24.02.2016

Studie: Sind Frauen etwa die besseren Coder?

Eine aktuelle Studie kommt zu einem überraschenden Ergebnis. Demnach könnten Frauen die besseren Coder sein. Das Problem: Codes werden weniger wertgeschätzt, wenn sie von Frauen geschrieben wurden. Aber, stimmt das auch?
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(c) stokkete-fotolia: Frauen in der Technik werden oft unterschätzt.

Es ist kein Geheimnis: Der Mangel an weiblichen Fachkräften in der IT-Welt ist offensichtlich. Letzten Sommer hat eine besondere Aktion auf Twitter zusätzlich darauf aufmerksam gemacht. Die im Silicon Valley lebende Isis Anchalee hatte unter dem Hashtag #Ilooklikeanengineer Entwickler, die nicht dem typischen Klischee entsprechen, aufgerufen, ein Foto von sich zu veröffentlichen. Viele weibliche Developer hatten sich damals daran beteiligt. Tenor der Aktion: Nur, weil weibliche Entwickler vielleicht nicht dem typischen Bild eines Technikers entsprechen und nicht so stark vertreten sind, müssen sie nicht schlechter sein.

Erste Programmiererin

(c) imago stock&people- diepresse.com

Als erste Programmiererin der Welt gilt übrigens die britische Mathematikerin Ada Countess of Lovelace, die von 1815-1852 lebte. Im Jahr 1975 gab das Pentagon eine universell einsetzbare Computersprache in Auftrag – „ADA“.

Sie erfährt, dass eine riesengroße Rechenmaschine gebaut werden soll und entwickelt einen Rechen-Algorithmus. Die Maschine wird zwar nie gebaut, der Algorithmus der Mathematikerin hingegen gilt heute als allererstes Computerprogramm überhaupt.

Nun möchte eine Studie herausgefunden haben, dass Frauen vielleicht sogar die besseren Programmierer sein könnten. Dafür haben Computerwissenschaftler die Developer-Plattform GitHub näher unter die Lupe genommen.

GitHub

Auf GitHub können Programmierer Codes veröffentlichen. Der webbasierte Speicherplatz soll das Teilen von Codes vereinfachen und hilft, die unterschiedlichen Versionen der Codes von Software-Projekten zu organisieren. Das ist vor allem wichtig, wenn mehrere Entwickler zusammen an einem Code arbeiten, damit beim Programmieren nichts verloren geht. (Hier erfährst du was GitHub bzw. Git ist)

Die Plattform macht es möglich, dass man auch bei fremden Projekten mitentwickeln kann. Dabei wird dem „Eigentümer“ des Codes ein sogenannter „pull request“ (eine Anfrage) gestellt, damit dieser die gemachten Änderungen übernehmen kann.

Frauen die besseren Coder?

Die Forscher haben festgestellt, dass 78,6 Prozent aller Anfragen auf GitHub („pull requests“) eher angenommen werden, wenn sie von Frauen stammen – bei Männern sind es nur 75,6 Prozent.

computer-1185626_640Die Forscher fanden außerdem heraus, dass Anfragen von Frauen generell eher angenommen wurden – unabhängig davon, ob das Geschlecht sichtbar war. Hier musste die Qualität ausschlaggebend gewesen sein. Augenscheinlich war, dass die eingereichten Code-Änderungen von Frauen einen größeren Umfang zeigten, als jene von Männern.

Insider versus Outsider

Im nächsten Schritt filterte man für die Studie in zwei Gruppen: Jene Gruppe von Einreichern, bei der man das Geschlecht sehr einfach herausfinden konnte und in jene, bei der das Geschlecht versteckt wurde. Überdies unterschied man zwischen „Insidern“, also Personen, die in einem Projekt sehr involviert und daher bekannt waren und „Outsiders“, über die man weniger wusste.

In der ersten Gruppe war die Akzeptanz-Rate in etwa gleich hoch, Anfragen aus der Gruppe wurden unabhängig vom Geschlecht angenommen oder abgewiesen. In der Gruppe der „Outsider“ zeigte sich jedoch ein anderes Bild: Hier wurden Anfragen von Frauen zu 71,8 Prozent angenommen, wenn ihr Geschlecht nicht sichtbar war. Sobald es klare Angaben gab, dass es sich um Frauen handelte, wurden nur noch 62,5 Prozent aller Anfragen akzeptiert.

„Pull Requests von Frauen werden generell eher angenommen“, schreiben die Forscher in der Studie. Bis zu dem Moment, wo klar ist, dass die Änderungsanfragen von einer Frau stammen: „Wenn sie von außen kommen und ihr Geschlecht klar erkennbar ist, wird die Arbeit von Frauen schlechter beurteilt als jene von Männern.“

Zweifel an Richtigkeit

In Online-Foren ist man sich unsicher, ob diese Studie relevante Aussagen trifft. Dort meinen GitHub User, dass man generell nicht nachsehe, ob der Nutzer nun eine Frau oder ein Mann sei.

