28.10.2015

Fundstück: Auf „Artlifting“ wird die Kunst von Obdachlosen verkauft

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Die Online-Plattform ArtLifting ermöglicht Obdachlosen ihre Kunst zu verkaufen.

Auf der Online-Plattform ArtLifting wird spezielle Kunst verkauft: Die No-Names der Straße stehen hier im Mittelpunkt. 50 Künstler aus acht verschiedenen Städten der USA präsentieren dort ihre Kunst. Ihre Schicksale sind so unterschiedlich wie ihre Werke. Vor kurzem hat das Startup die erste Finanzierungsrunde abgeschlossen. 

Gründerin Liz Powers hat ihren ganz persönlichen Zugang zu den Menschen auf der Straße: Bereits mit achtzehn Jahren arbeitete sie mit Obdachlosen und Menschen mit Beeinträchtigungen zusammen. Nachdem sie feststellte, dass einige ihre Schützlinge kreativ begabt und künstlerisch talentiert waren, erschrak es sie umso mehr, dass die meisten „Kunstwerke“ im Müll landeten oder in der Versenkung verschwanden. Mit ihrem Bruder Spencer rief die junge Frau daraufhin „Artlifting“ ins Leben. Und hilft damit nicht nur der Kunst einen Platz zu geben, sondern den Menschen selbst.

„Kunst hilft mir, nüchtern zu bleiben“, meint etwa Ed Johnson zum Online-Newsportal TechCrunch, der wegen Hurrikan Katrina sein Haus verloren hat und sich dem Alkohol hingegeben hat. Inzwischen trinkt er nicht mehr. „Kunst zu machen ist entspannend, macht Spaß und ist eine gute Therapie. Es macht einen großen Unterschied, dass ich nun etwas Positives mache“, meint er.

© artlift.com:
© artlift.com

ArtLifting ermöglicht es nach Künstler, Kunstart und Stadt zu filtern. Für jeden Verkauf bekommt der Künstler 55 Prozent.

Nun haben die Gründer gerade 1,1 Millionen US-Dollar Seed-Finanzierung aufgenommen. Mit dem Geld möchte man die Netzwerke weiter ausbauen und die gemeinnützige Organisation stärken.

„Auch wenn meine Klienten kein Obdach haben oder in einem Rollstuhl sitzen, wollen sie kein Mitleid. Sie wollen etwas tun. Die Chance haben, ihr Talent zu zeigen“, meint die Gründerin zu TechCrunch über die Motivation, ArtLift ins Leben zu rufen.

Von den 48 Personen, die von Anfang an dabei waren, sind fünf nicht länger obdachlos. Zehn der Künstler wurden ausgewählt, ihre Werke in einem Museum in Boston auszustellen. Gewiss ist, dass die Plattform bereits viele Befürworter hat.

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Der European Venture Sentiment Index deutet eine positive Entwicklung für das nächste Quartal an (c) Adobe Stock
(c) Adobe Stock

„Für das zweite Quartal könnten die Vorzeichen kaum schlechter stehen“, zitierte brutkasten Venionaire im April zur Veröffentlichung des European Venture Sentiment Index für das erste Quartal. Doch – wie so oft – kam es dann doch anders. Die im ersten Quartal durch den Angriff der USA auf den Iran hervorgerufene Krise schlug sich nämlich – anders als etwa die Krise nach Beginn des Ukraine-Kriegs – nicht auf die Risikokapital-Volumina nieder.

Die Zahlen sahen laut Venionaire-Analyse im zweiten Quartal nämlich gut aus: Die Gesamtinvestitionen am europäischen Risikokapitalmarkt nahmen weiter zu und erreichten mit 29 Milliarden US-Dollar einen neuen Rekord. Weiters konnte auch die reine Deal-Anzahl um rund fünf Prozent auf 965 Deals gesteigert werden.

(c) Venionaire Capital

Knapp negativer Indexwert – abermals pessimistischer Ausblick

Dennoch sind die für den quartalsweisen Index befragten Investor:innen nicht in Jubelstimmung. Der Indexwert liegt mit 4,8 knapp unter der neutralen Marke 5. Er ist damit besser als der Wert im Vorquartal und besser als der für das Quartal erwartete Wert (siehe Grafik), aber immer noch nicht positiv. Auch die Erwartung für das kommende Quartal ist mit 4,4 wieder schlechter. „Die Zahlen zeichnen ein positiveres Bild als die Stimmung. Investor:innen sind weiterhin zurückhaltend und warten mit Investments“, analysiert Berthold Baurek-Karlic, Gründer und Vorstandsvorsitzender der Venionaire Capital AG.

(c) Venionaire Capital

Man erkenne eine leichte Stabilisierung, so Baurek-Karlic weiter zum Index-Wert. „Zwar erwarten Investor:innen mehr Aktivität und Wettbewerb im dritten Quartal, doch die großen Sorgen rund um geopolitische Spannungen und handelspolitische Unsicherheit sind aber weiterhin da.“ Es verwundere also nicht, dass der erwartete Index-Wert lediglich 4,4 betrage. Investor:innen würden kurzfristig ohne verlässlichen Ausblick auf die kommenden Quartale agieren, meinen die Analysten von Venionaire Capital.

DeepTech im Vorteil

Und langfristig könnte sich eine Veränderung der Investitionskriterien abzeichnen, erwarten die Analysten. Effizienz und Produktdifferenzierung würden zunehmend als Grundvoraussetzungen gelten. In den Mittelpunkt rücke stattdessen die Frage, ob ein Unternehmen über einen dauerhaft verteidigungsfähigen Wettbewerbsvorteil verfüge. „Investoren hinterfragen verstärkt, ob KI-basierte Produkte tief in Infrastruktur und Arbeitsabläufen verankert sind oder lediglich auf bestehenden Basismodellen aufsetzen. Geschäftsmodelle, deren Kernfunktion kurzfristig von einem großen KI-Anbieter in dessen Plattform integriert werden könnte, werden entsprechend kritischer bewertet“, so Baurek-Karlic.

Davon würden insbesondere Bereiche mit höheren technologischen und physischen Eintrittsbarrieren profitieren, darunter DeepTech, Biotechnologie, Hardware, Robotik und fortschrittliche Fertigung. „Vielleicht stehen wir vor einem goldenen Zeitalter der DeepTech-Unternehmen“, mutmaßt der Venionaire-Gründer.

Größte Runden und stärkste Länder

Diese Erwartungen würden sich in den Top-Investments des zweiten Quartals widerspiegeln: Mit Eurowind Energy (2,3 Mrd. US-Dollar, Energie- und Abfallwirtschaft), Isomorphic Laboratories (2,1 Mrd. US-Dollar, KI-Biotechnologie) und Stegra (1,6 Mrd. US-Dollar, erneuerbare Energien) seien die größten Finanzierungsrunden an Unternehmen gegangen, die nicht einfach vom Markt verdrängt werden können. Im europäischen Risikokapital-Länderranking führte einmal mehr das Vereinigte Königreich (12,3 Mrd. US-Dollar) überlegen vor Deutschland (3,6 Mrd. US-Dollar) und – überraschend dank Eurowind Energy – Dänemark (3 Mrd. US-Dollar).

(c) Venionaire Capital

Und wie geht es weiter? Baurek-Karlic analysiert: „Der Risikokapitalmarkt befindet sich momentan im Wandel. Investor:innen sind bereit, mehr Kapital zur Verfügung zu stellen, wollen dafür aber auch ein gewisses Maß an Sicherheit. Auch im dritten Quartal werden es etabliertere Unternehmen mit einem felsenfesten Geschäftsmodell leichter haben.“

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