einen wichtigen Baustein unserer internationalen Wachstumsstrategie“, so Weingarth.

Finanzierungsrunde für Expansionsstrategie

Die unmittelbare Nähe zu Forschungsinstitutionen, Infrastrukturbetreibern und öffentlichen Einrichtungen am Standort schaffe ideale Voraussetzungen für die gemeinsame Entwicklung neuer Technologien im Bereich der Klimaresilienz und Naturgefahrenprävention, heißt es von GMD. „Graubünden zählt zu den Regionen Europas, die besonders stark von Naturgefahren betroffen sind und gleichzeitig über eine hochentwickelte Infrastruktur verfügen. Damit bietet der Kanton ideale Bedingungen, um innovative Sensorik und digitale Frühwarnsysteme unter realen Einsatzbedingungen zu entwickeln, zu testen und weiterzuentwickeln.“

Langfristig verfolge man den Aufbau eines grenzüberschreitenden „Alpine Data Hub“, der Umwelt-, Sensor- und Geodaten aus Österreich, der Schweiz, Deutschland und Italien zusammenführt. In den kommenden Jahren sollen weitere Standorte „entlang der Alpenachse“ entstehen. Dazu befinde man sich aktuell auch im Closing einer Seed-Finanzierungsrunde. Schon für Anfang 2027 sei ein weiteres Investment geplant.

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