30.07.2025
GCV POWERLIST

Franz Zöchbauer mit Verbund Ventures unter globalen Top 100 in Corporate Venture Capital

In der "GCV Powerlist" werden die weltweit 100 einflussreichsten Personen im Bereich Corporate Venture Capital gelistet. Mit Franz Zöchbauer, Managing Director Verbund Ventures, ist auch ein Österreicher dabei.
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Franz Zöchbauer leitet Verbund X Ventures
Franz Zöchbauer leitet VERBUND X Ventures | (c) VERBUND

Toyota, Amazon, Softbank, Pfizer, Unilever und Sony – die Liste der großen Corporate-Namen, die sich mit den Leads ihrer Corporate-Venture-Capital-Units auf der „GCV Powerlist 2025“ von Global Corporate Venturing befinden, ließe sich noch lange fortsetzen. Auf der Liste werden die weltweit 100 einflussreichsten Personen im Bereich Corporate Venture Capital (CVC) abgebildet. Und dieses Jahr gibt es einen Neuzugang aus Österreich: Franz Zöchbauer, Managing Director von Verbund Ventures.

Zöchbauer verantwortet bei Verbund nicht nur den CVC Verbund Ventures, sondern auch die weiteren – noch deutlich breiter aufgestellten – Corporate-Venturing-Aktivitäten, darunter etwa den Verbund X Accelerator oder den Bereich Venture Building, der unter anderem das Corprorate-Startup HalloSonne hervorgebracht hat. (mehr dazu auch im brutkasten-Schwerpunkt zu Corporate Venturing)

Zöchbauer und Verbund Ventures überzeugen mit Geschwindigkeit

Auf der „GCV Powerlist 2025“ konnten Zöchbauer und Verbund Ventures unter anderem mit der Geschwindigkeit überzeugen, in der die CVC-Einheit von Österreichs größtem Energieanbieter aufgebaut wurde. Nach dem formellen Start im Jahr 2022 begann Verbund Ventures im Vorjahr aktiv zu investieren. „Im Jahr 2024 konnten wir in relativ kurzer Zeit ein solides Portfolio mit sechs Startup-Investments, einem Corporate-Venture-Building-Projekt und einem Fonds-Investment aufbauen. Damit ist uns der erfolgreiche Übergang vom Konzept zur ersten Skalierungsphase gelungen“, erzählt Zöchbauer gegenüber Global Corporate Venturing.

15 Beteiligungen bis 2026 geplant

So floss 2024 unter anderem Kapital in die österreichischen Startups Necture, eologix-ping und Easelink. Anfang dieses Jahres wurde ein Investment in den Fonds Vireo Ventures kommuniziert. Bis 2026 will Verbund Ventures das Portfolio auf insgesamt 15 Investments erweitern.

Dabei setzt der CVC auf ein duales System: Neben dem Investment-Team gibt es ein weiteres zur Unterstützung der Portfolio-Unternehmen. „Wir wussten, dass wir auch ein engagiertes Team brauchen, das sich auf die Skalierung und Unterstützung unserer Ventures konzentriert. Diese zweigleisige Struktur funktioniert gut für uns, und wir halten sie flexibel, damit wir sie im Zuge unseres Wachstums weiterentwickeln können“, so Zöchbauer.

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V.l.: Philipp von Lattorff, Johanna Pirker, Georg Kopetz und Dietrich Haubenberger bilden die Arbeitsgruppe
V.l.: Philipp von Lattorff, Johanna Pirker, Georg Kopetz und Dietrich Haubenberger bilden die Arbeitsgruppe "Science to Business" von Forwit | (c) Johannes Zinner

Die Verhandlungen zur gemeinsamen europäischen Gesellschaftsform EU Inc. bewegen sich langsam auf die Zielgerade zu. Mitsprache haben dabei nicht nur die EU-Kommission, die bereits im März ihren Entwurf vorlegte, und das EU-Parlament, das letztlich über das Regelwerk abstimmen wird, sondern auch der Rat der EU, also die Regierungen der Mitgliedstaaten. In der zweiten Reihe machen zudem einige mächtige Interessensvertretungen, etwa mehrere nationalstaatliche Notariatsverbände, ihren Einfluss geltend.

Eines zeichnet sich dabei bereits klar ab: Die Verhandlungen laufen auf einen Kompromiss hinaus, wie brutkasten bereits analysierte. Bereits der Kommissionsentwurf war eine im Vergleich zu den ursprünglichen Forderungen der im Startup-Umfeld formierten Initiative „EU-INC“ abgespeckte Version. Dass es in den Verhandlungen zu Abänderungen im Sinne der Initiative kommt, ist höchst unwahrscheinlich. Vielmehr stehen Streichungen zentraler Punkte im Raum, die für die Initiative zum Kern des Vorhabens zählen.

„Once in a generation-Chance für Österreich und Europa“

Diese adressiert nun auch die Arbeitsgruppe „Science to Business“ des österreichischen Rats für Forschung, Wissenschaft, Innovation und Technologieentwicklung (Forwit) in einem offenen Brief an mehrere österreichische Regierungsmitglieder. Der Arbeitsgruppe gehören TTTech-Gründer Georg Kopetz, Informatik-Professorin Johanna Pirker, Neurologe Dietrich Haubenberger und Philipp von Lattorff, Aufsichtsratsvorsitzender des Boehringer Ingelheim Regional Center Vienna, an.

Die EU Inc. sei eine „once in a generation-Chance für Österreich und Europa“, heißt es im offenen Brief. Während die Bundesregierung mit der strategischen öffentlichen Beschaffung und der Errichtung eines Dachfonds bereits zwei „kritische Schwachstellen“ im Wissenstransfer in Österreich angehe, könne dies gemeinsam mit der EU mit der EU Inc. auch beim Thema Skalierung „schlagkräftig“ gelingen.

Regierung soll sich für zentrales Handelsregister und Mitarbeiter:innenbeteiligung einsetzen

Zwei aus Sicht von Forwit dafür maßgebliche Elemente der EU Inc., nämlich ein zentrales europäisches Handelsregister und eine standardisierte Mitarbeiter:innenbeteiligung, würden aber aktuell drohen, im Zuge der Verhandlungen gestrichen zu werden. Ersteres brauche man, damit es sich bei der EU Inc. tatsächlich um einen europäischen Standard handle, zweiteres, damit europäische Wachstumsunternehmen im Wettbewerb um Talente bestehen könnten. Zudem betont die Forwit-Arbeitsgruppe auch die Möglichkeiten, die die neue Gesellschaftsform KMU im Allgemeinen bieten könne.

Entsprechend fordert sie die Regierungsmitglieder im offenen Brief konkret dazu auf, sich in den Verhandlungen für das zentrale Handelsregister und die Mitarbeiter:innenbeteiligung einzusetzen, ebenso wie für die freie Wahl des Registrierungssitzes, den Zugang für alle Unternehmen und die Geltung des lokalen Arbeits- und Steuerrechts. Und zudem „die EU Inc. als Bestandteil der Umsetzung der Industriestrategie 2035 zu erachten und in der Folge entsprechend mitzugestalten.“ Man stehe den Adressat:innen und der gesamten Bundesregierung „für eine Vertiefung und Begleitung der österreichischen Position selbstverständlich zur Verfügung.“

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