„Geero“: Steirer Startup läutet neue E-Bike Zeitrechnung ein
Ziel des steirischen Startups "Bikee" aus Gabersdorf war es, ein E-Bike zu entwickeln, das nicht aussieht wie ein E-Bike. Es sollte aber dennoch die Vorzüge eines Elektrofahrrades bieten, und den Style-Ansprüchen einer neuen und jüngeren Zielgruppe entsprechen. Mit Geero ist den Jungunternehmern genau das gelungen.
Vor ziemlich genau einem Jahr haben die Brüder Thomas und Michael Rath begonnen den „Geero“ zu entwickeln. Seit etwas mehr als zwei Wochen ist das E-Bike 2.0 auf dem Markt und die Nachfrage bestätigt die Jungunternehmer in ihrem Tun.
Neues E-Bike – neues Geschäftsmodell
(Geero)
„Der Geero ist ein E-Bike, das nicht aussieht wie ein E-Bike. Wir wollten dem Rad ein cooles Design verpassen, das vor allem ein jüngeres Publikum anspricht“, sagt Thomas Rath, Entwickler und Geschäftsführer bei Bikee. Die Steirer entwickeln die Räder und bauen sie selbst zusammen. Für den Vertrieb kooperiert Bikee mit Niceshops, einem Onlinehändler aus der Steiermark. „Die ganze Wertschöpfungskette liegt bei uns. Niemand pfuscht uns rein und somit können wir auch den einzigartigen Preis von 2399 Euro für das Rad anbieten“, erklärt Christoph Schreiner, CEO von Niceshops.
„Wir produzieren und verkaufen unser Produkt selbst. Die ganze Wertschöpfungskette liegt bei uns.“
40 % des Bestandes in 2 Wochen verkauft
Für den Anfang haben die Brüder, die bereits seit 2010 im E-Bike Geschäft aktiv sind, 200 „Geeros“ produziert. „Wir wollten sehen wie gut das Produkt ankommt“, erklärt Michael Rath, Geschäftsführer von Bikee. Auf die Frage, wie viele Bikes die drei seit dem Verkaufsstart Mitte August verkauft hätten, sprudeln die Emotionen. „Wir haben bereits viel mehr verkauft als wir uns je erhofft hätten. 80 Räder, sprich 40 Prozent des Bestandes, sind bereits weg“, sagen die drei durcheinander aber doch einstimmig. Aktuell stellt das Nachproduzieren die größte Hürde dar. Wenn wir zu viel Marketing betreiben, haben wir bald keine Ware mehr, so Michael Rath weiters.
Thomas und Michael Rath, Christoph Schreiner (v. li. n. re.)
„Preis-Leistungs-technisch kann am E-Bike Markt niemand mit uns mithalten. Wir müssen nichts auslagern, deshalb können wir den „Geero“ um 2399 Euro verkaufen. Konkurrenzprodukte mit derartigem Designanspruch fangen bei 3500 Euro an“, sagt Thomas Rath. Das Geero-Team besteht aktuell aus 6 Personen, soll jedoch so bald wie möglich aufgestockt werden. Ziel der Steirer sei es nun, Schritt für Schritt zu wachsen und genau anzusehen, was sich aus der ersten Charge entwickelt.
Michael und Thomas Rath sind mit Bikee bereits seit 2010 im E-Bike Business tätig. „Wir haben ein Entwicklungs- und Ingenieursbüro in Shanghai aufgebaut. Der Großteil der Produzenten und Lieferanten sitzt in Südostasien. Ohne dieses Büro hätten wir niemals die Kontakte und das Know-How aufbauen können, auf das wir jetzt zurückgreifen konnten“, erklärt Michael Rath. Bikee produziert in erster Linie sehr leistungsstarke E-Bikes mit Motoren mit bis zu 600 Watt. Bikee ist für die beiden mittlerweile zum Selbstläufer geworden. Der Fokus liegt deshalb voll und ganz auf Geero.
„Preis-Leistungs-technisch kann am E-Bike Markt niemand mit uns mithalten.“
Finanzierung und Neugrüdung
Die E-Bike-Spezialisten haben die Entwicklung des Geeros über das laufende Geschäft von Bikee finanziert. „Wir wollten weder einen Investor an Board holen, noch mittels Crowdfundingfunding Geld beschaffen. Wir wollten unsere Flexibilität beibehalten“, meint Michael Rath. Auf der Suche nach einem Vertriebsspezialisten sind die beiden auf „Niceshops“ aus Feldbach gestoßen. „Wir haben schnell gesehen, dass wir auf einer Wellenlänge sind und ähnliche Ziele verfolgen. Deshalb funktioniert diese Kooperation auch so unkompliziert und gut“, sagt Schreiner von Niceshops.
