G Capital: Wie Christiane Holzinger mit ihrer neuen Investment-Company durchstarten möchte
"Business Angel of the Year 2023" Christiane Holzinger geht mit einer neuen Investment Company namens G Capital an den Start. Wir haben mit ihr über die Ziele ihres jüngsten Projekts gesprochen.
Seit mittlerweile acht Jahren investiert Christiane Holzinger in Startups und hält aktuell 16 Beteiligungen. Unter anderem ist sie am Wiener SexTech Maloum sowie bei Ada Growth rund um Kosima Kovar investiert. Für ihre Leistungen als Investorin wurde die ehemalige Bundesvorsitzende der Jungen Wirtschaft im Herbst 2023 zur „Business Angel of the Year“ gewählt. Mit ihren 41 Jahren ist die gebürtige Klagenfurterin in der fünfzehnjährigen Geschichte des Awards die jüngste weibliche Preisträgerin (brutkasten berichtete).
„Investments auf gerade Schiene bringen“
Mit G Capital hat Holzinger, die nebenbei eine Steuerberatungskanzlei leitet, nun ihre neue Investment-Company gestartet. „Um künftig am Markt auch entsprechend wahrgenommen zu werden, wollte ich meine Investmenttätigkeit in ein entsprechendes Format bringen“, so Holzinger über ihren jüngsten Schritt. Während sie früher auf unterschiedliche Investmentvehikel zurückgegriffen hat, möchte sie nun ihre Investments mit G Captial auf eine „gerade Schiene“ bringen, wie sie gegenüber brutkasten erklärt.
Frauenpower im Team
Holzinger setzt bei G Capital auf Frauenpower: Das Advisory Board ist mit lauter Frauen besetzt. Mit an Bord sind Lena Köninger, Marlene Gratzer und Natascha Fürst. „Sie verfügen über viel Erfahrung in unterschiedlichsten Bereichen. Natascha ist beispielsweise Juristin, Lena war lange Zeit bei Female Founders aktiv und Marlene ist eine Architektin, die wiederum einen ganz neuen Blickwinkel einbringt“, so Holzinger. Die fachliche Diversität soll künftig auch beim Bearbeiten des Dealflows helfen.
Erstes Closing und Investmentfokus
Derzeit befindet sich Holzinger mit G Capital beim Closing ihres ersten Deals. Dabei handelt es sich um das deutsche Startup NeverNot. Die zwei Gründerinnen stellen Intim- und Wellnessprodukte spezifisch für Frauen her. „Die Produkte habe ich bereits ausführlich getestet und auch meinen Mitarbeiterinnen und Freundinnen zum Testen gegeben“. Nach dem Closing möchte Holzinger das Startup auch auf den österreichischen Markt holen.
Mit G Capital sollen künftig auch weibliche Gründerinnen-Teams unterstützt werden. Inspiration holte sich Holzinger dafür von Fund F rund um Lisa Fassl und Nina Wöss. „Hier hat mir die Funding-Strategie extrem gut gefallen. Über Fund F wird nur investiert, wenn im Gründerteam mindestens eine Frau ist. Das habe ich bei G Capital auch, weitestgehend, übernommen“, so Holzinger abschließend.
Lisbon Launchpad: Neues Programm soll österreichische Startups für den Web Summit Sales- und Investment-fit machen
Drei Tage vor dem Web Summit anzufangen, reicht nicht: Andreas Jaritz und Jasper Ettema starten das „Lisbon Launchpad", ein fünftägiges Programm, das österreichische Startups Sales- und Investment-fit machen soll - förderbar über GO International, mit Pitch-Chance vor den COREangels.
Lisbon Launchpad: Neues Programm soll österreichische Startups für den Web Summit Sales- und Investment-fit machen
Drei Tage vor dem Web Summit anzufangen, reicht nicht: Andreas Jaritz und Jasper Ettema starten das „Lisbon Launchpad", ein fünftägiges Programm, das österreichische Startups Sales- und Investment-fit machen soll - förderbar über GO International, mit Pitch-Chance vor den COREangels.
Der Web Summit in Lissabon | (c) martin pacher / brutkasten
Für viele Gründer:innen aus Österreich ist der Web Summit in Lissabon im November ein Fixpunkt im Kalender. Was am Ende dabei herauskommt, ist jedoch oft Zufall.
„Viele Startups sind nicht gut vorbereitet. Die fangen ein, zwei, drei Tage vorher an, machen vielleicht das eine oder andere Meeting aus und verlassen sich darauf, dass sie zum Österreicher-Abend gehen“, sagt Andreas Jaritz im Gespräch mit brutkasten. Der Serial Founder, der unter anderem das Remote-Work-Startup Emma Wanderer mitgegründet hat und heute in Lissabon lebt, kennt beide Seiten. Mit seinem eigenen Startup war er selbst am Web Summit im Fundraising unterwegs und kam mit zwei Investoren bis zur Due Diligence.
