froots: Wiener FinTech-Startup launcht neues Profi-Sportler-Angebot
Das Wiener WealthTech froots geht neben seiner Vermögensverwaltung für Otto-Normalverbraucher:in auch in die (vermögende) Nische. Nun launchte das Startup ein Finanzmanagement-Angebot für Profisportler:innen.
Froots war schon mehrmals in der Berichterstattung vom brutkasten vertreten. So fiel die digitale Vermögensverwaltung für Otto-Normalverbraucher:innen stark mit einer Reihe prominenter Investoren auf, die nach und nach einstiegen. Es haben beispielsweise Andreas Treichl, Georg Kapsch, Reinhold Baudisch oder Skisprung-Legende Gregor Schlierenzauer in das Startup investiert – um nur einige zu nennen. Zudem ging froots strategische Partnerschaften mit wefox oder 4money ein.
Als Vision gab froots von Beginn an an, professionelles Investieren zu demokratisieren, indem es maßgeschneiderte Kapitalmarktanlagen ohne hohe Eintrittsbarrieren und zu einem Bruchteil der üblichen Kosten anbietet. Je nach Sparziel sollte das schon ab einer Mindestspareinlage von 75 Euro im Monat möglich sein. Schon seit einiger Zeit spricht das Wiener FinTech aber doch auch gezielt vermögende Personen an. So wurde etwa 2024 das Produkt „froots Wealth“ für „vermögende Privatkund:innen ab 50.000 Euro“ gelauncht.
Neues Produkt
Nun kommt eine weitere, sehr nischige, aber auch vermögende Zielgruppe hinzu. Das FinTech-Startup bietet jetzt nämlich eine zusätzliche Dienstleistung für Profiportler:innen an. Für die komplexen Einkommensstrukturen, variablen Einnahmen und spezifischen Finanzziele von Profisportler:innen umfasst das neue Servicepaket aktives Portfoliomanagement, Liquidiätsplanung und langfristiges Investieren.
Das Angebot sei „genau zugeschnitten auf die Bedürfnisse dieser Zielgruppe“, heißt es vom Unternehmen. „Wir wollen jungen Athleten zeigen, dass es möglich ist, schon früh mit einem soliden Fundament zu starten. Gerade in einer Branche, in der viel Unsicherheit herrscht, schafft finanzielle Ordnung innere Ruhe. Das ist ein Aspekt, der oft unterschätzt wird“, sagt CEO und Gründer von froots, David Mayer-Heinisch.
Großer Bedarf
Laut froots sei der Bedarf an dieser Art der Vermögensverwaltung durchaus groß: Bis zu 80 Prozent der Profis geraten demnach wenige Jahre nach Karriereende in finanzielle Schwierigkeiten. Die Ursachen reichen von fehlender Planung bis hin zu mangelnder Beratung. Durch einen Investmentplan, der sich flexibel an die Karriereverläufe von Sportler:innen anpasst, wolle man dem entgegenwirken.
Polytender: Die weltweit größte Ausschreibungsplattform soll aus Wien kommen
Die Run-Labs-Gründer Dima Rubanov und Matthias Neumayer, bekannt u. a. für den KI-Kindergeschichten-Generator Oscar Stories, bringen ein neues Produkt auf den Markt. Polytender soll Unternehmen die Suche nach staatlichen Ausschreibungen vereinfachen. Gelauncht wurde die Plattform im August.
Polytender: Die weltweit größte Ausschreibungsplattform soll aus Wien kommen
Die Run-Labs-Gründer Dima Rubanov und Matthias Neumayer, bekannt u. a. für den KI-Kindergeschichten-Generator Oscar Stories, bringen ein neues Produkt auf den Markt. Polytender soll Unternehmen die Suche nach staatlichen Ausschreibungen vereinfachen. Gelauncht wurde die Plattform im August.
Die beiden Polytender-Gründer Matthias Neumayer und Dima Rubanov | (c) Vlad Dobre
„Dream Big“ passt wohl auch zu Polytender. Die beiden Gründer Dima Rubanov und Matthias Neumayer haben sich zum Ziel gesetzt, sie zur größten Ausschreibungsplattform der Welt zu machen. Die beiden Wiener sehen großes ungenutztes Potential in öffentlichen Ausschreibungen. „Behörden vergeben in der EU jedes Jahr Aufträge im Wert von zwei Billionen Euro“, sagt Co-Founder Dima Rubanov im brutkasten-Gespräch.
Diese seien auf Hunderte Portale verteilt. Viele Unternehmen wüssten schlicht nicht, welche Aufträge sie gewinnen können, wodurch viele Ausschreibungen oftmals nur ein einziges Angebot hätten. Dabei sei die staatliche Beschaffung eine große Möglichkeit für Unternehmen. „SpaceX würde ohne die öffentliche Hand nicht existieren. Man vergisst oft, wie wichtig dieses Thema eigentlich ist“, sagt Rubanov. Ihre neue Plattform Polytender soll das nun ändern und die Suche nach öffentlichen Ausschreibungen erleichtern – in der gesamten EU.