„Diese Kooperation ist flexibel und unkompliziert. Deswegen funktioniert sie so gut.“
Selber Reparieren ist möglich
Der Geero wiegt 15,7 kg inklusive Akku und Gangschaltung. Der Akku hat eine größere Kapazität als 90 Prozent der Akkus am Markt. Außerdem ist er nicht sichtbar in den Aluminiumrahmen eingebaut. „Wir haben alle Kabel, Stecker und Leitungen im abnehmbaren Tretlager zusammengefasst. Die Kabellängen sind auf das Minimum optimiert und haben somit die potentiellen Fehlerquellen reduziert. Konsumenten mit einer technischen Grundahnung können das Rad sogar zur Gänze selbst servicieren“, erklären die beiden Entwickler. Im Falle des Falles holt das Team das Rad auch zurück, um es einer Reparatur oder einem Service zu unterziehen.
Das Voting zum „Innovator of the Year“ 2026 – Kategorie Scaleups
Mit dem Innovator of the Year kürt brutkasten jedes Jahr gemeinsam mit seiner Community die innovativsten Köpfe Österreichs. In der Kategorie „Scaleups“ kannst du jetzt bis 1. November 2026 für deine:n Favorit:in abstimmen. Der Award wird am 5. November im Rahmen des brutkasten-Jahresevents Momentum vergeben.
Das Voting zum „Innovator of the Year“ 2026 – Kategorie Scaleups
Mit dem Innovator of the Year kürt brutkasten jedes Jahr gemeinsam mit seiner Community die innovativsten Köpfe Österreichs. In der Kategorie „Scaleups“ kannst du jetzt bis 1. November 2026 für deine:n Favorit:in abstimmen. Der Award wird am 5. November im Rahmen des brutkasten-Jahresevents Momentum vergeben.
Erfolgreiche Skalierung ist das Ziel jedes Startups. Bekanntlich schaffen das bei weitem nicht alle, doch auch hierzulande wird die Gruppe jener, denen der Sprung zum starken Wachstum gelungen ist, immer größer – und das auch unter bekanntlich teils widrigen Bedingungen.
Auch dieses Jahr schafften wieder einige heimische Unternehmen den Schritt vom Startup zum Scaleup und legten beeindruckende Wachstumsstorys vor. Und einige bereits etablierte Scaleups zeigten eindrücklich, dass ihre Wachstumsambition ungebrochen ist.
Zehn davon holen wir als Nominierte für den Innovator of the Year in der Kategorie Scaleups vor den Vorhang. Der Preis wird heuer zum 6. Mal vergeben. Am 5. November findet die feierliche Award Ceremony im Rahmen des brutkasten-Jahresevents Momentum im Wiener Palais Berg statt. Neben der Kategorie Scaleups wird der Award dieses Jahr in den Kategorien Startups und Corporate Innovation vergeben. Als Preis in allen drei Kategorien winkt jeweils ein brutkasten-Medienpaket im Wert von 4.100 Euro.
Die „Innovator of the Year“-Kategorie Scaleups wird durch Polestar unterstützt.
Publikumsvoting zum Innovator of the Year | Kategorie „Scaleups“
Nun ist, wie jedes Jahr, deine Stimme gefragt. Bis zum 1. November (23:59 Uhr) kannst du für deine:n Favorit:in abstimmen! Jede:r User:in hat pro Tag und Kategorie genau eine Stimme – es lohnt sich also, die eigene Community zu aktivieren.
(Hinweis: Bei mehrfacher Stimmabgabe pro Tag erfolgt zwar keine gesonderte Fehlermeldung im Voting-Tool, Mehrfachvotes werden vom System jedoch automatisiert erkannt und ausgefiltert).
