16.11.2022

FTX-Gründer Bankman-Fried könnte vor Gericht ungeschoren davonkommen

Milliarden von Kund:innen-Geldern sind weg. Ein führender US-Rechtsexperte meint dennoch, dass FTX-Gründer Sam Bankman-Fried vor Gericht durchkommen könnte.
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FTX-Gründer Sam Bankman-Fried
FTX-Gründer Sam Bankman-Fried | (c) Cointelegraph via Wikimedia Commons

Ein finanzielles Loch von rund acht Milliarden US-Dollar und Kund:innen, die auf ihre Krypto-Assets im Wert von Milliarden nicht zugreifen können. Dazu kommen Beweise dafür, dass diese Kund:innen-Gelder über eine Schwester-Gesellschaft verzockt wurden. Für viele Beobachter:innen dürften die FTX-Pleite und die Vorkommnisse, die zu ihr geführt haben ein recht klarer Fall für die Gerichte sein. Doch wie ein bekannter US-Rechtsexperte gegenüber der US-Ausgabe des Fortune-Magazins erläutert, könnte Gründer Sam Bankman-Fried (häufig als SBF bezeichnet) ungeschoren davonkommen.

Sam Bankman-Fried könnte auf Unfähigkeit und Dummheit plädieren

Wie? Im Prinzip müsse er nur auf Unfähigkeit und Dummheit plädieren, so die Kernaussage. Die Tatsache, dass FTX als auf den Bahamas registriertes Unternehmen nicht der US-Gerichtsbarkeit unterliegt, könne zwar wohl von den amerikanischen Behörden noch gut umgangenen werden. Anders verhalte es sich aber mit der Frage des Vorsatzes. „Ein Unternehmen falsch zu führen und einen Haufen Geld anderer Leute zu verlieren, ist nicht kriminell. Das kommt ständig vor. Für einen Kriminalfall muss eine Täuschung vorliegen“, sagt der Jus-Professor und frühere Finanzermittler Randall Eliason gegenüber Fortune.

Oder doch vorsätzliche Täuschung bei FTX?

Anders sieht das jedoch ein von Fortune nicht namentlich genannter „erfahrener Krypto-Anwalt“. Er habe keinen Zweifel daran, das es sich bei Sam Bankman-Frieds Verhalten um Betrug handelt meint er. Denn in den Nutzungsbedingungen von FTX, bei Investorenpräsentationen des Unternehmens und in öffentliche Erklärungen von SBF sei sehr wohl bewusst Täuschung passiert.

Gründer zu New York Times: „Bekomme endlich Schlaf“

Noch wurden jedenfals keine rechtlichen Schritte gegen Bankman-Fried oder andere aus dem FTX-Management eingeleitet. Unbestätigten Berichten zufolge haben aber bereits mehrere potenziell Betroffene vorsorglich die USA verlassen, darunter auch der Gründer selbst. Dieser erklärte indessen den New York Times in einem Interview von einem nicht genannten Ort aus: „Man sollte meinen, dass ich im Moment keinen Schlaf bekomme, aber stattdessen bekomme ich endlich welchen. Es könnte schlimmer sein.“

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(c) Karin Hackl Wirtschaftsagentur Wien

Die Stadt Wien und die Raiffeisenlandesbank Niederösterreich-Wien haben die Einreichphase für ihr gemeinsames Finanzierungsinstrument Wiener Wachstum gestartet. Insgesamt stehen dafür sieben Millionen Euro Startkapital zur Verfügung. Ziel ist es, die Eigenkapitalbasis wachstumsorientierter Unternehmen zu stärken und ihnen die nächsten Entwicklungsschritte zu ermöglichen.

Bereits im April dieses Jahres wurde das Finanzierungsmodell angekündigt. Hinter der Initiative steht eine gemeinsame Gesellschaft der Wirtschaftsagentur Wien und der Raiffeisenlandesbank Niederösterreich-Wien. Beide Partner stellen jeweils 3,5 Millionen Euro zur Verfügung.

„Mit Wiener Wachstum wollen wir KMU in kritischen Wachstumsphasen gezielt begleiten und Investitionen in Innovation, Internationalisierung sowie Technologie ermöglichen“, erklärt Martin Hauer, Generaldirektor der Raiffeisenlandesbank NÖ-Wien.

Wer kann sich bewerben?

Das Angebot richtet sich an Wiener Startups, Scaleups sowie KMU aus der Gesundheits- und Digitalwirtschaft. Dazu zählen beispielsweise Unternehmen aus den Bereichen Life Sciences, Medizintechnik, Pharma und Diagnostik sowie Software, Künstliche Intelligenz, Quantentechnologien und Cybersecurity.

Voraussetzung ist unter anderem, dass die Unternehmen als Kapitalgesellschaft eingetragen sind, über ein tragfähiges Geschäftsmodell verfügen und seit „mindestens zwei bis drei Jahren“ eine Betriebsstätte in Wien haben. Unterstützt werden sollen insbesondere Vorhaben zur Skalierung, Internationalisierung, technologischen Weiterentwicklung oder Erweiterung von Produktionskapazitäten.

Keine klassische Förderung, sondern eine Beteiligung

Bei Wiener Wachstum handelt es sich nicht um eine klassische Förderung, sondern um eine Finanzierung. Die vereinbarte Summe wird vollständig an die Unternehmen ausbezahlt. Im Gegenzug führen erfolgreiche Unternehmen später einen vertraglich vereinbarten Anteil ihrer Gewinne an Wiener Wachstum zurück. Diese sollen künftig für weitere Unternehmensfinanzierungen eingesetzt werden und damit einen langfristigen Finanzierungskreislauf schaffen.

„Wir beschreiten mit Wiener Wachstum einen ganz neuen Weg abseits unserer bestehenden Fördermöglichkeiten“, erklärt Vizebürgermeisterin und Wirtschaftsstadträtin Barbara Novak. Die Finanzierung stärke die Eigenkapitalbasis der Unternehmen und werde flexibel an deren Anforderungen angepasst.

Pro Unternehmen sind Finanzierungen zwischen 100.000 und 500.000 Euro möglich. Dabei kommen beispielsweise direkte Unternehmensbeteiligungen oder eigenkapitalähnliche Finanzierungen, etwa in Form qualifizierter Nachrangdarlehen, infrage. Bei direkten Beteiligungen liegt die Beteiligungsquote bei maximal 25 Prozent. Der vorgesehene Beteiligungszeit beträgt sieben bis zehn Jahre mit einer klaren Exitstrategie. Die konkreten Konditionen werden individuell vereinbart.

Einreichungen ab sofort möglich

Interessierte Unternehmen können sich ab sofort über die Website der Wirtschaftsagentur Wien für eine Finanzierung bewerben. Eine fixe Einreichfrist gibt es nicht. Nach einer ersten Prüfung der eingereichten Unterlagen folgen Gespräche über ein mögliches Investment sowie eine vertiefte Unternehmensprüfung. Der gesamte Prozess kann laut Wirtschaftsagentur Wien vier bis sechs Monate dauern.

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