Startup-Studio „Run Labs“
Die Gründer sind in der Szene keine Unbekannten. Rubanov und Matthias Neumayer entwickelten in den letzten Jahren Produkte wie Oscar Stories, die kindgerechte KI Lora oder den Dokumente-Erklär-Chatbot FragDasPDF. Alles läuft unter dem Startup-Studio Run Labs zusammen.
SpaceX würde ohne die öffentliche Hand nicht existieren.
Dima Rubanov, Co-CEO von Run Labs
400 Unternehmen in zwei Monaten
Ihre neueste Plattform, Polytender, wurde im August gelauncht und soll seitdem über 400 registrierte Unternehmen auf der Plattform gewonnen haben. Einige davon sind laut den Geschäftsführern noch Pilotkunden, es gebe aber auch bereits um die dreißig reguläre Abnehmer wie Helferline oder AV-Professional.
„Polytender beschleunigt unseren Prozess in der Suche, Bewertung und Abwicklung von Ausschreibungen wesentlich. Die dadurch freigesetzten Ressourcen können optimal eingesetzt werden“, sagt David Knapp, CEO der AV-Professional GmbH.
Eine „signifikante Zeitersparnis“
Die erhöhte Geschwindigkeit sei einer der großen Benefits, die Polytender für Firmen aufweise. „Gerade bei der Suche bieten wir für Unternehmen eine signifikante Zeitersparnis. Das funktioniert schon über alle EU-Länder und ein paar weitere Länder hinweg“, erklärt Rubanov. Neben den 27 EU-Staaten operiert Polytender auch in den USA, der Schweiz, Norwegen und Großbritannien und bündle so über 300 Vergabeportale. Die Plattform vereinfacht es den Unternehmen, Ausschreibungen überhaupt zu finden und daran teilzunehmen. Alles mit KI-Unterstützung.
KI-nativ als Alleinstellungsmerkmal
Ein Matching-Algorithmus gleicht neue Ausschreibungen sprachübergreifend mit Suchprofilen ab. Noch im November soll es auch eine KI-Zusammenfassung und eine Bid-Einschätzung geben. „Wir werden dann KI-Agenten haben, die riesige Datenmengen durchforsten, zusammenfassen und für den User personalisiert aufbereiten. Dadurch muss man nicht 100 Seiten lesen, um zu wissen, ob man sich bewerben soll oder nicht“, erklärt Neumayer.
Das Besondere: Polytender funktioniert KI-nativ. Jede Ausschreibung lässt sich direkt aus KI-Assistenten wie Mistral, Claude, ChatGPT und Microsoft Copilot durchsuchen. Unternehmen können dadurch eigene Ausschreibungs-Agenten bauen und so passende Aufträge finden und bewerten.
„Wir sind der Meinung, dass in einer AI-Agent-Zukunft weniger Interfaces notwendig sein werden. Deshalb haben wir alle App-Funktionen auch für Agents zugänglich gemacht“, erklärt Neumayer und ergänzt: „Wir haben auch Kunden, die ihre eigenen internen Agents haben, die wiederum mit ihren eigenen Daten angereichert sind. Diese Daten können sie dann mit unseren Daten aus öffentlichen Ausschreibungen, aus Dokumenten etc. verbinden und in ihre eigenen Abläufe einbauen.“
Die europäische Lösung, Datenschutz etc.
Wichtig sei den beiden Wienern, die sich bereits seit ihrer Schulzeit kennen, eine europäische Lösung anzubieten. „Wer unsere LinkedIn-Aktivitäten kennt, weiß, dass wir sehr pro-europäisch denken und uns auch europäische Souveränität wichtig ist. Wir sind auch der Meinung, dass diesbezüglich gerade die öffentliche Beschaffung ein großer Hebel wäre, der underused ist“, sagt Neumayer.
Auch bezüglich Datenschutz haben Rubanov und Neumayer klare Vorstellungen. „Wir hosten alles auf Hetzner, einem Server in Deutschland. Unsere KI-Modelle laufen auf europäischer Infrastruktur. Wir passen sehr auf, dass kein Abfluss von Daten entstehen kann. Wir sind auch DSGVO-konform“, sagt Rubanov.
Die All-in-Tender-Lösung
Rubanov und Neumayer denken die Plattform bereits weiter. Sie wollen nämlich nicht nur die Abläufe auf der Bieterseite vereinfachen, sondern auch auf der Vergabeseite. „Unsere große Vision ist es, eine All-in-one-Tender-Plattform zu haben. Sie soll auf der Bieterseite die Suche nach Aufträgen und Unterlagenerstellung und auf der Auftraggeberseite die Erstellung der Ausschreibungsunterlagen abdecken“, sagt Neumayer. Sie können sich auch vorstellen, Ausschreibungen von Unternehmen auf Polytender zu veröffentlichen, wobei der Fokus auf staatlichen Ausschreibungen liege. Diese „Vision“ wolle man noch im ersten Quartal 2027 umsetzen.
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