04.07.2017

Freudebringer: Wir bieten sozusagen Offline Influencer Marketing

Die Wiener Werbe-Profis Niko Pabst und Markus Rauer haben sich zusammengetan um "Freudebringer" zu gründen. Das erste "Sampling über Netzwerk Partner" Unternehmen Österreichs.
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Das  kürzlich gegründete Unternehmen Freudebringer hat ein ambitioniertes Ziel: Bis Ende 2017 sollen eine Million Produkte über deren Kanäle verteilt werden. Bei einem Abendessen sei man auf die Idee gekommen, eine in Österreich noch neue Marketing-Form anzubieten, verraten die Gründer.

Euer Elevator Pitch: Was macht ihr und welches Problem löst ihr damit?

Wir bieten Sampling von Produkten über Netzwerkpartner an. Zum Beispiel verteilen wir gerade Duschgels für empfindliche Männerhaut direkt durch den Hautarzt, der die Produktprobe an seine männlichen Patienten verteilt, durch Fitnesscenter, Fußballvereine, Barbershops, Bäder etc. Sprich wir binden Experten und Sympathieträger in die Verteilung ein und erzeugen dadurch eine hohe Glaubwürdigkeit. Manche Produkte müssen erlebt, verkostet, gerochen und angegriffen werden bevor Sie gekauft werden und dieses Rundumerlebnis bieten wird. Wir haben 25 Zielgruppen definiert die wir mit über 170 Netzwerken und über 20.000 Verteilstellen zielgruppengenau, kostengünstig und unkompliziert erreichen können. Mittlerweile haben wir auch namhafte, tolle Verteilkanäle wie die Österreichische Post, das Frequency Festival, die Gamecity, die Therme Wien, Manhattan Fitnesscenter, die Kinderfreunde, die Vienna Fashion Week, der Fußballverein Vienna und viele mehr im Boot.

Wie setzt sich euer Team zusammen und wie habt ihr euch gefunden?

Markus Rauer (MARA Media, ZIMMER – Working in Concept und Vorstandsvorsitzender VAMP) und Niko Pabst (Agentur77 sowie designierter Geschäftsführer Marketingclub Österreich). Wir kennen uns seit ca. 10 Jahren, genau so lange überlegen wir welche Projekte wir gemeinsam realisieren können. Anscheinend hat es dieses Mal punktgenau gepasst. Zusätzlich zu uns beiden haben wir noch einen Vertriebspartner an Board der uns den Markt aufbereitet.

Wie seid ihr auf die Idee gekommen?

Bei einem gemütlichen Abendessen haben Markus Rauer und ich überlegt welche erfolgreiche Konzepte es in anderen Märkten in der Werbebranche gibt, in Österreich aber noch nicht etabliert sind. Zusätzlich hatte Markus gerade eine Anfrage eines großen Dienstleisters am Tisch der seine Filialen für dieses Samplingservice öffnen wollte und dafür Vertriebspartner gesucht hat. Wir haben das Potential gleich erkannt und ohne langem Fackeln kurz darauf gegründet und unsere Website aus dem Boden gestampft.

Welche Eigenschaften müssen gute MitarbeiterInnen für euch haben?

Wir haben noch keine. Wie bei jedem jungen Unternehmen sollten die ersten MitarbeiterInnen aber vor allem Eierlegendewollmilchsäue sein, die Kunden akquirieren können, gut im Projektmanagement sind, Social Media Experten sind und sie müssen natürlich verlässlich sein, für das Thema brennen abgesehen davon, dass sie in Havard studiert haben sollten, 10 Jahre Berufserfahrung mitbringen, wenig verlangen und Anfang 20 sind- ich hoffe wir erwarten nicht zu viel (lacht).

Welche Learnings waren für euch als Gründer besonders wichtig?

An seine Idee glauben und mit einer positiven Grundeinstellung rangehen, dann öffnen sich viele Türen. Gute Kontakte und Erfahrungen und Kompetenz in der Branche haben uns sicher auch nicht geschadet.

Eure Marketingstrategie? 

Niedrigpreismehrwertstrategie: Wir bieten eine kostengünstige Dienstleistung die mehr kann als herkömmliche Angebote und in Österreich so einzigartig ist.

Was würdet ihr eurem jüngeren Ich mitgeben bzw. raten?

Leidenschaft entwickeln für das was Du tust und Prozesse aktiv vorantreiben.

Wien als Gründerstadt bzw. Österreich als Gründerland – die richtige Entscheidung?

Prinzipiell war die Gründung recht unkompliziert, ausser, dass die zuständige Person beim Firmenbuchgericht gerade im Burnout ist und eine Anmeldung an dem Tag wo wir anmelden wollten nicht möglich war bzw. keine Vertretung in Sicht ist. Das hat die Anmeldung über einen Notar dadurch leider verteuert. Ansonsten wäre bei der Gründung eine Stelle bei der man alles einkippen kann wünschenswert.
Nachdem der Österreichische Markt noch nicht besetzt war, war es auf jeden Fall die richtige Entscheidung.

Die Vision: Was sind eure nächsten Ziele? Kurzfristig, aber auch langfristig?