 

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Impeto Impact Gründer Jim Lefébre © Jim Lefébre

Ein Fully-Merchant-BESS (Battery Energy Storage System) ist ein Batteriespeicher, der seine Erlöse vollständig am freien Strommarkt erwirtschaftet, ohne langfristige Verträge, feste Einspeisevergütungen oder staatliche Garantien. Durch den steigenden Anteil an z.B. Photovoltaik und Windkraft kommt es im Netz häufig zu Überschussenergie und starken Preisschwankungen – etwa Negativpreisen zur Mittagszeit im Sommer. Speicherbetreiber:innen nutzen das für Arbitrage: Sie kaufen Strom, wenn er günstig ist, und verkaufen ihn, sobald die Preise wieder steigen. Zusätzlich lässt sich mit einer Batterie auch Regelenergie zur Netzstabilisierung anbieten.

Dieses Geschäftsfeld zeichnet sich zum einen durch hohe Gewinnchancen bei stark schwankenden Strompreisen, aber auch volles Risiko bei fallenden Marktpreisen oder geringer Volatilität aus. Hinzu kommt, dass ein Speicher gleichzeitig auf fünf Erlösmärkten agiert – darunter Day-Ahead und Regelenergie –, die permanent miteinander konkurrieren und sich gegenseitig Kapazitäten streitig machen. Diese unsichere Dynamik führt für Betreiber:innen wiederum zu erschwerten Finanzierungsmöglichkeiten bei Banken. Hier setzt Impeto Impact mit seinem Tool BESS-Invest an.

Modellrechnungen statt Live-Einsatz

„Man kann eigentlich immer nur in einem Markt handeln. Also muss man in der Modellierung entscheiden, in welchem Markt der Strom gekauft und verkauft wird, um letztlich einen plausiblen Business Case zu erteilen“, erklärt Jim Lefébre, Gründer von Impeto Impact. Sein laut eigenen Angben komplett eigenfinanzierte Produkt soll jetzt mehr Transparenz für Investor:innen bringen und setzt bei der Modellierung auf sogenanntes Forwardtesting. „Backtesting beantwortet, was gewesen wäre“, erklärt der Gründer. „Für eine Investitionsentscheidung mit 15 Jahren Laufzeit braucht der Markt eine Antwort auf das, was kommt.“

BESS Invest soll eine fünfjährige Markthistorie mit eigenen Projektionsannahmen zu Preistrends, Reserve-Erlösen und Volatilität verknüpfen. Laut Unternehmensangaben entstünden aus diesem Zusammenspiel simulierte Marktpfade in 15-Minuten-Auflösung – bis hinunter zum eigentlichen Lastprofil der Batterie. Das Modell würde dabei eine Ergebnisbandbreite vom konservativen bis zum optimistischen Szenario abbilden. Verändere sich die Marktlage, ließe sich dies über erneute Simulationen jederzeit anpassen. Dabei handelt es sich laut Lefèbre ausdrücklich um Modellrechnungen und Schätzungen zur Plausibilisierung, nicht um eine Live-Optimierung.

BESS Invest Dashboard © Impeto Impact

Verzicht auf KI

Ursprünglich entstand die Idee aus Lefèbres eigenem Beratungsgeschäft: Der Markt für Großspeicher sei dynamisch, die Kapitalmobilisierung stocke jedoch mangels Transparenz, so Lefèbres Erkenntnis. Gemeinsam mit Jonas Puck von der WU Wien wurde daraus zunächst das Whitepaper „Charging Ahead“ aus dem schlussendlich das Tool mithilfe von Pilotkund:innen aus dem Kreis großer Energieversorger hervorging.

Auf Künstliche Intelligenz wird verzichtet: „Wir arbeiten bei unseren Simulationen strikt ohne KI, weil eine KI auch halluzinieren kann“, so Lefèbre. Ein geschlossener Algorithmus soll stattdessen nachvollziehbare Ergebnisse hervorbringen.

Vor der Gründung war Lefèbre unter anderem ÖVP-Pressesprecher ehe er 2017 bis 2019 die Position des Pressesprechers im Justiz- und später im Finanzministerium übernahm. Anschließend war er in diversen Positionen für Montana Tech Components des Investors Michael Tojner, sowie den Batteriehersteller Varta tätig. Bis heute vertritt er zudem die von Tojner mitgegründete eXplore!-Initiative. Außerdem fiel Lefébre in der Vergangenheit beim brutkasten mit seinem Corona-Test-Startup auf.

Co-Location und Expansionspläne

Vertrieben wird BESS Invest im Lizenzmodell mit drei Paketstufen, wahlweise als Monatslizenz oder als Berechnungskontingent im 50er-Block. Bislang modelliert die Software den reinen Speicherbetrieb. Als nächsten Schritt will das Team die Integration von Co-Location-Projekten und Industrieanwendungen angehen. Außerdem plant Lefèbre die Expansion nach Deutschland und perspektivisch in Richtung Südosteuropa.

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