22.03.2021

Frux: „Google für Unternehmen“ aus Leonding meldet Konkurs an

Das 2015 gegründete Leondinger Startup Frux gelangte nach eigenen Angaben u.a. durch die Coronakrise in finanzielle Bedrängnis.
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Wiener Mobile Marketing-Startup Geolad schlittert wegen Corona in den Konkurs Frux Insolvenz
(c) envato

Mit seiner Sales-Suchmaschine bezeichnete sich das 2015 von Patrick Kirchmayr im oberösterreichischen Leonding gegründete Startup Frux als „Google für Unternehmen“. 2019 erklärte der damalige CMO Peter Hössl dem brutkasten: „Die Vision von Frux ist es, den noch jungen Markt der ‚Sales Acceleration Tools‘ im B2B-Business komplett neu aufzurollen: Mit Hilfe von Big Data aus dem Internet und KI-Technologien, die unstrukturierte Daten in vertriebsrelevantes Wissen übersetzen. Damit am Ende jedes Unternehmen die Kunden findet, die zu ihm passen“.

In dem Jahr startete das Unternehmen auch eine Niederlassung in Wien und stellte sein Leadership-Team neu auf. Bereits 2017 hatte es sich ein Investment durch den aws Gründerfonds und die Beteiligungsgesellschaft Mapcon Consulting von Johannes Siller geholt. Zudem holte es sich über die Jahre hinweg zahlreiche Auszeichnungen, etwa als „Born Global Champion„.

Frux: Konkursverfahren mit 1,66 Mio. Euro Passiva

Zuletzt dürften beim Unternehmen aus Leonding jedoch mehrere negative Entwicklungen zusammengekommen sein. Wie der KSV1870 heute auf seiner Page vermeldete, eröffnete Frux nun ein Konkursverfahren – eine Fortführung des Unternehmens ist also nicht geplant. Die Passiva betragen nach derzeitigen Angaben 1.662.000 Euro. 17 Gläubiger sind betroffen. Dienstnehmer hatte das Startup zum Zeitpunkt des Insolvenzantrags keine mehr. Ursache ist laut Unternehmen eine „instabile Ertragslage“. „Dies ist, neben den Auswirkungen der Coronaepidemie, auf Probleme bei der Entwicklung eines Produkts und den dadurch entstandenen Verlusten begründet“, heißt es dazu im Insolvenzantrag (laut Angaben des KSV1870).

Anm.: Der brutkasten konnte das Startup telefonisch nicht erreichen. Eine Mail mit der bitte um ein Statement blieb bislang unbeantwortet.

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(v. l. n. r.): Dr. Clemens Brunner (CEO & Co-Founder), Dr. Fabian Knirsch (CEO & Co-Founder), Andreas Steiner (CSO), Philipp Gernerth (CPO)

„Die EU-Anti-Geldwäscheverordnung macht qualifizierte Identitäten zum neuen Maßstab für digitales Onboarding. In der Partnerschaft mit Shufti Pro und Evrotrust verbindet sproof regulatorische Anforderungen mit hoher Nutzerfreundlichkeit“, erklärt Fabian Knirsch, CEO und Mitgründer des Salzburger Signatur-Startups sproof. Gemeinsam mit dem Identitätsprüfer Shufti und dem Vertrauensdienstleister Evrotrust hat das Unternehmen einen End-to-End-Workflow entwickelt, der die Identitätsprüfung (KYC) und die qualifizierte elektronische Signatur (QES) nahtlos in einem Prozess vereinen soll.

Prozess ohne Brüche

Ziel der Partnerschaft ist es, Medienbrüche beim Onboarding zu verhindern, an denen Abschlüsse oft scheitern. Der gesamte Ablauf wird über sproof gesteuert: Erst prüft Shufti die Identität der Unterzeichnenden biometrisch, via NFC oder eID in rund zwölf Sekunden. Anschließend wird ausschließlich ein verschlüsselter digitaler Fingerabdruck des Vorgangs an Evrotrust übermittelt. Das Originaldokument verbleibt bei sproof, wo nach der Zertifikatserstellung durch Evrotrust die finale Signatur in derselben Sitzung erfolgt. Bei Einmalsignaturen wird das Zertifikat danach sofort verworfen.

Datensouveränität im Fokus

Neben der Benutzerfreundlichkeit steht die europäische Datensouveränität im Fokus: sproof betreibt seine Plattform ausschließlich auf europäischer Server-Infrastruktur, wodurch Abhängigkeiten von US-Anbietern sowie Risiken durch Gesetze wie den US Cloud Act entfallen sollen. Die Signaturen sind eIDAS-konform EU-weit rechtsgültig und weisen eine Langzeitvalidierung von bis zu zehn Jahren auf.

„Ohne Konversionsverluste“

Die strategische Relevanz wird von den Partnern unterstrichen. Für Shufti war die Identitätsprüfung laut CEO Shahid Hanif nie das eigentliche Ziel, sondern das Fundament. Hanif betont: „Deshalb haben wir gemeinsam mit Evrotrust einen durchgängigen Prozess von der Identitätsprüfung bis zur qualifizierten elektronischen Signatur aufgebaut. Beides läuft in einer einzigen Onboarding-Strecke zusammen.“ Heinrich Grave, Managing Director DACH bei Evrotrust, sieht darin einen Schritt hin zu einer „regulierten Vertrauensinfrastruktur“, die direkt in die Customer Journey integriert ist. Unternehmen können regulatorische Vorgaben damit erfüllen, „ohne Konversionsverluste durch fragmentierte Prozesse“, so sproof-Gründer Knirsch.

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