Dieses Jahr 1 Mio Produkte über unsere Kanäle verteilen. Langfristig möchten wir, dass unser Konzept in der Branche als wichtiger Bestandteil von Werbemaßnahmen etabliert wird.
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(v.l.) Antonia Riva-Frizberg, Theresa Kohl, Johanna Marie Reinedahl und Sara Kapeller sind für den Bierlein-Preis 2026 nominiert.

Der Brigitte-Bierlein-Frauenpreis geht 2026 in die zweite Runde. Er zeichnet Frauen unter 35 für unternehmerische oder innovative Leistungen mit Österreichbezug aus. Aus rund 100 Bewerbungen haben das Wirtschaftsministerium (BMWET) und die Oesterreichische Nationalbank (OeNB) 35 junge Frauen in die Shortlist aufgenommen, darunter Gründerinnen, Forscherinnen und Führungskräfte.

Die Preisträgerinnen werden mit je 5.000 Euro in drei Kategorien prämiert: „Entrepreneurship, Führungskräfte & Nachfolge“, „Forschung, Innovation & Transfer“ sowie mit dem „Maria-Rauch-Kallat-Ehrenpreis für gesellschaftlichen Impact & Role Model“. Beim Ehrenpreis kommt zusätzlich ein Mentoring-Platz im „WoMentoring“-Programm des club alpha hinzu.

Unter den Nominierten sind auch mehrere Startup-Gründerinnen:

Antonia Riva-Frizberg (Lumetry): Lungenmonitoring für zu Hause

Riva-Frizberg gründete im März 2022 gemeinsam mit Christian Neubauer das Grazer Medtech Lumetry Diagnostics. Das Startup entwickelt Geräte, mit denen Patient:innen mit chronisch obstruktiven Lungenerkrankungen oder Asthma ihre Lungenvitalität zu Hause messen können. Langfristig will man auch Menschen mit Lungenentzündungen oder Long Covid helfen. 2023 sammelte das Team ein sechsstelliges Investment „weit über eine halbe Million“ ein. Prototypen gibt es bereits, gelauncht soll das Produkt laut Website noch 2026 werden.

Vor der Gründung war Riva-Frizberg unter anderem bei der Innovations-Beratung Pioneers als auch beim Zyklustracker-Startup breathe ilo beschäftigt, das 2023 Konkurs anmeldete.

Das Produkt soll noch 2026 gelauncht werden. © Lumetry

Theresa Kohl (DiLT Analytics): Energie sparen mit Gebäude-Software

Kohl ist Mitgründerin und CEO von DiLT Analytics, einem 2021 gegründeten Spin-off der TU Graz. Die Software soll Ineffizienzen in Gebäuden sowie in Heizungs-, Lüftungs- und Klimaanlagen erkennen und den Energieverbrauch senken. Aktuell entwickelt das Team sein neues Produkt „FaciliMind“, eine KI-basierte Softwareplattform zur datenbasierten Optimierung von Energieeffizienz und Betriebskosten in Gebäuden. Das System benötigt laut eigenen Angaben keine neuen Sensoren, sondern dockt an bestehende Leitsysteme an und deckt dort Fehlsteuerungen auf.

Unterstützt wurde das Startup unter anderem durch FFG-Förderungen und konnte bereits Pilotprojekte mit Partnern wie der Bundesimmobiliengesellschaft (BIG) umsetzen. Vor der Gründung war Kohl unter anderem bei AEE – Institut für Nachhaltige Technologien und als Projekt- und Innovationsmanagerin bei der Energie Agentur Steiermark tätig.

Johanna Marie Reinedahl (WeGait): Exoskelett für die Reha

Reinedahl ist Gründerin und Geschäftsführerin der WeGait FlexCo. Das Robotik-Startup entwickelt ein Exoskelett für die Gangrehabilitation nach Schlaganfall oder Rückenmarksverletzung, das Abläufe in Rehazentren effizienter machen soll. Unter dem ehemaligen Namen Nexo Skeleton wurde das Startup als eine der ersten beiden Beteiligungen von WU Ignite Ventures aufgenommen.

Im Juli 2026 benannte man sich in WeGait um. Reinedahl war vor der Gründung außerdem ein Jahr als Venture Capital Investment Analyst bei Arax Capital Partners tätig.

Sara Kapeller (twistor): Schneeräumung per System

Kapeller gründete 2025 die twistor GmbH im Vorarlberger Bludenz. Den Anstoß dazu gab eine persönliche Erfahrung: Eine tonnenschwere Dachlawine ging direkt von dem Haus ihres Großvaters ab. Daraufhin entwickelte sie ein automatisiertes Schneeräumungssystem für Gebäude und Photovoltaikanlagen, das laut Unternehmensangaben seit 2024 patentiert ist.

Die Lösung richtet sich vor allem an Eigentümer:innen von PV-Anlagen in schneereichen Regionen. Der doppelte Vorteil: Die kontrollierte Räumung beugt nicht nur gefährlichen Personen- und Sachschäden vor, sondern sichert auch in den Wintermonaten den Stromertrag der Solarmodule. Das System ist nach Firmenangaben bereits serienreif und unter anderem auf dem Dach der Aletsch Arena auf der Schweizer Riederalp im Einsatz.

Der twistor befreit Dächer und PV-Anlagen von Schneemassen. © twistor

Die Preisverleihung findet am 7. Dezember 2026 statt.

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