Auffallen ist gewiss eine der Stärken des Grazer Scaleups Emerald Horizon – sei es mit ausgerechnet diesem Produkt, Small Modular Reactors, im traditionell extrem atomkraftkritischen Österreich, mit Personalentscheidungen wie Ex-FPÖ-Chef Norbert Hofer oder mit dem dieses Jahr erfolgten ungewöhnlich frühen Börsengang. An der Wiener Börse wird das Unternehmen jedenfalls mittlerweile seit Monaten jenseits der Milliarden-Euro-Grenze bewertet und kann damit – je nach Definition – als Österreichs jüngstes Unicorn gesehen werden. Für die Entwicklung des Unternehmens gewiss noch entscheidender: Im August verkündete man, gemeinsam mit dem niederländischen Partner VDL Groep in die nächste Entwicklungsstufe des Small Modular Reactors zu gehen.
Enpulsion
Enpulsion-Gründer und -CEO Alexander Reissner | (c) Enpulsion
Das niederösterreichische SpaceTech-Scaleup Enpulsion rund um Gründer Alexander Reissner liefert Antriebssysteme für Nano- und Mikrosatelliten. Zu Jahresbeginn sicherte sich das Unternehmen eine 22,5 Millionen Euro schwere Series-B-Finanzierung, um die Produktionskapazitäten am Standort Wiener Neustadt deutlich zu erhöhen. Im August 2026 verkündete Enpulsion zudem die geplante strategische Übernahme der britischen Lift Me Off Ltd, um das eigene Produkt-Portfolio um chemische Antriebe für besonders agiles Manövrieren im Weltraum zu erweitern. Zusätzlich steht für diesen Herbst ein zentraler Meilenstein an: ein Orbit-Test der neuartigen Antriebstechnik an Bord des heimischen Satelliten AT-Astra.
fiskaly
fiskaly – das Gründerteam Simon Tragatschnig (COO), Johannes Ferner (CEO) und Patrick Gaubatz (CTO) | (c) fiskaly
Das 2019 gegründete Wiener Unternehmen fiskaly von Johannes Ferner, Simon Tragatschnig und Patrick Gaubatz macht Kassentransaktionen cloudbasiert und gesetzeskonform. Die Zahlen sprechen für sich: 60 Prozent Wachstum im vergangenen Geschäftsjahr, profitabel, mehr als 150 Mitarbeitende, rund 1.900 B2B-Kund:innen mit über einer Million POS-Systemen in acht EU-Ländern und Marktführerschaft in Deutschland. Im September folgte der nächste Schritt vom Scaleup zum Infrastrukturanbieter: Mit David Feichter holte fiskaly den Ex-CEO von orderbird als Co-CEO an Bord, ausgerechnet jenen Mann, der 2019 als allererster Kunde den Deal mit Ferner verhandelt hatte. Feichter verantwortet den operativen Betrieb, Ferner konzentriert sich auf Partnerschaften und weitere Akquisitionen in Europa.
Das 2023 gegründete Scaleup von Gründer Markus Müller entwickelt eine KI-gestützte Software, die regulatorische und qualitative Prozesse für MedTech- und Pharmaunternehmen automatisiert. Im Februar 2026 sorgte das Unternehmen mit einem Series-A-Investment von 20 Millionen Dollar für Aufsehen. Mit dem frischen Kapital treibt das Scaleup in diesem Jahr die gezielte Expansion auf dem US-Markt voran, um sich weltweit als Standard für regulatorische KI-Prüfungen im Gesundheitsbereich zu etablieren. Zudem plant man eine erste eigene Kund:innenkonferenz, die über 200 internationale MedTech-Entscheider:innen nach Wien bringen soll.
fonio.ai
fonio.ai-Co-Founder Daniel Keinrath (CEO, l.) und Matthias Gruber (CTO) | (c) fonio.ai
Wenn bei einem KMU niemand ans Telefon geht, übernimmt fonio.ai: Die KI-Agenten des erst 2024 gegründeten Wiener Startups von Daniel Keinrath und Matthias Gruber führen inzwischen rund zwei Millionen Anrufe pro Monat für über 7.000 Kund:innen. Im Juni schloss man eine Seed-Runde über 14,6 Millionen Euro ab, angeführt vom Londoner Fonds 20VC bei einer Bewertung von 120 Millionen Euro, ohne offiziellen Fundraise und ohne Pitch Deck. Im August knackte fonio.ai die Marke von zehn Millionen Dollar ARR – später folgte im Oktober die Marke von 15 Millionen Dollar. Mehr als die Hälfte des Umsatzes kommt laut Keinrath inzwischen von außerhalb der DACH-Region, im September eröffnete das Startup unter anderem sein Büro in Barcelona als Hub für Südeuropa.