Aus dieser Erfahrung ist nun ein Programm entstanden. Gemeinsam mit Jasper Ettema, Gründer von JET Growth und Initiator der Startup Investment Academy, startet Jaritz heuer das „Lisbon Launchpad“. Die Idee: Startups sollen nicht „kalt“ in den Web Summit gehen, sondern mit ausgearbeiteter Sales-Strategie, geschärftem Pitch und bereits geknüpften Kontakten. “80 Prozent des Erfolgs solcher Veranstaltungsteilnahmen liegt in der Vorbereitung. Wir zeigen den Teilnehmer:innen wie sie das beste aus ihre Teilnahme machen.”
Zwei Online-Sessions, fünf Tage Lissabon, dann der Summit
Das Programm läuft in drei Phasen. Am 2. Oktober gibt es einen zweistündigen Online-Kick-off, am 23. Oktober eine weitere Online-Session. Vom 4. bis 9. November arbeiten die Teams dann vor Ort in Lissabon mit den Coaches am Markteintritt in Portugal, Sales-Pipeline und Fundraising. Direkt im Anschluss, vom 9. bis 12. November, nehmen sie am Web Summit teil und setzen um, was sie in den Tagen zuvor erarbeitet haben.
Jasper Ettema und Andreas Jaritz, die Initiatoren des „Lisbon Launchpad“ | Foto: zur Verfügung gestell
Inhaltlich stützt sich das Launchpad auf drei Säulen. Erstens die Sales-Strategie mit Ideal Customer Profiles, Buyer Personas, Outreach-Nachrichten und dem Aufbau einer konkreten Pipeline. Zweitens das Fundraising: Finanzierungsbedarf ableiten, Investor:innen-Personas entwickeln, Pitch und One-Pager erstellen. Nach eigenen Angaben erhalten die Teilnehmer:innen dazu Zugang zu einer Investor:innen-Liste mit mehr als 2.500 Einträgen zu über 1.800 europäischen Investor:innen. Drittens der Markteintritt in Portugal und darüber hinaus, etwa in Richtung Südamerika und Afrika, wofür lokale Expert:innen eingebunden werden.
„Ich habe das bei großen Events immer sehr strategisch gemacht. Wie viele Termine machst du aus? Wie sorgst du dafür, dass du nichts dem Zufall überlässt?“, sagt Jaritz. Genau dieses Vorgehen soll im Launchpad vermittelt werden. Die Coachings finden laut Programmbeschreibung in Gruppen- und Einzelformaten statt, jeweils mit einem theoretischen Teil und einer direkten Umsetzung für das eigene Startup. “Wir nehmen dieses Erfolgsformat aus der Startup Investment Academy mit, wo wir einen 100-Prozent-Promotor-Score erreichen haben,” sagt dazu Ettema.
Pitching Night bei den COREangels
Der wohl größte Anreiz liegt in den beiden Side Events, die während der Tage in Lissabon stattfinden. Bei einer Partner Night geht es um den Markteintritt in Portugal, Südamerika und Afrika. Bei einer Investment Night pitchen die Teilnehmer:innen vor Business Angels aus lokalen Netzwerken, darunter den COREangels, einer Angel-Investment-Vereinigung, die laut Jaritz in in mehreren Ländern mit über 300 Angels aktiv zwischen 50.000 und 250.000 Euro investiert.
Dazu kommt ein weiteres Element, das Jasper Ettema erst kürzlich fixieren konnte: Jenes teilnehmende Startup, das den höchsten Grad an „Investment Readiness“ erreicht, kommt auf die Shortlist des Investment Committees der COREangels und darf dort pitchen. Ettema und Jaritz wollen außerdem österreichische Business Angels und Investor:innen zu den Side Events nach Lissabon bringen.
Dass die beiden Initiatoren mit dem Format nicht bei null starten, zeigen die Zahlen der Startup Investment Academy in Graz, auf der das Launchpad aufbaut. “Von den 28 Startups, die bislang teilgenommen und gegründet haben, sind laut Ettema alle noch aktiv, sieben davon haben mittlerweile ein Funding abgeschlossen, und eines machte bereits einen Exit. Jaritz selbst war mit dem Grazer Startup FreyZein Teilnehmer der Academy.
Unterstützung durch Advantage Austria, Förderung über GO International
Unterstützt wird das Launchpad von der Wirtschaftskammer Österreich und Advantage Austria in Lissabon. Die Idee zum Programm entstand laut den beiden im Austausch mit Günther Schabhüttl, der die Außenwirtschaft in Lissabon vertritt. Für die Teilnehmer:innen relevant ist vor allem die Förderschiene: Laut Programmbeschreibung können die Kosten für Launchpad und Web Summit inklusive Beratungs- und Reisekosten je nach Situation des Startups über den Internationalisierungsscheck des GO-International-Programms der Wirtschaftskammer Österreich zu 50 Prozent gefördert werden.
Was es kostet
Das Paket umfasst die beiden Online-Sessions, fünf Tage Gruppen- und Einzelcoaching in Lissabon, die Side Events, alle Methoden und Vorlagen. Anreise und Übernachtungen müssen die Teilnehmer:innen selbst organisieren. Für Einzelgründer:innen kostet die Teilnahme 2.990 Euro exklusive Umsatzsteuer, für Zweierteams 4.990 Euro.
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