16.04.2025
FEHLERKULTUR

Fuckup Nights Vienna gründet Beirat für das Scheitern

Zum Scheitern verabredet: Fuckup Nights zelebrieren, was Menschen aus beruflichen Fehlern gelernt haben. Das Format bekommt nun ein Advisory Board. Mit dabei ist brutkasten-CEO und -Founder Dejan Jovicevic.
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Der Beirat von Fuckup Nights: Dejan Jovicevic, Silvia Kaupa-Götzl, Dejan Stojanovic und Sabine Gromer
v.l.n.r.: Dejan Jovicevic, Silvia Kaupa-Götzl, Dejan Stojanovic und Sabine Gromer | Foto: Fuckup Nights Vienna / wolf&woodpecker

Die Fuckup Nights Vienna sind eine Veranstaltungsreihe, die sich dem offenen Umgang mit beruflichem Scheitern widmet. Seit ihrer Gründung im Jahr 2014 in Wien bieten sie eine Bühne für Unternehmer:innen, Gründer:innen und Kreative. Sie teilen in kurzen Vorträgen ihre persönlichen Misserfolge und die daraus gewonnenen Erkenntnisse.

Initiator der österreichischen Ausgabe ist Dejan Stojanovic, der mit den Fuckup Nights eine Plattform geschaffen hat, auf der Menschen ihre Fails nicht nur teilen, sondern auch feiern. Das Format bekommt nun ein Advisory Board.

Markenbotschafter:innen für die Fuckup Nights

Mit dabei sind die Juristin und ehemalige Vorständin der Österreichische Postbus AG, Silvia Kaupa-Götzl, Leadership-Coach und MagnoliaTree Gründerin Sabine Gromer sowie brutkasten-CEO und -Founder Dejan Jovicevic. Die Mitglieder des Beirats sollen sowohl Berater:innen als auch Markenbotschafter:innen sein.

„Scheitern ist es nur, wenn man nichts daraus lernt. Eine positive Fehlerkultur braucht Räume für ehrliche Reflexion – genau das will der Beirat ermöglichen“, sagt Silvia Kaupa-Götzl.

Im Fokus: Learnings teilen

Ziel des Formats ist es, das Tabu des Scheiterns zu brechen und eine konstruktive Fehlerkultur zu fördern. Die Events sind Teil einer globalen Bewegung, die in über 80 Ländern aktiv ist und darauf abzielt, Scheitern als integralen Bestandteil des Erfolgsprozesses zu etablieren.

Dass es hier vor allem darauf ankommt, Erfahrungen und Learnings zu teilen, unterstreicht auch brutkasten-Founder Jovicevic: „Gerade Neo-Gründer:innen im Innovationsbereich stoßen auf zahlreiche unbekannte Herausforderungen, die es erfolgreich zu meistern gilt. Ähnlich wie bei einem guten Business-Angel sind die geteilten Erfahrungen und der Austausch mit der Community bei Fuckup Nights Vienna eine wichtige Ressource für langfristigen Erfolg“.

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Das Bitpanda Headquarter in Wien © Bitpanda

Einen Vorgeschmack auf den nun veröffentlichten Jahresabschluss 2025 gab Bitpanda gleichsam vorauseilend bereits im März dieses Jahres – brutkasten berichtete. In den damals präsentierten Zahlen war nicht nur von einer Umsatzsteigerung die Rede, sondern auch von einem Sinken des „bereinigten EBITDA“ um 75 Prozent. Dieses sei von 52 Millionen Euro auf 13 Millionen Euro gefallen, hieß es vom Wiener Unicorn. Begründet wurde das mit „gezielten Investitionen“. Das Ergebnis unterm Strich ließ man im März aber aus.