Helferline
v.l.: Die Helferline-Gründer Clemens Schmidgruber und Alexander Niederhofer mit CTO Janko Glavić | (c) Helferline
Es ist eine Geschichte, wie sie nur die Startup-Welt schreiben kann: Vor mehr als zehn Jahren gegründet, konnte Helferline über lange Zeit zwar eine ganze Zahl namhafter Referenzen vorweisen, der wirtschaftliche Durchbruch blieb aber aus. Das änderte sich im Laufe der vergangenen Monate drastisch: Vor etwas mehr als einem Jahr stieg Hansi Hansmann als Investor ein. Seitdem holte man Großaufträge vom deutschen Telekom-Riesen O2, von Asus, von Starlink und weiteren. Aktuell befindet sich das Wiener Scaleup auf einem steilen Wachstumskurs und macht nach eigenen Angaben monatliche sechsstellige Gewinne.
Neoh
v.l.n.r.: Die Neoh-Gründer Adel Hafizovic, Manuel Zeller und Patrick Kolomaznik | (c) Neoh
Das Wiener Scaleup von Manuel Zeller konnte mit Süßigkeiten, die auf dem selbst entwickelten, kalorienarmen Zuckerersatzstoff Zero+ basieren, mittlerweile eine große Fangemeinde aufbauen, die auch über die Grenzen Österreichs hinausgeht. Auch machte, Stand April 2026, das B2B-Geschäft bereits rund 15 Prozent des Gesamtumsatzes aus, mit steigender Tendenz, wie Zeller erklärte. Dies und auch die Entwicklung einer gelungenen Bueno-Alternative sorgten dafür, dass eine Investmentgesellschaft aus Luxemburg namens Teseo Capital ins Scaleup einstieg. Dahinter steht die italienische Familie Ferrero, die mit Marken wie Nutella, Kinder und Ferrero Rocher den Süßigkeitenmarkt dominiert.
Das Innsbrucker Quantenunternehmen ParityQC von Wolfgang Lechner und Magdalena Hauser hat allein im heurigen Jahr einen 35-Mio.-Deal für den Bau eines mobilen Quantencomputers für das deutsche Verteidigungsministerium ergattert und im Rahmen der „EUREKA-Ausschreibung Deutschland-Israel“ eine Kooperation mit dem israelischen Quantensoftware-Spezialisten Classiq gestartet. Zudem lieferte es im April einen deutlichen Beleg dafür, dass europäisches Quantencomputing den Sprung aus dem Labor in die Industrie geschafft hat. Gemeinsam mit IBM stellte man einen neuen Weltrekord bei der Quanten-Fourier-Transformation (QFT) auf. Konkret wurde dabei die bislang größte jemals gemessene QFT auf einem IBM-Quantum-Heron-Prozessor realisiert, mit 52 supraleitenden Qubits statt der bisherigen 27 Ionenfallen-Qubits.
Reploid
Jonas Finck und Philip Pauer, Vorstände der Reploid Group AG | (c) Reploid / Stefan Beiganz
Kein anderes heimisches Scaleup schaffte es dieses Jahr, in einer derartigen Regelmäßigkeit für Schlagzeilen zu sorgen. Das seit 2025 an der Wiener Börse gelistete Welser Insektenzucht-Unternehmen baute seine Führungsebene aus, eröffnete neue Expansionsmärkte, präsentierte neue Kund:innen, verkündete eine Übernahme und holte sich einen achtstelligen Wachstumskredit. Wiewohl die Geschäftszahlen bei genauerer Betrachtung etwas komplexer sind, als vom Scaleup dargestellt, steht fest: Reploid ist weiter voll auf Wachstumskurs.
waterdrop
Die waterdrop-Gründer v.l.n.r: Christoph Hermann, Martin Murray, Henry Murray | (c) waterdrop
Das Wiener Scaleup waterdrop von Henry Murray, Martin Murray und Christoph Hermann holte sich im Mai ein 100-Millionen-Euro-Investment. Zu den Investor:innen dieser Runde zählten Aspeya, Atlantic Grupa und der alpine Ski-Weltcup-Champion Aleksander Aamodt Kilde. Schon im Jänner dieses Jahres verkündete das Scaleup seine Profitabilität. Zudem übernahm Jristian Cruz Limsico die Rolle des Global Creative Director, der seit 2017 die visuelle Identität des Modehauses Karl Lagerfeld prägte. Er verantwortet nun die weltweite Markenidentität des Unternehmens.
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