02.12.2022

Österreichs erster Astronaut Franz Viehböck investiert in Startup Gate Space

Das SpaceTech-Startup Gate Space mit Sitz in Tulln in Niederösterreich entwickelt ein Antriebssystem für Satelliten. Mit Österreichs erstem und bislang einzigem Astronauten im Weltraum Franz Viehböck steigt nun ein prominenter Investor in das Unternehmen ein.
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(c) Viehböck private Homepage & Gate Space LinkedIn

Das noch recht junge SpaceTech-Startup Gate Space mit Sitz in Tulln in Niederösterreich hat sich auf eine sogenannte Injektor-Technologie spezialisiert, mit der Satelliten im Weltraum manövriert werden können. Bereits seit mehreren Jahren forschte das Entwicklerteam an der TU Wien in diesem Bereich und hat sich schlussendlich 2022 für die Kommerzialisierung seines Antriebssystems für Satelliten entschieden. „Unsere Technologie ermöglicht die nächste Generation von Weltraum-Mobilität mit skalierbaren und flexiblen chemischen Antriebslösungen“, so Moritz Novak – CEO von GATE Space. Bis Ende 2022 soll ein voll funktionsfähiger Prototyp namens Gate-Jetpack fertigstellt werden.

Gate Space schließt Pre-Seed-Investment ab

Für die weitere Entwicklung konnte das Startup nun eine Finanzierungsrunde in Höhe von 450.000 Euro abschließen. Die Pre-Seed Investment-Runde wird angeführt von Franz Viehböck – Österreichs bislang erstem und einzigem Astronaut im Weltall. “Die Technologie von GATE Space erfüllt die Anforderungen des Marktes, der in den nächsten Jahren noch größer werden wird. Die Nachfrage nach Antriebssystemen, wie jenem von GATE Space, wächst rasant“, so Viehböck über seinen Einstieg. Zudem beteiligt sich auch David Niedermaier, Co-Founder & CTO des oberösterreichischen Industrieunternehmens Agilox, das fahrerlose Transportsysteme entwickelt.

Viehböcks Aktivitäten für Luft- und Raumfahrt

Viehböck gilt als einer der führenden Förderer der österreichischen Raumfahrt-Branche. So hat er Anfang des Jahres beispielsweise den Beiratsvorsitz einer neuen Plattform übernommen, die künftig Luft- und Raumfahrt in Niederösterreich stärken soll. Die Plattform soll Unternehmen und Forschungseinrichtungen künftig bei der Vernetzung und dem Know-how-Transfer unterstützen. Zu den ersten Projekten zählen beispielsweise die Erforschung nachwachsender Rohstoffe für die Flugzeugkonstruktion oder Materialtransport durch Groß-Drohnen.


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Die DropForce-Gründer Jakub Hamdard und Christian Mühl | (c) DropForce
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Es gibt für sie unzählige Einsatzmöglichkeiten, in den vergangenen Jahren dominieren sie aber vor allem eines: die Kriegsberichterstattung. Drohnen sind nicht nur zum Sinnbild für moderne Kriegsführung geworden, sondern auch zu einer Produktkategorie, die europäischen Scaleups mitunter Milliardeninvestments einbringt. Von dieser Kategorie ist das Wiener Startup DropForce aktuell noch weit entfernt, das Konzept, mit dem es antritt, ist aber durchaus ambitioniert und vor allem neu.

Drohne aus dem 3D-Drucker im Van oder Container

„Alle anderen Drohnen-Anbieter haben eine zentrale Fabrik und brauchen für den Bau einer Drohne meistens viel länger als nötig. Wir haben unsere Drohne so konzipiert, dass man sie von überall aus bauen kann”, sagt Jakub Hamdard. Er hat DropForce gemeinsam mit Christian Mühl gegründet. Beide bringen dabei Berufserfahrung aus dem Aerospace-Bereich mit.

Ein weiterer großer Unterschied zu anderen Anbietern: „Bei anderen Drohnen sind die Teile zusammengelötet. Daraus ergeben sich viele Fehlerquellen. Außerdem sind sie stark auf chinesische Bauteile angewiesen, die oft nicht halten, was sie versprechen”, so Hamdard. Die DropForce-Drohne kommt dagegen ohne Löten aus. Die Strukturteile und Module, etwa Kamera-Aufsätze, kommen aus dem 3D-Drucker; Platinen, Motoren und Propeller werden in Europa produziert und vom Startup als Bausatz dazugeliefert. „Man kann die Teile im 3D-Drucker aktuell in ca. 20 Minuten drucken und braucht dann zehn bis 15 Minuten, um die Drohne zusammenzubauen”, sagt der Gründer.

Und dieser Vorgang soll künftig eben nicht in einer einzelnen Fabrik, sondern in kompakten Einheiten direkt beim Kunden passieren, in einem Van oder Container, so die Vision. Denkt man an den DefenseTech-Bereich, heißt das: direkt an der Front. Die Vans bzw. Container sollen dann verkauft, die Produktion lizenziert werden. „Mit dem Van wäre man komplett mobil. Er kann direkt am Einsatzort innerhalb von Minuten Drohnen produzieren, die dann gleich losstarten können”, skizziert Hamdard.

So ein Einsatzort könnte etwa auch der Schauplatz einer Naturkatastrophe sein. In der Kundenansprache fokussiere man aber aktuell primär auf den Verteidigungsbereich. Dort will man, wenn alles nach Plan läuft, um den Jahreswechsel in die ersten Pilotprojekte starten.

Sechsstelliges Investment von BarnVentures und deutscher LNX GmbH

Bereits im Sommer holte sich DropForce für seine Expansionspläne auch ein Investment. BarnVentures rund um Filip Zganjer und die deutsche LNX GmbH stiegen mit einem sechsstelligen Betrag ein und sicherten sich jeweils 20 Prozent am Unternehmen. „Die Idee von einer dezentralen Massenproduktion im Baukasten-System hat mir so gut gefallen. Eine zentrale Produktionsstätte ist in Zeiten wie diesen gefährlich”, kommentiert Zganjer im Gespräch mit brutkasten. Das Startup unterstütze man nun nicht nur mit Geld, sondern auch durch Beratung.

Das Kapital sei bislang vor allem in die Weiterentwicklung, aber auch in Personalkosten geflossen, sagt Hamdard. Zudem sei man aktuell auch im Prozess der Patentanmeldung. Und auch an weiteren Drohnen-Modellen arbeite man bereits. Denn, so die Vision: „Kunden können sich später dann aus einem Portfolio genau die Drohnen aussuchen, die sie gerade brauchen. Wir haben schon einige Ideen, was man machen kann.”

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