Der nun vorliegende Jahresabschluss – wohlgemerkt jener der operativen Bitpanda GmbH mit Sitz in Wien und nicht der übergeordneten AG mit Sitz in der Schweiz – bringt nun Licht ins Dunkel. Und die damit veröffentlichte Gewinn- und Verlustrechnung zeichnet ein noch deutlich drastischeres Bild als die im März kommunizierten „bereinigten“ Zahlen. Nach fast 62 Millionen Euro Nettogewinn im Jahr 2024 standen demnach vergangenes Jahr rund 14 Millionen Euro Verlust zu Buche.

„Wir haben bewusst in unsere Expansion und den weiteren Ausbau der Marke Bitpanda investiert“

Auf brutkasten-Anfrage kommentiert Bitpanda kurz und knapp mit der aus dem Frühjahr bekannten Argumentation:

Das Jahr 2025 war für die Bitpanda GmbH ein Jahr strategischer Wachstumsinvestitionen. Gleichzeitig hat sich unser Kerngeschäft stark entwickelt, was sich in einer deutlichen Steigerung unserer Umsatzerlöse zeigt.

Wir haben bewusst in unsere Expansion und den weiteren Ausbau der Marke Bitpanda investiert. Diese Investitionen waren Teil unserer langfristigen Wachstumsstrategie und spiegeln sich erwartungsgemäß im Jahresergebnis wider.

Die Aussagen zum Umsatz lassen sich dabei so auch im nun vorgelegten Bericht ablesen: Tatsächlich stieg der ausgewiesene Umsatz von 2024 auf 2025 von 7,19 Milliarden Euro auf 7,72 Milliarden Euro. Der Anstieg fällt bereinigt sogar noch größer aus: 2024 waren noch rund 613 Millionen Euro aus Krypto-Verkäufen auf externen Börsen in den Umsatzerlösen enthalten, die seit 2025 saldiert im Materialaufwand ausgewiesen werden. Bei diesen Umsatzzahlen handelt es sich wohlgemerkt um den gesamten Verkaufserlös über die Plattform. Bitpanda gab bereits im März den auf Basis der Margen berechneten, deutlich kleineren „bereinigten Umsatz“ aus: Dieser stieg von 321 auf 371 Millionen Euro. Mit Abstand größter Umsatztreiber war laut Jahresabschluss das Kerngeschäft als Broker.

Deutlich höhere Marketingausgaben, Personalkosten sinken trotz Aufstockung

Auch die Aussage, die sich auf den Nettoverlust von immerhin rund 14 Millionen Euro bezieht, deckt sich prinzipiell mit den Zahlen im Jahresabschluss. Tatsächlich stieg der Marketingaufwand um rund 56 Prozent auf fast 107 Millionen Euro. Auch die Beratungskosten legten von knapp 14 Millionen auf rund 22 Millionen Euro zu. Die durchschnittliche Mitarbeiterzahl (FTE) wuchs zwar von 486 auf 555. Jedoch interessant dabei: Der Personalaufwand ging trotz der Aufstockung leicht zurück, von 78,6 auf 75,1 Millionen Euro. Gestiegen ist hingegen der Aufwand für Mitarbeiterüberlassung, von 5,4 auf 8,1 Millionen Euro.

Dass man (wohl dennoch nicht ganz beabsichtigt) recht deutlich in die roten Zahlen rutschte, hängt aber auch mit Faktoren zusammen, die im offiziellen Bitpanda-Statement unerwähnt bleiben. Operativ blieb Bitpanda 2025 noch knapp im Plus: Der Betriebserfolg lag bei 4,1 Millionen Euro, nach 80 Millionen Euro im Vorjahr. Ins Minus drehte das Ergebnis erst durch das Finanzergebnis von minus 18,3 Millionen Euro. Dahinter stehen Abschreibungen auf Anteile an verbundenen Unternehmen in Höhe von 14,4 Millionen Euro sowie ein Zinsaufwand von 4,9 Millionen Euro, nach nur 0,2 Millionen Euro im Jahr 2024. Zu Buche stehen außerdem teilweise gestiegene Handelsverluste und ein deutlich höheres Minus in der Intercompany-Verrechnung, das von 13 auf knapp 36 Millionen Euro anwuchs.

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