22.04.2025
VERMITTLUNG VON WG-ZIMMERN

Friends in Flats: „Wohnen soll so einfach werden wie ein Purchase auf Amazon“

Das Startup Friends in Flats bringt Internationals in möblierte WGs – und setzt dabei auf algorithmisches Matching.
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Mathias-Christoph Molnar, Co-Founder von Friends in Flats
Mathias-Christoph Molnar, Co-Founder von Friends in Flats | Foto: PULS 4 / Gerry Frank

Friends in Flats ist eine Plattform aus dem Burgenland, die sich auf die Vermittlung von WG-Zimmern spezialisiert hat. Die möblierten Zimmer können online gebucht werden, die Auswahl der Mitbewohner:innen erfolgt algorithmisch, basierend auf Angaben zu Lebensstil und Vorlieben.

Wohnungssuche soll einfacher werden

Neben der Zimmervermittlung bietet das Unternehmen auch Unterstützung bei organisatorischen Fragen wie Mietverträgen, Versicherungen oder Reparaturen. Für Vermieter:innen soll die Verwaltung komplett automatisiert funktionieren. „Wir wollen dafür sorgen, dass Wohnen so einfach wird wie ein One-Click-Purchase auf Amazon“, sagt Co-Founder Mathias Molnar im Gespräch mit brutkasten.

Das Startup hat er gemeinsam mit Fathy Shalaby gegründet, weil er selbst auf Wohnungssuche war – und dabei ziemlich frustriert. Das war 2023. Damals starteten sie das Unternehmen bereits mit mehreren Investor:innen. Demnächst könnte es weitere geben: Molnar pitcht das Konzept in der aktuellen Staffel der Startup-Show „2 Minuten 2 Millionen“.

Friends in Flats richtet sich an Expats

Die primäre Zielgruppe sieht der CEO in internationalen Studierenden, die die Zimmer nur für einen begrenzten Zeitraum brauchen – und so wenig Aufwand wie möglich haben möchten. „Mittlerweile haben wir auch Young Professionals, die beispielsweise für einige Monate nach Wien kommen“, sagt Molnar. Die Plattform stehe zwar grundsätzlich allen offen – aber die Wohnungssuche sei für Expats mitunter am schwierigsten.

Für Vermittlung und Verwaltung zahlen ausschließlich Vermieter:innen. Für den Service bekommt Friends in Flats einen Abschlag: insgesamt 12,5 Prozent Nettoanteil der Miete.

Experience im Fokus

70 Zimmer hat das Startup aktuell vermietet, 100 weitere Zimmer stehen laut CEO in der Pipeline. Im kommenden Jahr möchte er den Markt nach Deutschland ausweiten. Die Vision: „Wir wollen eine Experience schaffen, Wohnen cool machen, und eine Community zusammenbringen“, sagt Molnar.

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PrixxOne, Klemmbausteine, Lego-Möbel
© PrixxOne

Im Netz kursieren seit langer Zeit witzige Memes und Aussagen solcher Art: „Ja, ein Autounfall tut weh, aber bist du schon Mal auf einen Legostein draufgestiegen?“ Eher das Gegenteil zu Pein, nämlich die Liebe zu den dänischen Bausteinen hat PrixxOne-Gründer Jürgen Sommer schon als kleines Kind entwickelt. Sein He-Man aus der „Masters of the Universe“-Reihe saß damals auf einem Lego-Thron, mit Pölstern aus Watte und Taschentüchern.

PrixxOne: Möbelsystem aus Interlocking-Blöcken

Diese Leidenschaft lebte er später auch als Vater weiter. Als seine beiden Söhne acht und vier waren, baute das Trio ein riesiges Haus aus Lego mit Möbeln darin. „Ich habe mir damals sogar gewünscht, so groß wie eine Lego-Figur zu sein“, gesteht der Founder.

Doch statt wenige Zentimeter groß zu sein, war Sommer vor seiner Unternehmer-Karriere Lehrling bei der Wiener Städtischen und 18 Jahre lang u.a. als Manager bei Uniqa tätig. Dort und auch bei Raiffeisen gestaltete er Prozesse für interne sowie Außenpartner der Versicherungsbranche und verantwortete den Bereich digitale Signaturen.

„Ich habe immer sehr viel gearbeitet, manchmal 16 Stunden am Tag“, sagt er, „also habe ich eine Auszeit genommen und bin dem Projekt nachgegangen.“

© PrixxOne – Jürgen Sommer.

Das Projekt heißt PrixxOne und entwickelt ein Produkt, bei dem es nicht nur nicht wehtut, draufzusteigen, sondern es ist dafür gemacht, sich draufzusetzen. Sommers Startup bietet ein Möbelsystem aus Interlocking-Blöcken (oder Klemmbausteinen) im Maßstab 15:1 an. Patentrechtlich ist diese Prinzip frei nutzbar, denn der ursprüngliche Patentschutz für das Klemmsystem lief 1978 aus und der Europäische Gerichtshof hat 2010 die Form des Steins als Marke zu schützen abgelehnt. Wobei sich Lego immer wieder und auch aktuell in Rechtsstreitigkeiten befindet, zum Design oder bestimmten Bausteinen etwa, wie hier im Juni berichtet wurde.

Made in Austria

Unabhängig davon produziert das durch Investments aus dem familiären Bereich gestützte Unternehmen von Sommer diese Klemmbausteine, die nicht nur zum Möbelstück gebaut werden können, sondern auch designgeschützt sind: Jede Seite des PrixxOne-Bausteins verfügt über eine zwei Zentimeter hohe Ausnehmung, sodass man den Stein ohne jegliches Werkzeug auseinandernehmen, aufbauen, umbauen und erweitern kann – vom Hocker zum Sessel, bis hin zur Couch. Laut Gründer trage die Konstruktion das Gewicht von Erwachsenen – das sei intensiv getestet worden.

Die Bausteine werden in Wien designt und bestehen zu 100 Prozent aus recyceltem Kunststoff. „Wir nehmen Material, das sonst auf Deponien landen würde, und verwandeln es in zirkuläres, langlebiges Design komplett ohne Verschwendung“, sagt Sommer.

So richtig durchstarten möchte er Anfang nächsten Jahres und hat für die Produktion im Sinne von „Made in Austria“ drei potentielle österreichische Partner an der Hand. „Es ist nur noch eine Skalierungsfrage“, sagt Sommer, der mit seiner Idee auch einen Nachhaltigkeitsgedanken verfolgt: „In den vergangenen 25 Jahren habe ich als Operations-Manager und COO große Unternehmensstrukturen optimiert. Mein zentraler Antrieb ist das Lean-Management: Starrheit aufbrechen und Verschwendung radikal eliminieren. Genau dieses Mindset übertrage ich nun von der Unternehmenswelt mit PrixxOne auf die Möbelbranche.“

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